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Handel und Investitionen
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Fakten

Die laufend getätigten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) erhöhten sich von 13 Milliarden US-Dollar im Jahr 1970 über 208 Milliarden US-Dollar 1990 auf 1.833 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007. Dies übertraf deutlich den bisherigen Höchstwert von 1.411 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2000. Gegenüber dem Jahr 1970 hat sich der Umfang der laufenden ADI – bezogen auf den Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2007 – mehr als verhundertfacht, gegenüber 1980 war der entsprechende Wert fünfundzwanzigmal so hoch.

Der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten an den ADI ist nach wie vor groß: In den Jahren von 2005 bis 2007 tätigten bzw. erhielten die ökonomisch entwickelten Staaten durchschnittlich 84,0 bzw. 66,2 Prozent der weltweiten ADI. Allein die EU, die USA und Japan waren für 73,9 Prozent der weltweit getätigten ADI verantwortlich.

Die Staaten Süd-Osteuropas und die GUS erhielten in den Jahren von 2005 bis 2007 durchschnittlich 4,0 Prozent der ADI. Der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten an den weltweiten ADI lag im selben Zeitraum bei durchschnittlich 29,8 Prozent. Allerdings verteilen sich die ADI sehr unterschiedlich auf die einzelnen Staaten: Von den ADI in ökonomisch sich entwickelnden Staaten entfielen im Jahr 2007 gut 59 Prozent auf nur acht Staaten; allein China erhielt knapp 17 Prozent der ADI in ökonomisch sich entwickelnden Staaten.

Die Bedeutung der ADI für die externe Finanzierung der ökonomisch sich entwickelnden Staaten hat beständig zugenommen. Während Anfang der neunziger Jahre private und öffentliche Hilfeleistungen den größten Anteil an ausländischen Geldern ausmachten, ist der Anteil der ADI seit Mitte der 1990er Jahre mindestens doppelt, teilweise fünfmal so hoch wie der der finanziellen Hilfeleistungen (ODA – Official Development Assistance). Dementsprechend stieg auch die Höhe der laufenden ADI bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt der ökonomisch sich entwickelnden Staaten von 0,9 Prozent im Jahr 1990 auf 3,6 Prozent im Jahr 2007.

Vor allem Multinationale Unternehmen (MNU) haben die technischen, finanziellen und politischen Ressourcen, um eine Strategie des 'global-sourcing' umzusetzen. Die ADI in Form von meist brancheninternen Fusionen, Unternehmenskäufen und -beteiligungen dienen der Markterschließung, Marktsicherung und Kostenersparnis. Grenzüberschreitende Unternehmensfusionen und -übernahmen – 'mergers and acquisitions' (M&As) – waren in den Jahren 2000 bis 2007 für durchschnittlich 84,5 Prozent der im Ausland getätigten Investitionen verantwortlich. Dabei entfielen im Durchschnitt 60,4 Prozent des M&A-Volumens auf so genannte Megafusionen mit einem Wert von über einer Milliarde US-Dollar.

Datenquelle

United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics, World Investment Report, verschiedene Jahrgänge

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

ADI sind im Wesentlichen Unternehmensfusionen, -käufe und -beteiligungen, reinvestierte Erträge von Tochtergesellschaften im Ausland, Kredite an ausländische Tochtergesellschaften innerhalb eines Unternehmens und Kapitaltransfers zur Gründung von Unternehmen im Ausland. ADI sind durch eine langfristige Beziehung und ein dauerhaftes Interesse des Direktinvestors gekennzeichnet. Bei ADI strebt der Investor einen maßgeblichen Einfluss auf das Management des im Ausland ansässigen Unternehmens an – der Beteiligungsgrad muss bei mindestens 10 Prozent der Stimmrechte oder Anteile liegen.

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Ausländische Direktinvestitionen (ADI) pro Jahr

Inflows in absoluten Zahlen, 1970 bis 2007

  Laufende ADI (inflows), in Mrd. US-Dollar  
1970* 1980* 1990 1995 1997 1998 1999
Welt 13,4 55,1 207,9 341,1 487,9 701,1 1.092,1
ökonomisch entwickelte Staaten 9,5 46,6 172,1 218,7 284,1 503,9 849,1
ökonomisch sich entwickelnde Staaten 3,9 8,5 35,7 117,5 191,8 186,6 232,5
Süd-Osteuropa und GUS** 4,8 12,1 10,7 10,5
Asien (ohne Japan und Westasien)*** 0,8 0,4 22,2 77,7 100,9 91,5 109,7
China 0,06 3,5 37,5 45,3 45,5 40,3
grenzüberschreitende Unternehmensfusionen (M&As) 200,7 231,7 371,1 692,9 903,8
   
Anteil der M&As an den weltweiten ADI,
in Prozent
96,5 67,9 76,1 98,8 82,8

 

  Laufende ADI (inflows), in Mrd. US-Dollar
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Welt 1.411,4 832,2 622,0 564,1 742,1 958,7 1.411,0 1.833,3
ökonomisch entwickelte Staaten 1.148,3 610,2 444,4 365,5 428,8 611,3 940,9 1.247,6
ökonomisch sich entwickelnde Staaten 256,1 210,5 166,3 178,7 283,0 316,4 413,0 499,7
Süd-Osteuropa und GUS** 6,9 11,5 11,3 19,9 30,3 31,0 57,2 85,9
Asien (ohne Japan und Westasien)*** 144,9 104,9 92,8 103,0 149,4 167,4 208,9 247,8
China 40,7 46,9 52,7 53,5 60,6 72,4 72,7 83,5
grenzüberschreitende Unternehmensfusionen (M&As) 1.350,0 731,0 483,1 411,2 565,6 928,9 1.118,2 1.637,5
   
Anteil der M&As an den weltweiten ADI,
in Prozent
95,7 87,8 77,7 72,9 76,2 96,9 79,3 89,3

* M&As werden erst seit 1987 gesondert erfasst
** GUS – Gemeinschaft unabhängiger Staaten / CIS – Commonwealth of Independent States
*** mit Iran

Quelle: United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics, World Investment Report, verschiedene Jahrgänge

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