Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Bevölkerungsentwicklung

26.9.2012
Die Bevölkerungsentwicklung war lange Zeit von einer stetigen Zunahme der Bevölkerungszahl gekennzeichnet. Allerdings hat sich die Wachstumsdynamik im zeitlichen Verlauf zunehmend abgeschwächt.

BevölkerungsentwicklungKlicken Sie auf die Grafik, um das PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



In Deutschland war die Bevölkerungsentwicklung lange Zeit von einer stetigen Zunahme der Bevölkerungszahl gekennzeichnet. Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich von 1871 bis zur Mitte der 1990er-Jahre. Sie stieg dabei von 41 Millionen im Jahr 1871 – über 56 Millionen um 1900 – auf knapp 69 Millionen im Jahr 1935. Auf dem heutigen Gebietsstand Deutschlands lag die Bevölkerungszahl im Jahr 1952 zum ersten Mal bei mehr als 70 Millionen und 1991 zum ersten Mal bei mehr als 80 Millionen.

Allerdings hat sich die Wachstumsdynamik im zeitlichen Verlauf zunehmend abgeschwächt. Seit ihrem bisherigen Höchststand im Jahr 2002 ist die Bevölkerungszahl sogar rückläufig. Zwischen 2002 und 2010 fiel die Zahl von 82,54 auf 81,75 Millionen – ein Rückgang um 0,95 Prozent. Allerdings ist nach acht Jahren Rückgang die Einwohnerzahl Deutschlands im Jahr 2011 erstmals leicht gestiegen. Am Jahresende lebten 81,84 Millionen Personen in Deutschland – rund 90.000 Personen mehr als im Vorjahr.

In West- und Ostdeutschland verlief die Bevölkerungsentwicklung gegenläufig. Während sich die Bevölkerungszahl in Westdeutschland von 1950 bis 2000 um 16,2 Millionen bzw. 31,8 Prozent erhöhte, sank sie im gleichen Zeitraum in Ostdeutschland um 3,3 Millionen bzw. 17,8 Prozent. Entsprechend erhöhte sich der Anteil der westdeutschen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung von 73,5 Prozent im Jahr 1950 auf 81,6 Prozent im Jahr 2000. Seit 2005 ist Bevölkerungszahl auch in Westdeutschland tendenziell rückläufig.

Die Bevölkerungsentwicklung wird von sehr unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Geburten und Sterbefälle bestimmen die Einwohnerzahl ebenso wie die Wanderungsbewegungen, die über die Grenzen Deutschlands hinweg stattfinden (Zu- und Fortzüge). Seit 1972 hat es in Deutschland in jedem Jahr mehr Sterbefälle als Geburten gegeben. Da es jedoch parallel in fast allen Jahren einen Wanderungsüberschuss gab, hat die Bevölkerungszahl bis 2002 tendenziell zugenommen bzw. sich seitdem langsamer verringert, als es ohne Zuwanderung der Fall gewesen wäre.

Im Jahr 2011 wurden 662.685 Kinder lebend geboren. Die Zahl der Sterbefälle lag bei 852.328. Daraus ergibt sich ein Geburtendefizit (Differenz aus Geburten und Sterbefällen) von 189.643. Im Jahr 2010 betrug das Defizit 180.821 – den 858.768 Sterbefällen standen 677.947 Geburten gegenüber. Erstmals nach 2002 können 2011 die Wanderungsgewinne das Geburtendefizit mehr als ausgleichen: Im Jahr 2011 sind nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes rund 279.000 Personen mehr aus dem Ausland zugezogen als ins Ausland fortgezogen. Einen vergleichbar hohen Wanderungsgewinn gab es zuletzt 2001, im Jahr 2010 lag er bei 127.677.

Mit rund 82 Millionen Einwohnern auf 357.114 km² ist Deutschland eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Während in der Europäischen Union im Jahr 2010 durchschnittlich 116 Personen je Quadratkilometer lebten, lag die Bevölkerungsdichte in Deutschland 2010/2011 bei 229 Personen je Quadratkilometer.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2011, Lange Reihen: Bevölkerung nach dem Gebietsstand

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Zur Bevölkerung Deutschlands zählen alle Einwohner, die mit ihrer Hauptwohnung in Deutschland gemeldet sind, also auch alle in Deutschland gemeldeten Ausländer und Ausländerinnen.

Weitere Informationen zum Thema "Geburten und Sterbefälle" erhalten Sie hier...

Weitere Informationen zum Thema "Wanderungen über die Grenzen Deutschlands" erhalten Sie hier...

Weitere Informationen zum Thema "Flächen und Bevölkerungsdichte in Europa" erhalten Sie hier...

Tabelle: Bevölkerungsentwicklung



In absoluten Zahlen, 1871 bis 2011*

  Bevölkerung, in Tsd.
Deutschland Westdeutschland Ostdeutschland
1871 40.997 x x
1880 45.095 x x
1890 49.241 x x
1900 56.046 x x
1910 64.568 x x
1925 63.166 x x
1935 68.871 x x
1939 69.314 x x
1950 69.346 50.958 18.388
1960 73.147 55.958 17.188
1970 78.069 61.001 17.068
1980 78.397 61.658 16.740
1990 79.753 63.726 16.028
2000 82.260 67.140 15.120
2001 82.440 65.323 17.118
2002 82.537 65.527 17.009
2003 82.532 65.619 16.913
2004 82.501 65.680 16.821
2005 82.438 65.698 16.740
2006 82.315 65.667 16.648
2007 82.218 65.664 16.554
2008 82.002 65.541 16.461
2009 81.802 65.422 16.380
2010 81.752 65.426 16.326
2011 81.844 65.540 16.304

* 1871 bis 1939 Reichsgebiet; 1939: Gebietsstand: 31.12.1937; ab 1950 Gebietsstand seit dem 3.10.1990; Ostdeutschland 1990: Bevölkerung am 3.10.1990; ab 2001 kein getrennter Nachweis nach Berlin-West und Berlin-Ost; ab 2001 Ostdeutschland einschließlich Berlin-West.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2011, Lange Reihen: Bevölkerung nach dem Gebietsstand


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/de/

counter
 

Zahlen und Fakten 3D

Bevölkerung

Nach Vorausberechnungen der UN werden im Jahr 2050 mehr als 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. 100 Jahre zuvor waren es nur 2,5 Milliarden. Aber die Bevölkerungsentwicklung verläuft nicht in allen Regionen und Staaten gleich. Mit dem interaktiven Angebot "Zahlen und Fakten 3D" können Sie Regionen und Staaten der Welt miteinander vergleichen, Entwicklung über mehrere Jahre oder Jahrzehnte hinweg verfolgen und so Infografiken nach Ihren eigenen Vorgaben erstellen. Weiter...