Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Renten nach monatlichem Zahlbetrag

20.11.2008
Die unterschiedlichen Zahlbeträge für Versichertenrenten bei den Frauen in West- und Ostdeutschland resultieren vor allem aus den unterschiedlichen Erwerbsverläufen.

Renten nach monatlichem Zahlbetrag (GRV)Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (© bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de/

Fakten



Für Männer in Westdeutschland lag die Höhe des durchschnittlichen monatlichen Rentenzahlbetrags für Versichertenrenten der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Ende 2007 bei 947 Euro (Stichtag 31. Dezember). In Ostdeutschland betrug der entsprechende Wert 995 Euro. Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland lag der Rentenzahlbetrag bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit unter dem der Altersrenten (West: 761 Euro gegenüber 967 Euro; Ost: 656 Euro gegenüber 1.043 Euro).

Bei Frauen in Westdeutschland lag die Höhe des Rentenzahlbetrags für Versichertenrenten der GRV Ende 2007 bei 480 Euro. In Ostdeutschland betrug der entsprechende Wert 669 Euro. Während bei den Frauen in Westdeutschland der durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit (648 Euro) deutlich über dem der Altersrenten lag (468 Euro), hatten die entsprechenden Renten in Ostdeutschland ein ähnlich hohes Niveau (659 Euro bzw. 669 Euro).

Die deutlichen Unterschiede bei der Höhe des Zahlbetrags für Versichertenrenten bei den Frauen in West- und Ostdeutschland resultieren vor allem aus den unterschiedlichen Erwerbsverläufen: Während die Frauen in Ostdeutschland am 1. Juli 2007 durchschnittlich fast 38 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten vorzuweisen hatten, waren es bei den Frauen in Westdeutschland im Durchschnitt lediglich 26 Jahre.

Deutlich niedriger als die durchschnittlichen monatlichen Rentenzahlbeträge für Versichertenrenten sind die Zahlbeträge bei Renten wegen Todes. Am 31. Dezember 2007 lagen diese bei Männern in West- bzw. Ostdeutschland bei durchschnittlich 229 bzw. 272 Euro. Bei Frauen lag der Rentenzahlbetrag bei Renten wegen Todes sowohl in Westdeutschland (548 Euro) als auch in Ostdeutschland (569 Euro) höher als bei den Männern.

Werden die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge nicht auf die Rentenarten, sondern auf die Rentner bezogen, ist zu berücksichtigen, dass ein Teil der Rentner mehr als eine Rente bezieht. Fast jede dritte Rentnerin (30,4 Prozent) gehörte Mitte 2007 zur Gruppe der Mehrfachrentner. Bei den Männern lag der Anteil bei 4,7 Prozent. Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag aus allen Rentenleistungen der gesetzlichen Rentenversicherung (zum Beispiel Versichertenrente und/oder Hinterbliebenenrente) lag Mitte 2007 bei den Männern bei 963 Euro pro Person. Bei den Frauen war der entsprechende Betrag mit 691 Euro deutlich niedriger. Während bei den Einzelrentnern der Rentenzahlbetrag bei 742 Euro pro Person lag, erhielten Mehrfachrentner durchschnittlich 1.067 Euro.

Darüber hinaus bestehen neben den Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung auch andere Einkommensquellen. Nach Angaben der repräsentativen Studie "Alterssicherung in Deutschland" (ASiD) stammten im Jahr 2007 im Durchschnitt 65 Prozent des Bruttoeinkommensvolumens der 65-jährigen und älteren Personen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Niedrige Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung sind demnach nicht unmittelbar mit einer schlechten Einkommensposition gleichzusetzen. Zahlreiche Bezieher von Kleinstrenten sind ehemalige Selbstständige mit privater Absicherung oder Beamte mit Pensionen sowie über den Ehepartner abgesicherte Personen.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Einkommen der Bevölkerungsgruppe ab 65 Jahren verfügten laut der Studie ASiD'07 Ehepaare in Westdeutschland im Jahr 2007 über ein monatliches Nettoeinkommen von 2.350 Euro je Monat. Bei alleinstehenden Männern lag das Einkommen bei 1.568 Euro und bei alleinstehenden Frauen betrug es 1.201 Euro im Monat. In Ostdeutschland verfügten Ehepaare im selben Jahr über ein Nettoeinkommen von durchschnittlich 1.937 Euro, bei alleinstehenden Männern bzw. Frauen waren es 1.188 bzw. 1.152 Euro im Monat.

Datenquelle



Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund): PDF-Icon Rentenversicherung in Zahlen 2008 (PDF-Version: 540 KB); Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): »ASiD'07«

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Die Studie "Alterssicherung in Deutschland (ASiD)" wird seit 1986 in mehrjährigem Turnus von TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) durchgeführt.

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund): PDF-Icon Von Altersgrenze bis Zeitrente – das Rentenlexikon (PDF-Version: 1.780 KB), PDF-Icon Glossar: RV in Zeitreihen (PDF-Version: 200 KB)

Tabelle: Renten nach monatlichem Zahlbetrag



Anteile an der jeweilgen Rentenart (GRV) in Prozent, 31.12.2007*

Rentenzahlbetrag
von ... bis unter ...
Euro pro Monat
Westdeutschland
Versichertenrenten Witwen-
renten
Witwer-
renten
an Männer an Frauen
unter 150 6,6 14,5 10,1 38,6
150 - 300 5,7 22,0 11,0 32,1
300 - 450 5,5 14,8 13,1 19,7
450 - 600 6,3 14,9 19,9 6,8
600 - 750 7,8 14,4 23,1 1,9
750 - 900 9,5 9,8 14,3 0,6
900 - 1.050 12,0 4,7 5,9 0,1
1.050 - 1.200 14,3 2,6 1,6 0,0
1.200 - 1.350 12,6 1,4 0,5 0,0
1.350 - 1.500 9,0 0,6 0,2 0,0
1.500 und höher 10,6 0,3 0,2 0,0
  Ostdeutschland
unter 150 0,3 0,7 3,3 21,4
150 - 300 1,1 4,9 4,3 39,2
300 - 450 1,4 8,2 15,9 29,3
450 - 600 3,9 21,5 34,9 7,8
600 - 750 11,9 35,5 25,9 1,9
750 - 900 20,5 16,3 11,2 0,4
900 - 1.050 22,1 7,2 3,4 0,1
1.050 - 1.200 16,1 3,4 0,7 0,0
1.200 - 1.350 10,5 1,6 0,2 0,0
1.350 - 1.500 6,9 0,5 0,1 0,0
1.500 und höher 5,3 0,2 0,1 0,0

* ohne Knappschaftsausgleichsleistungen, Nullrenten, reine Kindererziehungsleistungen und ohne Renten nach Art. 2 RÜG

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund): Rentenversicherung in Zahlen 2008


 
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