PDF Version (133 KB) Fakten
Im Jahr 2010 hatten 15,75 Millionen der insgesamt 81,7 Millionen Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund (Zugewanderte und ihre Nachkommen) – im Jahr 2005 lag die Zahl noch bei 14,8 Millionen. Von den 15,75 Millionen Personen mit Migrationshintergrund waren rund 8,6 Millionen Deutsche und etwa 7,15 Millionen Ausländer. Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung lag im Jahr 2010 bei 19,3 Prozent (2005: 17,9 Prozent). Dieser Anstieg speist sich aus zwei Quellen: Von 2005 bis 2010 ist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund durch Zuzug und Geburten um etwa 750.000 angewachsen und die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund um circa 1,5 Millionen zurückgegangen.
Zwei Drittel der Personen mit Migrationshintergrund waren 2010 selbst Migranten (erste Generation), ein Drittel wurde bereits in Deutschland geboren (zweite oder dritte Generation). Eine Differenzierung der Personen mit Migrationshintergrund zeigt, dass die größte Gruppe im Jahr 2010 Ausländer mit eigener Migrationserfahrung waren – ihr Anteil lag bei 35,4 Prozent. Darauf folgte die Gruppe der Deutschen mit eigener Migrationserfahrung (31,8 Prozent) sowie die der Deutschen ohne eigene Migrationserfahrung (22,8 Prozent). 10,0 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund waren Ausländer, die in Deutschland geboren wurden (zweite oder dritte Generation).
Für das Jahr 2009 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Deutschen mit Migrationshintergrund genauer differenziert. Insgesamt stellte diese Gruppe in diesem Jahr mehr als die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund (54,0 Prozent). Dabei entfielen 11,1 Prozent auf selbst zugewanderte Eingebürgerte (etwa 1,7 Mio. Personen) und 2,6 Prozent auf Eingebürgerte ohne Migrationserfahrung (etwa 400.000 Personen). 20,8 Prozent waren deutsche Zuwanderer ohne Einbürgerung. Bei den restlichen 19,5 Prozent handelte es sich um Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung (etwa 3,1 Mio. Personen). Dies sind zum einen Kinder von Eingebürgerten, (Spät-)Aussiedlern oder Ausländern, zum anderen Kinder mit einseitigem Migrationshintergrund, bei denen nur ein Elternteil Eingebürgerter, (Spät-)Aussiedler oder Ausländer ist.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten im Jahr 2010 96,3 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund in Westdeutschland und Berlin. Am höchsten war ihr Anteil in den Stadtstaaten Bremen (27,9 Prozent), Hamburg (27,4 Prozent) und Berlin (24,3 Prozent) sowie in den Flächenstaaten Baden-Württemberg (26,2 Prozent), Hessen (25,0 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (23,9 Prozent). In Ostdeutschland lag der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung bei lediglich 4,6 Prozent. Auf Gemeindeebene gilt, dass je größer die Einwohnerzahl der Gemeinde ist, desto größer ist auch der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung. Bei den Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern lag der entsprechende Anteil im Jahr 2010 im Durchschnitt bei deutlich mehr als einem Viertel. Und auch in der Zukunft wird sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund weiter erhöhen: Insgesamt hatte in Deutschland 2010 gut ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund (34,8 Prozent) – in der Gruppe der 35- bis unter 45-Jährigen lag der entsprechende Anteil im selben Jahr bei 21,0 Prozent und bei den 85- bis unter 95-Jährigen bei 5,7 Prozent.
Die meisten Personen mit Migrationshintergrund stammen aus der Türkei (15,8 Prozent), gefolgt von Polen (8,3 Prozent), Russland (6,7 Prozent) und Italien (4,7 Prozent). Kasachstan ist mit 4,7 Prozent das einzige wichtige nicht-europäische Herkunftsland. Mit 1,4 Millionen kommen die meisten (Spät-)Aussiedler aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion – vor allem aus Russland (605.000) und aus Kasachstan (537.000). Daneben sind Polen (581.000) und Rumänien (221.000) wichtige Herkunftsländer. Bei diesen Angaben ist allerdings zu berücksichtigen, dass für 16,3 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund die Angaben zur derzeitigen beziehungsweise früheren Staatsangehörigkeit fehlen.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Mikrozensus: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund; Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF): Migrationsbericht 2009
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil.
Als Ausländer gelten Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit.
Die hier veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf die sogenannte Bevölkerung mit Migrationshintergrund "im engeren Sinn". Zu dieser Bevölkerungsgruppe zählen im Mikrozensus alle seit 1950 nach Deutschland Zugewanderten und alle im Inland mit fremder Staatsangehörigkeit Geborenen sowie die hier geborenen Deutschen, die mit zumindest einem Elternteil im selben Haushalt leben, der zugewandert ist oder als Ausländer in Deutschland geboren wurde.
In den Jahren 2005 und 2009 konnte zusätzlich die Bevölkerung mit Migrationshintergrund "im weiteren Sinn" abgebildet werden. Diese umfasst auch in Deutschland geborene Deutsche mit Migrationshintergrund, die nicht mehr mit ihren Eltern in einem Haushalt leben. Alle vier Jahre fragt der Mikrozensus nach der Staatsangehörigkeit der nicht im selben Haushalt lebenden Eltern. Dadurch konnte 2009 bei 345.000 Personen ein Migrationshintergrund identifiziert werden, der in den anderen Jahren nicht erkennbar ist. Damit lag die Zahl der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im weiteren Sinn 2009 bei 16,0 Millionen.

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Bevölkerung mit Migrationshintergrund I
In absoluten Zahlen, Anteile an der Gesamtbevölkerung in Prozent, 2010
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Bevölkerung, in Tsd. |
Anteile, in Prozent |
| Gesamtbevölkerung |
81.715 |
100,0 |
| davon: |
|
| ohne Migrationshintergrund* |
65.970 |
80,7 |
| mit Migrationshintergrund im engeren Sinn |
15.746 |
19,3 |
| davon: |
|
| Ausländer mit eigener Migrationserfahrung |
5.577 |
6,8 |
| Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung |
1.570 |
1,9 |
| Deutsche mit eigener Migrationserfahrung |
5.013 |
6,1 |
| Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung |
3.585 |
4,4 |
* einschließlich Menschen mit nicht durchgehend bestimmbarem Migrationsstatus
Quelle: Statistisches Bundesamt: Mikrozensus: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund
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