Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

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27.9.2013

Sparverhalten nach Einkommen

Die ungleiche Verteilung der Einkommen in Deutschland wirkt sich auch auf das Sparverhalten aus: Je höher die Haushalte in der Einkommensskala rangieren, desto höher ist in den einzelnen Gruppen der Anteil jener, die regelmäßig sparen, und desto höher ist auch der Anteil vom Einkommen, der gespart wird.

Struktur des Geldvermögens.Klicken Sie auf die Grafik, um das PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten

Nach Angaben des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) war das Einkommen der 10 Prozent der Bevölkerung mit den höchsten Nettoeinkommen im Jahr 2010 in etwa so hoch wie das Einkommen der unteren 40 Prozent (der jeweilige Anteil am gesamten Einkommen lag bei 23,1 beziehungsweise 22,9 Prozent, wobei bei der Einkommensberechnung die Größe und die Zusammensetzung der Haushalte berücksichtigt wurde).

Die ungleiche Verteilung der Einkommen wirkt sich auch auf das Sparverhalten der einzelnen Einkommensgruppen aus: Je höher die Haushalte in der Einkommensskala rangieren, desto höher ist in den einzelnen Gruppen der Anteil jener, die regelmäßig sparen, und desto höher ist auch der Anteil vom Einkommen, der gespart wird. Lediglich 16 Prozent der Haushalte des einkommensstärksten Zehntels sparten im Jahr 2011 nichts von ihren monatlichen Nettoeinkommen (nicht gewichtet). Beim einkommensschwächsten Zehntel der Haushalte lag der entsprechende Anteil hingegen bei 83 Prozent. Wiederum sparten 29 Prozent der Haushalte des einkommensstärksten Zehntels ein Fünftel oder mehr ihres verfügbaren Monatseinkommens. Beim einkommensschwächsten Zehntel waren es nur 2 Prozent der Haushalte, die diese Sparleistung erbrachten.

Im Jahr 2001 entfielen auf das Zehntel der Haushalte am oberen Ende der Einkommensskala 30,3 Prozent der laufenden Ersparnisse aller Haushalte, bis 2011 stieg der Anteil auf 37,9 Prozent. Auf der anderen Seite verringerte sich der ohnehin schon geringe Anteil, der von den monatlichen Ersparnissen auf das untere Zehntel entfällt, zwischen 2001 und 2011 von 1,0 auf 0,5 Prozent. Dies gilt im Wesentlichen auch dann, wenn die Größe und die Zusammensetzung der Haushalte berücksichtigt wird, die Einkommen also gewichtet werden (obere Zehntel: 2001: 30,2 Prozent, 2011: 37,7 Prozent / untere Zehntel: 2001: 0,8 Prozent, 2011: 0,5 Prozent).

Insgesamt sparen 60 Prozent aller Haushalte regelmäßig, 40 Prozent sparen nichts. Wenn dabei die Haushalte von Besserverdienern überdurchschnittlich häufig und viel sparen bzw. die Haushalte mit geringem Einkommen vergleichsweise wenig und häufig nichts sparen, dann vergrößert sich auch die Vermögensungleichheit. Die sehr ungleiche Verteilung des Vermögens in Deutschland wird auch von der im Frühjahr 2013 von der Bundesbank veröffentlichten Studie "Private Haushalte und Ihre Finanzen" bestätigt. Bezogen auf den Befragungszeitraum September 2010 bis Juli 2011 verfügten die reichsten 10 Prozent aller Haushalte über einen Anteil von 59,2 Prozent am Nettovermögen aller Haushalte.

Datenquelle

SOEPv28; Wirtschaftsdienst, 93. Jahrgang, Heft 2, 02/2013; DIW Wochenbericht 08/2011; Deutsche Bundesbank: Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die verfügbaren Daten informieren "allein über die monatliche Ersparnisbildung [...]. Dabei wird das gesamte tatsächliche Sparen – vor allem im oberen Bereich der Einkommensverteilung – unterschätzt, weil dort wohl in erheblichem Maße auch in Form von Darlehenstilgung (meist für eine Immobilie) gespart wird oder beispielsweise manche Einnahmen wie Dividendenausschüttungen und Sparzinsen nur jährlich anfallen und solche Einkunftsarten wohl in besonders starkem Maße zur Ersparnisbildung genutzt werden." (Wirtschaftsdienst, 93. Jahrgang, Heft 2, 02/2013)

Weitere Informationen zur "Einkommensverteilung" erhalten Sie hier...

Weitere Informationen zur "Vermögensverteilung" erhalten Sie hier...

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung, die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) beauftragt wird.

Tabelle: Sparverhalten nach Einkommen

Haushalte nach Einkommenszehnteln (Dezile), Anteil der Ersparnisse am monatlichen Haushaltseinkommen in Prozent, 2011

Haushalte nach der Höhe ihrer Monatsnettoeinkommen Anteil der Ersparnisse am monatlichen Haushaltsnettoeinkommen   Sparquote*
keine Ersparnisse bis unter 5% 5% bis unter 10% 10% bis unter 20% 20% und mehr
unteres Zehntel 83 3 6 6 2 1,8
2. Zehntel 65 8 12 10 5 4,3
3. Zehntel 50 10 14 18 8 6,4
4. Zehntel 41 8 19 23 9 7,9
5. Zehntel 37 7 20 23 13 8,3
6. Zehntel 36 17 15 18 14 9,0
7. Zehntel 28 16 19 25 13 9,9
8. Zehntel 24 15 21 26 14 10,7
9. Zehntel 17 13 27 25 18 11,6
oberes Zehntel 16 13 18 24 29 17,0
insgesamt 40 11 17 20 12 11,0

* durchschnittliche, monatliche Ersparnisse in Prozent des Monatsnettoeinkommens

Quelle: SOEPv28; Wirtschaftsdienst, 93. Jahrgang, Heft 2, 02/2013

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