Arbeitsproduktivität
25.1.2010
Es hängt von der Unternehmensgröße ab, ob die Arbeitsproduktivität durch Auslandsverlagerungen ab- oder zunimmt.
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Unternehmerischer Erfolg kann anhand verschiedener Größen gemessen werden. Ein wichtiger Indikator ist die Produktivität. Da die Verlagerung wirtschaftlicher Aktivitäten häufig damit begründet wird, dass diese die Wettbewerbsfähigkeit steigern und dadurch den Bestand des Unternehmens sichern würde, stellt sich die Frage, wie sich die Verlagerung auf die Produktivität der Unternehmen auswirkt.
Nach Angaben einer vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Erhebung hängt es von der Unternehmensgröße ab, ob die Arbeitsproduktivität durch Auslandsverlagerungen ab- oder zunimmt: Bei den mittleren Unternehmen (100 bis 499 Beschäftigte) stieg die Arbeitsproduktivität bei den verlagernden Unternehmen zwischen 2003 und 2007 mit 17 Prozent etwas stärker als bei den nicht verlagernden Unternehmen gleicher Größe (14 Prozent).
Die großen Unternehmen (500 und mehr Beschäftigte) erreichten hingegen mit der Verlagerung keine zusätzliche positive Wirkung auf ihre Arbeitsproduktivität. Sie konnten ihre Arbeitsproduktivität zwischen 2003 und 2007 nur um 14 Prozent steigern. Bei nicht verlagernden Unternehmen lag die Zunahme bei 18 Prozent. Zudem war das Produktivitätsniveau der großen verlagernden Firmen durchgehend niedriger als das der nicht verlagernden Unternehmen gleicher Größe.
Durch Verlagerungen von Produktionsprozessen wird die Arbeitsteilung zwischen den Marktteilnehmern erhöht. Die hierdurch entstehenden Spezialisierungsvorteile konnten offensichtlich besonders von mittleren Unternehmen zur Verbesserung ihrer Arbeitsproduktivität bzw. Wettbewerbsposition genutzt werden. Eine Erklärung hierfür könnten die Verlagerungsmotive liefern: Sowohl mittlere als auch große Industrieunternehmen beabsichtigen mit der Verlagerung wirtschaftlicher Aktivitäten ins Ausland eine Verringerung ihrer Fertigungskosten. Bei großen Unternehmen kommen jedoch häufiger strategische Ziele hinzu, wie das Bestreben, an neuen, sich dynamisch entwickelnden Märkten präsent zu sein. Zumindest kurz- bis mittelfristig kann das Erreichen dieser Ziele zu Lasten der Produktivität gehen.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Verflechtung deutscher Unternehmen mit dem Ausland 2009
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Der Produktionswert gibt den Wert der von einer Wirtschaftseinheit produzierten Güter an (Waren und Dienstleistungen). Werden von dem Produktionswert die Vorleistungen, also die nicht dauerhaften Produktionsmittel einer Produktion, abgezogen, ergibt sich die Bruttowertschöpfung. Die Arbeitsproduktivität entspricht hier der Bruttowertschöpfung je Beschäftigten.
Detaillierter formuliert entspricht die Bruttowertschöpfung dem Umsatz zuzüglich der betrieblichen Erträge, des Warenendbestands und der Subventionen abzüglich des Warenanfangsbestands, Mieten und Pachten, betrieblicher Steuern und Abgaben, bezogener Handelswaren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogener Leistungen und anderer betrieblicher Aufwendungen.
Tabelle: Arbeitsproduktivität (Bruttowertschöpfung je Beschäftigten) in der Industrie
Nach Verlagerungsstatus, in absoluten Zahlen, 2003 bis 2007
| 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | Veränderungs- rate 2007 zu 2003, in % |
|
| Produktivität in Euro* | ||||||
| alle Unternehmen mit 100 und mehr Beschäftigten | ||||||
| nicht verlagert | 58.205 | 61.263 | 62.598 | 65.026 | 67.139 | 15 |
| verlagert | 59.516 | 62.869 | 63.478 | 67.492 | 69.202 | 16 |
| Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten | ||||||
| 55.563 | 58.396 | 59.518 | 61.893 | 63.425 | 14 | |
| verlagert | 56.173 | 59.212 | 60.276 | 63.766 | 65.787 | 17 |
| Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten | ||||||
| 69.530 | 73.401 | 75.462 | 77.710 | 81.789 | 18 | |
| verlagert | 66.704 | 70.642 | 70.310 | 75.312 | 76.259 | 14 |
* arithmetisches Mittel
Quelle: Statistisches Bundesamt: Verflechtung deutscher Unternehmen mit dem Ausland 2009
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