Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen
10.11.2008
Die Ausgaben im Rahmen des Bildungsbudgets betrugen im Jahr 2005 rund 141,6 Milliarden Euro. Davon entfielen 35,4 Prozent auf allgemeinbildende Bildungsgänge.
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Die gesamten öffentlichen und privaten Bildungsaufwendungen in Deutschland werden im so genannten Bildungsbudget abgebildet, das jährlich vom Statistischen Bundesamt erstellt wird. Die Ausgaben im Rahmen des Bildungsbudgets betrugen im Jahr 2005 rund 141,6 Milliarden Euro. Davon entfielen 35,4 Prozent auf allgemeinbildende Bildungsgänge, 11,9 Prozent auf betriebliche Ausbildung im Dualen System und 5,3 Prozent auf berufliche Bildungsgänge. Der Elementarbereich – Kindergärten, Vorschulklassen, Schulkindergärten – hatte einen Anteil von 8,0 Prozent. 17,4 Prozent entfielen auf den Tertiärbereich, also auf Universitäten und Fachhochschulen, Fachschulen, Fachakademien, Berufsakademien, Schulen des Gesundheitswesens im Tertiärbereich, Studentenwerke sowie Ausgaben der Hochschulen für Forschung und Entwicklung.
Zwischen 1995 und 2006 erhöhte sich das Bildungsbudget um 14,7 Milliarden Euro (2006: 142,9 Mrd. Euro). Trotz dieser Steigerung hat sich das Budget im Vergleich zur wirtschaftlichen Entwicklung proportional verringert: Während 1995 die Bildungsausgaben noch 6,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprachen, waren es 2005 bzw. 2006 nur noch 6,3 bzw. 6,2 Prozent. Wären auch im Jahr 2006 (wie 1995) 6,9 Prozent des BIP für das Bildungsbudget aufgewendet worden, hätten dem Bildungsbereich gut 18 Milliarden Euro mehr zur Verfügung gestanden.
Allerdings stieg nach Angaben des Bildungsberichts 2008 die Höhe der Mittel pro Bildungsteilnehmer zwischen 1995 und 2005 real – also unter Berücksichtigung des Preisniveaus – um 0,6 Prozent. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Bildungsbereichen jedoch unterschiedlich. Während sich die Ausgaben für Kindergärten, Schulen und Hochschulen zwischen 1995 und 2005 erhöhten, reduzierten insbesondere die Bundesagentur für Arbeit und die Unternehmen ihre Ausgaben für die Weiterbildung.
Mehr als drei Viertel des Bildungsbudgets 2005 wurden von den öffentlichen Haushalten finanziert. Dabei entfielen 8,5 Prozent auf den Bund, 51,1 Prozent auf die Länder und 16,7 Prozent auf die Kommunen. 23,4 bzw. 0,3 Prozent wurden vom privaten Bereich bzw. vom Ausland aufgebracht. Allerdings muss bei den Bildungsausgaben der Unternehmen berücksichtigt werden, dass diese eine steuermindernde Wirkung haben.
Nach Angaben des Bildungsberichts 2008 wird sich die Struktur der Bildungsfinanzierung in den einzelnen Bildungsbereichen aufgrund neuer Beteiligungsregelungen verändern. So verzeichneten beispielsweise die Hochschulen in staatlicher Trägerschaft (ohne Universitätskliniken) im Jahr 2006 Einnahmen von den Studierenden in Höhe von 200 Millionen Euro. Durch die Einführung von Studienbeiträgen für das Erststudium in sieben Ländern im Jahr 2007 stieg dieser Betrag auf 700 Millionen Euro. Dies entsprach rund 4 Prozent der Ausgaben der staatlichen Hochschulen (ohne Hochschulkliniken). Die Beiträge der Studierenden an Hochschulen in privater Trägerschaft (einschließlich Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft) beliefen sich 2007 auf 230 Millionen Euro. Damit konnten knapp 41 Prozent der Ausgaben der privaten Hochschulen finanziert werden.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt:
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Die Ausgaben für das Bildungsbudget in internationaler Abgrenzung umfassen die Ausgaben der Bildungseinrichtungen für das Lehr- und sonstige Personal, für die Beschaffung von Lehr- und Lernmitteln, für Heizung, Elektrizität, die Reinigung und Erhaltung von Schulgebäuden sowie die Ausgaben für den Bau von Schulgebäuden und für andere Investitionsgüter. Weiter bestreiten auch andere Einrichtungen und die Bildungsteilnehmer bzw. deren Eltern einen Teil der Ausgaben für das Bildungsbudget. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Ausgaben, die von den Lernenden zur Vorbereitung, zum Besuch und zur Nachbereitung des Unterrichts geleistet werden (unter anderem Nachhilfeunterricht, Anschaffung von Taschenrechnern, Büchern, Schreibwaren). Lohn- und Gehaltskosten von Teilnehmern an betrieblicher Aus- oder Weiterbildung (Opportunitätskosten) werden nicht berücksichtigt. Enthalten sind auch die Ausgaben der Hochschulen für Forschung und Entwicklung.
Die zusätzlichen bildungsrelevanten Ausgaben in nationaler Abgrenzung umfassen Ausgaben für Kinderbetreuung in öffentlichen Krippen und Horten, die betriebliche Weiterbildung, Volkshochschulen, Einrichtungen der Lehrerfortbildung, Einrichtungen der Jugendarbeit und die Förderung von Teilnehmern an Weiterbildungsmaßnahmen.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden.
Tabelle: Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen
In absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 2005*
| in Mrd. Euro |
Anteile, in Prozent |
|
| Elementarbereich – ISCED 0** |
11,3 | 8,0 |
| Schulen und schulnaher Bereich – ISCED 1-4*** |
76,2 | 53,8 |
| darunter: | ||
| allgemeinbildende Bildungsgänge | 50,1 | 35,4 |
| berufliche Bildungsgänge | 7,5 | 5,3 |
| betriebliche Ausbildung im Dualen System | 16,9 | 11,9 |
| ISCED 5/6 – Tertiärbereich**** | 24,6 | 17,4 |
| darunter: | ||
| Forschung und Entwicklung an Hochschulen | 9,2 | 6,5 |
| sonstiges (keiner ISCED-Stufe zugeordnet)***** |
2,4 | 1,7 |
| übrige Ausgaben in internationaler Abgrenzung |
13,1 | 9,3 |
| zusätzliche bildungsrelevante Ausgaben in nationaler Abgrenzung****** |
14,0 | 9,9 |
| davon: | ||
| betriebliche Weiterbildung | 7,9 | 5,6 |
| Ausgaben für weitere Bildungsangebote | 4,8 | 3,4 |
| Förderung von Teilnehmenden an Weiterbildung |
1,3 | 0,9 |
| Bildungsbudget insgesamt | 141,6 | 100,0 |
* abgegrenzt nach der ISCED-Gliederung: International Standard Classification for Education
** Kindergärten, Vorschulklassen, Schulkindergärten
*** berufliche Bildungsgänge: ohne Fachschulen, Fachakademien, Berufsakademien, Schulen des Gesundheitswesens im Tertiärbereich; betriebliche Ausbildung im Dualen System: einschließlich ausbildungsrelevanter Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit.
**** ohne Ausgaben für die Krankenbehandlung, einschließlich Ausgaben für Fachschulen, Fachakademien, Berufsakademien, Schulen des Gesundheitswesens im Tertiärbereich, Forschung und Entwicklung an Hochschulen, Studentenwerke.
***** einschließlich geschätzten Ausgaben für die Beamtenausbildung, Serviceleistungen der öffentlichen Verwaltung sowie Studienseminaren.
****** betriebliche Weiterbildung: Schätzung der Kosten für interne und externe Weiterbildung (ohne Personalkosten der Teilnehmenden) auf der Basis der Erwerbstätigen (ohne Auszubildende) laut Mikrozensus und der durchschnittlichen Weiterbildungskosten je Beschäftigten laut der Europäischen Erhebung zur beruflichen Weiterbildung (CVTS). Eventuelle Doppelzählungen bei externen Weiterbildungsmaßnahmen (zum Beispiel in Hochschulen) konnten nicht bereinigt werden; Ausgaben für weitere Bildungsangebote: öffentlich geförderte Angebote; Förderung von Teilnehmenden an Weiterbildung: Zahlungen der Bundesagentur für Arbeit an Teilnehmende an beruflicher Weiterbildung, eventuelle Doppelzählungen (Duale Ausbildung, Weiterbildung) konnten nicht bereinigt werden.
Quelle: Statistisches Bundesamt: Im Fokus: Budget für Bildung, Forschung und Wissenschaft 2005/2006
