Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland
1.4.2018

Bevölkerung mit Migrationshintergrund III

Nach Altersgruppen, in absoluten Zahlen und Anteil an der jeweiligen Altersgruppe in Prozent, 2016

Quelle: Statistisches Bundesamt: Mikrozensus – Bevölkerung mit Migrationshintergrund
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Im Jahr 2016 hatten 22,5 Prozent aller Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund. Dabei gilt: Je jünger die Altersgruppe ist, desto höher ist der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund. So hatte beispielsweise im Jahr 2016 bei den Kindern unter fünf Jahren deutlich mehr als jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund (38,1 Prozent). Gleichzeitig hatten bei den unter 5-Jährigen lediglich 12,3 Prozent eigene Migrationserfahrungen. Noch größer werden die Unterschiede auf der Ebene der Bundesländer: In Bremen hatte 2016 die Mehrheit der unter 6-Jähringen einen Migrationshintergrund (52,8 Prozent), in Sachsen-Anhalt war es bei dieser Altersgruppe lediglich jedes neunte Kind (10,7 Prozent).

Fakten

Im Jahr 2016 hatten 18,6 Millionen der insgesamt 82,4 Millionen Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund. Von den Personen mit Migrationshintergrund waren 51,8 Prozent Deutsche und 48,2 Prozent Ausländer. Gut zwei Drittel waren selbst Migranten (erste Generation), knapp ein Drittel wurde bereits in Deutschland geboren (zweite oder dritte Generation).

Insgesamt hatte 2016 gut jede fünfte Person in Deutschland einen Migrationshintergrund (22,5 Prozent). Jedoch hat das Alter erheblichen Einfluss darauf, ob ein Migrationshintergrund in der eigenen Generation eine Ausnahme darstellt oder nicht: Bei den im Jahr 2016 85- bis unter 95-Jährigen hatten lediglich 7,1 Prozent aller Personen einen Migrationshintergrund. In der Gruppe der 35- bis unter 45-Jährigen steigt der entsprechende Anteil auf 29,4 Prozent. Und bei den Kindern unter fünf Jahren hatte 2016 deutlich mehr als jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund (38,1 Prozent).

Von dem insgesamt hohen Anteil der Personen mit Migrationshintergrund bei den jüngeren Altersgruppen lässt sich jedoch nicht ableiten, dass in der jüngeren Generation ein Migrationshintergrund überall in Deutschland gewöhnlich ist. So lag der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund in der Gruppe der unter 6-Jähringen in Westdeutschland (einschließlich Berlin) mit 42,4 Prozent mehr als dreimal so hoch wie in Ostdeutschland mit 13,2 Prozent. In Bremen hatte 2016 die Mehrheit der unter 6-Jähringen sowie der 6- bis unter 15-Jährigen einen Migrationshintergrund (52,8 bzw. 52,9 Prozent), in Sachsen-Anhalt war es bei diesen Altersgruppen lediglich jedes neunte Kind (10,7 bzw. 10,6 Prozent).

Erwartungsgemäß nimmt bei den einzelnen Altersgruppen der Anteil der Personen mit eigener Migrationserfahrung mit steigendem Alter zu: Bei den unter 5-Jährigen hatten 2016 lediglich 12,3 Prozent eigene Migrationserfahrungen. Bei den 5- bis unter 10-Jährigen steigt der entsprechende Anteil auf 21,7 Prozent und bei den 20- bis unter 25-Jährigen auf 55,0 Prozent. Schließlich hatten im selben Jahr bei den 45-Jährigen und Älteren mehr als 90 Prozent eigene Migrationserfahrungen.

Von den 12,7 Millionen Personen mit eigener Migrationserfahrung, die 2016 in Deutschland lebten, waren bei ihrer Einreise 17,5 Prozent unter 10 Jahre alt. 13,7 Prozent waren zwischen 10 und unter 18 Jahre alt. Zur Gruppe der 18- bis 25-Jährigen gehörten 23,3 Prozent und 43,6 Prozent der Personen mit eigener Migrationserfahrung reisten in einem Alter zwischen 25 und unter 65 Jahren nach Deutschland ein. Bezogen auf alle in Deutschland lebenden Personen mit eigener Migrationserfahrung lag das durchschnittliche Alter bei der Einreise bei 23,6 Jahren.

Im Jahr 2016 lebten von den Personen mit Migrationshintergrund 64,0 Prozent als Eltern oder Kinder in Familienhaushalten. 18,7 Prozent lebten in einer Paargemeinschaft ohne Kinder und 17,3 Prozent waren Alleinstehend. Bei den Personen ohne Migrationshintergrund lebten lediglich 43,7 Prozent als Eltern oder Kinder in Familienhaushalten. Entsprechend lag die Anteil der Paargemeinschaften ohne Kinder bzw. der Anteil der Alleinstehenden mit 31,7 bzw. 24,5 Prozent deutlich höher als bei den Personen mit Migrationshintergrund.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Mikrozensus – Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Nach der Definition des Statistischen Bundesamtes hat eine Person einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren ist. Also alle Ausländer, (Spät-)Aussiedler und Eingebürgerten sowie alle Personen, die zwar mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren sind, bei denen aber mindestens ein Elternteil Ausländer, (Spät-)Aussiedler oder Eingebürgerter ist.

Eine Person hat dann eine eigene Migrationserfahrung, wenn sie im Ausland geboren ist. Sie ist damit ein Zuwanderer. Eine Person hat keine eigene Migrationserfahrung, wenn sie in Deutschland geboren ist.

Ausländer/innen sind Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind, das heißt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Sie können in Deutschland geboren oder zugewandert sein.

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