PDF Version (156 KB) Fakten
Die anhaltend niedrige Geburtenziffer und die beständig steigende Lebenserwartung führen zu einer drastischen Veränderung des Verhältnisses zwischen jüngerer und älterer Generation. Der Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung reduzierte sich zwischen 1960 und 2009 von 28,4 auf 18,8 Prozent. Parallel stieg der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter waren, von 17,4 auf 25,9 Prozent.
Um Aussagen über die zukünftige Bevölkerungsentwicklung bzw. die Altersstruktur treffen zu können, hat das Statistische Bundesamt mehrere Varianten mit unterschiedlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Geburtenhäufigkeit, der Lebenserwartung und des Wanderungssaldos berechnet. Bei der Bevölkerungsvorausberechnung, bei der eine annähernd konstante Geburtenhäufigkeit, ein moderater Anstieg der Lebenserwartung sowie ein jährlicher Wanderungssaldo von 200.000 Personen ab dem Jahr 2020 angenommen wird, wird sich das Generationenverhältnis weiter zu Lasten der Jüngeren verschieben. Der Anteil der unter 20-Jährigen wird bis 2060 auf 15,7 Prozent schrumpfen, der Anteil der Personen, die 60 Jahre oder älter sind, wird auf gut 39 Prozent anwachsen. Die Bevölkerungszahl verringert sich bei dieser Variante bis zum Jahr 2060 von derzeit 81,8 auf 70,1 Millionen.
Bei einem jährlichen Wanderungssaldo von lediglich 100.000 Personen (ab dem Jahr 2014) wird die Bevölkerungszahl – bei ansonsten gleichen Annahmen – auf 64,7 Millionen im Jahr 2060 sinken. Der Osten Deutschlands wird bis zum Jahr 2060 in viel stärkerem Maße vom Rückgang und der Alterung der Bevölkerung betroffen sein als der Westen. In Ostdeutschland (ohne Berlin) werden 2060 rund 37 Prozent weniger Menschen als im Jahr 2008 leben. Bereits um 2030 wird die Bevölkerungszahl in Ostdeutschland um 15 Prozent niedriger sein als heute. Dabei wird die Zahl der Menschen im Erwerbsalter (von 20 bis unter 65 Jahren) von 8,0 Millionen im Jahr 2008 auf 5,6 Millionen im Jahr 2030 (minus 30 Prozent) und dann auf 4,0 Millionen im Jahr 2060 (minus 50 Prozent) zurückgehen.
Die Bevölkerung in den westlichen Flächenländern wird dagegen bis zum Jahr 2030 um lediglich 4 Prozent und bis zum Jahr 2060 um 19 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 zurückgehen. Die Einwohnerzahl in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin bleibt bis 2030 fast stabil und nimmt dann bis 2060 um 12 Prozent ab. Allerdings wird auch in den westlichen Flächenländern und den Stadtstaaten im Jahr 2060 jeder dritte Einwohner 65 Jahre oder älter sein.
In Deutschland wird die Zahl der Personen, die 80 Jahre oder älter sind, zwischen 2008 und 2050 von etwa 4 Millionen auf mehr als 10 Millionen steigen und erst danach auf 9 Millionen bis 2060 sinken. 2060 werden 14 Prozent der Bevölkerung – das ist jeder Siebte – 80 Jahre oder älter sein. Damit wird es fast so viele Menschen in diesem hohen Alter geben wie unter 20-Jährige, die 16 Prozent der Bevölkerung ausmachen werden.
Bei allen zwölf Varianten der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wird ein deutlicher Rückgang der Bevölkerung angenommen. Selbst eine Steigerung der Geburtenhäufigkeit auf 1,6 Kinder je Frau ab 2025, ein starker Anstieg der Lebenserwartung sowie eine hohe Zuwanderung aus dem Ausland (jährlich 200.000 Personen ab 2020) können den Rückgang der Bevölkerung nur verringern.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Lange Reihen: Bevölkerung nach Altersgruppen, 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Bevölkerung Deutschlands bis 2060
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Die im Text genannten Daten beziehen sich auf zwei Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Die beiden Varianten unterscheiden sich lediglich in der Annahme zum sogenannten Wanderungssaldo (Differenz zwischen Zu- und Fortzügen nach bzw. aus Deutschland). Für die eine Variante beträgt er 100.000 Personen pro Jahr ab dem Jahr 2014, für die andere 200.000 Personen ab 2020. Für beide Varianten wird eine annähernd konstante zusammengefasste Geburtenziffer von durchschnittlich 1,4 Kindern je Frau sowie eine Zunahme der Lebenserwartung bei Geburt um etwa acht Jahre auf 85,0 Jahre bei den Jungen und um etwa sieben Jahre auf 89,2 Jahre bei den Mädchen im Jahr 2060 angenommen. Die langfristigen Bevölkerungsvorausberechnungen haben Modellcharakter. Sie sind keine Prognosen, sondern gehen vom gegenwärtigen Altersaufbau aus und setzen die oben beschriebenen Annahmen um.

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Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur
Bevölkerung in absoluten Zahlen, Anteile der Altersgruppen in Prozent, 1960 bis 2060, Stand: Ende 2010
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Bevölkerung, in Mio. |
Anteile an der Bevölkerung, in Prozent |
unter 20 Jahre |
20 bis unter 60 Jahre |
60 Jahre und älter |
| 1960 |
73,1 |
28,4 |
52,4 |
17,4 |
| 1970 |
78,1 |
30,0 |
50,0 |
20,0 |
| 1980 |
78,4 |
26,8 |
53,9 |
19,4 |
| 1990 |
79,8 |
21,7 |
57,9 |
20,4 |
| 2000 |
82,3 |
21,1 |
55,3 |
23,6 |
| 2009 |
81,8 |
18,8 |
55,3 |
25,9 |
| 2020* |
80,4 |
17,0 |
52,4 |
30,5 |
| 2030* |
79,0 |
16,7 |
47,1 |
36,2 |
| 2040* |
76,8 |
16,1 |
46,6 |
37,3 |
| 2050* |
73,6 |
15,6 |
45,5 |
38,9 |
| 2060* |
70,1 |
15,7 |
45,1 |
39,2 |
* Bevölkerungsvorausberechnung, bei der eine annähernd konstante Geburtenhäufigkeit, ein moderater Anstieg der Lebenserwartung sowie ein jährlicher Wanderungssaldo von 200.000 angenommen wird.
Quelle: Statistisches Bundesamt: Lange Reihen: Bevölkerung nach Altersgruppen, 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Bevölkerung Deutschlands bis 2060
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