Entwicklung der Haushaltstypen
14.6.2008
Seit den 1970er Jahren hat sich die Zusammensetzung der Haushalte in Deutschland deutlich gewandelt. Am auffälligsten ist die abnehmende Bedeutung der Mehrpersonenhaushalte.
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Seit den 1970er Jahren hat sich die Zusammensetzung der Haushalte in Deutschland deutlich gewandelt. Am auffälligsten ist die abnehmende Bedeutung der Mehrpersonenhaushalte. In Westdeutschland sank der Anteil der Mehrpersonenhaushalte an allen Haushalten zwischen 1972 und 2006 von 70,5 auf 61,9 Prozent. In ganz Deutschland fiel er zwischen 1995 und 2006 von 64,2 auf 61,2 Prozent.
Weiter hat sich bei den Mehrpersonenhaushalten der Anteil der Haushalte ohne Kinder stetig erhöht: Ihr Anteil an allen Mehrpersonenhaushalten stieg zwischen 1995 und 2006 von 46,0 auf 49,0 Prozent. In Westdeutschland erhöhte sich der entsprechende Anteil zwischen 1972 und 2006 von 35,5 auf 48,4 Prozent. In Ostdeutschland lag er im Jahr 2006 bei 51,2 Prozent.
Auf der anderen Seite ist der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen Haushalten stetig gestiegen: Im Jahr 1972 lag er in Westdeutschland bei 26,2 Prozent, 2006 erreichte er bereits 38,1 Prozent. In Deutschland erhöhte sich der Anteil zwischen 1995 und 2006 von 35,9 auf 38,8 Prozent.
Der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen Haushalten fällt auf Länderebene sehr unterschiedlich aus. Während der Anteil im Jahr 2006 in Brandenburg bzw. Sachsen-Anhalt mit 35,4 bzw. 36,5 Prozent relativ niedrig war, lag er in Sachsen mit 41,3 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. In den Stadtstaaten Berlin (52,7 Prozent) und Hamburg (50,1 Prozent) lebte im selben Jahr bereits über die Hälfte der Bevölkerung allein in einem Haushalt. In Bremen war es mit 48,5 Prozent schon fast die Hälfte.
Nach Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes wird für alle Länder angenommen, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte weiter zunehmen wird: Im Jahr 2025 werden in den Flächenländern Westdeutschlands 40,0 Prozent aller Haushalte aus nur einer Person bestehen. In Ostdeutschland wird der Anteil der Einpersonenhaushalte auf 40,4 Prozent, in den Stadtstaaten sogar auf 54,5 Prozent steigen.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt:
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Als (Privat)Haushalt zählt hier jede zusammen wohnende und eine wirtschaftende Einheit bildende Personengemeinschaft sowie Personen, die allein wohnen und wirtschaften. Gemeinschaftsunterkünfte gelten nicht als Privathaushalte. Grundlage für die Darstellung ist die Bevölkerung in Privathaushalten am Haupt- und Nebenwohnsitz.
Tabelle: Entwicklung der Haushaltstypen
Ein- und Mehrpersonenhaushalte, in absoluten Zahlen und Anteile an allen Haushalten in Prozent, 1972, 1995 und 2006
| Einpersonen- haushalte |
Mehrpersonen- haushalte ohne Kinder |
Mehrpersonen- haushalte mit Kindern |
alle Mehrpersonen- haushalte |
||
| in Tsd. | in % | in Tsd. | in Tsd. | in % | |
| 1972* | 6.014 | 26,2 | 5.624 | 10.233 | 70,5 |
| 1995 | 10.825 | 35,9 | 8.626 | 10.138 | 64,2 |
| 2006 | 15.448 | 38,8 | 11.914 | 12.405 | 61,2 |
* Westdeutschland
Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2007, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit
