Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Studierende

25.1.2014
Zwischen dem Wintersemester (WS) 2000/01 und dem WS 2012/13 hat sich die Zahl der Studierenden um 38,9 Prozent erhöht. Im WS 2012/13 studierten in Deutschland 2,5 Millionen Personen.

Die 20 am stärksten besetzten Studienfächer (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Im Jahr 2010 lag die Studienberechtigtenquote bei 49 Prozent – gemessen an den Gleichaltrigen in der Bevölkerung erfüllte also fast jeder Zweite die schulischen Voraussetzungen, um ein Hochschulstudium in Deutschland aufnehmen zu können. Insgesamt erwarben 458.400 Schulabsolventen im Jahr 2010 eine Studienberechtigung. Zwischen 2000 und 2010 stieg die Studienberechtigtenquote um knapp 12 Prozentpunkte.

Zwischen dem Wintersemester (WS) 2000/01 und dem WS 2012/13 hat sich die Zahl der Studierenden um 38,9 Prozent erhöht. Im WS 2012/13 studierten an den 427 Hochschulen in Deutschland 2.499.409 Personen. Etwa zwei Drittel aller Studierenden studierten an einer Universität (65,6 Prozent), knapp ein Drittel an einer Fachhochschule (31,7 Prozent). Die verbleibenden Studierenden verteilten sich auf Kunsthochschulen (1,4 Prozent) und Verwaltungsfachhochschulen (1,3 Prozent).

Im WS 2012/13 waren von den Studierenden 88,7 Prozent deutsche und 11,3 Prozent ausländische Studierende. Von den insgesamt 282.201 ausländischen Studierenden waren 204.644 Bildungsausländer und 77.557 Bildungsinländer. Bildungsausländer sind die ausländischen Studierenden, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland beziehungsweise an einem Studienkolleg erworben haben. Bildungsinländer sind die ausländischen Studierenden, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland, aber nicht an einem Studienkolleg, erworben haben.

Wie in den Jahren zuvor stammten auch im Wintersemester 2012/13 die meisten Bildungsausländer aus China (12,5 Prozent). Darauf folgten Studierende aus Russland (5,3 Prozent), Österreich (4,2 Prozent), Indien (3,5 Prozent), Bulgarien und der Türkei (jeweils 3,3 Prozent). Knapp ein Drittel aller Bildungsinländer besaß die türkische Staatsangehörigkeit (30,9 Prozent). Darauf folgten mit großem Abstand Studierende mit italienischer (5,7 Prozent), griechischer und kroatischer (jeweils 4,7 Prozent) sowie russischer Staatsangehörigkeit (4,2 Prozent). Der Anteil der Bildungsinländer an allen Studierenden liegt seit vielen Jahren annähernd konstant bei 3 Prozent (WS 2012/13: 3,1 Prozent). Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden erhöhte sich zwischen dem WS 1995/96 und dem WS 2005/06 von 5,3 auf 9,5 Prozent, seitdem ist er rückläufig. Im WS 2011/12 lag der Anteil bei 8,1 Prozent, im WS 2012/13 bei 8,2 Prozent.

Parallel zum steigenden Anteil der ausländischen Studierenden stieg auch der Anteil der deutschen Studierenden, die im Ausland studieren: Kamen 1980 auf 1.000 deutsche Studierende an inländischen Hochschulen 18 an Hochschulen im Ausland, so waren es 1989 bereits 23 Auslandsstudierende. Auf den leichten Rückgang dieses Wertes bis 1991 folgte ein anhaltender Anstieg auf 64 Auslandsstudierende je 1.000 deutsche Studierende an inländischen Hochschulen im Jahr 2010 (2008: 59 / 2009: 62).

Die Zahl der deutschen Auslandsstudierenden lag im Jahr 2010 bei rund 126.600 (2000: 52.100). Die beliebtesten Zielländer waren Österreich (21,6 Prozent), die Niederlande (18,8 Prozent), Großbritannien (11,8 Prozent), die Schweiz (10,6 Prozent), die USA (7,5 Prozent), Frankreich (4,9 Prozent) und China (ca. 3,8 Prozent). Diese sieben Länder nahmen zusammen knapp vier Fünftel der Auslandsstudierenden auf. Auf die EU-Mitgliedstaaten entfielen deutlich mehr als zwei Drittel der deutschen Studierenden im Ausland (70,8 Prozent), weitere 12,7 Prozent gingen in andere Staaten Europas. Insgesamt blieben somit 83,5 Prozent der deutschen Studierenden im europäischen Ausland. 8,8 Prozent entschieden sich für ein Studium auf dem amerikanischen Kontinent, 4,9 Prozent für Asien und 2,8 Prozent für einen Studienaufenthalt in Australien und Ozeanien.

Zwischen dem WS 1991/92 und dem WS 2005/06 ist der Anteil der weiblichen Studierenden an allen Studierenden kontinuierlich von 39,2 auf 47,8 Prozent gestiegen. Seitdem hat sich der Frauenanteil nur noch wenig verändert. Von den rund 2,5 Millionen Studierenden im WS 2012/13 waren 52,6 Prozent männlich und 47,4 Prozent weiblich. Von den 495.088 Studienanfängern im Sommersemester 2012 und Wintersemester 2012/13 waren 49,5 Prozent weiblich.

Auch bei den bestandenen Promotionen hat sich der Frauenanteil deutlich erhöht. Zwischen 1993 und 2012 stieg er kontinuierlich von 30,6 auf 45,4 Prozent. Mit einem Anteil von 27 Prozent an allen im Jahr 2012 abgeschlossenen Habilitationsverfahren lag der Frauenanteil 12 Prozentpunkte höher als 1998. Mit fast 40 Prozent war dabei der Frauenanteil in den Sprach- und Kulturwissenschaften am höchsten. In den Bereichen Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften lag die Quote bei knapp 26 Prozent, in den Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bei fast 25 Prozent. Im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften erreichte sie rund 19 Prozent. Der Frauenanteil innerhalb der Professorenschaft erhöhte sich zwischen 2002 und 2011 von 11,9 auf 19,9 Prozent (vorläufiges Ergebnis 2012: 20,4 Prozent). Die Zahl der Professorinnen erreichte 2011 mit 8.526 einen neuen Höchststand (vorläufiges Ergebnis 2012: 8.921).

Im WS 2012/13 entfielen von den männlichen Studierenden 61,5 Prozent auf die zwanzig beliebtesten Studienfächer. Besonders beliebt waren dabei Betriebswirtschaftslehre (8,3 Prozent aller männlichen Studierenden), Maschinenbau/-wesen (7,7 Prozent), Informatik (5,4 Prozent) sowie Elektrotechnik/Elektronik (4,6 Prozent). Bei den weiblichen Studierenden studierten 56,0 Prozent eines der zwanzig am stärksten besetzten Studienfächer. Die obersten Ränge belegten im WS 2012/13 Betriebswirtschaftslehre (8,5 Prozent aller weiblichen Studierenden), Germanistik/Deutsch (5,2 Prozent), Rechtswissenschaft (4,7 Prozent) sowie Medizin (Allgemein-Medizin) und Erziehungswissenschaft (Pädagogik) mit 4,4 bzw. 3,9 Prozent.

Auffällig ist, dass sich Männer bei der Studienfachwahl bisher deutlich häufiger für technische Fächer entscheiden als Frauen. Die Fächer Maschinenbau/-wesen, Informatik, Elektrotechnik/Elektronik, Wirtschaftsingenieurwesen (mit ingenieurwissenschaftlichem Schwerpunkt), Wirtschaftsinformatik sowie Bauingenieurwesen/Ingenieurbau waren bei den Männern im WS 2012/13 alle in den Top 10 der beliebtesten Fächer. Bei den Frauen war nur das Fach Bauingenieurwesen/Ingenieurbau unter den beliebtesten 20 Fächern – an vorletzter Stelle. Entsprechend lag der Anteil der Männer in diesen Fächern im WS 2012/13 zwischen 73,0 und 90,7 Prozent.

Auf der anderen Seite werden die Fächer Erziehungswissenschaft (Pädagogik), Germanistik/Deutsch, Psychologie und Anglistik/Englisch überwiegend von Frauen studiert. Während diese Studienfächer im WS 2012/13 bei den Frauen die Ränge zwei, fünf, sechs und acht unter den beliebtesten Fächern belegten, fand sich bei den Männern lediglich das Fach Germanistik/Deutsch in den Top 20 (Rang 16). Entsprechend lag der Anteil der Frauen in diesen Fächern im WS 2012/13 zwischen 71,8 und 77,7 Prozent.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Studierende an Hochschulen, Hochschulen auf einen Blick, Deutsche Studierende im Ausland, Wirtschaft und Statistik: Von der Hochschulreife zum Studienabschluss

Tabelle: Die 20 am stärksten besetzten Studienfächer



Deutsche und ausländische Studierende, in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, Wintersemester 2012/2013

Studierende insgesamt Rang Anzahl Anteile an allen Studie-
renden,
in Prozent
Anteil der männlichen Studie-
renden,
in Prozent
Anteil der weiblichen Studie-
renden,
in Prozent
Betriebswirtschaftslehre 1 209.724 8,4 51,8 48,2
Maschinenbau/-wesen 2 112.383 4,5 90,2 9,8
Rechtswissenschaft 3 102.908 4,1 45,9 54,1
Medizin (Allgemein-Medizin) 4 85.009 3,4 39,2 60,8
Wirtschaftswissenschaften 5 84.307 3,4 55,9 44,1
Informatik 6 82.273 3,3 85,7 14,3
Germanistik/Deutsch 7 81.110 3,2 23,4 76,6
Elektrotechnik/Elektronik 8 66.115 2,6 90,7 9,3
Erziehungswissenschaft (Pädagogik) 9 60.188 2,4 22,3 77,7
Mathematik 10 59.388 2,4 51,5 48,5
Psychologie 11 54.393 2,2 24,6 75,4
Biologie 12 51.178 2,0 36,4 63,6
Wirtschaftsingenieurwesen mit ingenieurwiss. Schwerpunkt 13 49.288 2,0 79,5 20,5
Bauingenieurwesen/
Ingenieurbau
14 49.128 2,0 73,0 27,0
Anglistik/Englisch 15 46.810 1,9 28,2 71,8
Wirtschaftsinformatik 16 45.722 1,8 80,5 19,5
Physik 17 42.526 1,7 76,8 23,2
Wirtschaftsingenieurwesen mit wirtschaftswiss. Schwerpunkt 18 42.119 1,7 75,9 24,1
Chemie 19 41.452 1,7 60,4 39,6
Intern. Betriebswirtschaft/Management 20 39.235 1,6 44,3 55,7
20 am stärksten besetzten Studienfächer x 1.405.256 56,2
 
Studierende insgesamt x 2.499.409 100,0 52,6 47,4

 

 

männliche Studierende Rang Anzahl Anteile an allen männlichen Studie-
renden,
in Prozent
Betriebswirtschaftslehre 1 108.643 8,3
Maschinenbau/-wesen 2 101.341 7,7
Informatik 3 70.496 5,4
Elektrotechnik/Elektronik 4 59.947 4,6
Rechtswissenschaft 5 47.258 3,6
Wirtschaftswissenschaften 6 47.112 3,6
Wirtschaftsingenieurwesen mit ingenieurwiss. Schwerpunkt 7 39.170 3,0
Wirtschaftsinformatik 8 36.799 2,8
Bauingenieurwesen/Ingenieurbau 9 35.859 2,7
Medizin (Allgemein-Medizin) 10 33.358 2,5
Physik 11 32.672 2,5
Wirtschaftsingenieurwesen mit wirtschaftswiss. Schwerpunkt 12 31.986 2,4
Mathematik 13 30.570 2,3
Chemie 14 25.037 1,9
Geschichte 15 19.468 1,5
Germanistik/Deutsch 16 18.970 1,4
Biologie 17 18.606 1,4
Politikwissenschaft/Politologie 18 17.491 1,3
Intern. Betriebswirtschaft/Management 19 17.362 1,3
Architektur 20 15.611 1,2
20 am stärksten besetzten Studienfächer x 807.756 61,5
 
männliche Studierende insgesamt x 1.314.017 100,0

 

 

weibliche Studierende Rang Anzahl Anteile an allen weiblichen Studie-
renden,
in Prozent
Betriebswirtschaftslehre 1 101.081 8,5
Germanistik/Deutsch 2 62.140 5,2
Rechtswissenschaft 3 55.650 4,7
Medizin (Allgemein-Medizin) 4 51.651 4,4
Erziehungswissenschaft (Pädagogik) 5 46.769 3,9
Psychologie 6 41.026 3,5
Wirtschaftswissenschaften 7 37.195 3,1
Anglistik/Englisch 8 33.620 2,8
Biologie 9 32.572 2,7
Mathematik 10 28.818 2,4
Soziale Arbeit 11 26.536 2,2
Intern. Betriebswirtschaft/Management 12 21.873 1,8
Architektur 13 18.945 1,6
Sozialwesen 14 17.786 1,5
Chemie 15 16.415 1,4
Interdisziplin. Studien (Schwerpkt. Sprach- u. Kulturwissenschaften) 16 15.755 1,3
Gesundheitswissenschaften/-management 17 15.385 1,3
Geschichte 18 15.220 1,3
Bauingenieurwesen/Ingenieurbau 19 13.269 1,1
Politikwissenschaft/Politologie 20 12.365 1,0
20 am stärksten besetzten Studienfächer x 664.071 56,0
 
weibliche Studierende insgesamt x 1.185.392 100,0

Quelle: Statistisches Bundesamt: Studierende an Hochschulen


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