PDF Version (139 KB) Fakten
Kinder können das Armutsrisiko vergrößern, da Kinder einerseits den Bedarf des Haushalts unmittelbar erhöhen, andererseits die Betreuungsaufgaben einen Ausgleich durch Mehrarbeit erschweren oder sogar verhindern. Sowohl die Bedürfnisse als auch die Betreuungsaufgaben nehmen mit steigender Kinderzahl zu.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes und Ergebnissen der Statistik EU-SILC waren im Jahr 2005 11,3 Prozent aller Familien armutsgefährdet – die Armutsgefährdungsquote lag damit unter derjenigen der Gesamtbevölkerung mit 12,7 Prozent. Allerdings bestehen bei der Armutsgefährdung erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Familienformen. So war die Armutsgefährdungsquote bei Familien, in denen zwei Erwachsene leben, mit 9,4 Prozent unterdurchschnittlich hoch. Von den Alleinerziehenden-Haushalten war hingegen mehr als ein Viertel (26,3 Prozent) armutsgefährdet.
Sowohl bei den Alleinerziehenden-Haushalten als auch bei Familien, in denen zwei Erwachsene leben, nimmt das Armutsrisiko mit steigender Kinderzahl zu. Die Armutsgefährdungsquote bei Familien mit zwei Erwachsenen stieg mit der Zahl der Kinder unter 18 Jahren von 7,9 Prozent (1 Kind) – über 9,1 Prozent (2 Kinder) – auf 13,0 Prozent (3 und mehr Kinder). Bei den Alleinerziehenden-Haushalten mit einem Kind bzw. zwei Kindern unter 18 Jahren lag das Armutsrisiko bei 24,3 bzw. 26,5 Prozent. Am höchsten war mit 42,0 Prozent die Armutsgefährdung der Alleinerziehenden-Haushalte mit drei und mehr Kindern unter 18 Jahren.
Nach den Ergebnissen der Statistik EU-SILC war im Jahr 2005 die Armutsrisikoquote von Kindern von 0 bis 15 Jahren einen Prozentpunkt niedriger als die Quote der Gesamtbevölkerung (12 gegenüber 13 Prozent). Im Gegensatz hierzu lag das Armutsrisiko von Kindern nach den Daten des SOEP acht Prozentpunkte über dem der Gesamtbevölkerung. Die Ursachen für diese unterschiedlichen Befunde resultieren aus den verschiedenen Erhebungsdesigns und Einkommensbegriffen der Befragungen. Trotz der Unterschiede im Niveau der Quote zeigt sich bei beiden Datenquellen, dass Kinder vor allem dann von einem erhöhten Armutsrisiko betroffen sind, wenn sie in Alleinerziehenden-Haushalten oder in Haushalten mit geringer Erwerbsbeteiligung leben.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Familienland Deutschland (PDF-Version: 190 KB); Eurostat
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Als Familien gelten hier ausschließlich Eltern-Kind-Gemeinschaften mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt. Im Jahr 2006 lebten danach 31,6 Millionen Menschen in einer Familie. Davon waren 15,9 Millionen Eltern und 15,7 Millionen Kinder. Mit 89,6 Prozent überwogen Kinder unter 18 Jahren, nur 10,4 Prozent waren volljährig.
Weiterführende Informationen zu Familien mit Kindern finden Sie hier.
Die Armutsgefährdungsquote gibt an, wie hoch der Anteil der armutsgefährdeten Personen an einer Gesamtgruppe ist. Als armutsgefährdet gelten Personen, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Bei der Einkommensberechnung werden die Haushaltsstrukturen und die Einspareffekte, die durch das Zusammenleben entstehen, berücksichtigt – die Einkommen werden also gewichtet.
Um das mittlere Einkommen zu berechnen, wird der Median (Zentralwert) verwendet. Dabei werden hier alle Personen ihrem gewichteten Einkommen nach aufsteigend sortiert. Der Median ist der Einkommenswert derjenigen Person, die die Bevölkerung in genau zwei Hälften teilt. Das heißt, die eine Hälfte hat ein höheres, die andere ein niedrigeres gewichtetes Einkommen. 60 Prozent dieses Medianwertes stellen die Armutsgefährdungsgrenze dar.
Die wesentlichen Ursachen für die unterschiedlichen Niveaus der Armutsgefährdungsquoten bei verschiedenen Erhebungen sind:
- die (immer vorhandenen) Stichprobenschwankungen,
- unterschiedliche Einkommensbegriffe,
- die Repräsentativität der Erhebungen,
- unterschiedliche Behandlung fehlender oder unplausibler Angaben.

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Armutsgefährdungsquoten von Familien
Nach Familienform und Zahl der Kinder unter 18 Jahren, in Prozent, 2005
| |
Familien |
| insgesamt |
11,3 |
| |
Alleinerziehende |
| insgesamt |
26,3 |
| mit 1 Kind |
24,3 |
| mit 2 Kindern |
26,5 |
| mit 3 und mehr Kindern |
42,0 |
| |
zwei Erwachsene mit Kind(ern) |
| insgesamt |
9,4 |
| mit 1 Kind |
7,9 |
| mit 2 Kindern |
9,1 |
| mit 3 und mehr Kindern |
13,0 |
| |
drei und mehr Erwachsene mit Kind(ern) |
| insgesamt |
8,6 |
Quelle: Statistisches Bundesamt: Familienland Deutschland
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