Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte

10.11.2008
Unter den Erwerbstätigen gingen im Jahr 2007 von den rund 35,3 Millionen beschäftigten Arbeitnehmern 23,5 Millionen einer Vollzeit- und 11,8 Millionen einer Teilzeitbeschäftigung nach.

Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte, 1980 - 2007Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (© bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de/

Fakten



In Deutschland hat sich nicht nur die absolute Zahl, sondern auch die Struktur der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verändert. Eine wesentliche Veränderung ist die zunehmende Bedeutung der Teilzeitbeschäf­tigung. Zwischen 1993 und 2007 erhöhte sich der Anteil der Teilzeitbeschäf­tigten an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 11,0 auf 17,7 Prozent. Für Westdeutschland lässt sich diese Entwicklung auch für frühere Zeiträume feststellen: Lag der Anteil der Teilzeitbeschäf­tigten 1976 noch bei 7,1 Prozent, waren es 1992 bereits 11,4 Prozent.

Unter den Erwerbstätigen gingen im Jahr 2007 von den rund 35,3 Millionen beschäftigten Arbeitnehmern 23,5 Millionen einer Vollzeit- und 11,8 Millionen einer Teilzeitbeschäftigung nach. Die Teilzeitquote lag bei den beschäftigten Arbeitnehmern damit bei 33,5 Prozent. Noch 1996 waren lediglich 21,6 Prozent aller Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt. Diese Entwicklung findet sich sowohl in West- als auch in Ostdeutschland. Während die Teilzeitquote bei den beschäftigten Arbeitnehmern in Westdeutschland zwischen 2001 und 2007 von 29,2 auf 34,1 Prozent stieg, erhöhte sie sich in Ostdeutschland im selben Zeitraum von 23,7 auf 31,2 Prozent.

Auffällig ist, dass die Teilzeitquoten sowohl bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und den beschäftigten Arbeitnehmern insgesamt als auch bei den Selbstständigen kontinuierlich gestiegen sind. Während bei vielen ökonomischen Prozessen wellenförmige Entwicklungen typisch sind, hat sich die Teilzeitquote sowohl in West- als auch in Ostdeutschland nur einmal – von 1998 auf 1999 – minimal gegen den Trend entwickelt. Auch eine Betrachtung der Teilzeitquoten nach Geschlecht bestätigt diese Entwicklung: Nach Angaben von Eurostat und einer Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit stieg bei den Männern der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an allen Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 Jahren zwischen 1996 und 2006 von 3,4 auf 8,4 Prozent. Bei den Frauen erhöhte sich der entsprechende Wert im selben Zeitraum von 33,3 auf 45,4 Prozent.

Sowohl bei den vollzeit- als auch bei den teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmern hat sich die durchschnittliche Arbeitszeit in den letzten Jahren erhöht. Zwischen 1996 und 2007 stieg sie bei den Vollzeitbeschäftigten von 1.645 auf 1.682 Stunden pro Jahr. Bei den teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmern erhöhte sich die durchschnittliche Arbeitszeit im selben Zeitraum von 612 auf 624 Stunden pro Jahr.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: PDF-Icon Statistisches Jahrbuch 2007 (PDF-Version: 6.430 KB); Bundesagentur für Arbeit (BA): Beschäftigtenstatistik, PDF-Icon Jahresbericht 2006 (PDF-Version: 1.800 KB); Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB): PDF-Icon Daten zur kurzfristigen Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt 06/2008 (PDF-Version: 50 KB)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählen alle Arbeiter, Angestellten und Personen in beruflicher Ausbildung, die in der gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und/oder Arbeitslosenversicherung pflichtversichert sind oder für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden.

Tabelle: Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte



Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in absoluten Zahlen, Stichtag 30.6., 1976 bis 2007

  Deutschland
Vollzeit Teilzeit
in Tsd.
1993 25.454 3.142
1994 24.890 3.348
1995 24.659 3.459
1996 24.165 3.574
1997 23.660 3.620
1998 23.423 3.785
1999 23.805 3.678
2000 23.897 3.929
2001 23.698 4.120
2002 23.316 4.255
2003* 22.658 4.288
2004* 22.202 4.311
2005* 21.802 4.365
2006* 21.815 4.530
2007 22.025 4.746
 

  Westdeutschland Ostdeutschland
Vollzeit Teilzeit Vollzeit Teilzeit
in Tsd. in Tsd.
1976 18.520 1.419
1977 18.435 1.445
1978 18.590 1.498
1979 18.996 1.577
1980 19.289 1.665
1981 19.133 1.731
1982 18.696 1.776
1983 18.364 1.783
1984 18.205 1.835
1985 18.497 1.881
1986 18.779 1.951
1987 19.006 2.039
1988 19.148 2.117
1989 19.404 2.215
1990 19.972 2.396
1991 20.632 2.541
1992 20.850 2.680
1993 20.357 2.765 5.097 377
1994 19.923 2.832 4.967 516
1995 19.700 2.897 4.959 562
1996 19.345 3.000 4.820 574
1997 19.043 3.053 4.617 567
1998 18.929 3.145 4.494 640
1999 19.303 3.088 4.502 590
2000 19.541 3.307 4.356 622
2001 19.538 3.481 4.160 639
2002 19.299 3.616 4.017 639
2003* 18.779 3.657 3.879 631
2004* 18.425 3.670 3.777 641
2005* 17.619 3.577 4.183 788
2006* 17.632 3.699 4.183 831
2007 17.816 3.867 4.209 879

* enthalten nicht die Fälle "ohne Angabe"

Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2007; Bundesagentur für Arbeit (BA): Beschäftigtenstatistik; Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB): Daten zur kurzfristigen Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt 06/2008


 
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