Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

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24.10.2012

Entwicklung der Haushaltstypen

Die Zusammensetzung der Haushalte in Deutschland hat sich deutlich gewandelt. Am auffälligsten ist die abnehmende Bedeutung der Mehrpersonenhaushalte.

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Fakten

Die Zusammensetzung der Haushalte in Deutschland hat sich deutlich gewandelt. Am auffälligsten ist die abnehmende Bedeutung der Mehrpersonenhaushalte. In Westdeutschland sank der Anteil der Mehrpersonenhaushalte an allen Haushalten zwischen 1972 und 2011 von 73,8 auf 60,5 Prozent. In ganz Deutschland fiel er in den Jahren 2000 bis 2011 von 63,9 auf 59,6 Prozent.

Weiter hat sich bei den Mehrpersonenhaushalten der Anteil der Haushalte ohne Kinder stetig erhöht: Er stieg zwischen 2000 und 2011 deutschlandweit von 47,1 auf 51,4 Prozent. In Westdeutschland erhöhte sich der entsprechende Anteil zwischen 1972 und 2011 von 33,1 auf 50,3 Prozent. In Ostdeutschland nahm er in den Jahren 2000 bis 2011 von 47,2 auf 55,9 Prozent zu.

Auf der anderen Seite ist der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen Haushalten stetig gestiegen: Im Jahr 1972 lag er in Westdeutschland bei 26,2 Prozent, 2011 waren es bereits 39,5 Prozent. In Ostdeutschland erhöhte sich der Anteil zwischen 1991 und 2000 von 30,8 auf 34,1 Prozent und dann bis 2011 weiter auf 43,6 Prozent. In Deutschland insgesamt stieg der entsprechende Anteil in den Jahren 1991 bis 2000 von 33,6 auf 36,1 Prozent, 2011 lebte in 40,4 Prozent aller Haushalte nur eine Person.

Der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen Haushalten fällt auf Länderebene sehr unterschiedlich aus. Im Jahr 1991 lagen die entsprechenden Anteile in den ostdeutschen Flächenländern noch zwischen 24,2 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 29,1 Prozent in Sachsen – und damit niedriger als in allen westdeutschen Flächenländern. Bezogen auf die Flächenländer war 2011 der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen Haushalten in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern am höchsten (43,3 bzw. 40,8 Prozent), darauf folgten Niedersachsen und Bayern (40,2 bzw. 40,1 Prozent). Vergleichsweise niedrig war der entsprechende Anteil im selben Jahr in Rheinland-Pfalz (35,3 Prozent), in Brandenburg (37,8 Prozent) sowie in Baden-Württemberg und im Saarland (jeweils 37,9 Prozent). In den drei Stadtstaaten Berlin (54,2 Prozent), Hamburg (51,4 Prozent) und Bremen (50,3 Prozent) lebte im Jahr 2011 bereits in mehr als jedem zweiten Haushalt nur eine Person.

Nach Ergebnissen der Haushaltsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird der Anteil der Einpersonenhaushalte in allen Bundesländern weiter zunehmen. Im Jahr 2030 wird in den Flächenländern Westdeutschlands in 42,3 Prozent aller Haushalte nur eine Person leben. In Ostdeutschland wird der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen Haushalten auf 41,3 Prozent, in den Stadtstaaten sogar auf 56,6 Prozent steigen.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Mikrozensus, Entwicklung der Privathaushalte bis 2030

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Als privater Haushalt zählt hier jede zusammen wohnende und eine wirtschaftende Einheit bildende Personengemeinschaft sowie Personen, die allein wohnen und wirtschaften. Personen in Alters- oder Pflegeheimen, Kasernen und ähnlichen Einrichtungen, die dort keinen eigenen Haushalt führen, zählen hingegen zu den Personen in Gemeinschaftsunterkünften. Personen können darüber hinaus neben ihrem Hauptwohnsitz an einem weiteren Wohnsitz (Nebenwohnsitz) einem Haushalt angehören und werden in diesem Fall doppelt gezählt. Die Bevölkerung in Privathaushalten weicht deshalb geringfügig von der Einwohnerzahl (also der Bevölkerung am Hauptwohnsitz) ab.

Kinder sind hier ledige Personen ohne Lebenspartner bzw. Lebenspartnerin und ohne eigene Kinder im Haushalt, die mit mindestens einem Elternteil in einer Familie zusammenleben. Als Kinder gelten im Mikrozensus – neben leiblichen Kindern – auch Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder, sofern die zuvor genannten Voraussetzungen vorliegen. Eine Altersbegrenzung für die Zählung als Kind besteht prinzipiell nicht.

Die Angaben für das Jahr 2030 beziehen sich auf die "Trendvariante" der Haushaltsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Diese berücksichtigt die Verhaltensänderungen der Bevölkerung bei der Bildung der Privathaushalte. Ausführliche Informationen zur Methodik (PDF-Datei: 300 KB) erhalten Sie PDF-Icon hier…

Tabelle: Entwicklung der Haushaltstypen

Ein- und Mehrpersonenhaushalte in absoluten Zahlen und Anteile an allen Haushalten in Prozent, 1972, 2000 und 2011

  Einpersonen- haushalte Mehrpersonenhaus-
halte ohne Kinder
Mehrpersonenhaus-
halte mit Kindern
in Tsd.
Westdeutschland
1972 6.014 5.624 11.355
2000 11.337 9.282 10.426
2011 12.569 9.662 9.564
  Ostdeutschland
2000 2.412 2.202 2.463
2011 3.768 2.727 2.149
  Deutschland
2000 13.750 11.484 12.890
2011 16.337 12.389 11.713
 
  Einpersonen- haushalte Mehrpersonen-
haushalte
 
Anteile an allen Haushalten, in Prozent
Westdeutschland
1972 26,2 73,8
2000 36,5 63,5
2011 39,5 60,5
  Ostdeutschland
2000 34,1 65,9
2011 43,6 56,4
  Deutschland
2000 36,1 63,9
2011 40,4 59,6


Quelle: Statistisches Bundesamt: Mikrozensus

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