Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Bevölkerung und Haushalte

24.10.2012
Zwischen 1991 und 2011 ist die Zahl der Privathaushalte um rund 15 Prozent gestiegen. Die Zahl der Haushaltsmitglieder nahm in dieser Zeit aber nur um zwei Prozent zu.

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Fakten



Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es in Deutschland im Jahr 2011 40,4 Millionen Haushalte mit rund 81,7 Millionen Haushaltsmitgliedern. Damit stieg die Zahl der Privathaushalte seit April 1991 um 14,7 Prozent, die Zahl der Haushaltsmitglieder aber nur um 2,0 Prozent.

Dadurch, dass die Zahl der Haushalte sehr viel schneller angestiegen ist als die Zahl der in den Haushalten lebenden Menschen, ging auch die durchschnittliche Haushaltsgröße zurück: Im Jahr 1970 entfielen in Westdeutschland auf 22,0 Millionen Haushalte 60,2 Millionen Haushaltsmitglieder. Das entsprach einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 2,74 Personen je Haushalt. Bis 1991 sank die Größe der Haushalte in Deutschland auf durchschnittlich 2,27 Personen. Mit lediglich 2,02 Personen je Haushalt wurde im Jahr 2011 die bis dahin niedrigste durchschnittliche Haushaltsgröße ermittelt.

Nach Ergebnissen der Haushaltsvorausberechnung 2010 des Statistischen Bundesamtes wird sich der Trend zu immer kleineren Haushalten auch in Zukunft fortsetzen: Die Bevölkerungszahl in den Privathaushalten wird danach bis zum Jahr 2030 auf 77,2 Millionen abnehmen und die Zahl der Haushalte auf 41,0 Millionen steigen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße wird demnach im Jahr 2030 bei nur noch 1,88 Personen liegen.

Die Entwicklung hin zu kleineren Haushalten vollzieht sich in sämtlichen Bundesländern. In den Flächenländern Westdeutschlands wird die durchschnittliche Haushaltsgröße bis 2030 voraussichtlich auf 1,92 sinken. In Ostdeutschland wird sie 2030 bei 1,84 und in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen bei durchschnittlich 1,67 Personen liegen.

Parallel zur Verkleinerung der Haushalte wird es – außer im Saarland – in allen westdeutschen Bundesländern zu einer Zunahme an Haushalten kommen. Besonders stark wird diese Zunahme bis zum Jahr 2030 voraussichtlich in Hamburg (plus 10 Prozent gegenüber 2009) sowie in Baden-Württemberg und Bayern ausfallen (jeweils plus 7 Prozent). In allen ostdeutschen Bundesländern (außer Berlin) sowie im Saarland wird die Haushaltszahl dagegen abnehmen, weil die Zunahme kleinerer Haushalte den erwarteten Bevölkerungsrückgang nicht ausgleicht. Am stärksten wird der Rückgang dabei in Sachsen-Anhalt (minus 15 Prozent gegenüber 2009), Thüringen sowie Mecklenburg-Vorpommern ausfallen (minus 13 bzw. 10 Prozent).

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Mikrozensus 2011, Entwicklung der Privathaushalte bis 2030, Statistisches Jahrbuch 2007

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Als privater Haushalt zählt hier jede zusammen wohnende und eine wirtschaftende Einheit bildende Personengemeinschaft sowie Personen, die allein wohnen und wirtschaften. Personen in Alters- oder Pflegeheimen, Kasernen und ähnlichen Einrichtungen, die dort keinen eigenen Haushalt führen, zählen hingegen zu den Personen in Gemeinschaftsunterkünften. Personen können darüber hinaus neben ihrem Hauptwohnsitz an einem weiteren Wohnsitz (Nebenwohnsitz) einem Haushalt angehören und werden in diesem Fall doppelt gezählt. Die Bevölkerung in Privathaushalten weicht deshalb geringfügig von der Einwohnerzahl (also der Bevölkerung am Hauptwohnsitz) ab.

Die Ergebnisse für die Jahre 2020 und 2030 beziehen sich auf die "Trendvariante" der Haushaltsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Diese berücksichtigt die Verhaltensänderungen der Bevölkerung bei der Bildung der Privathaushalte. Der Haushaltsvorausberechnung liegt dabei eine Variante der Bevölkerungsvorausberechnung zugrunde, die von folgenden Annahmen ausgeht: annähernd konstante zusammengefasste Geburtenziffer (1,4), moderate Zunahme der Lebenserwartung für Jungen um 7,8 und für Mädchen um 6,8 Jahre bis 2060 sowie ein allmählich ansteigender, positiver Wanderungssaldo, der ab 2014 bei 100.000 Personen pro Jahr liegt. Ausführliche Informationen zur Methodik (PDF-Datei: 300 KB) erhalten Sie PDF-Icon hier…

Bei der Interpretation der Vorausberechnung für Haushalte ist zu berücksichtigten, dass diese Unsicherheiten in sich birgt, da die Haushaltsbildung von zahlreichen Faktoren abhängt (die sich zum Teil auch gegenseitig beeinflussen) und die Trends in der Entwicklung der Haushalte weniger stabil sind als beispielsweise die der Bevölkerungsentwicklung.

Tabelle: Bevölkerung und Haushalte



In absoluten Zahlen, 1970 bis 2030

  1970* 1991 2011 2020** 2030**
in Tsd.
Privathaushalte 21.991 35.256 40.439 41.044 41.020
Bevölkerung 60.176 80.151 81.720 79.929 77.220
  Personen je Haushalt
durchschnittliche Haushaltsgröße 2,74 2,27 2,02 1,95 1,88

* Westdeutschland
** Ergebnisse der Haushaltsvorausberechnung 2010

Quelle: Statistisches Bundesamt


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