Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur

Bevölkerung in absoluten Zahlen, Anteile der Altersgruppen in Prozent, 1960 bis 2050

Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur

Quelle: Statistisches Bundesamt: Lange Reihen: Bevölkerung nach Altersgruppen, 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Bevölkerung Deutschlands bis 2060
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27.12.2015
Um Aussagen über die zukünftige Bevölkerungsentwicklung bzw. die Altersstruktur treffen zu können, hat das Statistische Bundesamt mehrere Zukunftsszenarien mit unterschiedlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Geburtenrate, der Lebenserwartung und des Wanderungssaldos berechnet. So wird sich parallel zum Rückgang der Bevölkerungszahl, auch die Altersstruktur verschieben: Während der Anteil der unter 20-Jährigen abnimmt und die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter besonders stark schrumpft, wird 2060 etwa jede dritte Person 65 Jahre oder älter sein.

Fakten



Die anhaltend niedrige Geburtenziffer und die beständig steigende Lebenserwartung führen zu einer drastischen Veränderung des Verhältnisses zwischen jüngerer und älterer Generation. Der Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung reduzierte sich zwischen 1960 und 2013 von 28,4 auf 18,1 Prozent. Parallel stieg der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter waren, von 17,4 auf 27,1 Prozent.

Nach der Variante der Bevölkerungsvorausberechnung, bei der eine annähernd konstante Geburtenrate je Frau, ein moderater Anstieg der Lebenserwartung sowie ein positiver Wanderungssaldo von 200.000 Personen pro Jahr ab 2021 angenommen wird, wird sich das Generationenverhältnis weiter zu Lasten der Jüngeren verschieben. Der Anteil der unter 20-Jährigen wird bis 2060 auf 16,4 Prozent zurückgehen, der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter sind, wird auf 38,2 Prozent anwachsen. Die Bevölkerungszahl verringert sich bei dieser Variante bis zum Jahr 2060 von derzeit 80,8 auf 73,1 Millionen. Bei einem jährlichen Wanderungssaldo von lediglich 100.000 Personen (ab dem Jahr 2021) wird gemäß einer weiteren Variante der Bevölkerungsvorausberechnung die Bevölkerungszahl – bei ansonsten gleichen Annahmen – sogar auf 67,6 Millionen im Jahr 2060 sinken.

Besonders stark wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpfen. Die Zahl der 20- bis unter 65-Jährigen wird ab 2020 deutlich zurückgehen und je nach Höhe der Nettozuwanderung von 49,2 Millionen im Jahr 2013 auf 37,9 Millionen bzw. 34,3 Millionen im Jahr 2060 fallen (der Anteil an der Gesamtbevölkerung reduziert sich parallel von 61,0 auf 51,9 bzw. 50,8 Prozent). Im Jahr 2013 entfielen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 34 Personen, die 65 Jahre oder älter waren. Im Jahr 2060 werden es bei einer kontinuierlichen demografischen Entwicklung und bei einer schwächeren Zuwanderung 65 ältere Menschen pro 100 Personen im erwerbstätigen Alter sein. Beträgt der jährliche Zuzugsüberschuss langfristig 200.000 Personen, fällt der sogenannte Altenquotient mit 61 nur wenig niedriger aus.

Der demografische Wandel schlägt sich besonders deutlich bei der Anzahl der Hochbetagten nieder. Im Jahr 2013 lebten 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland. Ihre Anzahl wird bis 2050 (bei stärkerer Zuwanderung) auf 9,9 Millionen steigen (2060: 9,0 Mio.). Der Anteil der 80-Jährigen und Älteren an der Gesamtbevölkerung betrug 2013 rund 5 Prozent, bis 2050 wird sich der Anteil auf 13,0 Prozent erhöhen. 2060 wird jede achte Person 80 Jahre oder älter sein (12,3 Prozent) beziehungsweise fast jede dritte Person 65 Jahre oder älter (31,7 Prozent).

Bei allen acht Varianten der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wird ein deutlicher Rückgang des Bevölkerungsstandes angenommen. Selbst eine Steigerung der Geburtenrate auf durchschnittlich 1,6 Kinder je Frau (ab 2028), ein starker Anstieg der Lebenserwartung sowie eine hohe Zuwanderung aus dem Ausland (plus 200.000 Personen pro Jahr ab 2021) führen lediglich dazu, dass der Rückgang des Bevölkerungsstandes schwächer ausfällt: Auch unter diesen Annahmen würden im Jahr 2060 in Deutschland 2,2 Millionen Personen weniger leben als 2013.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Lange Reihen: Bevölkerung nach Altersgruppen, 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Bevölkerung Deutschlands bis 2060

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Die im Text genannten Daten beziehen sich auf zwei der insgesamt acht Varianten der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Beide im Text angeführten Varianten beschreiben die Entwicklung bis 2060 unter der Annahme einer durchschnittlichen jährlichen Geburtenrate von 1,4 Kindern je Frau bei einem steigenden durchschnittlichen Alter der Frau bei der Geburt des Kindes sowie eines Anstiegs der Lebenserwartung von 77,7 auf 84,8 Jahre bei den Männern und von 82,8 auf 88,8 Jahre bei den Frauen. Die beiden Varianten unterscheiden sich lediglich in den Annahmen zum sogenannten Wanderungssaldo (Differenz zwischen Zu- und Fortzügen nach bzw. aus Deutschland). Für die Jahre 2014 und 2015 wird bei beiden Varianten ein Saldo der Zu- und Fortzüge von jeweils 500.000 Personen angenommen. Bei der ersten Variante wird davon ausgegangen, dass sich die jährliche Nettozuwanderung innerhalb von sechs Jahren – also bis zum Jahr 2021 – schrittweise von 500.000 auf 100.000 Personen reduziert und in den Folgejahren auf diesem Niveau verbleibt. Bei der zweiten Variante wird hingegen angenommen, dass der jährliche Wanderungssaldo bis zum Jahr 2021 auf 200.000 Personen sinkt und sich dann auf diesem Niveau verstetigt.

Die langfristigen Bevölkerungsvorausberechnungen sind keine Prognosen, sondern liefern "Wenn-Dann-Aussagen". Sie gehen vom gegenwärtigen Altersaufbau aus und setzen die jeweils beschriebenen Annahmen um.

Eine Liste aller Varianten der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung und zusätzlicher Modellrechnungen (PDF-Version: 1.900 KB) finden Sie PDF-Icon hier…

Informationen zur zusammengefassten Geburtenziffer erhalten Sie hier...

Beim Altenquotienten wird die Anzahl der Personen, die 65 Jahre und älter sind, ins Verhältnis zu der Gruppe der 20- bis unter 65-Jährigen gesetzt.

Informationen zur Entwicklung der Altersstruktur in Europa erhalten Sie hier...

Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur

Bevölkerung in absoluten Zahlen, Anteile der Altersgruppen in Prozent, 1950 bis 20601

Jahr Bevölkerung,
in Tsd.
Anteile an der Bevölkerung, in Prozent
unter 20 Jahre 20 bis unter
60 Jahre
60 Jahre
und älter
2060 73.079 16,4 45,4 38,2
2050 76.115 16,2 46,2 37,6
2040 78.906 16,8 47,5 35,7
2030 80.919 17,6 47,8 34,6
2020 81.953 17,6 52,9 29,5
2013 2 80.767 18,1 54,8 27,1
2012 2 80.524 18,2 54,9 26,9
2011 2 80.328 18,4 54,9 26,7
2010 81.752 18,4 55,3 26,3
2009 81.802 18,8 55,3 25,9
2008 82.002 19,0 55,4 25,6
2007 82.218 19,4 55,3 25,3
2006 82.315 19,7 55,3 25,0
2005 82.438 20,0 55,1 25,0
2000 82.260 21,1 55,3 23,6
1995 81.817 21,5 57,4 21,0
1990 79.753 21,7 57,9 20,4
1985 77.661 23,6 56,4 20,0
1980 78.397 26,8 53,9 19,4
1970 78.069 30,0 50,0 20,0
1960 73.147 28,4 54,2 17,4
1950 69.346 30,4 55,0 14,6

1 Annahmen der dargestellten Bevölkerungsvorausberechnung für die Jahre bis 2060:
1. Durchschnittliche jährliche Geburtenrate von 1,4 Kindern je Frau bei einem steigenden durchschnittlichen Alter der Frau bei der Geburt des Kindes.
2. Anstieg der Lebenserwartung um 7 bzw. 6 Jahre (Männer/Frauen).
3. Wanderungssaldo 2014 und 2015: +500.000 Personen. Bis 2021 sinkt der jährliche Wanderungssaldo auf 200.000 Personen pro Jahr und verstetigt sich auf diesem Niveau. Wanderungssaldo im Zeitraum 2014 bis 2060: +10.750.000 Personen.
2 Fortgeschriebene Ergebnisse auf Grundlage des Zensus 2011; Zensusdaten veröffentlicht am 10.04.2014.


Quelle: Statistisches Bundesamt: Lange Reihen: Bevölkerung nach Altersgruppen, 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Bevölkerung Deutschlands bis 2060



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