Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Beschäftigte des öffentlichen Dienstes

1.7.2013
Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist seit der Wiedervereinigung um etwa ein Drittel gesunken. Parallel zur Verringerung der Zahl der Beschäftigten hat sich auch die Beschäftigungsstruktur des öffentlichen Dienstes verändert.

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Fakten



Der öffentliche Dienst deckt ein breites Spektrum öffentlicher Dienstleistungen ab. Die personalintensivsten Bereiche sind das Bildungswesen, die soziale Sicherung sowie die innere und äußere Sicherheit. Für die Erbringung dieser Dienstleistungen werden Arbeitnehmer, Beamte und Richter sowie Berufs- und Zeitsoldaten eingesetzt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst seit der Wiedervereinigung um etwa ein Drittel gesunken. Zwischen 1991 und 2008 sank die Zahl der Beschäftigten von 6,74 auf 4,51 Millionen, bis 2011 erhöhte sie sich leicht auf 4,60 Millionen (Westdeutschland: 3,89 Mio. / Ostdeutschland: 0,71 Mio.). Von den 4,60 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst im Jahr 2011 waren 59,1 Prozent Arbeitnehmer, 36,9 Prozent Beamte und Richter sowie 4,0 Prozent Berufs- und Zeitsoldaten. 1991 lag der Anteil der Arbeitnehmer an allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst noch bei 68,8 Prozent. Die Reduzierung des Personalbestandes ging demnach vor allem zulasten der beschäftigten Arbeitnehmer – ihre Zahl reduzierte sich zwischen 1991 und 2011 von 4,64 auf 2,72 Millionen (minus 41,4 Prozent). Die Zahl der Beamten und Richter verringerte sich im selben Zeitraum um lediglich 7,9 Prozent.

Zwischen 2000 und 2011 reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes um 6,2 Prozent. Der Rückgang auf kommunaler Ebene war dabei mit 13,0 Prozent am höchsten, gefolgt vom Rückgang auf Bundesebene mit 12,2 Prozent. Im Bereich der Sozialversicherung reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im selben Zeitraum um 7,3 Prozent und auf Landesebene um 2,2 Prozent. Im Jahr 2011 entfielen 11,4 Prozent der Beschäftigten auf den Bund, 50,8 Prozent auf die Länder, 29,7 Prozent auf die Gemeinden und 8,1 Prozent auf die Sozialversicherung.

Parallel zur Verringerung der Zahl der Beschäftigten hat sich auch die Beschäftigungsstruktur des öffentlichen Dienstes verändert: Zwischen 1991 und 2011 erhöhte sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten von 15,8 auf 32,2 Prozent. Mitte 2011 waren im öffentlichen Dienst 1,48 Millionen Personen in einem Teilzeitverhältnis beschäftigt. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Inanspruchnahme der Altersteilzeit: Im Jahr 2000 machten lediglich 58.247 Beschäftigte von dieser Regelung Gebrauch, im Jahr 2011 waren es 255.982 (davon standen 122.800 noch in vollem Umfang zur Verfügung, 116.100 befanden sich in der Freistellungsphase und lediglich 17.100 Personen nutzten die Altersteilzeit für einen gleitenden Übergang in den Ruhestand). Fast jeder vierte Beschäftigte im öffentlichen Dienst, der das 55. Lebensjahr vollendet hatte, befand sich Mitte 2011 in Altersteilzeit (24 Prozent). Allerdings lag der entsprechende Anteil Mitte 2010 noch bei 28 Prozent und auch die absolute Zahl aller Altersteilzeitbeschäftigten verringerte sich gegenüber 2010 um 33.975 Beschäftigte. Dies hat damit zu tun, dass Anfang 2010 die Möglichkeiten zur Altersteilzeit für die meisten Beschäftigten im öffentlichen Dienst stark eingeschränkt wurden.

Neben der Entwicklung bei der Altersteilzeit führte auch der langfristig gestiegene Frauenanteil zur Erhöhung der Teilzeitquote. Die Frauenquote im öffentlichen Dienst stieg zwischen 1991 und 2011 von 47 auf 54,2 Prozent. Allerdings variiert der Frauenanteil stark zwischen den Aufgabenbereichen: Mitte 2011 waren beispielsweise im Bereich "Soziale Sicherung, soziale Kriegsfolgeaufgaben, Wiedergutmachung" drei von vier Beschäftigten weiblich (75,5 Prozent, insgesamt 553.844 Frauen) – in dem Teilbereich "Tageseinrichtungen für Kinder" lag der Frauenanteil sogar bei 96,7 Prozent (159.843 Beschäftigte). Auch die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen stellen mit 664.159 weiblichen von insgesamt 957.943 Beschäftigten einen beschäftigungsintensiven Bereich mit einer hohen Frauenquote dar (69,3 Prozent). Auf der anderen Seite lag der Frauenanteil in den Bereichen Verteidigung (17,1 Prozent), Verkehrs- und Nachrichtenwesen (21,1 Prozent), Wirtschaftsunternehmen (23,1 Prozent) sowie Bundespolizei, Polizei (24,7 Prozent) bei weniger als einem Viertel.

Im Jahr 2011 waren 6,2 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst jünger als 25 Jahre, 17,9 Prozent waren zwischen 25 und unter 35 Jahre und gut die Hälfte gehörte zur Gruppe der 35- bis unter 55-Jährigen (52,9 Prozent). 14,3 Prozent waren zwischen 55 und unter 60 Jahre, die 60-Jährigen und Älteren hatten 2011 einen Anteil von 8,7 Prozent an allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Die durchschnittlichen Brutto-Monatsbezüge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes lagen im Juni 2011 bei 2.840 Euro. Dabei lagen die Bezüge bei Beamten, Richtern, Berufs- und Zeitsoldaten bei durchschnittlich 3.280 Euro und bei Arbeitnehmern bei durchschnittlich 2.540 Euro. Allerdings hängt die Höhe der Bezüge entscheidend von der jeweiligen Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe ab. So lagen Mitte 2011 die durchschnittlichen Brutto-Monatsbezüge bei Beamten, Richtern, Berufs- und Zeitsoldaten zwischen 1.130 Euro (Auszubildende) und 7.290 Euro (Besoldung nach Besoldungsordnung B). Bei den Arbeitnehmern war die Spanne mit durchschnittlich 860 Euro für Auszubildende und 7.420 Euro für außertariflich bezahlte Arbeitnehmer noch größer.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Personal des öffentlichen Dienstes, www.destatis.de

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



In den Personalstatistiken umfasst der öffentliche Dienst das Personal aller Kernhaushalte, Sonderrechnungen und der Einrichtungen in öffentlich-rechtlicher Rechtsform. Zu den Kernhaushalten gehören alle Ämter, Behörden, Gerichte und Einrichtungen, für die in den Haushaltsplänen des Bundes, der Länder, der Gemeinden/Gemeindeverbände und der Sozialversicherungsträger die Ausgaben und Einnahmen brutto veranschlagt und Personalausgaben ausgewiesen werden. Sonderrechnungen sind rechtlich unselbstständige Einheiten in öffentlich-rechtlicher Rechtsform, die über eine eigene Wirtschafts-/Rechnungsführung verfügen. Zu den Sonderrechnungen zählen Bundesbetriebe und Landesbetriebe, kommunale Eigenbetriebe sowie Sondervermögen. Einrichtungen in öffentlich-rechtlicher Rechtsform sind rechtlich selbstständige Körperschaften, Anstalten und öffentlich-rechtliche Stiftungen, die unter der Aufsicht des Bundes, der Länder oder der Gemeinden/Gemeindeverbände stehen (einschließlich Zweckverbände, ohne Sozialversicherungsträger und Bundesagentur für Arbeit). Kirchen, Geschäftsbanken, Rundfunk- und Fernsehanstalten zählen nicht zu den öffentlichen Arbeitgebern. Weitere Informationen finden Sie unter "Begriffserläuterungen" in der Publikation "Personal des öffentlichen Dienstes".

Tabelle: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes



Nach Beschäftigungsbereichen, Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung und Beschäftigungsverhältnis in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 1991 bis 2011*

  insgesamt Bundes­bereich Landes­bereich kommunaler Bereich Sozial­versicherung
in Tsd.
1991 6.737,8 - - - -
1994 6.094,3 - - - -
1995 5.371,0 - - - -
1996 5.276,5 - - - -
1997 5.163,8 - - - -
1998 5.068,6 - - - -
1999 4.969,4 - - - -
2000 4.908,9 597,7 2.390,7 1.572,0 348,6
2001 4.820,8 582,8 2.352,0 1.535,7 350,2
2002 4.809,1 574,3 2.369,4 1.512,7 352,8
2003 4.779,4 573,0 2.373,0 1.479,9 353,4
2004 4.669,9 569,4 2.347,5 1.410,3 342,7
2005 4.599,4 560,9 2.298,1 1.373,0 367,4
2006 4.576,0 554,9 2.287,1 1.358,2 375,8
2007 4.540,6 550,5 2.273,1 1.341,2 375,7
2008 4.505,1 536,5 2.262,8 1.331,4 374,4
2009 4.547,6 533,9 2.284,1 1.350,2 379,3
2010 4.586,1 530,3 2.317,8 1.355,2 382,8
2011 4.602,9 524,7 2.337,0 1.367,2 374,1
  Anteile, in Prozent
1991 100,0 - - - -
1994 100,0 - - - -
1995 100,0 - - - -
1996 100,0 - - - -
1997 100,0 - - - -
1998 100,0 - - - -
1999 100,0 - - - -
2000 100,0 12,2 48,7 32,0 7,1
2001 100,0 12,1 48,8 31,9 7,3
2002 100,0 11,9 49,3 31,5 7,3
2003 100,0 12,0 49,7 31,0 7,4
2004 100,0 12,2 50,3 30,2 7,3
2005 100,0 12,2 50,0 29,9 8,0
2006 100,0 12,1 50,0 29,7 8,2
2007 100,0 12,1 50,1 29,5 8,3
2008 100,0 11,9 50,2 29,6 8,3
2009 100,0 11,7 50,2 29,7 8,3
2010 100,0 11,6 50,5 29,6 8,3
2011 100,0 11,4 50,8 29,7 8,1

 

  insgesamt Vollzeit­beschäftigte Teilzeit­beschäftigte Beamte/ Richter Berufs- und Zeitsoldaten Arbeit­nehmer
in Tsd.
1991 6.737,8 5.671,0 1.066,8 1.843,5 257,3 4.637,1
1994 6.094,3 4.919,8 1.174,6 1.972,1 212,7 3.909,6
1995 5.371,0 4.303,0 1.068,0 1.701,1 194,3 3.475,5
1996 5.276,5 4.207,4 1.069,1 1.711,6 190,8 3.374,1
1997 5.163,8 4.084,8 1.078,9 1.718,4 191,8 3.253,6
1998 5.068,6 3.952,6 1.116,0 1.704,5 191,4 3.172,7
1999 4.969,4 3.805,1 1.164,3 1.693,3 189,8 3.086,3
2000 4.908,9 3.697,0 1.211,8 1.684,6 186,6 3.037,8
2001 4.820,8 3.582,4 1.238,4 1.666,8 184,6 2.969,5
2002 4.809,1 3.520,9 1.288,2 1.674,8 185,2 2.949,1
2003 4.779,4 3.439,0 1.340,4 1.689,9 186,9 2.902,6
2004 4.669,9 3.327,1 1.342,8 1.696,9 187,7 2.785,3
2005 4.599,4 3.237,7 1.361,7 1.691,6 185,1 2.722,7
2006 4.576,0 3.194,7 1.381,3 1.694,5 184,1 2.697,4
2007 4.540,6 3.143,7 1.396,9 1.686,0 184,8 2.669,8
2008 4.505,1 3.105,7 1.399,3 1.672,7 183,6 2.648,8
2009 4.547,6 3.121,0 1.426,6 1.674,2 185,0 2.688,4
2010 4.586,1 3.106,7 1.479,4 1.687,1 185,7 2.713,4
2011 4.602,9 3.119,4 1.483,5 1.698,2 185,5 2.719,2
  Anteile, in Prozent
1991 100,0 84,2 15,8 27,4 3,8 68,8
1994 100,0 80,7 19,3 32,4 3,5 64,2
1995 100,0 80,1 19,9 31,7 3,6 64,7
1996 100,0 79,7 20,3 32,4 3,6 63,9
1997 100,0 79,1 20,9 33,3 3,7 63,0
1998 100,0 78,0 22,0 33,6 3,8 62,6
1999 100,0 76,6 23,4 34,1 3,8 62,1
2000 100,0 75,3 24,7 34,3 3,8 61,9
2001 100,0 74,3 25,7 34,6 3,8 61,6
2002 100,0 73,2 26,8 34,8 3,9 61,3
2003 100,0 72,0 28,0 35,4 3,9 60,7
2004 100,0 71,2 28,8 36,3 4,0 59,6
2005 100,0 70,4 29,6 36,8 4,0 59,2
2006 100,0 69,8 30,2 37,0 4,0 58,9
2007 100,0 69,2 30,8 37,1 4,1 58,8
2008 100,0 68,9 31,1 37,1 4,1 58,8
2009 100,0 68,6 31,4 36,8 4,1 59,1
2010 100,0 67,7 32,3 36,8 4,0 59,2
2011 100,0 67,8 32,2 36,9 4,0 59,1

* jeweils Ende Juni

Quelle: Statistisches Bundesamt: Personal des öffentlichen Dienstes


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