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Bevölkerung
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Fakten

Die Reproduktion einer Bevölkerung ist gewährleistet, wenn die Geburtenziffer dauerhaft bei dem Wert von "2,1" liegt, wenn also jede Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 2,1 Kinder zur Welt bringt. Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland war diese Bedingung in den 1960er Jahren und zuletzt Anfang der 1970er Jahre gegeben. 1975 lag die Geburtenziffer mit 1,45 in West- und 1,54 in Ostdeutschland schon weit unter dem Niveau, das für die Reproduktion notwendig ist.

In Westdeutschland veränderte sich die Geburtenziffer in den vergangenen dreißig Jahren nur leicht. In diesem Zeitraum wurden die höchsten Werte 1975, 1976 und 1990 mit jeweils 1,45 sowie 1980, 1981 und 1997 mit 1,44 erreicht. Die niedrigste zusammengefasste Geburtenziffer gab es im Westen Deutschlands 1985 mit 1,28. Demgegenüber stieg die Geburtenziffer in Ostdeutschland – auch aufgrund politischer Fördermaßnahmen – bis 1980 auf 1,94. Im Jahr 1985 lag sie mit 1,73 noch immer deutlich über der westdeutschen Geburtenziffer. Nach der Wiedervereinigung brach die Geburtenziffer in Ostdeutschland und Berlin-Ost geradezu ein – bis zum Tiefststand von 0,77 in den Jahren 1993 und 1994. Seitdem nähern sich die auf niedrigem Niveau stagnierende westdeutsche und die langsam steigende ostdeutsche Geburtenziffer stetig an.

Im Jahr 2006 kamen in Deutschland rund 672.700 Kinder zur Welt. Das waren etwa 13.100 weniger als 2005. Gleichzeitig ging die zusammengefasste Geburtenziffer in Deutschland leicht von 1,34 auf 1,33 zurück. In Westdeutschland lag die Geburtenziffer im Jahr 2006 bei 1,34. In Ostdeutschland hatte sie den Wert 1,30.

Die zusammengefasste Geburtenziffer der in Deutschland lebenden Ausländerinnen lag im Jahr 2006 bei 1,6 Kindern je Frau. Damit war sie zwar höher als bei den deutschen Frauen, aber andererseits deutlich niedriger als zu Anfang der 1990er Jahre (zwei Kinder je Frau). Gleichzeitig hat sich die Altersstruktur der ausländischen Mütter verändert. So stieg das durchschnittliche Alter der ausländischen Frauen bei der Geburt ihrer Kinder im Zeitraum von 1990 bis 2006 von 26 auf 29 Jahre.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Geburten in Deutschland, Pressemitteilungen

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Für die Berechnung der zusammengefassten Geburtenziffer werden alle Geborenen nach dem Alter ihrer Mütter sortiert. Dann wird für jedes Altersjahr berechnet, wie hoch der Anteil der Frauen dieses Alters ist, die in diesem Jahr ein Kind bekommen haben. Daraus ergeben sich altersspezifische Geburtenziffern für das Alter 15 Jahre, 16 Jahre usw. bis für 49 Jahre. Diese Durchschnittswerte der einzelnen Altersjahre werden addiert. Das Ergebnis ist die zusammengefasste Geburtenziffer.

Die Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr. Wie viele Kinder ein Frauenjahrgang, auch bezeichnet als Angehörige einer Kohorte, tatsächlich im Durchschnitt geboren hat, kann erst festgestellt werden, wenn die Frauen am Ende des gebärfähigen Alters sind, das zurzeit mit 49 Jahren definiert wird. Zur endgültigen Kinderzahl der Frauen, die jetzt 20 oder 30 Jahre alt sind, können somit heute nur Schätzungen abgegeben werden.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Geburten

Zusammengefasste Geburtenziffer*, 1960 bis 2006

  Deutschland Westdeutschland** Ostdeutschland***
1960 2,37 2,33
1965 2,51 2,48
1970 2,02 2,19
1975 1,45 1,54
1980 1,44 1,94
1985 1,28 1,73
1990 1,45 1,45 1,52
1991 1,33 1,42 0,98
1992 1,29 1,40 0,83
1993 1,28 1,39 0,77
1994 1,24 1,35 0,77
1995 1,25 1,34 0,84
1996 1,32 1,40 0,95
1997 1,37 1,44 1,04
1998 1,36 1,41 1,09
1999 1,36 1,41 1,15
2000 1,38 1,41 1,21
2001 1,35 1,38 1,23
2002 1,34 1,37 1,24
2003 1,34 1,36 1,26
2004 1,36 1,37 1,31
2005 1,34 1,36 1,30
2006 1,33 1,34 1,30

* die zusammengefasste Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr.
** ab 2001 ohne Berlin-West
*** ab 2001 ohne Berlin-Ost

Quelle: Statistisches Bundesamt: Pressemitteilungen




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