Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

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17.4.2014

Schulbesuch nach höchstem allgemeinem Schulabschluss der Eltern

Insbesondere das Bildungsniveau der Eltern hat sehr großen Einfluss auf den Bildungsabschluss der Kinder: Von den Eltern der Kinder, die im Jahr 2012 ein Gymnasium besuchten, hatten 61,3 Prozent das Abitur oder Fachabitur.

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Fakten

Der eigene Bildungsstand hat großen Einfluss auf den beruflichen Werdegang. Im europäischen Vergleich gilt dies insbesondere für Deutschland: In nur vier Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) war der Zusammenhang zwischen Bildung und Arbeitslosigkeit 2012 noch ausgeprägter als in Deutschland, in 23 war er schwächer. Zudem ist Bildung in diesem Zusammenhang immer wichtiger geworden: Während das Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, bei einem niedrigen Bildungsstand im Jahr 1992 lediglich etwa doppelt so hoch war wie bei einem hohen Bildungsstand (Faktor 2,2), war es im Jahr 2012 gut fünfmal so hoch (Faktor 5,3).

Insbesondere das Bildungsniveau der Eltern hat sehr großen Einfluss auf den Bildungsabschluss der Kinder (ausgehend vom Elternteil mit dem höchsten Abschluss): Von den Eltern der Kinder, die im Jahr 2012 ein Gymnasium besuchten, hatten 61,3 Prozent das Abitur oder Fachabitur, 24,1 Prozent hatten einen Realschulabschluss (oder einen gleichwertigen Abschluss) und lediglich 7,8 Prozent der Kinder hatten Eltern mit einem Volks- oder Hauptschulabschluss. Auf der anderen Seite hatten von den Eltern der Kinder, die im Jahr 2012 eine Hauptschule besuchten, lediglich 13,0 Prozent die Fachhochschul- oder Hochschulreife und 28,2 Prozent einen Realschulabschluss. 44,5 Prozent der Eltern von Hauptschülern hatten selbst einen Hauptschulabschluss. Auch bei den Realschülern hatten die Eltern am häufigsten selbst einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss als höchsten allgemeinen Schulabschluss (38,6 Prozent). Der Volks- oder Hauptschulabschluss beziehungsweise die Fachhochschul- oder Hochschulreife waren unter den Eltern der Realschüler mit 23,7 beziehungsweise 26,0 Prozent etwa gleich stark verbreitet. Weiter hatten Hauptschüler im Jahr 2012 überdurchschnittlich oft Eltern, die über gar keinen Bildungsabschluss verfügen (11,2 Prozent), Bei den Realschülern lag der entsprechende Wert bei 3,3 Prozent und bei den Gymnasiasten bei lediglich 1,4 Prozent.

Schließlich wird laut dem Bildungsbericht 2010 auch der Übergang in die Hochschule stark durch das Bildungsniveau des Elternhauses beeinflusst. Die Wahrscheinlichkeit, ein Studium zu beginnen, ist (auch bei gleichen Abiturnoten) deutlich größer, wenn zumindest ein Elternteil bereits ein Hochschulstudium abgeschlossen hat. An diesem Befund "hat sich seit mehr als einem Jahrzehnt nichts Wesentliches verändert".

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2013; Eurostat: Online-Datenbank: Arbeitslosenquoten nach Geschlecht, Alter und höchstem erreichten Bildungsgrad (Stand: 10/2013); Autorengruppe Bildungsberichterstattung: Bildung in Deutschland 2012, Bildung in Deutschland 2010

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Ausführliche Informationen zur "ISCED-Klassifikation" (International Standard Classification of Education) erhalten Sie zum Beispiel bei der Europäischen Kommission.

Bezogen auf die Arbeitslosigkeit nach höchstem erreichten Bildungsgrad zählt Eurostat zu den Arbeitslosen alle Personen von 15 bis 64 Jahren,
  • die während der Berichtswoche ohne Arbeit waren,
  • die in den zwei auf die Berichtswoche folgenden Wochen für eine abhängige Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit verfügbar waren und
  • die innerhalb der letzten vier Wochen (einschließlich der Berichtswoche) spezifische Schritte unternommen haben, um eine abhängige Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit zu finden oder die einen Arbeitsplatz gefunden haben, die Beschäftigung aber erst später, das heißt innerhalb eines Zeitraums von höchstens drei Monaten aufnehmen.

    Weitere Informationen zur "Arbeitslosigkeit nach Bildungsstand" erhalten Sie hier...

    Tabelle: Schulbesuch nach höchstem allgemeinem Schulabschluss der Eltern

    Schüler in absoluten Zahlen, Anteile der Bildungsabschlüsse der Eltern in Prozent, 2012

    insgesamt 1 höchster allgemeiner Schulabschluss der Eltern 2
    Haupt
    (Volks-) schul­abschluss
    Abschluss der polytech­nischen Oberschule Realschul- oder gleich­wertiger Abschluss Fachhoch­schul- oder Hoch­schulreife ohne allgemeinen Schulab­schluss 3
    in Tsd. Anteile, in Prozent
    Schüler insgesamt 10.743 20,7 6,8 30,1 38,3 3,9
    Grundschule 2.809 18,1 5,6 29,6 42,7 3,8
    Hauptschule 561 44,5 2,8 28,2 13,0 11,2
    Realschule 1.525 23,7 8,2 38,6 26,0 3,3
    Gymnasium 2.651 7,8 5,1 24,1 61,3 1,4
    sonstige allgemein­bildende Schulen 4 1.280 24,0 9,5 29,6 30,3 6,2
    berufliche Schule,
    die einen mittleren Abschluss vermittelt
    70 37,2 31,1 15,9 9,8
    berufliche Schule, die zur Fachhochschul-/
    Hochschulreife führt
    286 23,1 5,3 34,1 32,9 4,2
    Berufsschule 1.254 32,0 9,7 33,6 20,6 3,9
    sonstige
    berufliche Schulen 5
    308 31,7 10,1 29,7 23,0 5,3

    1 einschließlich 12.000 Kinder, deren Eltern keine Angaben zum höchsten allgemeinbildenden Schulabschluss gemacht haben.
    2 bei abweichendem Schulabschluss der Eltern wird der Elternteil mit dem höchsten Abschluss nachgewiesen.
    3 einschließlich Eltern mit Abschluss nach höchstens sieben Jahren Schulbesuch bzw. einer geringen Anzahl von Eltern, die sich noch in schulischer Ausbildung befinden.
    4 Schulartunabhängige Orientierungsstufe, Schularten mit mehreren Bildungsgängen, Gesamtschule, Waldorfschule, Förderschule.
    5 Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr, Berufsfachschule, die einen Abschluss in einem Beruf vermittelt, einjährige Schule des Gesundheitswesens.


    Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2013

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