Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

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27.9.2013

Ausstattung mit Gebrauchsgütern

Die Ausstattung mit Gebrauchsgütern hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Haushaltsgröße und dem Alter der im Haushalt lebenden Personen zum Beispiel auch vom Haushaltseinkommen.

Ausstattung mit Gebrauchsgütern.Klicken Sie auf die Grafik, um das PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten

Auf Basis der Laufenden Wirtschaftrechnungen (LWR) verfügten im Jahr 2012 fast alle privaten Haushalte in Deutschland über mindestens ein Telefon (99,7 Prozent), einen Kühlschrank beziehungsweise über eine Kühl- und Gefrierkombination (99,4 Prozent) sowie über einen Fernseher (96,4 Prozent) und eine Waschmaschine (96,0 Prozent). Auch bei Fotoapparaten (86,3 Prozent), Computern (83,5 Prozent) und Fahrrädern (80,8 Prozent) war der Ausstattungsgrad sehr hoch. Weiter verfügten 79,4 Prozent aller Haushalte über einen Internetzugang und 77,4 Prozent hatten ein Auto.

Allerdings verändert sich der Ausstattungsgrad, wenn die Gebrauchsgüter nach Untergruppen gegliedert werden. Beispielsweise verfügten im Jahr 2012 lediglich 35,6 Prozent aller Haushalte über ein fabrikneues Auto. Bei Flachbildfernsehern sinkt der Ausstattungsgrad – im Vergleich zu allen Fernsehgeräten – auf 58,9 Prozent und lediglich ein Viertel der Haushalte hat die Möglichkeit, mobil auf das Internet zuzugreifen (26,8 Prozent).

Flachbildfernseher gehören zu den Gebrauchsgütern, bei denen sich der Ausstattungsgrad in sehr kurzer Zeit deutlich erhöht hat – zwischen 2006 und 2012 um 1.078 Prozent. Ebenfalls rasant ist die Ausstattung der Haushalte mit Navigationsgeräten gestiegen. Zwischen 2005 und 2012 nahm der Ausstattungsgrad von 4,4 auf 42,7 Prozent zu (plus 870 Prozent). Weiter verfügte 2004 nicht einmal jeder siebte Haushalt über einen mobilen Computer (Notebook, Laptop, Tablet-PC), 2012 waren es mit 57,5 Prozent weit mehr als die Hälfte der Haushalte (plus 332 Prozent). Nach Angaben der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) war im Jahr 1998 nicht einmal jeder zwölfte Haushalt online (8,1 Prozent) und in nur jedem neunten Haushalt konnte mobil telefoniert werden (11,2 Prozent). Bis 2012 erhöhte sich laut LWR der Anteil der Haushalte mit Internetzugang auf 79,4 Prozent (plus 880 Prozent) und ein Mobiltelefon fand sich in 90,3 Prozent aller Haushalte (plus 706 Prozent).

Der Ausstattungsgrad hat sich nicht bei allen Gebrauchsgütern erhöht. So reduzierte sich beispielsweise der Anteil der Haushalte mit analogen Fotoapparaten zwischen 2004 und 2012 von 75,6 auf 45,1 Prozent (minus 40,3 Prozent). Auch bei analogen Videokameras (minus 32,7 Prozent), bei Gefrierschränken/Gefriertruhen (minus 22,6 Prozent) sowie beim Kabelanschluss (minus 15,6 Prozent) sank der Ausstattungsgrad in diesem Zeitraum. Während bei analogen Videokameras und Fotoapparaten die Digitalisierung für die rückläufigen Ausstattungsgrade verantwortlich ist, werden Gefrierschränke/Gefriertruhen in erster Linie durch größere Gefrierfächer bei den heutigen Kühl- und Gefrierkombinationsgeräten ersetzt.

Die Ausstattung mit Gebrauchsgütern hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Haushaltsgröße und dem Alter der im Haushalt lebenden Personen zum Beispiel auch vom Haushaltseinkommen. Die Haushalte mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 3.600 bis unter 5.000 Euro sind im Durchschnitt deutlich besser mit Gebrauchsgütern ausgestattet als Haushalte mit einem Einkommen von unter 1.300 Euro: Bezogen auf die 42 im Rahmen der LWR betrachteten Gebrauchsgüter war der Ausstattungsgrad der höheren Einkommensklasse im Jahr 2012 nur beim Kabelanschluss niedriger (hohe Einkommensklasse: 40,9 Prozent / niedrige Einkommensklasse: 51,6 Prozent). Besonders groß sind die Unterschiede bei Navigationsgeräten – hier war der Ausstattungsgrad der hohen Einkommensklasse etwa viermal so hoch wie der der niedrigen Einkommensklasse (69,7 Prozent / 16,0 Prozent). Rund dreimal so hoch war der Ausstattungsgrad bei fabrikneu gekauften Autos (51,6 Prozent / 16,6 Prozent), Sportgeräten/Hometrainern (43,1 Prozent / 14,1 Prozent), Spielkonsolen (41,8 Prozent / 14,1 Prozent), Wäschetrocknern (58,4 Prozent / 19,9 Prozent) sowie bei Videokameras/Camcordern (31,6 Prozent / 11,1 Prozent).

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Wirtschaftsrechnungen, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Der Ausstattungsgrad gibt den Anteil der Haushalte an, in denen ausgewählte Gebrauchsgüter vorhanden sind. Beispielsweise bedeutet ein Ausstattungsgrad von 90 Prozent bei Mobiltelefonen, dass 90 von 100 Haushalten mindestens ein Mobiltelefon haben.

Generell werden Personen in Gemeinschaftsunterkünften und Anstalten (darunter Personen in Alters- und Pflegeheimen, Angehörige der Bereitschaftspolizei, der Bundespolizei und der Bundeswehr) nicht in die Erhebung im Rahmen der Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) einbezogen. Auch Obdachlose und Haushalte, deren monatliches Nettoeinkommen 18.000 Euro und mehr beträgt, werden nicht erfasst. Zudem ist für die LWR eine Einbeziehung der Haushalte von Selbstständigen sowie Landwirten nach gesetzlichen Vorgaben nicht zulässig.

Tabelle: Ausstattung mit Gebrauchsgütern

Ausstattungsgrad* privater Haushalte nach ausgewählten Gebrauchsgütern in Prozent, 2004 bis 2012

2004 2007 2010 2011 2012
Fahrzeuge
Personenkraftwagen 75,5 76,7 77,6 77,9 77,4
darunter:
fabrikneu gekauft 35,3 36,0 36,8 36,2 35,6
gebraucht gekauft 45,3 46,3 46,0 46,7 47,3
geleast** 2,7 2,7 3,5 3,6 3,2
Kraftrad (auch Mofa und Roller) 10,6 11,1 10,5 10,8 11,2
Fahrrad 79,7 80,1 80,7 81,0 80,8
Unterhaltungselektronik
Fernseher 95,0 95,9 96,2 96,2 96,4
darunter:
Flachbildfernseher 9,3 36,7 48,7 58,9
Satellitenempfangsgerät 36,7 39,1 41,0 42,1 43,0
Kabelanschluss 54,0 50,0 48,0 46,4 45,6
DVB-T-Gerät 11,9 21,4 24,6 27,2
Pay-TV-Decoder 4,4 4,7 5,2 6,3
DVD-Player/-Recorder 36,4 62,9 70,8 71,3 72,2
Videokamera (Camcorder) 19,8 20,0 20,0 21,6 22,0
darunter:
analog 15,0 12,7 10,5 11,1 10,1
digital 6,1 8,6 11,4 12,8 14,0
Fotoapparat 79,4 84,9 87,1 88,1 86,3
darunter:
analog 75,6 70,0 54,6 50,7 45,1
digital 19,4 48,7 67,7 71,7 72,8
MP3-Player 29,0 41,2 42,3 42,2
CD-Player/-Recorder 70,0 78,2 79,8 79,0 78,2
Spielkonsole 14,9 22,5 23,9 25,5
Informations- und Kommunikationstechnik
Personalcomputer (PC) 63,6 72,8 80,8 82,0 83,5
darunter:
stationär 58,7 63,8 63,1 61,1 59,6
mobil (Notebook, Laptop, Tablet-PC) 13,3 25,1 45,5 51,9 57,5
Internetzugang 47,1 60,0 72,9 75,9 79,4
darunter:
stationär (zu Hause) 74,1
mobil (unterwegs, z. B. per Handy, Notebook) 26,8
Telefon 98,7 99,4 99,4 99,6 99,7
darunter:
Festnetztelefon 95,1 95,4 91,6 92,7 93,4
Mobiltelefon (Handy, Smartphone) 72,1 81,8 88,9 90,0 90,3
Telefaxgerät stationär 17,2 18,6 20,1 19,0 18,8
Navigationsgerät 12,3 33,2 38,9 42,7
Haushalts- und sonstige Geräte
Kühlschrank, Kühl- und Gefrierkombination 99,4 97,8 99,1 99,4
Gefrierschrank, Gefriertruhe 73,9 73,6 54,0 57,2 57,2
Geschirrspülmaschine 56,7 62,4 65,7 67,0 68,3
Mikrowellengerät 62,3 68,7 72,9 72,0 72,4
Waschmaschine 95,5 95,0 96,0
Wäschetrockner 36,8 40,0 39,9 39,7 40,0
Sportgerät (Hometrainer) 26,6 28,9 29,7 30,3 28,7

* Anteil der Haushalte, in denen das ausgewählte Gebrauchsgut vorhanden ist.
** einschließlich Firmenwagen, die auch privat genutzt werden dürfen. Keine Ratenkäufe.


Quelle: Statistisches Bundesamt: Wirtschaftsrechnungen

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