Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Bevölkerungsentwicklung

15.5.2011
Die Bevölkerungsentwicklung war lange Zeit von einer stetigen Zunahme der Bevölkerungszahl gekennzeichnet. Allerdings hat sich die Wachstumsdynamik im zeitlichen Verlauf zunehmend abgeschwächt.

Bevölkerungsentwicklung, in absoluten Zahlen, 1871 bis 2006Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (© bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de/

Fakten



In Deutschland war die Bevölkerungsentwicklung lange Zeit von einer stetigen Zunahme der Bevölkerungszahl gekennzeichnet. Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich von 1871 bis zur Mitte der 1990er Jahre. Sie stieg dabei von 41 Millionen im Jahr 1871 – über 56 Millionen um 1900 – auf knapp 69 Millionen im Jahr 1935. Auf dem heutigen Gebietsstand Deutschlands lag die Bevölkerungszahl im Jahr 1952 zum ersten Mal bei über 70 Millionen und 1991 zum ersten Mal bei über 80 Millionen.

In West- und Ostdeutschland verlief die Bevölkerungsentwicklung gegenläufig. Während sich die Bevölkerungszahl in Westdeutschland von 1950 bis 2006 um 14,7 Millionen bzw. 28,9 Prozent erhöhte, sank sie im gleichen Zeitraum in Ostdeutschland um 1,7 Millionen bzw. 9,5 Prozent. Entsprechend erhöhte sich der Anteil der westdeutschen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung von 73,5 Prozent im Jahr 1950 – über 78,6 Prozent 1980 – auf 79,8 Prozent im Jahr 2006.

Allerdings hat sich die Wachstumsdynamik im zeitlichen Verlauf zunehmend abgeschwächt. Seit ihrem bisherigen Höchststand im Jahr 2002 sind die Bevölkerungszahlen sogar rückläufig. Zwischen 2002 und 2006 fiel die Zahl der Bevölkerung von 82.536.680 auf 82.314.906 – ein Rückgang um 0,27 Prozent. Mit rund 82 Millionen Einwohnern auf 357.114 km2 ist Deutschland eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Während in der Europäischen Union durchschnittlich 116 Personen je Quadratkilometer leben, liegt die Bevölkerungsdichte in Deutschland bei knapp 231.

Die Bevölkerungsentwicklung wird von sehr unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Geburten und Sterbefälle bestimmen die Einwohnerzahl ebenso wie die Wanderungsbewegungen, die über die Grenzen von Deutschland hinweg stattfinden (Zu- und Fortzüge). Seit 1972 hat es in Deutschland in jedem Jahr mehr Sterbefälle als Geburten gegeben. Da es jedoch parallel in fast allen Jahren einen Wanderungsüberschuss gab, blieb die Bevölkerungszahl relativ stabil bzw. nahm sie längerfristig sogar zu.

Da sich das Geburtendefizit (Differenz aus Geburten und Sterbefällen) im Jahr 2006 auf 148.903 Personen erhöhte und parallel der Zuwanderungsüberschuss auf knapp 22.800 Personen sank, reduzierte sich die Bevölkerungszahl. Auch im Jahr 2007 konnte der Wanderungsgewinn das Geburtendefizit nicht ausgleichen. Und dies, obwohl das Geburtendefizit voraussichtlich auf etwa 140.000 gesunken und der Wanderungsgewinn auf etwa 48.000 Personen gestiegen ist.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: PDF-Icon Statistisches Jahrbuch 2007 (PDF-Version: 6.430 KB), Lange Reihen, Pressemitteilungen

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Zur Bevölkerung Deutschlands zählen alle Einwohner, die mit ihrer Hauptwohnung in Deutschland gemeldet sind, also auch alle in Deutschland gemeldeten Ausländer.

Tabelle: Bevölkerungsentwicklung



In absoluten Zahlen, 1871 bis 2006*

  Bevölkerung, in Tsd.
Deutschland Westdeutschland Ostdeutschland
1871 40.997 x x
1880 45.095 x x
1890 49.241 x x
1900 56.046 x x
1910 64.568 x x
1925 63.166 x x
1935 68.871 x x
1939** 69.314 x x
1950 69.346 50.958 18.388
1960 73.147 55.958 17.188
1970 78.069 61.001 17.068
1980 78.397 61.658 16.740
1990 79.753 63.726 16.028***
2000 82.260 67.140 15.119
2001 82.440 65.323 17.118
2002 82.537 65.527 17.009
2003 82.532 65.619 16.913
2004 82.501 65.680 16.821
2005 82.438 65.698 16.740
2006 82.315 65.667 16.648

* 1871 bis 1939 Reichsgebiet, ab 1950 Gebietsstand seit dem 3.10.1990
** Gebietsstand: 31.12.1937
*** Bevölkerung am 3.10.1990


Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2007, Lange Reihen


 
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