Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Renten nach monatlichem Gesamtrentenzahlbetrag (RV)

16.4.2014
Von den 20,6 Millionen Rentnern Mitte 2012 waren 80 Prozent Einzelrentner und 20 Prozent Mehrfachrentner. Fast jede dritte Rentnerin gehörte Mitte 2012 zur Gruppe der Mehrfachrentner, bei den Männern waren es 5,5 Prozent.

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Fakten



Für Männer in Westdeutschland lag die Höhe des durchschnittlichen monatlichen Rentenzahlbetrags für Versichertenrenten der gesetzlichen Rentenversicherung (RV) im Jahr 2012 bei 980 Euro (Stichtag 31. Dezember 2012). In Ostdeutschland betrug der entsprechende Wert 1.021 Euro. Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland lag dabei der Rentenzahlbetrag bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit unter dem der Altersrenten (West: 741 Euro gegenüber 1.005 Euro; Ost: 652 Euro gegenüber 1.073 Euro).

Bei Frauen in Westdeutschland lag die Höhe des Rentenzahlbetrags für Versichertenrenten Ende 2012 bei 520 Euro. In Ostdeutschland betrug der entsprechende Wert 727 Euro. Während bei den Frauen in Westdeutschland der durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit deutlich über dem der Altersrenten lag (672 Euro gegenüber 508 Euro), hatten die entsprechenden Renten in Ostdeutschland ein ähnlich hohes Niveau (697 Euro bzw. 730 Euro).

Deutlich niedriger als die durchschnittlichen monatlichen Rentenzahlbeträge für Versichertenrenten sind die Zahlbeträge bei Renten wegen Todes. Am 31. Dezember 2012 lagen diese bei Männern in West- bzw. Ostdeutschland bei durchschnittlich 245 bzw. 302 Euro. Bei den Frauen lag der Rentenzahlbetrag bei Renten wegen Todes sowohl in West- als auch in Ostdeutschland höher als bei den Männern (576 Euro bzw. 605 Euro).

Bei einer Beurteilung der Höhe der Rentenzahlbeträge aus der gesetzlichen Rentenversicherung muss berücksichtigt werden, dass ein Teil der Rentner mehr als eine Rente bezieht: Von den 20,61 Millionen Rentnern am 1. Juli 2012 waren 16,56 Millionen Einzelrentner (80,3 Prozent) und 4,05 Millionen Mehrfachrentner (19,7 Prozent). Fast jede dritte Rentnerin gehörte Mitte 2012 zur Gruppe der Mehrfachrentner (30,1 Prozent), bei den Männern waren es 5,5 Prozent. Dieser Unterschied ist dadurch zu erklären, dass Frauen – hier zusätzlich zu eigenen Rentenansprüchen – sehr viel häufiger eine Witwenrente erhalten als Männer eine Witwerrente. Im Juli 2012 waren 88,2 Prozent der Mehrfachrentner Frauen. Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag aus allen Rentenleistungen der gesetzlichen Rentenversicherung (zum Beispiel Versichertenrente und/oder Hinterbliebenenrente, ohne Waisenrente) lag am 1. Juli 2012 bei den Männern bei 998 Euro pro Person. Bei den Frauen war der entsprechende Betrag mit 739 Euro deutlich niedriger. Während bei den Einzelrentnern der Rentenzahlbetrag bei 775 Euro pro Person lag (Männer: 982 Euro / Frauen: 570 Euro), erhielten Mehrfachrentner durchschnittlich 1.150 Euro (Männer: 1.276 Euro / Frauen: 1.133 Euro) – jeweils nach Abzug der Beiträge für die gesetzliche Kranken- bzw. Pflegeversicherung (KVdR/PVdR).

Darüber hinaus gibt es im Alter neben den Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung auch andere Einkommensquellen: Nach Angaben der repräsentativen Studie "Alterssicherung in Deutschland" (ASiD) stammten im Jahr 2011 im Durchschnitt lediglich 64 Prozent des Bruttoeinkommensvolumens der 65-jährigen und älteren Personen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Andere Alterssicherungssysteme (zum Beispiel Betriebsrenten, Beamtenpensionen) und die private Vorsorge hatten einen Anteil von 21 bzw. 9 Prozent. Der Rest entfiel auf Transferleistungen, Zinsen, Mieteinnahmen, Lebensversicherungen und weitere Einkommensquellen.

Die Einkommen neben den Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung sind insbesondere beim Thema Altersarmut von großer Bedeutung: Wird nur das Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung betrachtet, entfielen im Jahr 2011 bei den Männern in Westdeutschland 7 Prozent der Netto-RV-Renten auf Beträge unter 325 Euro, bei den Frauen lag der entsprechende Anteil sogar bei 39 Prozent (die Männer in Ostdeutschland erhielten nur in Ausnahmefällen eine RV-Rente von weniger als 325 Euro und auch bei den Frauen lag der Anteil mit 5 Prozent deutlich niedriger als in Westdeutschland). In den meisten Fällen sind niedrige gesetzliche Renten jedoch nicht mit einer schlechten Einkommensposition gleichzusetzen: Viele Bezieher von Kleinstrenten sind ehemalige Selbstständige mit privater Absicherung oder Beamte mit Pensionen sowie über den Ehepartner abgesicherte Personen. Entsprechend treten – bei einer Betrachtung aller Einkünfte – Nettoeinkommen von unter 300 Euro in Ostdeutschland nur in wenigen Ausnahmefällen auf und auch in Westdeutschland waren davon 2011 lediglich 2 Prozent der ledigen und ein Prozent der geschiedenen Frauen sowie ein Prozent der alleinstehenden Männer betroffen. Schließlich bestätigen auch die Daten zur Armutsgefährdung, dass ältere Personen nicht auffallend häufig armutsgefährdet sind. Im Gegenteil: In allen Jahren von 2005 bis 2011 waren deutschlandweit sowohl die 65-jährigen und älteren Männer als auch die 65-jährigen und älteren Frauen seltener armutsgefährdet als die Männer bzw. Frauen insgesamt.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Einkommen der Rentnerhaushalte mit einer Bezugsperson ab 65 Jahren verfügten Ehepaare in Westdeutschland im Jahr 2011 über ein monatliches Nettoeinkommen von 2.614 Euro je Monat. Bei alleinstehenden Männern lag das Einkommen laut ASiD bei 1.615 Euro und bei alleinstehenden Frauen bei 1.310 Euro im Monat. In Ostdeutschland verfügten Ehepaare im selben Jahr über ein Nettoeinkommen von durchschnittlich 2.019 Euro, bei alleinstehenden Männern bzw. Frauen waren es 1.310 bzw. 1.219 Euro im Monat.

Datenquelle



Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Rentenversicherungsbericht 2013; BMAS/TNS Infratest Sozialforschung: Alterssicherung in Deutschland 2011 (ASiD 2011); Deutsche Rentenversicherung: www.deutsche-rentenversicherung.de

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Die repräsentative Studie "Alterssicherung in Deutschland (ASiD)" wird seit 1986 in mehrjährigem Turnus von TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) durchgeführt. Die Studie enthält Informationen zur Art und Höhe von Einkommen der Bevölkerung ab 55 Jahren auf der Personen- und Ehepartnerebene. Sie basiert auf Angaben von insgesamt 27.631 Personen (2011). Die untersuchten Nettoeinkommen ergeben sich aus den Bruttoeinkommen nach Abzug der Beiträge zur Sozialversicherung – dies sind bei Personen ab 65 Jahren die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung – sowie gegebenenfalls der Einkommensteuern. Weitere Informationen zum "Gesamteinkommen der Rentnerhaushalte " erhalten Sie hier...

Weitere Informationen zum Thema "Altersarmut" erhalten Sie hier...

Ausführliche Informationen zu den einzelnen"Rentenarten" erhalten Sie hier...

Tabelle: Renten nach monatlichem Gesamtrentenzahlbetrag (RV*)



Nach Geschlecht, Einzel- und Mehrfachrentner, Anteile in Prozent und in absoluten Zahlen, 01.07.2012

Rentenzahlbetrag** von … bis unter ... Euro pro Monat Einzelrentner Mehrfach­rentner Rentner insgesamt
Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit Renten wegen Alters Renten wegen Todes***
Anteile in Prozent
Männer, Westdeutschland
unter 300 9,1 13,7 60,8 2,4 13,2
300 - 600 21,3 10,4 33,4 7,1 11,5
600 - 900 38,6 13,0 5,4 10,7 15,1
900 - 1.200 23,7 21,9 0,3 20,9 21,8
1.200 - 1.500 6,2 23,9 0,0 32,4 22,5
1.500 und mehr 1,2 17,0 0,0 26,5 15,9
insgesamt 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
Frauen, Westdeutschland
unter 300 8,4 32,5 36,5 2,5 22,7
300 - 600 26,6 28,0 30,1 9,5 22,7
600 - 900 46,8 23,9 25,6 19,9 24,3
900 - 1.200 16,0 10,7 6,9 29,8 16,2
1.200 - 1.500 2,0 3,9 0,8 24,6 9,5
1.500 und mehr 0,2 1,1 0,2 13,8 4,6
insgesamt 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
Rentenzahlbetrag** von … bis unter ... Euro pro Monat Einzelrentner Mehrfach-rentner Rentner insgesamt
Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit Renten wegen Alters Renten wegen Todes***
Anteile in Prozent
Männer, Ostdeutschland
unter 300 10,4 0,7 39,7 0,1 2,4
300 - 600 25,0 3,0 53,8 0,3 6,1
600 - 900 54,0 24,9 6,5 2,0 26,0
900 - 1.200 9,9 41,2 0,1 21,2 35,0
1.200 - 1.500 0,7 20,8 0,0 49,1 20,7
1.500 und mehr 0,0 9,4 0,0 27,3 9,8
insgesamt 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
Frauen, Ostdeutschland
unter 300 7,2 3,5 27,2 0,1 3,8
300 - 600 20,2 21,9 54,9 0,8 16,4
600 - 900 58,2 52,2 14,7 5,5 35,3
900 - 1.200 13,5 17,2 2,9 25,0 18,8
1.200 - 1.500 0,9 4,7 0,3 46,5 18,1
1.500 und mehr 0,0 0,6 0,0 22,1 7,7
insgesamt 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
Rentenzahlbetrag** von … bis unter ... Euro pro Monat Einzelrentner Mehrfach-rentner Rentner insgesamt
Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit Renten wegen Alters Renten wegen Todes***
in absoluten Zahlen
Männer, Westdeutschland
unter 300 57.117 826.407 43.013 7.603 934.140
300 - 600 132.930 629.243 23.665 22.995 808.833
600 - 900 241.163 782.924 3.828 34.683 1.062.598
900 - 1.200 148.164 1.323.233 241 67.679 1.539.317
1.200 - 1.500 38.661 1.444.429 9 104.789 1.587.888
1.500 und mehr 7.353 1.026.591 1 85.688 1.119.633
insgesamt 625.388 6.032.827 70.757 323.437 7.052.409
Frauen, Westdeutschland
unter 300 47.298 1.631.635 398.850 67.781 2.145.564
300 - 600 149.085 1.404.568 328.950 262.448 2.145.051
600 - 900 262.986 1.200.775 279.765 549.666 2.293.192
900 - 1.200 89.848 534.949 75.565 825.171 1.525.533
1.200 - 1.500 11.407 193.272 8.813 679.621 893.113
1.500 und mehr 865 52.764 1.922 381.685 437.236
insgesamt 561.489 5.017.963 1.093.865 2.766.372 9.439.689
Rentenzahlbetrag** von … bis unter ... Euro pro Monat Einzelrentner Mehrfach-rentner Rentner insgesamt
Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit Renten wegen Alters Renten wegen Todes***
in absoluten Zahlen
Männer, Ostdeutschland
unter 300 20.818 9.616 10.166 86 40.686
300 - 600 50.096 38.663 13.790 483 103.032
600 - 900 108.333 324.765 1.655 3.081 437.834
900 - 1.200 19.946 536.882 22 32.842 589.692
1.200 - 1.500 1.378 271.033 3 75.994 348.408
1.500 und mehr 90 122.171 0 42.314 164.575
insgesamt 200.661 1.303.130 25.636 154.800 1.684.227
Frauen, Ostdeutschland
unter 300 13.058 45.949 31.779 760 91.546
300 - 600 36.806 290.385 64.233 6.695 398.119
600 - 900 106.185 692.152 17.206 44.324 859.867
900 - 1.200 24.537 227.819 3.338 201.420 457.114
1.200 - 1.500 1.687 62.737 324 374.737 439.485
1.500 und mehr 66 8.039 40 178.548 186.693
insgesamt 182.339 1.327.081 116.920 806.484 2.432.824

* gesetzliche Rentenversicherung
** nach Abzug des Eigenbeitrags zur gesetzlichen Kranken- bzw. Pflegeversicherung (KVdR und PVdR).
*** ohne Waisenrenten


Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Rentenversicherungsbericht 2013; Rentenbestandsaufnahme des BMAS aus dem Datensatz des Renten Service der Deutschen Post AG


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