Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Alleinlebende nach Familienstand

14.6.2008
Fast jede fünfte Person (14,9 Mio. Personen) lebte 2006 in Deutschland alleine. Damit stieg die Zahl der Alleinlebenden gegenüber April 1996 um 17,6 Prozent bzw. um 2,2 Millionen Personen.

Alleinlebende nach Familienstand 2006Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (© bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de/

Fakten



Im Jahr 2006 lebten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gut 90 Prozent der 16,5 Millionen Alleinstehenden allein in einem Einpersonenhaushalt. Etwa 6 Prozent der Alleinstehenden teilten sich den Haushalt mit Verwandten und gegebenenfalls weiteren nicht verwandten Personen. Die übrigen 4 Prozent wohnten ausschließlich mit nicht verwandten oder verschwägerten Personen in einem Haushalt, beispielsweise in einer Studentenwohngemeinschaft.

Fast jede fünfte Person (14,9 Mio. Personen) lebte 2006 in Deutschland alleine. Damit stieg die Zahl der Alleinlebenden gegenüber April 1996 um 17,6 Prozent bzw. um 2,2 Millionen Personen. In Westdeutschland war die prozentuale Zunahme mit 13,8 Prozent seit 1996 auf 11,5 Millionen im Jahr 2006 allerdings deutlich geringer als in Ostdeutschland. Dort stieg die Zahl der Alleinlebenden um 32,7 Prozent auf 3,5 Millionen. Wie bereits 1996 lebte auch 2006 etwa jeder neunte Alleinlebende (11 Prozent) in einem der Stadtstaaten. Die absolute Zahl der Alleinlebenden in den Stadtstaaten stieg in diesem Zeitraum um 1,6 Millionen bzw. 19,5 Prozent.

Zwischen 1996 und 2006 stieg die Zahl alleinlebender Frauen um 6 Prozent. Die Zahl alleinlebender Männer erhöhte sich um mehr als ein Drittel (36 Prozent). Entsprechend sank der Anteil der Frauen an den Alleinlebenden – der 1996 noch bei 60,5 Prozent gelegen hatte – auf 54,4 Prozent. Von den Alleinlebenden waren im Jahr 2006 8,1 Millionen Frauen und 6,8 Millionen Männer.

Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen weiter, dass große Unterschiede zwischen alleinlebenden Frauen und Männern beim Familienstand bestehen. 2006 waren 45,5 Prozent der alleinlebenden Frauen verwitwet, 35,1 Prozent ledig, 16,0 Prozent geschieden und 3,4 Prozent verheiratet getrennt lebend. Bei den alleinlebenden Männern war die Reihenfolge eine andere: Hier überwogen mit 62,6 Prozent die Ledigen, gefolgt von den Geschiedenen mit 18,5 Prozent, den Verwitweten mit 11,7 Prozent und den verheiratet getrennt Lebenden mit 7,1 Prozent.

Zwischen 1996 und 2006 sank der Anteil der Verwitweten an den alleinlebenden Frauen um 6,5 Prozentpunkte (1996: 52,0 Prozent), während der entsprechende Anteil der Ledigen um 3,6 Prozentpunkte stieg (1996: 31,5 Prozent). Bei alleinlebenden Männern war die Veränderung für Verwitwete am höchsten: Deren Anteil an den männlichen Alleinlebenden betrug 1996 noch 14,8 Prozent, 3,1 Prozentpunkte mehr als 2006.

Während im Jahr 2006 Frauen jüngeren und mittleren Alters (25 bis 54 Jahre) seltener allein lebten als gleichaltrige Männer, lebten ältere Frauen (ab 55 Jahren) wesentlich häufiger allein als ältere Männer. Bei älteren Frauen steigt der Anteil der Alleinlebenden mit zunehmendem Alter rasch und stark an. Für Männer bleibt er bis zum 74. Lebensjahr relativ konstant und nimmt erst dann deutlich zu.

Die durchschnittliche Quote der Alleinlebenden bei Frauen jüngeren und mittleren Alters lag mit 14 Prozent um 10 Prozentpunkte unter der entsprechenden Quote für Männer (24 Prozent). Besonders stark waren die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Altersgruppe der 30 bis 34-Jährigen. Dort machte die Differenz zwischen Männern und Frauen gut 14 Prozentpunkte aus. Ältere Frauen (ab 55 Jahren) lebten zu 37 Prozent allein, mehr als doppelt so häufig wie ältere Männer, die zu 17 Prozent allein lebten. Während nur 24 Prozent der Männer ab 75 Jahren allein lebten, waren es bei den Frauen 62 Prozent. Hier wirkt sich unter anderem die deutlich höhere Lebenserwartung von Frauen aus.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: PDF-Icon Haushalte und Lebensformen der Bevölkerung (PDF-Version: 260 KB)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Zu den Alleinstehenden zählen im Mikrozensus alle Personen, die ohne Ehe-/Lebenspartner und ohne Kinder leben. Alleinlebende sind ledige, verheiratet getrennt lebende, geschiedene und verwitwete Personen, die in einem Einpersonenhaushalt leben. Die Alleinlebenden sind eine Untergruppe der Alleinstehenden.

Grundlage für die Darstellung ist hier die Bevölkerung in Familien/Lebensformen am Hauptwohnsitz. Sie wird von der Bevölkerung in Privathaushalten abgeleitet und ist zahlenmäßig geringer als diese.

Tabelle: Alleinlebende nach Familienstand



In absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 2006

  insgesamt
in Tsd. Anteile an allen Alleinlebenden,
in Prozent
insgesamt 14.926 100,0
davon:  
ledig 7.116 47,7
verwitwet 4.485 30,0
geschieden 2.560 17,2
verheiratet getrennt lebend 766 5,1

  Frauen
in Tsd. Anteile an allen Alleinlebenden,
in Prozent
Anteile an allein-
lebenden Frauen,
in Prozent
insgesamt 8.114 54,4 100,0
davon:  
ledig 2.849 19,1 35,1
verwitwet 3.689 24,7 45,5
geschieden 1.297 8,7 16,0
verheiratet getrennt lebend 279 1,9 3,4

  Männer
in Tsd. Anteile an allen Alleinlebenden,
in Prozent
Anteile an allein-
lebenden Männern,
in Prozent
insgesamt 6.812 45,6 100,0
davon:  
ledig 4.267 28,6 62,6
verwitwet 796 5,3 11,7
geschieden 1.263 8,5 18,5
verheiratet getrennt lebend 487 3,3 7,1

Quelle: Statistisches Bundesamt: Haushalte und Lebensformen der Bevölkerung


 
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