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Vernetzung
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Fakten

Der Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien hat sich in den letzten 20 Jahren in allen Regionen der Welt verbessert. Insgesamt stieg die Zahl der Festnetzverbindungen (Anschlüsse) zwischen 1990 bis 2006 von 519 Millionen auf 1,26 Milliarden. Noch rasanter war die Entwicklung im Bereich Mobilfunk. Lag die Anzahl der Mobilfunkverbindungen (Teilnehmer) 1990 noch bei 11 Millionen, waren es 2003 bereits 1,4 Milliarden. Bis 2006 erhöhte sich die Zahl nochmals deutlich auf 2,7 Milliarden – für den Zeitraum 1990 bis 2006 entsprach das einer durchschnittlichen Steigerung von mehr als 40 Prozent pro Jahr. Die geschätzte Anzahl der Computer stieg von 120 Millionen im Jahr 1990 auf rund 870 Millionen im Jahr 2006.

Die Zahl der Internetverbindungen lag 2006 weltweit bei rund 426 Millionen. Angesichts dieser enormen Verbreitung kann schnell übersehen werden, wie neu die Vernetzung in diesem Bereich ist: 1988 waren lediglich acht Staaten mit dem Internet verbunden, im Jahr 1993 waren es 55 und 1995 zum ersten Mal mehr als die Hälfte aller Staaten. Erst seit Beginn dieses Jahrtausends sind alle Staaten mit dem Internet verbunden.

Auch wenn alle den Gesamttrend zusammenfassenden Statistiken eine Verringerung der digitalen Kluft zwischen den Staaten (Digital Divide) in den letzten zwei Jahrzehnten bestätigen, bestehen nach wie vor große Unterschiede zwischen den Staatengruppen. Im Jahr 2006 entfielen in den ökonomisch entwickelten Staaten auf 100 Einwohner 51 Festnetzverbindungen, 62 Computer und 24 Internetverbindungen. Außerdem verfügten rein rechnerisch 92 von 100 Einwohnern über eine Mobilfunkverbindung und 19 von 100 über eine Breitbandverbindung. In den ökonomisch sich entwickelnden Staaten (hier ohne die ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten) ist die Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien hingegen deutlich schlechter: Auf je 100 Einwohner kamen 15 Festnetzverbindungen, lediglich 5 Computer und nur 4 Internetverbindungen. Während rein rechnerisch etwa jeder dritte Einwohner über eine Mobilfunkverbindung verfügte, entfielen auf 100 Einwohner nur 2 Breitbandverbindungen. Zusätzlich zu den bestehenden Unterschieden ist festzustellen, dass die Verringerung des Digital Divide vor allem aus der Zunahme der Bestände in den Bereichen Festnetz, Mobilfunk und Internet resultiert.

Durch technische Entwicklungen kann auch ein neuer Digital Divide entstehen. So lebten Ende 2004 drei Viertel aller Nutzer der dritten Mobilfunkgeneration in nur drei Staaten – USA (49,5 Mio.), Südkorea (27,5 Mio.) und Japan (25,7 Mio.) und 99 Prozent aller Breitbandanschlüsse entfielen auf die ökonomisch entwickelten Staaten. Allerdings hat sich hier der Abstand rasant verringert: Bereits bis 2006 sank der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten an allen Breitbandverbindungen auf rund 66 Prozent. Durch die höhere Einwohnerzahl der ökonomisch sich entwickelnden Staaten bleibt die Verfügbarkeit aber ungleich verteilt: 2006 entfielen auf 100 Einwohner in den ökonomisch entwickelten Staaten 19 Breitbandanschlüsse. Bei den Übergangsstaaten und den ökonomisch sich entwickelnden Staaten waren es jeweils nur 2 je 100 Einwohner.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass für die Schließung der digitalen Kluft vor allem die wohlhabenderen Staaten unter den ökonomisch sich entwickelnden Staaten verantwortlich sind. Die ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten sind nach wie vor weitgehend ausgeschlossen. Dort entfielen 2006 lediglich 0,9 Festnetzverbindungen auf 100 Einwohner. Bei Computern (0,7) und Internetverbindungen (0,2) war das Verhältnis noch ungünstiger. Lediglich Mobilfunkverbindungen, über die rein rechnerisch 10 von 100 Einwohnern verfügten, waren etwas stärker verbreitet. Breitbandverbindungen spielten 2006 keine Rolle. Da viele der ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten in Afrika liegen, besteht allerdings die Chance, dass sich daran etwas ändert: Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 wurden die ersten Glasfaserkabel verlegt.

Datenquelle

International Telecommunication Union (ITU), OECD u.a.: The Global Information Society: a Statistical View; ITU: From the Digital Divide to Digital Opportunities, 2005; eigene Berechnungen

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Der Begriff 'Digital Divide' wird auch im deutschen Sprachraum verwendet und steht für die Kluft zwischen ökonomisch entwickelten und ökonomisch sich entwickelnden Staaten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien.

Weitere Informationen zum 'Digital Divide' finden Sie hier...

Übergangsstaaten sind hier: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Republik Moldau, Rumänien, Russland, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan.




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Informations- und Kommunikationstechnologie

Festnetz-, Mobilfunk-, Internet-, Breitbandverbindungen und PCs je 100 Einwohner, 1995, 2000 und 2006

  ökonomisch entwickelte Staaten Übergangsstaaten*
1995 2000 2006 1995 2000 2006
je 100 Einwohner
Festnetzverbindungen 50 57 51 15 19 23
Mobilfunkverbindungen 8 50 92 0,1 3 77
Internetverbindungen k.A. 14 24 k.A. 0,3 3
Breitbandverbindungen k.A. 1 19 k.A. k.A. 2
PCs 19 37 62 5 5 10
 
  ökonomisch sich entwickelnde Staaten** ökonomisch am wenigsten entwickelte Staaten
1995 2000 2006 1995 2000 2006
je 100 Einwohner
Festnetzverbindungen 5 9 15 0,3 0,5 0,9
Mobilfunkverbindungen 0,4 6 33 0,0 0,3 10
Internetverbindungen k.A. 0,9 4 k.A. 0,0 0,2
Breitbandverbindungen k.A. k.A. 2 k.A. k.A. 0,0
PCs 3 3 5 0,3 0,3 0,7

* Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Republik Moldau, Rumänien, Russland, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan
** ohne die ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten

Quelle: International Telecommunication Union (ITU), OECD u.a.: The Global Information Society: a Statistical View

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