Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Demografischer Wandel

28.10.2012
Die sozialen Sicherungssysteme werden zu großen Teilen über die Sozialversicherungsabgaben und Steuerleistungen der Erwerbstätigen finanziert. Da die meisten Erwerbstätigen in der mittleren Generation zu finden sind, ist der demografische Wandel häufig Teil der politischen Diskussion.

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Fakten



Die sozialen Sicherungssysteme werden zu großen Teilen über die Sozialversicherungsabgaben und Steuerleistungen der Erwerbstätigen finanziert. Da die meisten Erwerbstätigen in der mittleren Generation zu finden sind – also in der Gruppe der 20- bis unter 60-Jährigen (oder auch 15- bis unter 65-Jährigen) –, ist der demografische Wandel häufig Teil der politischen Diskussion. Je nachdem wie sich die Altersstruktur beziehungsweise das Verhältnis der mittleren Generation zur jüngeren und älteren Generation entwickelt, verändern sich auch die Versorgungsaufgaben der mittleren Generation.

Die seit Mitte der 1970er-Jahre anhaltend niedrigen Geburtenziffern und die beständig steigende Lebenserwartung haben zu einer drastischen Veränderung des Größenverhältnisses zwischen den Generationen geführt. Der Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung reduzierte sich zwischen 1960 und 2011 von 28,4 auf 18,2 Prozent. Parallel stieg der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter waren, von 17,4 auf 26,6 Prozent.

Um Aussagen über die zukünftige Bevölkerungsentwicklung bzw. die Altersstruktur treffen zu können, hat das Statistische Bundesamt mehrere Varianten mit unterschiedlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Geburtenhäufigkeit, der Lebenserwartung und des Wanderungssaldos berechnet. Nach der Variante der Bevölkerungsvorausberechnung, bei der eine annähernd konstante Geburtenhäufigkeit, ein moderater Anstieg der Lebenserwartung sowie ein positiver Wanderungssaldo von 200.000 Personen pro Jahr ab 2020 angenommen wird, wird sich das Generationenverhältnis weiter zu Lasten der Jüngeren verschieben. Der Anteil der unter 20-Jährigen wird zwischen 2011 und 2060 von 18,2 auf 15,7 Prozent zurückgehen, der Anteil der Personen, die 60 Jahre oder älter sind, wird hingegen von 26,6 auf 39,2 Prozent anwachsen. Die Bevölkerungszahl verringert sich bei dieser Variante bis zum Jahr 2060 von derzeit 81,8 auf 70,1 Millionen.

Neben den Entwicklungen in den Bereichen Geburtenziffer, Zuwanderung und Lebenserwartung haben noch zahlreiche andere Faktoren Einfluss darauf, ob die mittlere Generation die oben genannten Versorgungsaufgaben eher leichter oder schwerer erfüllen kann. So zum Beispiel das Lohnniveau, die Vollzeitquote, die Erwerbstätigenquote und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Und auch diese Faktoren werden ihrerseits vielfach beeinflusst – zum Beispiel durch das Qualifizierungsniveau, den internationalen Handel oder wiederum durch die Zahl der Kinder je Mutter. Zusammengenommen lassen sich demnach keine verbindlichen Aussagen über die Entwicklung der Altersstruktur und noch weniger über die "Belastung" der mittleren Generation treffen. Allerdings ist zu bedenken, dass der demografische Wandel auf Entwicklungen beruht, die sich zum Teil seit Jahrzehnten beobachten lassen und die sich – zumindest in der Vergangenheit – auch nicht kurzfristig geändert haben.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: www.destatis.de, Online-Datenbank, 10. und 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Bevölkerung Deutschlands bis 2050, Bevölkerung Deutschlands bis 2060

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Die Angaben für das Jahr 2060 beziehen sich auf eine Variante der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes, die von einem positiven Wanderungssaldo (Differenz zwischen Zu- und Fortzügen nach bzw. aus Deutschland) von 200.000 Personen pro Jahr ab 2020 ausgeht. Weiter wird eine annähernd konstante zusammengefasste Geburtenziffer von durchschnittlich 1,4 Kindern je Frau sowie eine Zunahme der Lebenserwartung bei Geburt um etwa siebeneinhalb Jahre auf 85,0 Jahre bei den Jungen und um etwa sechseinhalb Jahre auf 89,2 Jahre bei den Mädchen im Jahr 2060 angenommen. Die langfristigen Bevölkerungsvorausberechnungen haben Modellcharakter. Sie sind keine Prognosen, sondern gehen vom gegenwärtigen Altersaufbau aus und setzen die oben beschriebenen Annahmen um.

Eine Liste aller Varianten der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung und zusätzlicher Modellrechnungen (PDF-Version: 1.000 KB) erhalten Sie PDF-Icon hier…

Mehr zum Thema Entwicklung der Altersstruktur finden Sie hier…

Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr. Wie viele Kinder ein Frauenjahrgang, auch bezeichnet als Angehörige einer Kohorte, tatsächlich im Durchschnitt geboren hat, kann erst festgestellt werden, wenn die Frauen am Ende des gebärfähigen Alters sind, das zurzeit mit 49 Jahren definiert wird. Zur endgültigen Kinderzahl der Frauen, die jetzt 20 oder 30 Jahre alt sind, können somit heute nur Schätzungen abgegeben werden. Weitere Informationen finden Sie hier...

Bei der Lebenserwartung ist zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung bei der Geburt und der ferneren Lebenserwartung zu unterscheiden. Die fernere Lebenserwartung beschreibt, wie viele Lebensjahre beispielsweise eine 60-jährige Person im Durchschnitt noch vor sich hat. Weitere Informationen erhalten Sie hier...

Informationen zur "Entwicklung der Altersstruktur in der EU" finden Sie hier...


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