Infodienst Radikalisierungsprävention
Newsletter April 2026
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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention haben in Deutschland in den letzten Wochen für intensive Debatten gesorgt. Neben kontroversen Diskussionen um die Bewertung der Zahlen aus der aktuellen Studie „MOTRA-Monitor 2024/25“, die sich auch mit islamismusaffinen Einstellungen befasst und die wir in der Rubrik „Beiträge in anderen Medien“ ausführlich aufgreifen, rückte insbesondere die geplante Neuaufstellung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in den Fokus des Arbeitsfeldes. In der Rubrik „Meldungen aus dem Arbeitsfeld“ beleuchten wir die Debatte aus verschiedenen Perspektiven.
Auch international bleibt die Lage angespannt: Nach dem Scheitern von Gesprächen zwischen den USA und dem Iran kündigten die Vereinigten Staaten eine Blockade der Straße von Hormus an. Während sich die humanitäre Situation im Libanon weiter zuspitzt, stehen mögliche Friedensgespräche zwischen Israel und Libanon im Raum. Gleichzeitig dauern Angriffe in der Region an. Angesichts der hohen Dynamik konzentrieren wir uns bis zum Redaktionsschluss (14.04.2026) auf Hintergrundbeiträge zur Einordnung der Entwicklungen.
Abschließend möchten wir Sie auf eine neue Veröffentlichung im Infodienst hinweisen: Benedikt Friedrich zeigt in seinem Beitrag „ALTERnative Perspektiven? Islamistischer Extremismus jenseits der Adoleszenz“, dass Radikalisierung kein reines Jugendphänomen ist und welche Konsequenzen sich daraus für die Präventionsarbeit ergeben.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre des Newsletters.
Ihre Infodienst-Redaktion
PS: Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns an infodienst@bpb.de
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Neu im Infodienst Radikalisierungsprävention
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BENEDIKT FRIEDRICH
ALTERnative Perspektiven? Islamistischer Extremismus jenseits der Adoleszenz
Islamismus gilt oft als Jugendproblem. Doch Daten und aktuelle Fälle zeigen: Radikalisierung endet nicht mit der Adoleszenz. Der Beitrag von Benedikt Friedrich geht der Frage nach, warum auch Erwachsene anfällig sein können und was die Prävention daraus lernen muss.
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Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung
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BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG
APuZ-Ausgabe zu Zivilgesellschaft
Demokratie lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger – und von einer aktiven Zivilgesellschaft, die zentrale Aufgaben für das Gemeinwohl übernimmt. Doch wie politisch dürfen gemeinnützige Organisationen sein? Zwischen notwendigem gesellschaftspolitischen Einsatz und unzulässiger Parteinahme verläuft eine heikle Grenze, die zunehmend zur Debatte steht und in dieser Ausgabe von „Aus Politik und Zeitgeschichte“ ausführlich beleuchtet wird.
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OREN KESSLER
Palästina 1936. Der Große Aufstand und die Wurzeln des Nahostkonflikts
1936 eskaliert die Lage im britischen Mandatsgebiet Palästina: Wachsende jüdische Zuwanderung und zunehmende Spannungen münden in einem dreijährigen arabischen Aufstand gegen die jüdische Präsenz und die britische Herrschaft. Für den politischen Analysten Oren Kessler handelt es sich bei dieser oft übersehenen Revolte um ein Schlüsselereignis des Nahostkonflikts. Anhand zentraler Akteure zeichnet er in diesem Schriftenreihe-Band nach, wie sich die Fronten bereits vor der Gründung Israels verhärteten.
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SIMON HÖLSCHER, SALOUA MOHAMMED
Arbeitsmappe zur Zeitleiste: Der Nahostkonflikt
Die Arbeitsmappe zur Zeitleiste „Der Nahostkonflikt“ hilft Lernenden ab 15 Jahren, die wichtigsten historischen Entwicklungen und aktuellen Ereignisse des Konflikts besser zu verstehen. Anhand von sechs thematischen Arbeitsblättern arbeiten sie sich von den Anfängen bis zur Gegenwart vor, ordnen zentrale Ereignisse ein und vertiefen ihr Wissen. Ergänzt wird das Material durch eine Hilfe zum Argumentieren sowie didaktische Hinweise und Lösungen für Lehrkräfte.
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Veranstaltungshinweise und Fortbildungen
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Sammeltermine & regelmäßige Angebote
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Details zu Stellenangeboten aus dem Arbeitsfeld finden Sie in der Übersicht des Infodienstes.
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Beiträge in anderen Medien
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Kontroverse um MOTRA-Studie zu islamismusaffinen Einstellungen unter jungen Musliminnen und Muslimen in Deutschland
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– Diverse Autorinnen und Autoren sowie Medien – Der kürzlich veröffentlichte MOTRA-Monitor – eine jährlich erscheinende Analyse zu Radikalisierungsprozessen, Extremismus und Terrorismus in Deutschland – sorgt derzeit für intensive Diskussionen. Die zentrale Erkenntnis der Befragungen: Immer mehr Menschen in Deutschland zeigen sich offen für extremistische Einstellungen. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielten dabei die Umfragewerte zum islamistischen Extremismus. Laut des Monitors gelten 45,1 Prozent der vom Bundeskriminalamt (BKA) befragten Musliminnen und Muslime unter 40 Jahren als „latent oder manifest islamismusaffin“, was unter anderem eine ablehnende Haltung gegenüber dem Rechtsstaat und anderen Religionen einschließt. Gleichzeitig betonen die Autorinnen und Autoren, dass rund 60 Prozent der Befragten solche Einstellungen ausdrücklich zurückweisen.
Die Ergebnisse wurden medial breit aufgegriffen und unterschiedlich bewertet. So berichtet die WELT über Reaktionen von Politikerinnen und Politikern, darunter Wolfgang Kubicki (FDP) und Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU), die der Politik „Naivität“ und eine „falsch verstandene politische Korrektheit“ vorwerfen und Konsequenzen fordern. In der ZEIT wird darauf verwiesen, dass Hinweise auf einen „Alltagsislamismus jenseits von dschihadistischen Terroranschlägen“ keineswegs neu seien. Statt bloßer Problembenennung und Verurteilung brauche es vielmehr konkrete Maßnahmen sowie einen intensiveren Dialog zwischen Politik und Jugendlichen.
Auch in der Wissenschaft wird der Monitor diskutiert. Der Soziologe Nader Hotait kritisiert in einem Blogbeitrag die methodische Grundlage der Studie als zu unscharf. Seiner Ansicht nach sind die verwendeten Erhebungsfragen nicht geeignet, um valide Aussagen über eine „Islamismusaffinität“ der Befragten zu treffen.
In eine ähnliche Richtung argumentiert die Soziologin Rebecca Endtricht. Sie ordnet kritisch ein, wie entsprechende Befragungsdaten erhoben, interpretiert und im öffentlichen Diskurs zugespitzt werden. Sie betont, dass solche Studien nicht darauf abzielen, feste ideologische Lager zu identifizieren, sondern individuelle Wertorientierungen erfassen. Auf dieser Grundlage entwickelt sie eine differenzierte Einordnung und zeigt auf, welche Schlussfolgerungen aus den Daten tatsächlich gezogen werden können – und welche nicht.
Schließlich meldeten sich auch die Herausgeberinnen und Herausgeber des MOTRA-Monitors selbst in einem aktuellen Newsletter zu Wort. Dort kritisieren sie, dass einzelne Befunde verkürzt dargestellt und aus dem Kontext gerissen worden seien, wodurch eine differenzierte Betrachtung der Ergebnisse erschwert werde.
Zu den Reaktionen aus der Politik auf welt.de
Zum Kommentar auf zeit.de (Paywall)
Zum Blogbeitrag von Nader Hotait auf nader-hotait.github.io
Zur Einordnung von Soziologin Rebecca Endtricht auf motra.info
Zum aktuellen Newsletter von MOTRA auf motra.info
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Syrien nach Assad: Kritik an verzerrten Darstellungen
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– NZZ: Ronya Othmann und Jonathan Guggenberger – Die mediale Berichterstattung über Syrien steht seit Jahren in der Kritik, ein vereinfachtes oder verzerrtes Bild komplexer politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen zu zeichnen. Dabei geht es unter anderem um die Darstellung islamistischer Akteure, die Einordnung von Gewalt sowie die Frage, welche Perspektiven sichtbar gemacht oder ausgeblendet werden. In ihrem Gastbeitrag kritisieren Ronya Othmann und Jonathan Guggenberger diese Darstellungsweisen und deren mögliche Folgen für die öffentliche Wahrnehmung.
Zum Beitrag auf nzz.ch (Paywall)
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„Der Nahostkonflikt im Klassenzimmer“
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– Belltower News: Aya Zarfati und Mehmet Can im Gespräch mit Stefan Lauer – 2021 erschien „Mehr als zwei Seiten“, ein Comic über eine Israelreise von Neuköllner Schülerinnen und Schülern. Darin teilen sie ihre Erfahrungen, Ängste und Vorurteile. Im Interview spricht Stefan Lauer mit den Initiatoren des Projekts Aya Zarfati und Mehmet Can über die Schwierigkeit, Reisen in Krisengebiete zu organisieren, politische Spannungen im Klassenzimmer und ihre Auswirkungen auf den Unterricht, und warum ein neues Kapitel des Comics zum 7. Oktober vorerst scheiterte.
Zum Interview auf belltower.news
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„Andrew Tate im Salafismus: Debatten über Männlichkeit und moralische Grenzziehungen“
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– ufuq.de: Mira Menzfeld – Die Konversion des Influencers Andrew Tate zum Islam hat in salafistischen Kontexten kontroverse Debatten ausgelöst. In ihrem Beitrag zeigt die Religionswissenschaftlerin Mira Menzfeld, dass diese Milieus weniger homogen sind als oft angenommen: An Tates Beispiel werden interne Aushandlungen über religiöse Glaubwürdigkeit, Männlichkeitsbilder und moralische Grenzen sichtbar. Dabei werde deutlich, wie stark digitale Rollenbilder und externe Einflüsse innerhalb der Szene diskutiert und unterschiedlich bewertet werden.
Zum Beitrag auf ufuq.de
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Medienforscherin kritisiert ein generelles Social-Media-Verbot
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– Heise Online: Angelika Beranek im Gespräch mit Eva-Maria Weiß – Die Sozialwissenschaftlerin und Medienforscherin der Hochschule München Angelika Beranek kritisiert das Social-Media-Verbot in Australien sowie Ideen einer möglichen Umsetzung in Europa und lenkt den Blick stattdessen auf bestehende analoge Probleme. Ihrer Ansicht nach liegt eine zentrale Gefahr Sozialer Medien darin, dass Nutzerinnen und Nutzer leicht Gleichgesinnte finden, die sie in ihren Entscheidungen bestärken. Besonders hebt sie die enorme Flut an Inhalten sowie die Verantwortung der Eltern als wesentliche Aspekte in der Debatte hervor.
Zum Interview auf heise.de
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Interview mit Neuköllns SPD-Bürgermeister Hikel: „Der Begriff antimuslimischer Rassismus ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn“
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– Berliner Zeitung: Martin Hikel im Gespräch mit Marie-Sophie Schulz und Moritz Eichhorn – Im Interview mit der Berliner Zeitung spricht der scheidende Neuköllner Bürgermeister Martin Hikel (SPD) über seine Gründe, nicht erneut zur Wahl des Bezirksbürgermeisters anzutreten. Zur Sprache kommen dabei auch viele der Themen, die häufig mit Neukölln in Verbindung gebracht werden, etwa Fragen zu Migration, Diskriminierung und Kriminalität, aber auch Aktuelles, wie der Fall einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in einem Jugendzentrum. Hikel kritisiert, dass in dieser explosiven Gemengelage die Gefahr bestünde, dass Straftaten aufgrund von „falsch verstandener Toleranz“ und Angst vor Stigmatisierung nicht konsequent verfolgt werden. Auch den Begriff des „antimuslimischen Rassismus“ hinterfragt er im Interview kritisch.
Zum Interview auf berliner-zeitung.de (Paywall)
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„Antisemitismus im Klassenzimmer: Warum Lehrkräfte zunehmend an Grenzen stoßen“
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– Tagesspiegel: Susanne Krause-Hinrichs – Antisemitische Vorfälle im Schulalltag nehmen zu und stellen Lehrkräfte vor wachsende Herausforderungen. In ihrem Gastbeitrag zeichnet die Autorin Susanne Krause-Hinrichs nach, wie sich Erscheinungsformen von Judenfeindlichkeit verändern – von klassischen Symbolen bis hin zu neuen Codes und Relativierungen des Holocaust, besonders seit dem 7. Oktober 2023. Sie stellt fest: Lehrkräfte sind mit der Situation oftmals überfordert und sehen sich außerdem mit rechtlichen Unsicherheiten und fehlender Unterstützung konfrontiert. Sie plädiert daher für umfassende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Verankerung von Handlungsstrategien und Methoden gegen antisemitische Vorfälle im Unterricht.
Zum Gastbeitrag auf tagesspiegel.de
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„IS“-Propaganda im Netz: KI, Gaming und schwächere Moderation steigern Reichweite
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– 404media: Matthew Gault – Der „Islamische Staat“ bleibt trotz militärischer Niederlagen online aktiv und erzielt teils höhere Reichweiten als je zuvor. Matthew Gault zeigt, dass unter anderem reduzierte Moderation auf großen Plattformen dazu beiträgt. Der „IS“ nutze gezielt neue Formate und Kanäle – etwa KI-generierte Videos mit scheinbar „auferstandenen“ Anführern, die Aufbereitung aktueller Themen wie den Epstein-Skandal sowie Propaganda in Videospielen wie Minecraft und Roblox. So gelingt es der Terrormiliz, Sperren zu umgehen, Inhalte weiter zu verbreiten und neue Zielgruppen zu erreichen.
Zum Beitrag auf 404media.co (Englisch)
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Materialien und Handreichungen
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Handreichung: „Islamismusprävention in der Schule“
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– Schule ohne Rassismus: Rauf Ceylan und Michael Kiefer – Die Handreichung „Islamismusprävention in der Schule“ des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ richtet sich an Lehrkräfte und bietet praxisnahe Unterstützung im Umgang mit islamistischer Radikalisierung im Schulalltag. Im Fokus der beiden Autoren Rauf Ceylan und Michael Kiefer stehen aktuelle Entwicklungen, Präventionsansätze und konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Bildungsarbeit.
Zur Handreichung auf schule-ohne-rassismus.org
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Unterrichtsmaterialien: „Zeit für Politik – Islamismus“
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– Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit – Im Rahmen des Formats „Zeit für Politik“ stellt die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Unterrichtsmaterialien zum Thema Islamismus bereit. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte und umfasst fertige Einheiten mit Hintergrundinformationen und Arbeitsmaterialien für den Einsatz ab der 8. Klasse.
Zu den Materialien auf blz.bayern.de
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Handreichung: „Beraten, stabilisieren, reintegrieren“
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– Grüner Vogel e. V. – Die Publikation bietet einen Einblick in das Selbstverständnis, die Methoden und die Praxis der Beratungsstelle Leben des Trägers Grüner Vogel e. V. Sie zeigt, wie dort Menschen im Kontext islamistischer Radikalisierung individuell begleitet und dabei sowohl die Betroffenen als auch ihr soziales Umfeld in den Blick genommen werden. Zugleich werden die fachlichen Standards, ethischen Leitlinien und Qualitätssicherungsprozesse der Arbeit transparent gemacht.
Zur Handreichung auf gruenervogel.de
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Handreichung: „Virtuelle Normalitäten – Israelbezogener Antisemitismus in digitalen Räumen“
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– democ e. V.: Luise Henckel et al. – Digitale Räume spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung antisemitischer Inhalte und stellen Bildungsarbeit vor neue Herausforderungen. Die Handreichung „Virtuelle Normalitäten“ von democ enthält verschiedene Beiträge von Expertinnen und Experten, die Hintergrundwissen sowie praxisnahe Ansätze vermitteln sollen, um israelbezogenen Antisemitismus in Sozialen Medien zu erkennen und ihm im Bildungsalltag zu begegnen. Sie richtet sich vor allem an Pädagoginnen und Pädagogen, die sich in ihrer Arbeit mit dem Thema konfrontiert sehen.
Zur Handreichung auf democ.de
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Handreichung: „Antisemitismus erkennen, verstehen, handeln“
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– Anne Frank Zentrum – Die Handreichung „Antisemitismus erkennen, verstehen, handeln“ des Anne Frank Zentrums bietet pädagogischen Fachkräften praxisnahe Unterstützung im Umgang mit Antisemitismus. Sie zeigt die Geschichte und Gegenwart antisemitischer Bilder auf, benennt die Funktionsweisen von Antisemitismus sowie deren Erscheinungsformen und stellt konkrete Handlungsmöglichkeiten im Bildungsalltag vor. Zudem kommen Betroffene zu Wort und berichten von ihren Erfahrungen.
Zur Handreichung auf annefrank.de
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Handreichung: „Trotzdem über Israel und Palästina sprechen“
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– ufuq.de – Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten stellt Bildungsarbeit vor große Herausforderungen, insbesondere im Umgang mit emotional aufgeladenen Debatten über Israel und Palästina. Die Handreichung „Trotzdem über Israel und Palästina sprechen“ unterstützt Pädagoginnen und Pädagogen dabei, Gespräche trotz Polarisierung konstruktiv zu führen.
Zur Handreichung auf ufuq.de
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Handreichung: „Ich hab’ da ein komisches Bauchgefühl… Indizien für Radikalisierung ernst nehmen, ohne abzustempeln“
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– FUMA Fachstelle Gender & Diversität – Die Handreichung richtet sich an pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie dabei, mögliche Radikalisierungstendenzen bei Jugendlichen frühzeitig wahrzunehmen und einzuordnen. Sie bietet Orientierung im Umgang mit Unsicherheiten im pädagogischen Alltag und zeigt Wege auf, sensibel und reflektiert auf erste Anzeichen zu reagieren.
Zur Handreichung auf gender-nrw.de
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Handreichung: „Im Auftrag des Grundgesetzes“
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– Kulturbüro Sachsen e. V. – Die Handreichung „Im Auftrag des Grundgesetzes“ des Kulturbüro Sachsen präzisiert das Neutralitätsgebot für Beschäftigte im öffentlichen Dienst: Politische Zurückhaltung bedeute nicht, auf Haltung zu verzichten. Mitarbeitende von Behörden seien verpflichtet, sich nicht parteipolitisch zu positionieren – zugleich sollten sie aber aktiv für Grundrechte und demokratische Werte eintreten. Die Publikation zeigt anhand ausgewählter Beispiele, wie sich dieses Spannungsfeld in der Praxis rechtssicher gestalten lässt.
Zur Handreichung auf bundesverband-mobile-beratung.de
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Handreichung: „Zivilgesellschaft ist nicht neutral“
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– Fachstelle Bildungsallianzen gegen rechte Ideologien, Weiterdenken/Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz – Die Diskussion um die politische Neutralität zivilgesellschaftlicher Organisationen zeigt sich aktuell mit hoher Brisanz. Die Handreichung „Zivilgesellschaft ist nicht neutral“ plädiert dafür, demokratische Werte klar zu vertreten und bietet Orientierung für Vereine und zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure. In der Handreichung finden Interessierte zudem ein FAQ mit Rechtsanwalt Björn Elberling sowie eine Materialsammlung zur vertiefenden Auseinandersetzung.
Zur Handreichung auf weiterdenken.de
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Neue Ausgabe „Perspektiven“: Radikalisierungsprävention im digitalen Raum
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– Perspektiven – Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft und muslimische Wohlfahrtspflege – Die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift „Perspektiven – Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft und muslimische Wohlfahrtspflege“ widmet sich aktuellen Herausforderungen der Radikalisierungsprävention im digitalen Alltag. Im Fokus stehen Analysen zu Online-Dynamiken, Strategien extremistischer Akteurinnen und Akteure in Sozialen Medien sowie daraus resultierende Anforderungen an Prävention und professionelle Praxis. Das Heft richtet sich an Fachkräfte aus Sozialer Arbeit, Bildung und Prävention.
Zur Fachzeitschrift auf journals.ub.uni-osnabrueck.de
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„Kader-Gruppen fürs Kalifat: Strategien und Organisationsformen der Hizb ut-Tahrir in Deutschland“
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– democ e. V. – Die Analyse „Kadergruppen fürs Kalifat“ untersucht aktuelle Strategien und Organisationsformen von Akteurinnen und Akteuren der islamistischen Gruppierung Hizb ut-Tahrir in Deutschland. Im Fokus stehen Rekrutierungsdynamiken, Vernetzungsstrukturen und die Rolle digitaler Räume bei der Verbreitung extremistischer Ideologien. Die Publikation richtet sich an Fachkräfte aus Prävention, Bildung und Sicherheitsbehörden, die sich mit islamistischer Radikalisierung und ihren Erscheinungsformen auseinandersetzen.
Zur Analyse auf democ.de
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„Islamische Gefängnisseelsorge in Deutschland: Strukturelle Grundlagen und Modelle im Justizvollzug der Bundesländer“
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– AIWG: Sarah Jadwiga Jahn – Die neue Studie „Islamische Gefängnisseelsorge in Deutschland“ der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) zeigt, wie unterschiedlich islamische Gefängnisseelsorge in Deutschland umgesetzt wird – von fehlenden Angeboten bis hin zu etablierten Modellen. Neben Fortschritten nennt die Analyse zentrale Herausforderungen, etwa fehlende Standards, rechtliche Unsicherheiten und offene Finanzierungsfragen, und formuliert Empfehlungen für einen flächendeckenden Ausbau.
Zur Studie auf aiwg.de
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Extremismus im Netz: Monitoringbericht über Trends, Narrative und neue Dynamiken auf Social Media
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– dist[ex] – Der aktuelle „dist[ex] monitor Bericht 1. Quartal 2026“ zeigt, wie extremistische Akteurinnen und Akteure Social Media nutzen, um Reichweite zu erzielen und Narrative zu verbreiten. Auf Basis von Plattformdaten und qualitativen Analysen werden aktuelle Trends und Entwicklungen in den Bereichen Rechtsextremismus, Islamismus und Verschwörungsideologien sichtbar – von neuen Influencer-Dynamiken bis hin zu veränderten Kommunikationsformaten.
Zum Bericht auf dist-ex.de
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Cemas-Analysen zum Krieg im Nahen Osten
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– cemas.io: Julia Smirnova; Lisa Johanne Jacobs und Corinne Heuer – Der Krieg im Nahen Osten wird nicht nur militärisch, sondern auch als Kampf um Deutungshoheit geführt. In ihrer Analyse zeigt Julia Smirnova, wie Desinformation gezielt eingesetzt wird, um Wahrnehmungen zu beeinflussen, Medienvertrauen zu untergraben und gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen.
Gleichzeitig verstärken sich antisemitische Narrative, bestehende Feindbilder werden adaptiert und weiterverbreitet, während Desinformation als Katalysator für Polarisierung wirkt. Darüber schreiben Corinne Heuer und Lisa Johanne Jacobs in ihrer Analyse.
Zur Analyse über Desinformation auf cemas.io
Zur Analyse über antisemitische Narrative auf cemas.io
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Neue Ausgabe der Zeitschrift „RadiX“ mit Beiträgen zu digitaler Radikalisierung und emotionalen Kompetenzen in der Deradikalisierungsarbeit
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– RadiX - Zeitschrift für Radikalisierungsforschung und Prävention: Kristin Weber; Florian Steger und Jan Ilhan Kizilhan – Die neue Ausgabe von RadiX versammelt Beiträge zu digitaler Radikalisierung und Deradikalisierungsarbeit.
Die Kriminologin und Soziologin Kristin Weber analysiert Strategien rechtsextremer und islamistischer Akteure auf TikTok und zeigt, wie sich antisemitische Inhalte seit dem 7. Oktober 2023 verändern und über ideologische Grenzen hinweg verbreiten.
Florian Steger und Jan Ilhan Kizilhan richten den Blick auf die Praxis der Deradikalisierung: Sie arbeiten heraus, dass Fachkräfte neben fachlicher Expertise vor allem emotionale Kompetenz benötigen, die durch Selbsterfahrung und reflektierten Umgang mit eigenen Gefühlen gestärkt wird.
Zum Aufsatz über digitale Radikalisierung auf budrich-journals.de
Zum Aufsatz über emotionale Kompetenz auf budrich-journals.de
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Policy Paper: „Kommunale Prävention im Spannungsfeld von Mandat, Ressourcen und Haltung“
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– Vereinigung Pestalozzi gGmbH, Legato: Moritz Lorenz und Janusz Biene-Clément – Moritz Lorenz und Janusz Biene-Clément erklären, dass Fachkräfte oft mit der Herausforderung konfrontiert sind, zwischen begrenzten Ressourcen, unklaren Mandaten und hohen Erwartungen zu navigieren. Das Projekt „Kommunale Fachberatung: Prävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ zeigt auf, wie Fachkräfte durch gezielte Unterstützung in die Lage versetzt werden, Netzwerke zu bilden und kontextsensible Präventionsarbeit zu leisten. Gleichzeitig hebt eine qualitative Untersuchung die Vielschichtigkeit kommunaler Praxis und deren Möglichkeit zur nachhaltigen Demokratieförderung hervor.
Zum Policy Paper auf kommunale-fachberatung.de
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Analyse: „Ideale und Realitäten – Zwei analytische Beiträge zu Familie, Erziehung und Geschlecht im Kontext Salafismus als Impuls für die Deradikalisierungspraxis“
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– Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Tim Beyer et al. – Eine aktuelle Analyse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge rückt die Bedeutung von Geschlechterbildern in Radikalisierungsprozessen in den Fokus. Sie verdeutlicht, wie Vorstellungen von Männlichkeit, Weiblichkeit und Familie in salafistischen Ideologien gezielt genutzt und verstärkt werden – und welche Bedeutung gendersensible Ansätze für Prävention und Ausstiegsarbeit haben.
Zur Analyse auf bamf.de
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„Neue Lage, Neue Risiken. Vorbereitung auf die eventuelle Rückkehr deutscher IS-Gefangener aus Syrien und dem Irak“
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– Grüner Vogel e. V.: Claudia Dantschke – Mit „Praxis & Analyse“ hat Grüner Vogel e. V. eine neue Publikationsreihe gestartet, die Einblicke in die Beratungsarbeit mit fachlicher Analyse verbindet. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen praxisnah und multiperspektivisch aufzubereiten. In der ersten Ausgabe „Neue Lage, Neue Risiken. Vorbereitung auf die eventuelle Rückkehr deutscher IS-Gefangener aus Syrien und dem Irak“ beleuchtet die Autorin Claudia Dantschke vor dem Hintergrund der Rückkehrer-Debatte Sicherheitsrisiken, rechtliche Herausforderungen und zeigt Ansätze für den Umgang zwischen Prävention und staatlicher Verantwortung auf.
Zur ersten Ausgabe der neuen Publikationsreihe auf gruenervogel.de
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Paper: „Was ist populistisch am politischen Islam?“
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– Dokumentationsstelle Politischer Islam: Lucian Reinfandt – In einem neuen Paper warnt die österreichische Dokumentationsstelle Politischer Islam vor den Gefahren eines „populistischen Islamismus“. Dessen Vertreterinnen und Vertreter arbeiteten mit stark vereinfachten Feindbildern und emotionaler Ansprache und erreichten vor allem junge Menschen über Soziale Medien; ähnliche Organisationen seien auch in anderen europäischen Ländern aktiv. Das Papier betont zudem, dass Populismus weniger als geschlossene Ideologie zu verstehen sei, sondern als politischer Stil: Die Akteurinnen und Akteure inszenierten sich als „Sprachrohr der Muslime“, zögen klare Trennlinien zwischen Musliminnen und Muslimen sowie Nichtmusliminnen und Nichtmuslimen und stellten beide Gruppen als jeweils homogene Einheiten dar. Angesichts der teils erheblichen Reichweiten dieser Akteurinnen und Akteure bestehe die Gefahr, dass gesellschaftliche Spannungen weiter zunehmen.
Zum Paper auf dokumentationsstelle.at
Zur Pressemeldung über das Paper auf derstandard.at
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Kostenpflichtige Neuerscheinungen
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Sachbuch: „Religiöser Fundamentalismus“
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– Detlef Pollack – Fundamentalistische Strömungen finden sich in allen großen Religionen – von islamistischen über christliche bis hin zu jüdischen und hinduistischen Ausprägungen. Der Soziologe Detlef Pollack zeigt, was sie verbindet: ein dualistisches Weltbild, der Anspruch auf absolute Wahrheit und der Widerstand gegen Pluralismus. Er zeigt auf, welche gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen von religiösem Fundamentalismus ausgehen und plädiert für ein entschiedenes Eintreten für die offene Gesellschaft.
Zum Buch (Hardcover: 14,00 Euro / e-Book: 13,99 Euro) auf chbeck.de
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Sachbuch: „Manchmal würde ich gerne schreien“
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– Steffi Hentschke – Als junge Journalistin reist Steffi Hentschke 2012 das erste Mal nach Israel und Palästina. Ihre ersten Reportagen schreibt sie über den „Besatzungstourismus“, zwischendurch liegt sie am Strand von Tel Aviv – trotz Krieg und Gewalt. Was als Urlaub beginnt, endet in einer Karriere als Nahostkorrespondentin. Sie reist ins Westjordanland, in den Iran und in den Libanon. In diesem Buch verbindet sie persönliche Erfahrung mit politischer Analyse. Sie beschreibt die Entwicklungen vor und nach dem 7. Oktober 2023 und ringt um eine Haltung, die Widersprüche aushält.
Zum Buch (Hardcover: 24,00 Euro / e-Book: 16,99 Euro) auf aufbau-verlage.de
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Sachbuch: „Terrorismus? Klare Antworten aus erster Hand“
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– Tobias Hof – Terroristische Gewalt folgt selten bloßem Chaos, sondern klaren Strategien und vernetzten Strukturen. Der Historiker Tobias Hof zeichnet die Entwicklung des Terrorismus von linksextremen und rechtsextremen Netzwerken bis hin zu dschihadistischen Gruppen nach. Dabei analysiert er Radikalisierungsprozesse, mediale Dynamiken und die gesellschaftlichen Folgen von Anschlägen – ebenso wie die Spannungsfelder staatlicher Gegenmaßnahmen zwischen Sicherheit und Grundrechten.
Zum Buch (Softcover: 24,90 Euro / e-Book: 23,99 Euro) auf utb.de
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Start des neuen „nexus.podcast“
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– nexus.podcast: Audio; zwei Episoden à 11 Minuten – Seit März 2026 veröffentlicht nexus einen Podcast, der psychologische Impulse zu zentralen Fragen der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit bündelt und zur gemeinsamen Reflexion anregen soll. Die erste Folge „Zwischen Nähe und Distanz – Vertrauen und Beziehungsaufbau in der Deradikalisierungsarbeit“ widmet sich dem Aufbau von Vertrauen im Kontakt mit radikalisierten und schwer erreichbaren Menschen und beleuchtet theoretische Ansätze für den Beziehungsaufbau zu Klientinnen und Klienten. Die zweite Folge „Angst, Scham und Einsamkeit – Soziale Isolation und Radikalisierung in Haft“ beleuchtet den Sozialraum Gefängnis als einen Ort besonderer Dynamiken zwischen Radikalisierungsrisiken und Chancen für die Präventions- und Deradikalisierungsarbeit.
Zum Podcast auf nexus-psychotherapeutisches-netzwerk.de
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Guido Steinberg im Gespräch mit Clemens Traub: „Deutsche Iran-Debatte: Viel Hoffnung, wenig Realismus“
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– Cicero Podcast Politik: Audio; 45 Minuten – Im Cicero-Podcast skizziert Nahost-Experte Guido Steinberg mögliche Entwicklungen im Iran: Ein weiterer Machtzuwachs für die Revolutionsgarden und stärkere Abschottung hält er für plausibel. Zugleich warnt er vor Illusionen militärischer Lösungen – selbst wenn ein Luftkrieg die Bedrohung durch den Iran kurzfristig eindämmen sollte, sei ein demokratischer Umbruch unwahrscheinlich.
Zum Podcast auf cicero.de
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„Irans neue Führung: Wie radikal ist Modschtaba Chamenei?“
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– Podcast 11km: Audio; 25 Minuten – Nach seiner Ernennung zum Obersten Führer steht Modschtaba Chamenei im Zentrum der politischen Macht im Iran. Beobachterinnen und Beobachter gehen davon aus, dass unter seiner Führung insbesondere die Revolutionsgarden weiter an Einfluss gewinnen könnten. Zugleich sorgt sein bislang ausbleibendes öffentliches Auftreten für Spekulationen über seinen Aufenthaltsort und seinen Gesundheitszustand. David Krause und ARD-Korrespondent Benjamin Weber diskutieren, wie sich die Zukunft Irans unter dem Sohn des früheren Ajatollahs Ali Chamenei entwickeln könnte.
Zum Podcast auf tagessschau.de
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„Bomben auf Iran: Der Zangengriff gegen die Revolutionsgarden“
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– Deutschlandfunk Kultur: Audio; 36 Minuten – Nach den Luftangriffen Israels und der USA auf iranische Ziele sowie dem Tod von Ajatollah Ali Chamenei steht der Iran vor einer ungewissen politischen Zukunft. Beobachtet werden mögliche Machtverschiebungen, die Rolle von Exilorganisationen und die Frage, welche Kräfte einen Wandel vorantreiben könnten. Zugleich richtet sich der Blick auf die Auswirkungen des Krieges auf andere Länder in der Region, wie den Irak, und iranische Desinformationskampagnen auf Social Media. Katja Big und Andre Zantow sprechen darüber mit verschiedenen Expertinnen und Experten.
Zum Podcast auf deutschlandfunkkultur.de
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„Aufarbeitung in Syrien: Die Kriegsverbrechen in Yarmouk“
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– Deutschlandfunk Kultur: Audio; 26 Minuten – Das Assad-Regime setzte in oppositionell kontrollierten Regionen gezielt auf Belagerung und Aushungerung, um Widerstand zu brechen – so auch im palästinensisch geprägten Viertel Yarmouk in Damaskus. Einst eine Hochburg des „IS“, distanzieren sich viele Bewohnerinnen und Bewohner heute von dieser Vergangenheit und bestreiten dessen Einfluss. Margarete Wohlan spricht mit dem Journalisten Marc Thöner, der von seinen Recherchereisen und Gesprächen mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Viertels berichtet, sowie mit Guido Steinberg, der die gegenwärtige Situation in Syrien unter Machthaber Ahmed al-Scharaa und dessen politische Strategie einordnet.
Zum Podcast auf deutschlandfunkkultur.de
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Neue Gewalt zwischen Afghanistan und Pakistan: Hintergründe und Einordnung
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– Weltzeit: Audio; 27 Minuten und Weltspiegel: Audio; 32 Minuten – Im Gespräch mit Andre Zantow ordnet der österreichisch-afghanische Journalist Emran Feroz die aktuellen Eskalationen zwischen Pakistan und Afghanistan ein. Dabei werden auch die Vorwürfe Pakistans, die Taliban unterstützten terroristische Aktivitäten in Pakistan, kritisch eingeordnet. Im Mittelpunkt der Weltzeit-Folge steht die Beleuchtung der territorialen Hintergründe des Konflikts, der bis in die Kolonialzeit zurückreicht, sowie politische und strategische Zusammenhänge.
Warum die Situation gerade jetzt eskaliert und welche Rolle dabei die afghanischen Taliban, der „IS“ und die pakistanischen Taliban spielen, bespricht Host Philipp Abresch im Weltspiegel-Podcast mit Peter Hornung, dem langjährigen ARD-Korrespondenten für Südasien.
Zum Weltzeit-Podcast auf ardsounds.de
Zum Weltspiegel-Podcast auf ardsounds.de
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„IS“-Terror in Brüssel: Zehn Jahre danach
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– Deutschlandfunk: Audio; 19 Minuten und punktEU: Audio; 26 Minuten – Am 22 März 2016 töteten Selbstmordattentäter bei Anschlägen in Brüssel 32 Menschen. Wie ging es für die Überlebenden weiter? Und hat sich die Terrorabwehr im Vergleich zu damals verbessert? Mit diesen Fragen befasst sich der Audiobeitrag des Deutschlandfunks.
Der Podcast punktEU ordnet die Anschläge im europäischen Kontext ein und blickt auf weitere Attentate, etwa Nizza, Berlin und Paris. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die EU auf die Bedrohung reagierte und welche Strategien zur Bekämpfung von Terrorismus entwickelt wurden. Darüber sprechen Kathrin Schmid und Andreas Meyer-Feist mit dem Terrorismusforscher Alexander Ritzmann.
Zum Audiobeitrag auf deutschlandfunk.de
Zum Podcast auf ardsounds.de
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„Guantanamo: Warum gibt es das US-Gefangenenlager noch immer?“
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– Weltspiegel: Audio; 30 Minuten – 25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 besteht das US-Gefangenenlager Guantanamo weiterhin – und bleibt juristisch wie politisch umstritten. ARD-Korrespondentin Sarah Schmidt erhielt Zugang zur Militärbasis auf Kuba, beobachtete Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche Terroristen und sprach mit Überlebenden der Anschläge sowie Angehörigen. Ihre Eindrücke geben Einblick in den aktuellen Zustand des Lagers und die schleppenden Verfahren. Ergänzend ordnet der Straf- und Völkerrechtler Kai Ambos die rechtlichen Fragen und die anhaltende Existenz Guantanamos ein.
Zum Podcast auf ardsounds.de
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„Aktionstag gegen Islamfeindlichkeit: Integrationssenatorin beklagt antimuslimischen Rassismus“
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– rbb24 Abendschau: Audio; 4 Minuten – Zum Aktionstag gegen Islamfeindlichkeit am 15. März lud Berlins Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) zu einer Auftaktveranstaltung mit Diskussionen und gemeinsamen Fastenbrechen. Im Interview betont sie die Bedeutung von Anerkennung für die muslimische Community – der Gedenktag soll ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen.
Zum Audiobeitrag auf rbb24.de
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Neue Folgen des Podcasts „Kaffee, extra schwarz“ zu wachsenden islamistischen Netzwerken und zum Grünen-Antrag zur Förderung muslimischen Lebens
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– Kaffee, extra schwarz: Audio; zwei Folgen à 45 und 48 Minuten – In den aktuellen Folgen des BR-Podcasts „Kaffee, extra schwarz“ sprechen die Hosts Ahmad Mansour und Oliver Mayer-Rüth mit Investigativjournalist Sascha Adamek über seine Recherchen zu islamistischen Netzwerken und ihren Verbindungen zu Politik und Institutionen. Außerdem diskutieren sie mit Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurden in Deutschland, den vor kurzem von den Grünen in den Bundestag eingebrachten Antrag zur „Förderung des muslimischen Lebens in Deutschland“.
Zur Folge mit Investigativjournalist Sascha Adamek auf ardsounds.de
Zur Folge mit Ali Ertan Toprak,Vorsitzender der Kurden in Deutschland auf ardsounds.de
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Ali Ertan Toprak und Sascha Adamek im Cicero-Podcast: „Die Politik hat den Islamisten die Türen weit geöffnet“
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– Cicero Podcast Politik: Audio; 65 Minuten – Im Cicero-Podcast diskutieren Sascha Adamek und Ali Ertan Toprak mit Host Clemens Traub über den wachsenden Einfluss islamistischer Netzwerke auf Politik, Gesellschaft und Bildung. Sie zeichnen das Bild einer Entwicklung, die ihrer Einschätzung nach lange unterschätzt wurde und zunehmend den öffentlichen Diskurs prägt. Dabei geht es auch um Strategien der Einflussnahme, gesellschaftliche Folgen und den Umgang mit Kritik am „politischen Islam“.
Zum Podcast auf cicero.de
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– Blickwinkel Podcast: Audio; zwei Episoden à 21 und 32 Minuten – Der Podcast der Bildungsstätte Anne Frank zur Blickwinkel-Tagung 2025 bündelt zentrale Debatten aus Wissenschaft und Praxis und zeigt, wie Akteurinnen und Akteure mit Solidarität, neuen Allianzen und innovativen Ansätzen auf wachsende Herausforderungen reagieren. Während die erste Folge „Politische Bildung unter Druck“ die Herausforderungen der politischen Bildungsarbeit erörtert, geht es in der zweiten Folge „In schwierigen Zeiten dagegenhalten“ um Lösungsansätze und die Fragen: Wie können neue Zielgruppen erreicht werden und wie lässt sich mit finanziellen Abhängigkeiten umgehen?
Zum Podcast auf open.spotify.com
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„Zivilgesellschaft im Alltag“
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– Die NGO-Debatte: Audio; 29 Minuten – Der Podcast „Die NGO-Debatte“ ordnet die Rolle von Nichtregierungsorganisationen für Demokratie und Staat ein und beleuchtet zentrale Konflikte rund um Finanzierung, politischen Druck und gesellschaftliche Bedeutung – mit Stimmen aus Forschung, Praxis und Politik. Die aktuelle Folge zeigt, wie zivilgesellschaftliches Engagement im Alltag und das Leben der Menschen hinter dem Ehrenamt wirklich aussieht. Im Gespräch mit Johann Eitzenberger vom Bayerischen Feuerwehrverband diskutieren die Hosts Victoria Strachwitz und Michael Seberich außerdem eine zentrale Frage: Was würde passieren, wenn eine Institution wie die Feuerwehr vollständig verstaatlicht wäre?
Zum Podcast auf die-ngo-debatte.podcast.podigee.io
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Meldungen aus dem Arbeitsfeld
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Debatte um Umstrukturierung von „Demokratie leben!“
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Die Bundesregierung plant, das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ neu auszurichten. Dabei sollen unter anderem die Zahl der geförderten Projekte reduziert, Wirkungskontrollen verstärkt und Förderkriterien präziser gefasst werden. Befürworterinnen und Befürworter sehen darin einen Schritt zu mehr Effizienz und Transparenz.
Kritikerinnen und Kritiker – darunter viele zivilgesellschaftliche Träger – warnen hingegen vor negativen Folgen. Zahlreiche etablierte Projekte könnten wegfallen. In Hessen ist etwa besonders die Bildungsstätte Anne Frank betroffen – bei ihr laufen Förderungen zum Jahresende aus, die nun aller Voraussicht nach nicht verlängert werden. In Interviews sprechen die Direktorin Deborah Schnabel und Direktor Meron Mendel über die Folgen. An diese Einschätzungen knüpft auch ein Videobeitrag des ARD-Magazins „ttt – titel thesen temperamente“ an. Im Gespräch mit Meron Mendel und Bettina Martin (SPD), Bildungsministerin in Mecklenburg-Vorpommern, zeigen sich beide besorgt über mögliche Einschnitte in der zivilgesellschaftlichen Infrastruktur. Im Zentrum steht die Frage, ob zentrale Projekte durch die Umstrukturierung faktisch ausgebremst werden. Zudem betonen viele Stimmen, dass wirksame Präventionsarbeit auf Vertrauen in zivilgesellschaftliche Initiativen angewiesen ist. In einem offenen Brief haben bereits mehr als 1.000 Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens ihre Kritik geäußert und fordern eine Abkehr von den Plänen.
Die geplante Neuausrichtung wird auch auf politischer Ebene heftig debattiert. Die Opposition erkundigt sich in zwei Kleinen Anfragen nach dem aktuellen Arbeitsstand und den nächsten Schritten, insbesondere im Hinblick auf die Themen Transparenz und Wirkungskontrolle. Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek kritisiert die geplanten Kürzungen scharf. Sie wirft der Union vor, die Zivilgesellschaft zu schwächen. Auch SPD und Grüne äußern Bedenken und sehen wichtige Akteurinnen und Akteure unter Druck.
Unterdessen verteidigte die verantwortliche Familienministerin Karin Prien von der CDU die geplante Neuausrichtung mit den Worten „Vielfalt sehe ich nicht als staatliches Förderziel“ und erhielt Zuspruch für ihre Reformpläne. Es gehe ihr nicht darum, bei Demokratieförderung und Extremismusprävention die Axt anzulegen, sondern durch die Reform langfristig für „mehr Pluralismus, mehr Transparenz [und] demokratische Legitimation“ zu sorgen, heißt es dazu in der WELT.
Zur Einordnung der geplanten Umstrukturierung auf fr.de und auf tagesschau.de
Zum Beitrag über die Kritik zivilgesellschaftlicher Träger auf deutschlandfunk.de
Zum Interview mit Meron Mendel auf hessenschau.de
Zum Interview mit Deborah Schnabel auf deutschlandfunkkultur.de
Zum Videobeitrag des Magazins „ttt“ auf ardmediathek.de
Zur Stellungnahme des Kooperationsverbundes dist-ex auf dist-ex.de
Zum offenen Brief auf amnesty.de
Zur Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf dserver.bundestag.de
Zur Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion auf dserver.bundestag.de
Zu den Reaktionen von CDU/CSU, Linke, AfD, SPD und Grüne auf bundestag.de
Zum Beitrag über die Reaktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke auf welt.de
Zu den Stimmen von Befürwortern auf welt.de, welt.de, juedische-allgemeine.de und auf faz.net (Paywall)
Zur Verteidigung der geplanten Reform durch CDU-Familienministerin Prien auf welt.de
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Kooperationsverbund dist[ex] lädt zur Beteiligung ein
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Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet können sich ab sofort als assoziierte Partnerinnen und Partner am dist[ex]-Verbund beteiligen und Teil eines bundesweiten Netzwerks werden. Damit eröffnen sich Möglichkeiten zur fachlichen Vernetzung, zur gemeinsamen Interessenvertretung und zur aktiven Mitgestaltung der entstehenden Struktur.
Ein zentrales Beteiligungsformat sind die dist[ex]-Werkstätten, die ab dem zweiten Quartal 2026 starten sollen. In mehrjährigen Arbeitsgruppen werden praxisrelevante Themen wie der Zugang zu schwer erreichbaren Zielgruppen, digitale Distanzierungsarbeit, diskriminierungskritische Beratung sowie Fragen von Sicherheit und Selbstfürsorge phänomenübergreifend bearbeitet.
Zum Antrag zur assoziierten Partnerschaft mit dist[ex] auf dist-ex.de
Zur Übersicht über die dist[ex]-Werkstätten auf dist-ex.de
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Neue Datenbank erleichtert Suche nach Präventionsmaßnahmen
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Eine neue interaktive Datenbank der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention soll Fachkräften helfen, schneller die passende Maßnahme zur Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung zu finden. Der „Empfehl-O-Mat“ führt Schritt für Schritt zu individuell passenden Ansätzen und erweitert bestehende Programme um praxisnahe Methoden. Ziel ist es, wirksame Prävention einfacher in die tägliche Arbeit zu integrieren und gezielt vor Ort umzusetzen.
Zur Datenbank auf wegweiser-gruene-liste.de
Zur Meldung über die Veröffentlichung der Datenbank auf lpr.niedersachsen.de
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Aktuelle Meldungen zum Thema Islamismus
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Debatte um al-Scharaas Staatsbesuch in Berlin Syriens Übergangspräsident al-Scharaa galt als umstrittener Gast, als er Ende März nach Berlin kam. Vor dem Reichstag demonstrierten Menschen gegen seinen Besuch und die Einladung durch die Bundesregierung. Das große Interesse an dem Treffen hat laut Medienberichten außen- und sicherheitspolitische Gründe. Ein stabiles Syrien gilt als zentral für die Region, die durch den Iran-Krieg erneut erschüttert wird. Zugleich spielen innenpolitische Überlegungen eine Rolle. In naher Zukunft könnten demnach viele Syrerinnen und Syrer, die während des syrischen Bürgerkrieges nach Deutschland geflohen waren, in ihre Heimat zurückkehren. Beobachterinnen und Beobachter bezweifeln jedoch, dass Syrerinnen und Syrer in großer Zahl die Rückkehr antreten werden. Viele Betroffene sorgen sich um ihre Sicherheit und ihre Zukunftsperspektiven, insbesondere Angehörige der drusischen, alawitischen und kurdischen Minderheiten.
Zur Zusammenfassung auf tagesschau.de
Zum Videobeitrag zur Demonstration gegen den Besuch al-Scharaas und zu den Hintergründen seines Besuchs auf zdfheute.de
Zur Debatte über die Rückkehr von Syrerinnen und Syrer und eine kolportierte Rückkehrquote von 80 Prozent auf zeit.de
Bundesregierung erläutert ihre Strategie zur Islamismusbekämpfung In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen legt die Bundesregierung ihre Strategie zur Bekämpfung von Islamismus dar, die unter anderem die Errichtung neuer Strukturen wie dem Beraterkreis im Bundesinnenministerium sowie eine stärkere Fokussierung auf den legalistischen Islamismus umfasst. Zudem werden neue Instrumente wie die Einführung einer noch nicht näher spezifizierten Dokumentationsstelle genannt.
Zur Antwort der Bundesregierung auf dserver.bundetag.de
Bundesregierung beantwortet Anfragen zu antisemitischen und islamfeindlichen beziehungsweise antimuslimischen Straftaten und Vorfällen Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die Bundesregierung zu Ausmaß, Entwicklung und Erfassung antimuslimischer Vorfälle befragt und dabei auch möglichen Handlungsbedarf vor dem Hintergrund steigender Diskriminierung thematisiert. Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort auf bestehende Statistiken, Meldesysteme und bereits laufende Maßnahmen. Zwischen Juli und Dezember 2025 wurden demnach laut vorläufigen Zahlen 543 islamfeindliche Straftaten erfasst. Die meisten dieser Taten (453) werden der politisch rechts motivierten Kriminalität zugeordnet.
In einer weiteren Kleinen Anfrage hat sich die Fraktion Die Linke nach Straftaten im Unterthemenfeld „Antisemitisch“ im vierten Quartal 2025 erkundigt. Der Bundesregierung zufolge wurden dem Bundeskriminalamt in diesem Zeitraum insgesamt 829 Straftaten mit Nennung des Unterthemenfeldes „Antisemitisch“ gemeldet.
Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen zu antimuslimischen Vorfällen auf dserver.bundestag.de
Zur Antwort der Bundesregierung zu antisemitischen Straftaten im vierten Quartal 2025 auf dserver.bundestag.de
Erster Berliner Gedenktag gegen Islamfeindlichkeit Erstmals wurde am 15. März in Berlin der Aktions- und Gedenktag gegen Islamfeindlichkeit begangen. Im Jahr 2022 hatten die Vereinten Nationen den 15. März zum Internationalen Tag zur Bekämpfung der Islamfeindlichkeit weltweit erklärt. Dies war eine Reaktion auf einen islamfeindlichen Terrorangriff 2019 in Christchurch in Neuseeland, bei dem ein Rechtsextremist mehr als 50 Musliminnen und Muslime tötete und Dutzende weitere verletzte.
Die in Berlin regierende Koalition aus CDU und SPD hatte sich im vergangenen Jahr auf die Einführung des Gedenktages verständigt, um Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. „Antimuslimischer Rassismus ist für viele Menschen in Berlin eine bittere Realität“, erklärte Integrationssenatorin und SPD-Politikerin Cansel Kiziltepe. Unterdessen wurde auch Kritik an der Einführung des Aktionstages laut: Dieser würde dem sogenannten „politischen Islam“ Vorschub leisten und Begriffe wie „Islamfeindlichkeit“ und „antimuslimischer Rassismus“ würden Kritik am Islamismus erschweren.
Zum Beitrag über den ersten Tag gegen Islamfeindlichkeit in Berlin auf tagesspiegel.de
Zum Beitrag über die Kritik und die möglichen Risiken des Aktionstages auf cicero.de (Paywall)
Kontroverse um Antrag im Parlament zur Förderung muslimischen Lebens Ende Februar hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag zur Förderung vielfältigen muslimischen Lebens in Deutschland in den Bundestag eingebracht. Er umfasst 24 Forderungen und zielt darauf ab, die gleichberechtigte Teilhabe von Musliminnen und Muslimen zu stärken.
Vorgesehen sind unter anderem eine Reform der Deutschen Islamkonferenz, der Ausbau der deutschsprachigen Imam-Ausbildung sowie eine stärkere Förderung religiöser und sozialer Strukturen. Weitere Punkte betreffen die Prävention von Islamismus, den Ausbau des Religionsunterrichts und den Abbau von Kopftuchverboten im öffentlichen Dienst. Zudem soll Diskriminierung stärker bekämpft werden.
Die Grünen begründen den Vorstoß mit strukturellen Nachteilen muslimischer Gemeinden gegenüber christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinschaft, etwa bei Seelsorge und Wohlfahrt. Die Abgeordnete Lamya Kaddor sieht darin einen Beitrag zur Entwicklung eines „demokratischen Islam“ in Deutschland.
Laut WELT wurde die 30-minütige Bundestagsdebatte durch zahlreiche Störungen geprägt, sodass eine vertiefte Diskussion kaum zustande kam. Mit Blick auf die Debatte um Kopftuchverbote sprach die AfD von einem „islamistische[n] Unterdrückungssymbol“. Die Unionsfraktion konstatierte, dass es wichtig sei, in der Auseinandersetzung zum Thema auch auf Islamismus als virulentes Problem hinzuweisen. „Das Parlament“ hat weitere politische Reaktionen auf den Antrag zusammengefasst.
Zum Antrag zur Förderung vielfältigen muslimischen Lebens in Deutschland auf dserver.bundestag.de
Zum Beitrag über die Modernisierung der Islamkonferenz auf deutschlandfunk.de
Zum Hintergrundbericht auf welt.de (Paywall)
Zu den politischen Reaktionen auf das-parlament.de
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Urteil und Revision nach Messerattacke am Holocaust-Mahnmal in Berlin Ein Jahr nach dem Angriff auf einen spanischen Touristen am Berliner Holocaust-Mahnmal hat das Kammergericht den Täter zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht wertete die Tat als islamistisch motiviert und verurteilte den 20-Jährigen wegen versuchten Mordes sowie versuchter Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Gegen das Urteil hat der Verurteilte Revision eingelegt, nun befasst sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall.
Zur Meldung über das Urteil auf zeit.de
Zur Meldung über die Revision auf rbb24.de
Messerangriff in Bielefeld: Betroffene berichten von Anschlag und Folgen Im Prozess um den mutmaßlich islamistisch motivierten Messerangriff in Bielefeld im Mai 2025 schildern Opfer ihre Eindrücke aus der Tatnacht und die bis heute anhaltenden Folgen. Angeklagt ist ein 36-jähriger Syrer, dem die Bundesanwaltschaft als mutmaßlichem Anhänger des „Islamischen Staates“ (IS) vierfachen versuchten Mord vorwirft, nachdem er bei dem Angriff mehrere Menschen lebensgefährlich mit einem Messer verletzt haben soll.
Zur Meldung auf rp-online.de
Mehrjährige Haftstrafen für Terrorfinanzierung Der „Islamische Staat“ (IS) gilt als militärisch besiegt, dennoch werden weiterhin Spenden für die Terrororganisation gesammelt. Vier Männer sind in Hamburg wegen Beteiligung an einem Finanzierungsnetzwerk für die Terrororganisation „IS“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Laut Gericht hatten sie seit 2022 über 174.000 Euro an Spenden gesammelt und damit den Fortbestand der Organisation unterstützt, unter anderem durch Zahlungen an inhaftierte Mitglieder und Kämpfer. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Zur Meldung auf sueddeutsche.de
Hamas-Mitglieder in Berlin wegen Waffenlagern zu Haftstrafen verurteilt Kurz nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel erhielt die Bundesanwaltschaft vom Bundesamt für Verfassungsschutz einen Hinweis über eine „konspirative waffenbezogene Operation der Hamas in Deutschland“. Nun hat ein Berliner Gericht vier Männer zu Haftstrafen von viereinhalb bis sechs Jahren verurteilt. Diese waren nach Überzeugung des Gerichts als „Auslandoperateure“ für Waffenlager der Hamas in unterschiedlichen europäischen Ländern zuständig.
Zur Meldung auf rnd.de
Anschlag in Moskau: Täter zu lebenslanger Haft verurteilt Im Prozess um den Anschlag auf eine Konzerthalle in Moskau im März 2024, bei dem fast 150 Menschen starben, wurden vier Haupttäter und elf Komplizen zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tat wurde einem Ableger des „Islamischen Staats“ zugeschrieben, während russische Behörden weiterhin eine Beteiligung der Ukraine behaupten, ohne Belege vorzulegen. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und wurde von Berichten über mutmaßliche Misshandlungen der Angeklagten begleitet.
Zur Meldung auf sueddeutsche.de
Berufungsprozess zum Straßburger Anschlag beginnt Bei einem Anschlag während des Straßburger Weihnachtsmarkts 2018 tötete ein Islamist fünf Menschen, elf weitere wurden verletzt. Der „Islamische Staat“ reklamierte die Tat für sich. Nun steht ein mutmaßlicher Unterstützer des Täters erneut vor Gericht. Er soll die Waffen für die Tat beschafft haben und war dafür seinerzeit zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt, die nun erneut vor Gericht verhandelt wird.
Zur Meldung auf welt.de
Ermittlungen werfen Fragen im Fall Al-Mashhadani auf Im Fall des mutmaßlichen Angriffs auf den Neuköllner Schulleiter Hudhaifa Al-Mashhadani sind Zweifel an der bisherigen Darstellung aufgekommen. Während die Ermittlungen wegen Körperverletzung weiterlaufen, prüft die Staatsanwaltschaft nun auch den Verdacht der falschen Verdächtigung. Der Fall, der zunächst breite politische Solidarität ausgelöst hatte, wirft damit neue Fragen auf. Auch der Infodienst hatte Ende vergangenen Jahres über den Fall berichtet.
Zur Meldung auf tagesspiegel.de
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Die Lage am Persischen Golf bleibt auch nach mehreren Wochen Krieg unübersichtlich. Nach gescheiterten Gesprächen zwischen den Kriegsparteien unter der Vermittlung Pakistans versuchen die USA, mit einer Blockade der Straße von Hormus den Druck auf den Iran zu erhöhen. Die strategisch bedeutende Meerenge ist zentral für die Energieversorgung zahlreicher Staaten – entsprechend groß ist die internationale Aufmerksamkeit, auch aus Sorge vor den erheblichen Auswirkungen auf die Schifffahrt und die Weltwirtschaft.
Während die kriegerischen Auseinandersetzungen und Angriffe auf und aus dem Iran andauern, bereiten sich die Nachbarstaaten auf eine mögliche neue Fluchtbewegung vor. Entlang bereits fragiler Grenzen wächst die Sorge vor einer humanitären Krise, die die Region zusätzlich destabilisieren könnte.
Zu aktuellen Entwicklungen auf tagesschau.de
Zur Konfliktanalyse aus friedenspädagogischer Sicht auf friedensbildung-bw.de
Zu Fluchtbewegungen an den Grenzstaaten auf aljazeera.com
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Unterdessen haben die Gefechte im Südlibanon sowie der Beschuss Nordisraels aus dem Libanon wieder zugenommen. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sind seit Anfang März mindestens 2.089 Menschen im Libanon durch israelische Angriffe getötet worden. Wie viele von ihnen der mit dem iranischen Regime verbündeten Hisbollah-Miliz zugerechnet werden, geht aus den Zahlen nicht hervor. Durch Beschuss der Hisbollah wurden nach israelischen Angaben bislang zwölf israelische Soldaten sowie zwei Zivilisten getötet.
Die humanitäre Lage im Libanon bleibt äußerst angespannt – insbesondere für jene Menschen, die aus dem Süden des Landes geflohen sind oder weiterhin in den umkämpften Gebieten ausharren. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnt vor einer sich zuspitzenden humanitären Krise.
Gleichzeitig gewinnen die diplomatischen Bemühungen an Dynamik: Erstmals seit Jahrzehnten führen Israel und der Libanon miteinander direkte Gespräche auf politischer Ebene. Ein erstes Treffen zwischen der libanesischen Botschafterin Nada Hamadeh Moawad und dem israelischen Botschafter Jechiel Leiter fand vor wenigen Tagen in Washington statt. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen zentrale Streitfragen wie eine mögliche Waffenruhe, Sicherheitsgarantien für Israel und die Rolle der Hisbollah im Libanon. Während die israelische Seite auf grundlegende Veränderungen drängt – insbesondere auf eine Entwaffnung der Miliz –, setzt die libanesische Regierung auf eine rasche Deeskalation und internationale Unterstützung.
Die Ausgangslage gilt jedoch als schwierig: Innerhalb des Libanon sind die politischen Kräfte tief gespalten, und die Hisbollah selbst lehnt direkte Verhandlungen bislang ab oder knüpft sie an Bedingungen wie einen israelischen Rückzug.
Zur Reportage aus Beirut auf nytimes.com
Zur Meldung über Kritik an den Angriffen im Libanon auf tagesschau.de
Zur Meldung über diplomatische Gespräche zwischen dem Libanon und Israel auf tagesschau.de
Hintergründe zu den Verhandlungen auf tagesschau.de
Zur Meldung über die drohende humanitäre Krise im Libanon auf reuters.com
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Weitere internationale Meldungen
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USA: Angst vor Terror nach Attentaten in Virginia und Michigan wächst Nach zwei tödlichen Attentaten in Virginia und Michigan Mitte März wächst die Sorge vor neuer Gewalt. In Virginia schoss ein verurteilter „IS“-Unterstützer in einem Hörsaal einer Universität um sich, in Michigan fuhr ein Mann mit einem Lastwagen in eine Synagoge samt Vorschule. Die Taten mit mehreren Todesopfern werden im Kontext der jüngsten Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran untersucht. Jüdische und muslimische Gemeinden sind alarmiert.
Der Angriff auf eine Synagoge in Michigan wird nun zudem als Terrorakt eingestuft: Laut FBI sei die Tat von der Hisbollah inspiriert und gezielt gegen die jüdische Gemeinschaft gerichtet gewesen.
Zur Meldung über beide die Attentate in Virginia und Michigan auf tagesspiegel.de
Zur Meldung über die Einstufung des Attentats in Michigan durch das FBI auf tagesspiegel.de
Nigeria: Gewaltkonflikte erreichen neue Regionen Die Sicherheitslage in Nigeria verschärft sich weiter: Neben dem Nordosten geraten zunehmend auch andere Regionen ins Visier bewaffneter Gruppen. Zu den Akteuren zählen dschihadistische Gruppen wie Boko Haram sowie weitere Milizen, aber auch kriminelle Banden. Beobachterinnen und Beobachter sehen einen wachsenden „Korridor der Gewalt“, in dem Terrorismus, organisierte Kriminalität und lokale Konflikte ineinandergreifen. Nach neuen Anschlägen Mitte März hat die nigerianische Regierung ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und setzt vermehrt auf militärische Präsenz sowie Kooperation mit Nachbarstaaten. Hintergrund ist die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Gewalt über Landesgrenzen hinweg. Expertinnen und Experten warnen jedoch, dass die Lage trotz dieser Maßnahmen instabil bleiben könnte.
Zur Meldung über die Eskalation der Gewalt in Nigeria auf dw.com
Zur Meldung über die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in Nigeria auf dw.com
Eskalation im Grenzkonflikt zwischen Afghanistan und Pakistan Nach tödlichen Luftangriffen auf die afghanische Hauptstadt Kabul mit zahlreichen Opfern und wachsender internationaler Besorgnis stehen die Beziehungen zwischen Afghanistan und Pakistan erneut unter Druck. Während Pakistan zivile Opfer bestreitet und die Angriffe als militärisch begründet darstellt, werfen sich beide Seiten weiterhin die Unterstützung extremistischer Gruppen vor. Parallel dazu haben erste Gespräche zur Deeskalation begonnen – ein rascher Durchbruch gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Zur Meldung über die Luftangriffe auf sueddeutsche.de
Zur Meldung über deeskalierende Gespräche auf handelsblatt.com
Weltweit feiern Musliminnen und Muslime das Fastenbrechen Zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan feiern Musliminnen und Muslime weltweit das Fest des Fastenbrechens, Eid al‑Fitr, als Zeichen des Dankes und der Gemeinschaft. Trotz der Feierlichkeiten zum Ramadan-Ende überschatteten dieses Jahr zahlreiche Kriege und Konflikte das Fest.
Zur Meldung auf dw.com
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