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Fakten

In den Jahren 1996 bis 2002 lag die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland zwischen 130.000 und 135.000. Seit 2003 liegt die Zahl unter 130.000 und ist tendenziell rückläufig. Im Jahr 2007 wurden 116.871 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet – das waren 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Vergleich des ersten Halbjahres 2008 mit dem des Jahres 2007 ergibt ebenfalls einen Rückgang von 0,6 Prozent.

Auch die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche je 10.000 Frauen im Alter von 15 bis unter 45 Jahren veränderte sich im Zeitverlauf. 1996 war die Anzahl mit 76 niedriger als 2001 (80). Seitdem hat sie sich tendenziell reduziert und lag 2007 – nach vorläufigen Berechnung – bei 72. Dieser Rückgang seit 2001 lässt sich bei allen Altersgruppen feststellen – allerdings bei sehr unterschiedlichen Ausgangsniveaus. So fiel die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche je 10.000 Frauen bei den 15 bis unter 18-Jährigen zwischen 2001 und 2007 von 52 auf 41 (1996: 33). Bei den 20 bis unter 25-Jährigen reduzierte sich die Anzahl im selben Zeitraum von 130 auf 115 und bei den 40 bis unter 45-Jährigen von 25 auf 23.

Bei einer Gliederung der Schwangerschaftsabbrüche nach Bundesländern ergeben sich erhebliche Unterschiede. In Deutschland standen im Jahr 2007 eintausend Geborenen 172,3 Schwangerschaftsabbrüche gegenüber. In Bayern lag der entsprechende Wert mit 127,1 am niedrigsten. Es folgten Baden-Württemberg mit 134,0 und Rheinland-Pfalz mit 139,4. Die höchsten Quoten hatten die Stadtstaaten Berlin (323,5), Bremen (304,5) und Hamburg (248,5) sowie die ostdeutschen Länder Sachsen-Anhalt (258,4), Mecklenburg-Vorpommern (243,8) und Thüringen (240,9). Allerdings fand in allen Ländern Ostdeutschlands zwischen 2001 und 2007 eine überdurchschnittliche Reduzierung der Quote statt. Am größten war der Rückgang in Berlin. 2001 entfielen dort auf 1.000 Geburten noch 403,8 Schwangerschaftsabbrüche (2007: 323,5). Am stärksten und entgegen dem bundesweiten Trend erhöhte sich Quote im Saarland – von 161,3 (2001) auf 190,4 (2007). Bundesweit ließen 5 Prozent der Frauen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.

Knapp drei Viertel (71,7 Prozent) der Frauen, die im Jahr 2007 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 15,5 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. 7,5 Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 5,3 Prozent. 98 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche wurden ambulant vorgenommen – 78,7 Prozent in gynäkologischen Praxen und 19 Prozent ambulant im Krankenhaus.

97,4 Prozent der Abbrüche wurden im Jahr 2007 nach der Beratungsregelung in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen durchgeführt. In 13,0 Prozent aller Fälle wurde die Schwangerschaft vor der sechsten Schwangerschaftswoche abgebrochen. Allerdings bestehen hier deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland: Im Jahr 2007 wurde in Westdeutschland bei 48,6 Prozent der gemeldeten Fälle die Schwangerschaft vor der achten Schwangerschaftswoche beendet. In Ostdeutschland lag dieser Anteil bei lediglich 40,0 Prozent. Der Anteil der Abbrüche in der zehnten bis zwölften Woche war hingegen in Westdeutschland mit 17,3 Prozent niedriger als in Ostdeutschland (23,3 Prozent).

Im Jahr 1996 hatten 36,5 Prozent der Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden, noch keine Lebendgeburt. Dieser Anteil ist in den nachfolgenden Jahren stetig gestiegen. 2007 betrug er 41,0 Prozent. Von den Frauen über 25 Jahren entschieden sich 22,9 Prozent für einen Abbruch, obwohl sie bisher kinderlos waren. Bei den über 35-Jährigen betrug dieser Anteil noch 12,9 Prozent. Auch hier bestehen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland (jeweils ohne Berlin; Auswertung nach dem Wohnsitz der Schwangeren). In Westdeutschland hatten 42,6 Prozent aller Frauen, die einen Abbruch vornehmen ließen, noch keine Lebendgeburt. In Ostdeutschland lag dieser Anteil mit 33,5 Prozent wesentlich niedriger.

Der Anteil der Frauen, die zum Eingriffszeitpunkt verheiratet waren, hat sich seit 1996 deutlich reduziert. Lag der Anteil 1996 noch bei 52,3 Prozent, fiel er bereits bis zum Jahr 2000 auf 49,1 Prozent. 2007 waren nur noch 41,7 Prozent der Frauen zum Zeitpunkt des Eingriffs verheiratet. 52,9 Prozent waren ledig, 5,1 Prozent geschieden und 0,3 Prozent verwitwet.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2008 (PDF-Version: 8.210 KB); Gesundheitsberichterstattung des Bundes

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Schwangerschaftsabbrüche

In absoluten Zahlen, 2007

  insgesamt davon: Schwangere im Alter
von ... bis unter ... Jahren
unter 15 15 bis 18 18 bis 20 20 bis 25
insgesamt 116.871 494 5.681 8.814 27.727
  nach vorangegangenen Lebendgeborenen
keine 47.943 494 5.527 7.668 17.250
mindestens 1 68.928 0 154 1.146 10.477
davon:  
1 30.342 0 149 1.042 7.386
2 26.519 0 5 92 2.563
3 8.730 0 0 11 443
4 und mehr 3.337 0 0 1 85

  davon: Schwangere im Alter
von ... bis unter ... Jahren
25 bis 30 30 bis 35 35 bis 40 40 bis 45 45 und mehr
insgesamt 26.413 20.801 18.132 8.133 676
  nach vorangegangenen Lebendgeborenen
keine 9.319 4.201 2.490 928 66
mindestens 1 17.094 16.600 15.642 7.205 610
davon:  
1 8.546 6.089 4.962 2.025 143
2 6.309 7.091 6.922 3.248 289
3 1.691 2.480 2.635 1.351 119
4 und mehr 548 940 1.123 581 59

Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2008




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