Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

counter
24.10.2012

Alleinlebende

Im Jahr 2011 lebten 15,9 Millionen Personen allein, 1996 waren es mit 12,7 Millionen noch deutlich weniger. Der Anteil der Alleinlebenden an der Bevölkerung stieg in diesem Zeitraum von 15,6 auf 19,6 Prozent.

Alleinlebende nach FamilienstandKlicken Sie auf die Grafik, um das PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten

Mehr als jede fünfte Person war im Jahr 2011 alleinstehend (21,8 Prozent der Bevölkerung). Diese Personen wohnten also ohne eigene Kinder und ohne Lebenspartner oder -partnerin in einem Haushalt. Dabei lebten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gut 90 Prozent der 17,6 Millionen Alleinstehenden in einem Einpersonenhaushalt und gehörten damit zur Gruppe der Alleinlebenden. Die verbleibenden zehn Prozent wohnten als Alleinstehende in einem Mehrpersonenhaushalt beispielsweise mit Verwandten oder in einer Studenten-Wohngemeinschaft.

Im Jahr 2011 lebten 15,9 Millionen Personen allein, 1996 waren es mit 12,7 Millionen noch deutlich weniger. Der Anteil der Alleinlebenden an der Bevölkerung stieg in diesem Zeitraum entsprechend von 15,6 auf 19,6 Prozent. In Westdeutschland nahm die Zahl der Alleinlebenden zwischen 1996 und 2011 um 21,0 Prozent auf 12,2 Millionen zu, der Anteil an der Bevölkerung erhöhte sich von 15,8 auf 18,8 Prozent. In Ostdeutschland (einschließlich Berlin) stieg die Zahl der Alleinlebenden sogar um 41,9 Prozent auf 3,7 Millionen, der Anteil an der Bevölkerung erhöhte sich von 15,0 auf 23,0 Prozent.

Im Vergleich der Bundesländer fällt auf, dass in den Stadtstaaten überproportional viele Menschen allein leben. Den höchsten Anteil an Alleinlebenden wies im Jahr 2011 Berlin mit 31,1 Prozent auf, gefolgt von Hamburg und Bremen (28,4 bzw. 27,7 Prozent). Die Alleinlebendenquoten der Flächenländer lagen insgesamt deutlich niedriger. Die höchsten Quoten hatten dabei Sachsen (22,9 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (21,1 Prozent), die niedrigsten Anteile an Alleinlebenden entfielen auf Rheinland-Pfalz (16,4 Prozent) sowie auf Baden-Württemberg (17,3 Prozent).

Die Alleinlebendenquoten nehmen mit der Größe der Gemeinde kontinuierlich zu: In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern lebten im Jahr 2011 28,8 Prozent der Bevölkerung in einem Einpersonenhaushalt. Das waren deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (19,6 Prozent). In Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern lebten lediglich 13,7 Prozent der Bevölkerung allein.

Zwischen 1996 und 2011 stieg die Zahl alleinlebender Frauen um 10,5 Prozent (West: 8,1 Prozent, Ost: 19,5 Prozent). Die Zahl alleinlebender Männer erhöhte sich im gleichen Zeitraum um fast die Hälfte (48,0 Prozent) – in Westdeutschland um 40,5 Prozent und in Ostdeutschland sogar um 78,1 Prozent. Entsprechend sank der Anteil der Frauen an den Alleinlebenden von 60,5 Prozent 1996 auf 53,3 Prozent im Jahr 2011.

Weiter bestehen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes große Unterschiede zwischen alleinlebenden Frauen und Männern beim Familienstand. 2011 waren 42,2 Prozent der alleinlebenden Frauen verwitwet, 36,4 Prozent ledig, 17,6 Prozent geschieden und 3,8 Prozent verheiratet getrennt lebend. Bei den alleinlebenden Männern war die Reihenfolge eine andere: Hier überwogen mit 63,1 Prozent die Ledigen, gefolgt von den Geschiedenen mit 18,9 Prozent, den Verwitweten mit 11,2 Prozent und den verheiratet getrennt Lebenden mit 6,8 Prozent.

Während im jungen und mittleren Alter Männer häufiger als Frauen in einem Einpersonenhaushalt leben, sind es im höheren Alter eher die Frauen. Eine Ursache dafür ist die deutlich höhere Lebenserwartung von Frauen. Das Alter, ab dem Frauen häufiger allein leben als Männer, lag im Jahr 2011 bei 58 Jahren. Bei älteren Frauen (ab 55 Jahren) steigt der Anteil der Alleinlebenden mit zunehmendem Alter schnell an – in der Gruppe der 80-Jährigen und Älteren lebten 2011 zwei von drei Frauen allein. Bei den älteren Männern bleibt der entsprechende Anteil lange relativ konstant und nimmt erst rund um das achtzigste Lebensjahr deutlich zu – allerdings lebten im Jahr 2011 selbst in der Gruppe der 80-Jährigen und Älteren lediglich 28,1 Prozent der Männer allein.

Bei der Erwerbsbeteiligung zeigen sich vor allem Unterschiede zwischen alleinlebenden und nicht alleinlebenden Männern: 2011 gingen von den 35- bis 64-jährigen alleinlebenden Männern 74 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach. Damit lag ihre Erwerbsbeteiligung deutlich unter der Erwerbstätigenquote der nicht alleinlebenden Männer dieser Altersgruppe (85 Prozent).

Die alleinlebenden Frauen im Alter von 35 bis 64 Jahren waren hingegen genauso häufig berufstätig wie die nicht allein¬lebenden Frauen (jeweils 71 Prozent). Allerdings waren im Jahr 2011 fast drei Viertel der erwerbstätigen, alleinlebenden Frauen im mittleren Alter Vollzeit tätig (72 Prozent) und bei den nicht alleinlebenden Frauen dieser Altersgruppe waren es lediglich 45 Prozent.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Mikrozensus 2011

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Alleinlebende sind Personen, die in einem Einpersonenhaushalt leben. Der Familienstand der alleinlebenden Person hat dabei keine Bedeutung (ledig, verheiratet getrennt lebend, geschieden oder verwitwet). Die Alleinlebenden sind eine Untergruppe der Alleinstehenden.

Grundlage für die Darstellung ist hier die Bevölkerung in Familien/Lebensformen am Hauptwohnsitz. Sie wird von der Bevölkerung in Privathaushalten abgeleitet und ist zahlenmäßig geringer als diese. Bei der Bevölkerung in Privathaushalten wird nicht zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz unterschieden. Da eine Person in mehreren Privathaushalten wohnberechtigt sein kann, sind entsprechend Mehrfachzählungen möglich.

Tabelle: Alleinlebende nach Familienstand und Geschlecht

In absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 2011

  insgesamt  
in Tsd. Anteile an allen Alleinlebenden,
in Prozent
insgesamt 15.898 100,0
davon:  
ledig 7.771 48,9
verwitwet 4.409 27,7
geschieden 2.890 18,2
verheiratet getrennt lebend 827 5,2
 
  Männer
in Tsd. Anteile an allen Alleinlebenden,
in Prozent
Anteile an alleinlebenden Männern,
in Prozent
insgesamt 7.420 46,7 100,0
davon:  
ledig 4.685 29,5 63,1
verwitwet 829 5,2 11,2
geschieden 1.401 8,8 18,9
verheiratet getrennt lebend 506 3,2 6,8
 
  Frauen
in Tsd. Anteile an allen Alleinlebenden,
in Prozent
Anteile an alleinlebenden Frauen,
in Prozent
insgesamt 8.477 53,3 100,0
davon:  
ledig 3.087 19,4 36,4
verwitwet 3.580 22,5 42,2
geschieden 1.489 9,4 17,6
verheiratet getrennt lebend 321 2,0 3,8

Quelle: Statistisches Bundesamt: Mikrozensus 2011

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.