Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Teilzeitbeschäftigte

1.7.2013
Unabhängig von der Entwicklung der absoluten Zahlen hat sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an allen sozialversicherungspflichtig Voll- und Teilzeitbeschäftigten kontinuierlich erhöht.

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Fakten



Die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tragen einerseits maßgeblich zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme bei, andererseits erwerben sie über ihre Beitragszahlungen auch Leistungsansprüche. Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zwischen 1992 und 2005 an Bedeutung verloren und zwischen 2005 und 2012 an Bedeutung gewonnen. Unabhängig von der Entwicklung der absoluten Zahlen hat sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an allen sozialversicherungspflichtig Voll- und Teilzeitbeschäftigten kontinuierlich erhöht. Deutschlandweit stieg der Anteil zwischen 1999 und 2011 von 13,4 auf 20,0 Prozent – dabei in Westdeutschland von 13,7 auf 19,9 Prozent und in Ostdeutschland von 12,3 auf 20,4 Prozent. Für Westdeutschland lässt sich diese Entwicklung auch für frühere Zeiträume feststellen: Lag der Anteil der Teilzeitbeschäftigten 1976 noch bei 7,1 Prozent, waren es 1992 bereits 11,4 Prozent.

Bei der Entwicklung der Teilzeitbeschäftigung bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Bei den Männern erhöhte sich Anteil der Teilzeitbeschäftigten an allen sozialversicherungspflichtig Voll- und Teilzeitbeschäftigten zwischen 1999 und 2011 deutschlandweit von 3,0 auf 6,5 Prozent, bei den Frauen stieg der entsprechende Anteil von 26,6 auf 36,0 Prozent. Von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2011 war demnach nur rund jeder fünfzehnte Mann aber gut jede dritte Frau teilzeitbeschäftigt. Die absolute Zahl der sozialversicherungspflichtig Teilzeitbeschäftigten stieg – mit kleineren Schwankungen im Zeitverlauf – zwischen 1993 und 2011 in Westdeutschland von 2,77 auf 4,57 Millionen und in Ostdeutschland von 0,38 auf 1,10 Millionen.

Bezogen auf alle 20- bis 64-jährigen Erwerbstätigen stieg der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in Deutschland laut Eurostat zwischen dem 2. Quartal 1998 und dem 2. Quartal 2012 von 18,3 auf 25,8 Prozent. Dabei stieg der entsprechende Anteil bei den Männern in diesem Zeitraum von 4,1 auf 8,9 Prozent und bei den Frauen von 37,0 auf 45,3 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war im Jahr 2010 für mehr als die Hälfte der Frauen die Betreuung von Kindern/Pflegebedürftigen oder andere familiäre Verpflichtungen der Hauptgrund für die Teilzeittätigkeit (51,3 Prozent). 18,9 Prozent arbeiteten in Teilzeit, weil sie keine Vollzeittätigkeit finden konnten. Aus- oder Weiterbildung war für 5,5 Prozent der Frauen der Hauptgrund für die Teilzeittätigkeit, Krankheit oder Unfallfolgen nannten 1,9 Prozent.

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) reduzierte sich die durchschnittliche Arbeitszeit der teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer zwischen 1991 und 2001 von 662,3 auf 589,5 Stunden pro Jahr. In den Folgejahren stieg die durchschnittliche Arbeitszeit wieder – zuletzt auf 634,6 Stunden im Jahr 2012.

Datenquelle



Bundesagentur für Arbeit (BA): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach ausgewählten Merkmalen 03/2013; Eurostat: Online-Datenbank: Teilzeitbeschäftigung als Prozentsatz der gesamten Beschäftigung, nach Geschlecht und Alter (Stand: 05/2013); Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB): Durchschnittliche Arbeitszeit und ihre Komponenten in Deutschland; Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung 78/12, Statistisches Jahrbuch 2007

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte umfassen alle Arbeitnehmer, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung zu zahlen sind; dazu gehören auch insbesondere Auszubildende, Altersteilzeitbeschäftigte, Praktikanten, Werkstudenten und Personen, die aus einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zur Ableistung von gesetzlichen Dienstpflichten (zum Beispiel Wehrübung) einberufen werden. Nicht einbezogen sind dagegen Beamte, Selbstständige, mithelfende Familienangehörige, Berufs- und Zeitsoldaten, Wehr- und Zivildienstleistende sowie ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte.

Die Unterscheidung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Voll- und Teilzeitbeschäftigten richtet sich nach den von den Arbeitgebern in den Meldebelegen erteilten Angaben. Je nachdem, welche arbeitsvertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit einem Beschäftigungsverhältnis zugrunde liegt, wird zwischen vollzeitbeschäftigt und teilzeitbeschäftigt unterschieden. Dabei gilt als teilzeitbeschäftigt, wessen Arbeitszeit unter der betrieblichen Arbeitszeit (= Vollzeit) liegt.

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Tabelle: Teilzeitbeschäftigte



Anteil der Teilzeitbeschäftigten an allen sozialversicherungspflichtig Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Prozent, 1999 bis 2011*

  insgesamt Männer Frauen
Deutschland Westdt. Ostdt. Deutschland Westdt. Ostdt. Deutschland Westdt. Ostdt.
1999 13,4 13,7 12,3 3,0 2,8 3,9 26,6 28,2 21,4
2000 14,1 14,4 13,2 3,5 3,3 4,4 27,5 28,9 22,6
2001 14,8 15,0 14,0 4,0 3,8 4,8 28,4 29,7 23,5
2002 15,4 15,7 14,5 4,2 4,1 4,9 29,2 30,5 24,2
2003 15,9 16,2 14,8 4,4 4,3 5,0 29,9 31,2 24,7
2004 16,3 16,5 15,3 4,5 4,4 5,3 30,5 31,9 25,4
2005 16,7 16,9 15,8 4,6 4,5 5,3 31,2 32,5 26,4
2006 17,2 17,3 16,6 5,0 4,8 5,8 31,9 33,1 27,4
2007 17,8 17,8 17,7 5,3 5,0 6,4 33,1 34,1 29,3
2008 18,2 18,2 18,5 5,5 5,2 6,8 33,7 34,6 30,4
2009 19,0 18,9 19,4 5,8 5,5 7,4 34,6 35,4 31,4
2010 19,5 19,4 19,9 6,1 5,8 7,7 35,2 36,0 32,0
2011 20,0 19,9 20,4 6,5 6,1 8,1 36,0 36,8 32,8

* jeweils Juni / ohne die Fälle "ohne Angabe"

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach ausgewählten Merkmalen 03/2013

 


Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte



Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in absoluten Zahlen, 1976 bis 2011*

  Westdeutschland   Deutschland Westdeutschland Ostdeutschland
Vollzeit Teilzeit Vollzeit Teilzeit Vollzeit Teilzeit Vollzeit Teilzeit
in Tsd. in Tsd.
1976 18.520 1.419 1993 25.454 3.142 20.357 2.765 5.097 377
1977 18.435 1.445 1994 24.890 3.348 19.923 2.832 4.967 516
1978 18.590 1.498 1995 24.659 3.459 19.700 2.897 4.959 562
1979 18.996 1.577 1996 24.165 3.574 19.345 3.000 4.820 574
1980 19.289 1.665 1997 23.660 3.620 19.043 3.053 4.617 567
1981 19.133 1.731 1998 23.423 3.785 18.929 3.145 4.494 640
1982 18.696 1.776 1999 23.801 3.678 18.681 2.961 5.119 717
1983 18.364 1.783 2000 23.890 3.929 18.921 3.172 4.969 757
1984 18.205 1.835 2001 23.689 4.120 18.917 3.343 4.771 777
1985 18.497 1.881 2002 23.308 4.255 18.702 3.475 4.606 780
1986 18.779 1.951 2003 22.658 4.288 18.209 3.515 4.449 773
1987 19.006 2.039 2004 22.202 4.311 17.873 3.530 4.329 781
1988 19.148 2.117 2005 21.802 4.365 17.619 3.577 4.183 788
1989 19.404 2.215 2006 21.815 4.530 17.632 3.699 4.182 831
1990 19.972 2.396 2007 22.070 4.773 17.861 3.867 4.209 906
1991 20.632 2.541 2008 22.443 5.003 18.190 4.039 4.252 964
1992 20.850 2.680 2009 22.165 5.202 17.965 4.189 4.201 1.012
  2010 22.306 5.389 18.064 4.338 4.242 1.051
2011 22.683 5.670 18.397 4.574 4.286 1.096

* jeweils Juni / ab einschließlich 1999 ohne die Fälle "ohne Angabe"

Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2007; Bundesagentur für Arbeit (BA): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach ausgewählten Merkmalen 03/2013


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