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Gesundheit
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Fakten

Die Ausgaben für Gesundheit beliefen sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2006 auf insgesamt 245,0 Milliarden Euro. Damit entsprachen die Ausgaben 10,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (1996: 10,4 Prozent) bzw. 2.976 Euro je Einwohner (1996: 2.376 Euro). Zwischen 1996 und 2006 sind die Gesundheitsausgaben kontinuierlich um insgesamt 25,7 Prozent gestiegen. Allein gegenüber 2005 gab es einen Anstieg um 5,7 Milliarden Euro bzw. 2,4 Prozent.

Größter Ausgabenträger im Gesundheitswesen war im Jahr 2006 mit 139,8 Milliarden Euro die gesetzliche Krankenversicherung. Damit stieg der Ausgabenanteil (57,0 Prozent) – wie schon 2005 – leicht gegenüber dem Vorjahr. In den Jahren 1992 (62,7 Prozent) bis 2004 (56,3 Prozent) war der Anteil hingegen überwiegend rückläufig. Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck hatten mit 33,3 Milliarden Euro einen Ausgabenanteil von 13,6 Prozent. Gegenüber den beiden Vorjahren blieb der Anteil nahezu unverändert. In den Jahren 1992 (10,3 Prozent) bis 2004 (13,6 Prozent) war er dagegen deutlich gestiegen. Weiter entfielen 22,5 Milliarden Euro bzw. 9,2 Prozent der Gesundheitsausgaben auf die private Krankenversicherung. Auch ihr Anteil nahm im Vergleich zum Jahr 1992 zu (plus 7,4 Prozent). Geringere Ausgabenanteile hatten die soziale Pflegeversicherung (7,4 Prozent), die öffentlichen Haushalte (5,5 Prozent), die gesetzliche Renten- bzw. Unfallversicherung (1,5 bzw. 1,7 Prozent) sowie die Arbeitgeber (4,2 Prozent).

Bei den Gesundheitsausgaben kann nicht nur nach Ausgabenträgern, sondern auch nach Einrichtungen unterschieden werden. Ambulante Einrichtungen hatten 2006 einen Anteil von 48,4 Prozent an allen Ausgaben (118,6 Mrd. Euro) – dabei entfielen die höchsten Ausgaben auf Arztpraxen (36,4 Mrd. Euro), Apotheken (34,7 Mrd. Euro) und Zahnarztpraxen (15,8 Mrd. Euro). Der (teil-)stationäre Sektor hatte mit 90,1 Milliarden Euro einen Anteil von 36,8 Prozent an den Gesamtausgaben. Zu den (teil-)stationären Einrichtungen gehören Krankenhäuser (63,9 Mrd.), die Einrichtungen der (teil-)stationären Pflege (18,8 Mrd. Euro) sowie die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen (7,4 Mrd. Euro). Weiter entfielen 1,1 bzw. 5,9 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben auf Rettungsdienste und Verwaltung.

Bei einer Gliederung der Gesundheitsausgaben nach Leistungsarten zeigt sich, dass 27,1 Prozent (66,4 Mrd. Euro) auf ärztliche Leistungen sowie 24,0 Prozent auf pflegerische und therapeutische Leistungen (58,8 Mrd. Euro) entfielen. 26,9 Prozent (65,8 Mrd. Euro) wurden für Waren ausgegeben – also für Arzneimittel, Verbandmittel, Hilfsmittel, sonstigen medizinischen Bedarf sowie Material- und Laborkosten bei Zahnersatz. Weiter hatte der Bereich Prävention und Gesundheitsschutz einen Anteil von 3,8 Prozent an den Gesamtausgaben (9,3 Mrd. Euro). Zwischen 1996 und 2006 stiegen die Ausgaben für ärztliche bzw. pflegerische und therapeutische Leistungen um 24,4 bzw. 24,7 Prozent. Die Ausgaben für Waren erhöhten sich im selben Zeitraum um 30,5 Prozent.

Nach Ergebnissen der Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamtes entstanden im Jahr 2006 für die Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege von Erkrankungen und Unfällen Kosten in Höhe von 236,0 Milliarden Euro. Etwa die Hälfte (51,3 Prozent) der gesamten Krankheitskosten verteilte sich auf lediglich vier Krankheitsklassen. Dabei waren die höchsten Kosten auf Herz-Kreislauf-Leiden zurückzuführen (35,2 Mrd. Euro). Es folgten Krankheiten des Verdauungssystems (32,7 Mrd. Euro), psychische und Verhaltensstörungen (26,7 Mrd. Euro) sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen (26,6 Mrd. Euro).

Mit fortschreitendem Alter steigen die Pro-Kopf-Krankheitskosten überproportional an: Die geringsten Werte hatten im Jahr 2006 die unter 15 Jährigen (1.260 Euro) und die 15 bis 29-Jährigen (1.190 Euro). Bis zum 44. Lebensjahr lagen die Pro-Kopf-Kosten noch durchgängig unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (2.870 Euro). Bei den 65 bis 84-Jährigen waren sie bereits gut zweimal so hoch (6.090 Euro), bei den über 84-Jährigen sogar fünfmal so hoch (14.370 Euro pro Kopf). Insgesamt entfielen 47 Prozent der gesamten Krankheitskosten auf die Bevölkerung ab 65 Jahren.

Bemerkenswert sind auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Auf Frauen entfielen im Jahr 2006 Krankheitskosten von durchschnittlich 3.230 Euro pro Kopf, bei den Männer waren es lediglich 2.480 Euro. Die Ursachen für die ungleiche Verteilung auf die Geschlechter sind vielfältig: Neben der unterschiedlichen Bedeutung geschlechtsspezifischer Erkrankungen und den Kosten von Schwangerschaft und Geburt spielt der größere Anteil älterer Frauen an der Gesamtbevölkerung infolge der höheren Lebenserwartung eine wichtige Rolle.

Datenquellen

Statistisches Bundesamt: www.destatis.de, Statistisches Jahrbuch 2008 (PDF-Version: 8.210 KB)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die Angaben zu den Gesundheitsausgaben folgen dem so genannten "System of Health Accounts"-Konzept. Gemäß den dort enthaltenen Definitionen umfassen die Gesundheitsausgaben sämtliche Güter und Leistungen mit dem Ziel der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege, die Kosten der Verwaltung sowie Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens. Aufwendungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen sowie Ausgaben für krankheitsbedingte Folgen (zum Beispiel Leistungen zur Eingliederungshilfe) und Einkommensleistungen (wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall) werden nachrichtlich nachgewiesen. Begründet durch diese Abgrenzung weichen die Gesundheitsausgaben von den Ausgaben der einzelnen Sozialversicherungsträger ab.

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Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Gesundheitsausgaben

Nach Ausgabenträgern, in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 2006

  in Mio. Euro Anteile,
in Prozent
insgesamt 245.003 100,0
öffentliche Haushalte 13.368 5,5
Gesetzliche Krankenversicherung 139.755 57,0
Soziale Pflegeversicherung 18.060 7,4
Gesetzliche Rentenversicherung 3.559 1,5
Gesetzliche Unfallversicherung 4.064 1,7
Private Krankenversicherung 22.476 9,2
Arbeitgeber 10.392 4,2
private Haushalte,
private Organisationen ohne Erwerbszweck
33.329 13,6

Quelle: Statistisches Bundesamt: www.destatis.de, Statistisches Jahrbuch 2008




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