PDF Version (112 KB) Fakten
So vielfältig wie die deutsche Kulturlandschaft ist auch das Bild der Kulturstatistik. Eine Vielzahl von amtlichen und nichtamtlichen Statistiken enthält kulturrelevante Merkmale, die Ergebnisse sind allerdings vielfach verstreut und nur in wenigen Fällen miteinander vergleichbar. Nach wie vor fehlt es an einer geordneten Kulturstatistik.
Von 1995 bis 2005 stiegen die Kulturausgaben der öffentlichen Hand um 7,2 Prozent
auf 8,00 Mrd. Euro. Im Jahr 2007 gaben Bund, Länder und Gemeinden nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes gut 8,15 Milliarden Euro für Kultur aus. Insgesamt stellten die öffentlichen Haushalte für den Kulturbereich 1,62 Prozent ihres Gesamtetats zur Verfügung. Die öffentlichen Kulturausgaben entsprachen 2007 einem Anteil von 0,34 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (2005: 0,36 Prozent). Neben den Kulturausgaben wurden 2005 noch 1,60 Milliarden Euro für kulturnahe Bereiche und 150 Millionen Euro für die Filmförderung ausgegeben. Zum kulturnahen Bereich zählen Ausgaben für Volkshochschulen und sonstige Weiterbildung, kirchliche Angelegenheiten sowie Rundfunkanstalten und Fernsehen.
Die öffentlichen Kulturausgaben je Einwohner stiegen zwischen 1995 und 2005 von 91,45 auf 97,06 Euro. Dabei wuchsen die Ausgaben in den alten Flächenländern von 64,56 auf 73,30 Euro und in den neuen Ländern von 109,31 auf 112,04 Euro. In den Stadtstaaten sanken die Ausgaben je Einwohner von 166,04 auf 146,23 Euro. Mit 155,40 Euro verzeichnete Sachsen von allen Ländern die höchsten öffentlichen Kulturausgaben je Einwohner.
Unter Berücksichtigung des Preisniveaus zeigt sich, dass die öffentlichen Kulturausgaben je Einwohner real zurückgegangen sind. Nach Angaben des Kulturfinanzberichts 2008 lagen die Ausgaben je Einwohner im Jahr 2005 um 0,6 Prozent unter dem Niveau von 1995 und um 8,1 Prozent unter dem Niveau von 2000.
Wird die Verteilung der öffentlichen Kulturausgaben nach Kulturbereichen betrachtet, so hatten 2005 die Sparten Theater und Musik (36,7 Prozent), Museen, Sammlungen, Ausstellungen (19,2 Prozent) sowie Bibliotheken (13,8 Prozent) die höchsten Anteile an den öffentlichen Kulturausgaben. Danach folgten die Kulturverwaltung (5,9 Prozent), Ausgaben für Kunsthochschulen (5,3 Prozent) und Denkmalschutz bzw. Denkmalpflege (5,1 Prozent).
Im Jahr 2005 beteiligten sich die Gemeinden einschließlich der Zweckverbände mit 45,5 Prozent (3,64 Mrd. Euro) an den Kulturausgaben, die Länder mit 41,8 Prozent (3,34 Mrd. Euro) und der Bund mit 12,7 Prozent (1,02 Mrd. Euro). Allerdings unterscheiden sich die Aufgabenschwerpunkte: Beispielsweise hatten 2005 die Kommunen einen Anteil von 55,4 Prozent an den gesamten Ausgaben für Theater und Musik. Bei den Bibliotheken lag der entsprechende Anteil bei 55,3 Prozent. Die Länder hatten bei den Kunsthochschulen (96,1 Prozent) und im Bereich Denkmalschutz und -pflege den größten Ausgabenanteil (62,3 Prozent). Der Bund übernahm 2005 mit 97,0 Prozent den größten Anteil an den Ausgaben für kulturelle Angelegenheiten im Ausland. Im Bereich Museen, Sammlungen, Ausstellungen waren die Ausgaben zwischen Bund (21,8 Prozent), Ländern (33,2 Prozent) und Gemeinden (44,9 Prozent) relativ gleichmäßig verteilt.
In den Bibliotheken, die entsprechende Angaben machten, wurden im Jahr 2006 bundesweit rund 434 Millionen Entleihungen verbucht. Jeder Einwohner lieh sich demnach durchschnittlich 5,3 Bücher oder andere Medienprodukte aus. Den Entleihungen gingen 182 Millionen Besuche in Bibliotheken voraus. Damit ging jeder Einwohner im Jahr 2006 durchschnittlich etwa 2,2-mal in eine Bibliothek.
Im Jahr 2006 wurden rund 103 Millionen Museumsbesuche registriert – durchschnittlich ging damit jeder Einwohner 1,2-mal in ein Museum. Mit 3,5 Museumsbesuchen je Einwohner nahm Berlin die Spitzenposition ein. Hierfür ist in erster Linie der ausgeprägte Städtetourismus verantwortlich.
Der Städtetourismus dürfte auch der Grund dafür sein, dass im Jahr 2006 in der "Musicalhauptstadt" Hamburg auf 100 Einwohner 238 Theaterbesucher entfielen. Im Bundesdurchschnitt besuchten 42 von 100 Einwohnern ein Theater.
Das überdurchschnittliche Angebot an kulturellen Einrichtungen sowie Kunsthochschulen in den Stadtstaaten beeinflusst auch die Beschäftigungsstruktur. So arbeiteten im Jahr 2006 in Berlin 7,5 Prozent aller Erwerbstätigen in einem Kulturberuf. In Hamburg und Bremen waren es 5,9 bzw. 3,1 Prozent. Danach folgte Hessen mit 2,5 Prozent. Bundesweit waren 2,3 Prozent aller Erwerbstätigen in einem Kulturberuf beschäftigt.
Weiter war 2007 jeder 50. Einwohner Mitglied in einem Chor (1,65 Mio. Chormitglieder), im Jahr 2006 ging jeder Einwohner durchschnittlich 1,7-mal ins Kino (insgesamt rund 137 Mio. Besuche) und jeder 19. Heranwachsende war Schüler einer öffentlichen Musikschule (insgesamt 812.000 Schüler).
Im Jahr 2005 gaben die privaten Haushalte durchschnittlich 2.784 Euro für Freizeit, Unterhaltung und Kultur aus – das waren 11,6 Prozent ihrer gesamten Konsumausgaben. Dabei entfielen 1,1 bzw. 0,6 Prozent auf den Erwerb von Zeitungen und Zeitschriften (264 Euro) bzw. Büchern (156 Euro). 0,5 Prozent bzw. 120 Euro gaben die privaten Haushalte für Geräte für den Empfang, die Aufnahme und Wiedergabe von Ton und Bild aus. Jeweils 0,4 Prozent (96 Euro) entfielen auf den Erwerb von Bild- und Tonträgern (CD, DVD, Video) bzw. den Besuch von Theater-, Musik-, Film- und Zirkusveranstaltungen.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung; Statistische Ämter des Bundes und Länder: Kulturstatistiken (PDF-Version: 1.390 KB), Kulturfinanzbericht 2008 (PDF-Version: 580 KB)

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Öffentliche Ausgaben für Kultur
Nach Kultursparten, Grundmittel* in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 2005
| |
Ausgaben, in Mio. Euro |
Anteile, in Prozent |
| insgesamt |
8.004,2 |
100,0 |
| davon: |
|
| Theater und Musik |
2.935,7 |
36,7 |
| Museen, Sammlungen, Ausstellungen |
1.535,6 |
19,2 |
| Bibliotheken |
1.101,7 |
13,8 |
| Kulturverwaltung |
472,9 |
5,9 |
| Kunsthochschulen |
420,5 |
5,3 |
| Denkmalschutz/-pflege |
409,1 |
5,1 |
| kulturelle Angelegenheiten im Ausland |
283,9 |
3,5 |
| sonstige Kulturpflege |
844,8 |
10,6 |
| nachrichtlich: |
|
| kulturnahe Bereiche |
1.598,9 |
x |
| Filmförderung |
150,0 |
x |
* Grundmittel sind die Ausgaben eines Aufgabenbereichs abzüglich der dem jeweiligen Aufgabenbereich zurechenbaren Einnahmen.
Quelle: Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung
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