PDF Version (166 KB) Fakten
Die seit Jahrzehnten sinkenden Geburtenzahlen und die beständig steigende Lebenserwartung führen zu einer drastischen Veränderung des Verhältnisses zwischen jüngerer und älterer Generation. Der Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung reduzierte sich zwischen 1960 und 2005 von 28,4 auf 20,0 Prozent. Parallel stieg der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter waren, von 17,4 auf 24,9 Prozent.
Um Aussagen über die zukünftige Bevölkerungsentwicklung bzw. die Altersstruktur treffen zu können, hat das Statistische Bundesamt mehrere Varianten mit unterschiedlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Geburtenhäufigkeit, der Lebenserwartung und des Wanderungssaldos berechnet. Bei der Bevölkerungsvorausberechnung, die eine Fortsetzung der aktuellen demografischen Entwicklung und einen moderaten Anstieg der Lebenserwartung annimmt sowie von einem jährlichen Wanderungssaldo von 200.000 ausgeht, wird sich das Generationenverhältnis weiter zu Lasten der Jüngeren verschieben. Der Anteil der unter 20-Jährigen wird bis 2050 auf 15,4 Prozent schrumpfen, der Anteil der Personen, die 60 Jahre oder älter sind, wird auf knapp 39 Prozent anwachsen. Die Bevölkerungszahl verringert sich bei dieser Variante bis zum Jahr 2050 von derzeit 82,3 auf knapp 74 Millionen.
Bei einem jährlichen Wanderungssaldo von lediglich 100.000 Personen wird die Bevölkerungszahl – bei ansonsten gleichen Annahmen – auf deutlich unter 69 Millionen sinken. In Westdeutschland ist dabei im Zeitraum von 2006 bis 2050 ein Bevölkerungsrückgang von 14 Prozent zu erwarten, in Ostdeutschland sinkt die Bevölkerungszahl um 31 Prozent.
Alle zwölf Varianten der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung zeigen, dass der Rückgang der Bevölkerung nicht mehr aufzuhalten ist – weder durch eine etwas höhere Kinderzahl, noch durch eine schneller steigende Lebenserwartung. Auch die Zuwanderungsüberschüsse aus dem Ausland können den Rückgang der Bevölkerung nicht mehr kompensieren.
Die Bevölkerungszahl nimmt nicht nur weiter ab, sondern es wird auch weniger Kinder und noch mehr ältere Menschen geben. Aufgrund der abnehmenden Zahl potenzieller Mütter sinkt die jährliche Geburtenzahl von derzeit etwa 673.000 auf rund 500.000 im Jahr 2050. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der 65-Jährigen bis 2050 um circa 4,5 Jahre.
Die Zahl der 60-Jährigen wird mit gut einer Million im Jahr 2050 doppelt so hoch sein wie die Zahl der Neugeborenen; 2005 gab es noch fast genauso viele Neugeborene wie 60-Jährige. Die Zahl der 80-Jährigen und Älteren wird von nicht ganz vier Millionen im Jahr 2006 auf zehn Millionen im Jahr 2050 ansteigen.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Bevölkerung Deutschlands bis 2050: 11. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung (PDF-Version: 780 KB), Pressemitteilungen
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Die im Text genannten Daten beziehen sich auf zwei Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Die beiden Varianten unterscheiden sich lediglich in der Annahme zum so genannten Wanderungssaldo (Differenz zwischen Zu- und Fortzügen aus Deutschland). Für die eine Variante beträgt er 100.000, für die andere 200.000 Personen pro Jahr. Für beide Varianten wird eine annähernd konstante zusammengefasste Geburtenziffer von durchschnittlich 1,4 Kindern je Frau sowie eine Zunahme der Lebenserwartung bei Geburt um etwa sieben Jahre auf 83,5 Jahre für Jungen und auf 88,0 Jahre für Mädchen im Jahr 2050 angenommen.
Die langfristigen Bevölkerungsvorausberechnungen haben Modellcharakter. Sie sind keine Prognosen, sondern gehen vom gegenwärtigen Altersaufbau aus und setzen die oben beschriebenen Annahmen um.

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Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur
Bevölkerung in absoluten Zahlen, Anteile der Altersgruppen in Prozent, 1960 bis 2050, Stand: 2006
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Bevölkerung, in Mio. |
Anteile an der Bevölkerung, in Prozent |
unter 20 Jahre |
20 bis unter 60 Jahre |
60 Jahre und älter |
| 1960 |
73,1 |
28,4 |
52,4 |
17,4 |
| 1970 |
78,1 |
30,0 |
50,0 |
20,0 |
| 1980 |
78,4 |
26,8 |
53,9 |
19,4 |
| 1990 |
79,8 |
21,7 |
57,9 |
20,4 |
| 2000 |
82,3 |
21,1 |
55,3 |
23,6 |
| 2005 |
82,4 |
20,0 |
55,1 |
24,9 |
| 2010* |
82,0 |
18,3 |
55,4 |
26,2 |
| 2020* |
81,3 |
16,9 |
52,9 |
30,2 |
| 2030* |
79,8 |
16,6 |
47,6 |
35,8 |
| 2040* |
77,3 |
16,0 |
47,0 |
37,1 |
| 2050* |
74,0 |
15,4 |
45,7 |
38,9 |
* Bevölkerungsvorausberechnung, die eine Fortsetzung der aktuellen demografischen Entwicklung annimmt und von einem jährlicher Wanderungssaldo von 200.000 ausgeht.
Quelle: Statistisches Bundesamt: Bevölkerung Deutschlands bis 2050
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