Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Einkommen privater Haushalte

27.9.2013
Nach Ergebnissen der Laufenden Wirtschaftsrechnungen lag das durchschnittliche Nettoeinkommen der privaten Haushalte im Jahr 2011 bei 2.988 Euro im Monat. Dabei lag es in Westdeutschland bei 3.144 Euro und in Ostdeutschland bei 2.424 Euro.

Privathaushalte nach Größe und monatlichem Nettoeinkommen.Klicken Sie auf die Grafik, um das PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Nach Ergebnissen der Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) verfügten im Jahr 2011 von den hochgerechnet 36,7 Millionen Privathaushalten 6,9 Millionen über ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1.300 Euro. Bei 12,1 Millionen lag es bei 1.300 bis unter 2.600 Euro und bei 6,9 Millionen bei 2.600 bis unter 3.600 Euro. 5,7 Millionen Privathaushalte hatten ein monatliches Nettoeinkommen von 3.600 bis unter 5.000 Euro und bei 5,1 Millionen waren es 5.000 bis unter 18.000 Euro.

Die Verteilung der Haushalte auf die einzelnen Einkommensgruppen wird auch durch die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2008 – die im Gegensatz zu den LWR auch Haushalte mit Haupteinkommen aus selbstständiger und landwirtschaftlicher Tätigkeit berücksichtigt – bestätigt: Von den hochgerechnet 39,4 Millionen Privathaushalten hatten 3,4 Millionen ein monatliches Nettoeinkommen von unter 900 Euro. Bei 4,5 Millionen waren es 900 bis unter 1.300 Euro und bei 2,3 Millionen 1.300 bis unter 1.500 Euro. 5,8 Millionen Haushalte hatten ein Einkommen von 1.500 bis unter 2.000 Euro, bei 5,7 Millionen waren es 2.000 bis unter 2.600 Euro. Weitere 6,8 Millionen Privathaushalte verfügten über ein Nettoeinkommen von 2.600 bis unter 3.600 Euro, 5,7 Millionen über 3.600 bis unter 5.000 Euro. Schließlich lag das Nettoeinkommen bei 5,2 Millionen Haushalten bei 5.000 bis unter 18.000 Euro.

Werden die Einkommensgruppen der EVS zu denen der LWR zusammengefasst, hatten 20,2 Prozent der Privathaushalte ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1.300 Euro (LWR: 18,8 Prozent), 34,9 Prozent verfügten über 1.300 bis unter 2.600 Euro (LWR: 32,8 Prozent) und bei 17,3 Prozent waren es 2.600 bis unter 3.600 Euro (LWR: 18,7 Prozent). Weiter verfügten 14,6 Prozent über 3.600 bis unter 5.000 Euro (LWR: 15,6 Prozent) und bei 13,1 Prozent lag das Einkommen bei 5.000 bis unter 18.000 Euro (LWR: 14,0 Prozent).

Laut den LWR lag das durchschnittliche Nettoeinkommen der privaten Haushalte im Jahr 2011 bei 2.988 Euro im Monat (Westdeutschland: 3.144 Euro / Ostdeutschland: 2.424 Euro). Bei den Haushalten, bei denen der Haupteinkommensbezieher arbeitslos oder Rentner war, lag das Durchschnittseinkommen mit 1.210 Euro beziehungsweise 2.120 Euro klar unter dem Durchschnitt. Über dem Durchschnitt lag hingegen das monatliche Nettoeinkommen der privaten Haushalte, deren Haupteinkommensbezieher Arbeitnehmer oder Pensionär war – das durchschnittliche Einkommen dieser Haushalte lag bei 3.711 Euro beziehungsweise 3.901 Euro.

Die Daten des Mikrozensus ermöglichen eine Gliederung in Einkommensgruppen, bei der gleichzeitig die Stellung im Beruf berücksichtigt wird. Dabei werden allerdings nicht Haushalte betrachtet, sondern ausschließlich Erwerbstätige. Nach Angaben des Mikrozensus belief sich im Jahr 2011 das monatliche Nettoeinkommen bei 23,4 Prozent der 21,7 Millionen Angestellten auf unter 900 Euro, bei den 10,0 Millionen Arbeitern lag der entsprechende Wert sogar bei 29,1 Prozent. Auch bei den Selbstständigen fiel nahezu jeder Fünfte in diese Einkommensgruppe (19,3 Prozent), bei den Beamten waren es hingegen nur 1,9 Prozent. Auf der anderen Seite verfügten 72,6 Prozent der 2,0 Millionen Beamten über ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 2.000 Euro oder mehr. Bei den 3,9 Millionen Selbstständigen fanden sich noch gut zwei von fünf Erwerbstätigen in dieser Einkommensgruppe wieder (43,3 Prozent), bei den Angestellten und Arbeitern waren es mit 27,7 beziehungsweise 14,2 Prozent deutlich weniger.

Das durchschnittliche Bruttoeinkommen privater Haushalte betrug im Jahr 2011 monatlich 3.871 Euro (Westdeutschland: 4.090 Euro / Ostdeutschland: 3.080 Euro). Nach Angaben der LWR stammten davon 62,0 Prozent (2.400 Euro) aus Erwerbstätigkeit. Knapp ein Viertel (22,8 Prozent bzw. 884 Euro) entfiel auf Transferzahlungen des Staates (darunter in erster Linie Renten der gesetzlichen Rentenversicherung und staatliche Pensionen, aber auch Kindergeld, Arbeitslosengeld I und II, Sozialgeld). Einnahmen aus Vermögen trugen zu 9,9 Prozent (385 Euro) zum Haushaltsbruttoeinkommen bei (fast drei Viertel der Einnahmen beruhten dabei auf dem finanziellen Vorteil, der durch die eigene Nutzung von Wohneigentum entsteht). Schließlich stammten durchschnittlich 5,2 Prozent des Bruttoeinkommens der Privathaushalte aus nichtöffentlichen Transferzahlungen und aus Untervermietung (202 Euro).

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Wirtschaftsrechnungen, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), Mikrozensus

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Generell werden Personen in Gemeinschaftsunterkünften und Anstalten (darunter Personen in Alters- und Pflegeheimen, Angehörige der Bereitschaftspolizei, der Bundespolizei und der Bundeswehr) nicht in die Erhebung im Rahmen der Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) einbezogen. Auch Obdachlose und Haushalte, deren monatliches Nettoeinkommen 18.000 Euro und mehr beträgt, werden nicht erfasst. Zudem ist für die LWR eine Einbeziehung der Haushalte von Selbstständigen sowie Landwirten nach gesetzlichen Vorgaben nicht zulässig.

Ausführlich Informationen zu den "Laufenden Wirtschaftsrechnungen" erhalten Sie »hier...«

Der Mikrozensus ist eine repräsentative Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Rund 830.000 Personen in etwa 370.000 privaten Haushalten und Gemeinschaftsunterkünften werden stellvertretend für die gesamte Bevölkerung zu ihren Lebensbedingungen befragt. Dies sind ein Prozent der Bevölkerung, die nach einem festgelegten statistischen Zufallsverfahren ausgewählt werden. Die Befragung ist absolut vertraulich und die Daten werden nur für statistische Zwecke verwendet.

Tabelle: Einkommen privater Haushalte



Nach Einkommensgruppen (netto) und Einkommensquellen (brutto), 2011

monatliches Haushaltsnetto-einkommen von ...
bis unter ... Euro
Haushalte,
in Tsd.
Anteile,
in Prozent
Personen je Haushalt
insgesamt 36.701 100,0 2,0
davon:
unter 1.300 6.902 18,8 1,2
1.300 bis 2.600 12.053 32,8 1,6
2.600 bis 3.600 6.873 18,7 2,1
3.600 bis 5.000 5.733 15,6 2,6
5.000 bis 18.000 5.139 14,0 3,0

 

durchschnittliches Haushaltsbrutto-einkommen pro Monat, in Euro Anteile,
in Prozent
insgesamt 3.871 100,0
davon:
Einkommen aus Erwerbstätigkeit 2.400 62,0
Einkommen aus öffentlichen Transferzahlungen 884 22,8
Einnahmen aus Vermögen 385 9,9
Einkommen aus nichtöffentlichen Transferzahlungen und Untervermietung 202 5,2

Quelle: Statistisches Bundesamt: Wirtschaftsrechnungen


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/de/

counter
 
zum Fragebogen >

Ihre Meinung ist uns wichtig


Vielen Dank für Ihren Besuch von bpb.de!

Wir wollen unseren Internetauftritt verbessern - und zwar mit Ihrer Hilfe. Dazu laden wir Sie herzlich zu einer kurzen Befragung ein. Sie dauert etwa 10-12 Minuten. Die Befragung führt das unabhängige Marktforschungsinstitut SKOPOS für uns durch.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig!

Ihre Bundeszentrale für politische Bildung

Information zum Datenschutz und zur Datensicherheit


Als unabhängiges Marktforschungsinstitut führt SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co. KG im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung diese Befragung durch.

Zur Durchführung der Befragung erhebt SKOPOS Ihre IP-Adresse. Diese wird umgehend anonymisiert und getrennt von den Befragungsdaten verarbeitet, deshalb ist eine Identifizierung von Personen nicht möglich. Weitere personenbeziehbare oder personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.