Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland
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1.7.2013

Erwerbstätige nach Stellung im Beruf

Im Jahr 2011 waren deutlich mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen Angestellte (56,9 Prozent). Gut jeder vierte Erwerbstätige war Arbeiter (26,2 Prozent), knapp jeder neunte Selbstständiger (11,0 Prozent) und rund jeder zwanzigste Beamter (5,2 Prozent).

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Fakten

Werden die Erwerbstätigen in Deutschland nach der Stellung im Beruf unterschieden, ist festzustellen, dass im Jahr 2011 deutlich mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen Angestellte waren (56,9 Prozent). Gut jeder vierte Erwerbstätige war Arbeiter (26,2 Prozent), knapp jeder neunte Selbstständiger (11,0 Prozent) und rund jeder zwanzigste Beamter (5,2 Prozent). 0,6 Prozent der Erwerbstätigen waren im Jahr 2011 mithelfende Familienangehörige.

Der Anteil der Angestellten an allen Erwerbstätigen erhöhte sich zwischen 1991 und 2011 – abseits kleinerer Schwankungen im Zeitverlauf – von 44,9 auf 56,9 Prozent. Die absolute Zahl der Angestellten nahm parallel von 16,81 auf 22,68 Millionen zu. Diese Entwicklung ist für frühere Jahre auch in Westdeutschland festzustellen – hier stieg der Anteil der Angestellten zwischen 1970 und 1990 von 29,6 auf 43,3 Prozent, die absolute Zahl der Angestellten erhöhte sich von 7,69 auf 12,72 Millionen.

Während der Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen zwischen 1991 und 2011 leicht von 8,1 auf 11,0 Prozent zunahm, verringerte sich der Anteil der Arbeiter im selben Zeitraum von 38,9 auf 26,2 Prozent und der der mithelfenden Familienangehörigen von 1,4 auf 0,6 Prozent. In Westdeutschland ging der Anteil der Arbeiter zwischen 1970 und 1990 von 47,3 auf 37,4 Prozent zurück und der der mithelfenden Familienangehörigen von 6,9 auf 2,0 Prozent.

Uneinheitlicher ist das Bild bei den Beamten. Hier lag der Anteil an allen Erwerbstätigen 1991 bei 6,7 Prozent. Bis 1997 erhöhte sich der Anteil leicht auf 6,9 Prozent, um dann bis 2011 auf 5,2 Prozent zu fallen. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu früheren Jahren: In Westdeutschland erhöhte sich zwischen 1970 und 1990 der Anteil der Beamten an allen Erwerbstätigen von 5,5 auf 8,5 Prozent, die absolute Zahl stieg von 1,42 auf 2,49 Millionen. In Deutschland gab es im Jahr 2011 gut 400.000 Beamte weniger als in Westdeutschland 1990.

Werden die Erwerbstätigen nicht nur nach der Stellung im Beruf unterteilt, sondern zusätzlich noch nach Männern und Frauen, ergeben sich große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So lag im Jahr 2011 der Anteil der Angestellten an allen Erwerbstätigen bei den Frauen bei 70,2 Prozent – das sind fast 25 Prozentpunkte mehr als bei den Männern (45,5 Prozent). Der Anteil der männlichen Arbeiter an allen erwerbstätigen Männern war hingegen mit 34,5 Prozent gut doppelt so hoch wie der entsprechende Anteil bei den Frauen (16,5 Prozent), bei den Selbstständigen lagen die Werte bei 14,0 Prozent bei den Männern und 7,6 Prozent bei den Frauen. Eine ähnliche Höhe hatten die Anteile nur bei den Beamten: Bei den Männern waren im Jahr 2011 5,6 Prozent aller Erwerbstätigen beamtet, bei den Frauen waren es 4,8 Prozent. Schließlich lag der Anteil der mithelfenden Familienangehörigen bei den erwerbstätigen Männern bei 0,3 Prozent und bei den Frauen bei 0,9 Prozent.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Mikrozensus

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Erwerbstätige sind Personen im Alter von 15 Jahren und mehr, die im Berichtszeitraum wenigstens eine Stunde für Lohn oder sonstiges Entgelt irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachgehen beziehungsweise in einem Arbeitsverhältnis stehen (Arbeitnehmer einschließlich Soldaten sowie mithelfende Familienangehörige), selbstständig ein Gewerbe oder eine Landwirtschaft betreiben oder einen freien Beruf ausüben.

Selbstständige sind Personen, die ein Unternehmen, einen Betrieb oder eine Arbeitsstätte gewerblicher oder landwirtschaftlicher Art wirtschaftlich und organisatorisch als Eigentümer oder Pächter leiten (einschließlich selbstständige Handwerker) sowie alle freiberuflich Tätigen, Hausgewerbetreibenden, Zwischenmeister.

Unbezahlt mithelfende Familienangehörige sind Personen, die in einem landwirtschaftlichen oder nichtlandwirtschaftlichen Unternehmen, das von einem Familienmitglied als Selbstständigem geleitet wird, mithelfen, ohne hierfür Lohn oder Gehalt zu erhalten und ohne dass für sie Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden.

Beamte sind Personen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis des Bundes, der Länder, der Gemeinden und sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts (einschließlich der Beamtenanwärter und der Beamte im Vorbereitungsdienst), Richter sowie Soldaten. Ferner zählen im Mikrozensus auch Wehrdienstleistende, Pfarrer, Priester, kirchliche Würdenträger sowie Beamte in den Sicherheitsdiensten dazu.

Zu den Angestellten zählen alle nicht beamteten Gehaltsempfänger. Für die Zuordnung ist grundsätzlich die Stellung im Betrieb beziehungsweise die Vereinbarung im Arbeitsvertrag entscheidend. Leitende Angestellte gelten ebenfalls als Angestellte, sofern sie nicht Miteigentümer sind. Den Angestellten werden – sofern kein getrennter Ausweis erfolgt – auch die Zivildienstleistenden und Personen in Freiwilligendiensten zugeordnet.

Arbeiter sind alle Lohnempfänger, unabhängig von der Lohnzahlungs- und Lohnabrechnungsperiode und der Qualifikation, ferner Heimarbeiter sowie Hausgehilfen.

Informationen zu den "Abweichungen zwischen Erwerbstätigenrechnung (im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) und Mikrozensus bei der Zahl der Erwerbstätigen" erhalten Sie hier...

Tabelle: Erwerbstätige nach Stellung im Beruf

In absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 1970 bis 2011*

  insgesamt Selbst­ständige mithelfende Familien­angehörige Beamte Angestellte Arbeiter
in Tsd.
Westdeutschland
1970 25.951 2.766 1.790 1.423 7.693 12.279
1975 25.961 2.398 1.299 2.142 8.977 11.145
1980 26.875 2.316 924 2.261 10.002 11.372
1985 26.626 2.424 712 2.367 10.531 10.592
1990 29.334 2.580 578 2.485 12.716 10.975
  Deutschland
1991 37.446 3.037 522 2.511 16.808 14.568
1992 36.939 3.091 529 2.491 16.860 13.968
1993 36.379 3.175 483 2.483 16.770 13.468
1994 36.077 3.288 488 2.471 16.847 12.983
1995 36.048 3.336 482 2.445 16.790 12.995
1996 35.982 3.409 385 2.461 16.752 12.975
1997 35.805 3.528 360 2.455 16.986 12.476
1998 35.860 3.594 388 2.406 17.172 12.300
1999 36.402 3.594 311 2.389 17.655 12.453
2000 36.604 3.643 323 2.315 17.645 12.678
2001 36.816 3.632 441 2.263 18.496 11.984
2002 36.536 3.654 414 2.224 18.668 11.576
2003 36.172 3.744 385 2.244 18.633 11.166
2004 35.659 3.852 402 2.242 18.016 11.147
2005 36.566 4.080 421 2.224 19.071 10.770
2006 37.343 4.131 382 2.224 19.993 10.613
2007 38.163 4.160 396 2.218 19.894 11.495
2008 38.734 4.143 349 2.110 21.502 10.630
2009 38.663 4.215 245 2.089 22.017 10.097
2010 38.939 4.259 221 2.084 22.536 9.839
2011 39.869 4.405 236 2.081 22.682 10.465

 

  insgesamt Selbst­ständige mithelfende Familien­angehörige Beamte Angestellte Arbeiter
Anteile, in Prozent
Westdeutschland
1970 100,0 10,7 6,9 5,5 29,6 47,3
1975 100,0 9,2 5,0 8,3 34,6 42,9
1980 100,0 8,6 3,4 8,4 37,2 42,3
1985 100,0 9,1 2,7 8,9 39,6 39,8
1990 100,0 8,8 2,0 8,5 43,3 37,4
Deutschland
1991 100,0 8,1 1,4 6,7 44,9 38,9
1992 100,0 8,4 1,4 6,7 45,6 37,8
1993 100,0 8,7 1,3 6,8 46,1 37,0
1994 100,0 9,1 1,4 6,8 46,7 36,0
1995 100,0 9,3 1,3 6,8 46,6 36,0
1996 100,0 9,5 1,1 6,8 46,6 36,1
1997 100,0 9,9 1,0 6,9 47,4 34,8
1998 100,0 10,0 1,1 6,7 47,9 34,3
1999 100,0 9,9 0,9 6,6 48,5 34,2
2000 100,0 10,0 0,9 6,3 48,2 34,6
2001 100,0 9,9 1,2 6,1 50,2 32,6
2002 100,0 10,0 1,1 6,1 51,1 31,7
2003 100,0 10,4 1,1 6,2 51,5 30,9
2004 100,0 10,8 1,1 6,3 50,5 31,3
2005 100,0 11,2 1,2 6,1 52,2 29,5
2006 100,0 11,1 1,0 6,0 53,5 28,4
2007 100,0 10,9 1,0 5,8 52,1 30,1
2008 100,0 10,7 0,9 5,4 55,5 27,4
2009 100,0 10,9 0,6 5,4 56,9 26,1
2010 100,0 10,9 0,6 5,4 57,9 25,3
2011 100,0 11,0 0,6 5,2 56,9 26,2

* ab 2005: kontinuierliche Erhebung mit gleitender Berichtswoche statt fester Berichtswoche; 1970: revidierte Hochrechnung; Erwerbstätige 1970 ohne Soldaten, ab 1975 einschließlich Soldaten; Angestellte einschließlich Auszubildende in anerkannten kaufmännischen und technischen Ausbildungsberufen; Arbeiter einschließlich Auszubildende in anerkannten gewerblichen Ausbildungsberufen.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Mikrozensus

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