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Soziale Probleme
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Fakten

Nach Schätzungen der Weltbank lebten im Jahr 2005 weltweit etwa 190 Millionen Menschen in Staaten, in denen sie nicht geboren sind. Fünf bzw. fünfzehn Jahre zuvor lag diese Zahl noch bei 174 bzw. 155 Millionen. 54 Prozent aller Migranten leben in nur zehn Staaten, alleine 32 Prozent in den USA, Russland und Deutschland.

Allerdings sind die Staaten, in denen absolut die meisten Migranten leben, nicht gleichzeitig die Staaten, in denen der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung am höchsten ist. Um zu dieser Staatengruppe zu gehören, muss der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung bei über 25 Prozent liegen – dies gilt hier nur für die Vereinigten Arabischen Emirate (71,4 Prozent), Hongkong als Teil von China (42,6 Prozent), Israel (39,6 Prozent) und Saudi Arabien (25,9 Prozent). Andere Staaten mit einem sehr hohen Anteil an Migranten sind Kuwait, Jordanien, Singapur, Oman, Estland, Lettland, die Schweiz und Neuseeland.
In den ökonomisch entwickelten Staaten hat sich der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung von 6,2 Prozent im Jahr 1990 auf 9,3 Prozent im Jahr 2005 erhöht. In den Staaten mit mittlerem Einkommen ist der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung seit zwanzig Jahren stabil unter zwei Prozent; in den Staaten mit niedrigem Einkommen geht der entsprechende Anteil seit 1985 kontinuierlich zurück und liegt gegenwärtig bei etwa einem Prozent.

Nach Prognosen des UN/DESA wird die Nettozuwanderung in die ökonomisch entwickelten Staaten bis 2050 bei insgesamt etwa 97 Millionen liegen – das sind durchschnittlich 2,2 Millionen Migranten pro Jahr. Von diesen 2,2 Millionen Migranten werden schätzungsweise 1,1 Millionen auf die USA, jeweils 200.000 auf Deutschland und Kanada, 130.000 auf Großbritannien, 120.000 auf Italien und 100.000 auf Australien entfallen. Die meisten Migranten werden nach den Schätzungen des UN/DESA aus China (-327.000), Mexiko (-293.000), Indien (-241.000), den Philippinen (-180.000), Indonesien (-164.000), Pakistan (-154.000) und der Ukraine (-100.000) stammen.

Unter den Migranten gab es laut Weltbank im Jahr 2004 weltweit 8,7 Millionen Flüchtlinge, davon stammten 6,8 Millionen, also fast 80 Prozent, aus nur 15 Staaten. Allein aus Afghanistan, dem Sudan und Burundi flüchteten im selben Jahr 3,3 Millionen Menschen. Afghanistan war auch in den Jahren 1995 und 2003 der Staat, aus dem am meisten Menschen geflüchtet sind.
Deutlich über die Hälfte aller Flüchtlinge wurden 2004 von nur sieben Staaten aufgenommen: Iran, Pakistan, Deutschland, Tansania, USA, China und Großbritannien.

In den Jahren von 2000 bis 2005 waren in 74 Staaten die Einwanderungszahlen höher als die Auswanderungszahlen. In 64 dieser Staaten steigerte die Zuwanderung das ohnehin bestehende Bevölkerungswachstum, in sieben drehte die Zuwanderung die sinkenden Bevölkerungszahlen in einen Bevölkerungswachstum; in den verbleibenden drei Staaten (Tschechien, Ungarn, Russland) konnte die Nettozuwanderung den Bevölkerungsrückgang nicht kompensieren.

Parallel zu dem Anstieg der Zahl an Migranten sind die Auslandsüberweisungen der Migranten zu einem unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor für die Heimatstaaten geworden. Die Zahlungen, die die Heimatstaaten erhalten, haben sich von 69 Milliarden US-Dollar im Jahr 1990 über 173 Milliarden 2003 auf 228 Milliarden US-Dollar im Jahr 2004 erhöht. Noch deutlicher wird die ökonomische Bedeutung der Auslandsüberweisungen, wenn sie in Relation zum BIP betrachtet werden. Im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Südasien entsprechen die empfangenen Auslandsüberweisungen über 3,5 Prozent des jeweiligen BIP. Und in Lateinamerika und der Karibik sowie Ostasien und der Region Pazifik haben sich die Auslandsüberweisungen bezogen auf das BIP mehr als verdoppelt.

Eine besondere Variante der Migration findet sich bei hochqualifizierten Personen aus ökonomisch sich entwickelnden Staaten, die das eigene Land verlassen oder nach entsprechender Ausbildung im Ausland nicht wieder zurückkehren. Dieser so genannte 'brain-drain' gefährdet die potenziellen Entwicklungschancen der betroffenen Staaten. So schätzt beispielsweise die WTO, dass etwa ein Viertel der Führungspersonen im Silicon Valley außerhalb der USA geboren sind. Und nach Angaben der Zuwanderungskommission verlassen in Indien etwa 60 Prozent der Absolventen der Technischen Universitäten das Land.

Datenquellen

The World Bank: Doing Business 2005; United Nations – Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA): World Population Prospects: The 2004 Revision (PDF-Version: 2.245 KB)

Migration

Immigranten in absoluten Zahlen und Anteil an der Bevölkerung in Prozent, 2005

  15 Staaten, in denen die meisten
Immigranten leben
  in Tsd. in Prozent d. Bev.
USA 38.355 12,9
Russland 12.080 8,4
Deutschland 10.144 12,3
Ukraine 6.833 14,7
Frankreich 6.471 10,7
Saudi Arabien 6.361 25,9
Kanada 6.106 18,9
Indien 5.700 0,5
Großbritannien 5.408 9,1
Spanien 4.790 11,1
Australien 4.097 20,3
Pakistan 3.254 2,1
Vereinigte Arabische Emirate 3.212 71,4
Hongkong, China 2.999 42,6
Israel 2.661 39,6





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