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Armut
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Fakten

Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W) lag die Gesamtzahl der wohnungslosen Personen in Deutschland im Jahr 2006 bei 254.000 (ohne wohnungslose Aussiedler). Das waren rund 140.000 Personen weniger als im Jahr 2000 und 340.000 weniger als noch 1997. Auch von 2005 auf 2006 reduzierte sich die Wohnungslosigkeit um 2,7 Prozent – allerdings stieg dabei die Zahl der wohnungslosen Alleinlebenden erstmals seit Jahren wieder leicht um 2,3 Prozent.

Von den geschätzten 254.000 wohnungslosen Personen im Jahr 2006 lebten etwa 48 Prozent in Mehrpersonenhaushalten und 52 Prozent in Einpersonenhaushalten. Circa 18.000 Menschen lebten ohne jede Unterkunft auf der Straße – davon waren etwa ein Drittel Kinder und Jugendliche. Der Frauenanteil unter den Wohnungslosen (ohne Aussiedler) lag im Jahr 2006 bei etwa 25 Prozent. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen lag bei etwa 11 Prozent – das waren 28.000 Personen. Gegenüber den Schätzungen von 2003 halbierte sich damit die Zahl der wohnungslosen Kinder und Jugendlichen.

Die Wohnungslosen sind keine statische Gruppe, da viele nur für einen begrenzten Zeitraum wohnungslos sind. Allerdings sind fast alle Wohnungslosen von mehr als einer Problemlage betroffen. Die häufigsten sind Arbeitslosigkeit, Überschuldung, familiäre Probleme wie Trennung, Scheidung oder der Tod einer nahestehenden Person, Straffälligkeit, gesundheitliche Beeinträchtigungen und – vor allem bei Frauen – Gewalterfahrungen. Gesellschaftliche Ausgrenzung kann dabei mit selbstgewählter Abgrenzung zusammentreffen und sich wechselseitig verstärken. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit wohnungslos zu werden umso größer, je mehr Problemlagen und Risikofaktoren zusammentreffen.

Datenquelle

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.; Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Lebenslagen in Deutschland (PDF-Version: 1.640 KB)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Nach der Definition der BAG W ist wohnungslos, wer nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt. Aktuell von Wohnungslosigkeit betroffen sind danach Personen,

im ordnungsrechtlichen Sektor
- die aufgrund ordnungsrechtlicher Maßnahmen ohne Mietvertrag, das heißt lediglich mit Nutzungsverträgen in Wohnraum eingewiesen oder in Notunterkünften untergebracht werden;

im sozialhilferechtlichen Sektor
- die ohne Mietvertrag untergebracht sind, wobei die Kosten nach Sozialgesetzbuch XII und/oder II übernommen werden;
- die sich in Heimen, Anstalten, Notübernachtungen, Asylen, Frauenhäusern aufhalten, weil keine Wohnung zur Verfügung steht;
- die als Selbstzahler in Billigpensionen leben;
- die bei Verwandten, Freunden und Bekannten vorübergehend unterkommen;
- die ohne jegliche Unterkunft sind, also auf der Straße leben;

im Zuwanderersektor
- die als Aussiedler noch keinen Mietwohnraum finden können und in Aussiedlerunterkünften untergebracht sind.

Anerkannte Asylbewerber in Notunterkünften zählen im Sinne der Definition zwar zu den Wohnungslosen, können aber bei den Wohnungslosenzahlen aufgrund fehlender Daten nicht berücksichtigt werden.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Wohnungslosigkeit

Obdachlose bzw. von Wohnungsverlust bedrohte Personen in absoluten Zahlen*, Schätzzahlen, 1997 bis 2006

  1997 2000 2003 2006
in Tsd.
insgesamt 860 500 375 265
Schätzungsbandbreite 770
bis
950
450
bis
550
336
bis
412
240
bis
290
Wohnungslose
(ohne wohnungslose Aussiedler)
590 390 310 254
davon:  
in Mehrpersonenhaushalten 370 220 167 122
in Einpersonenhaushalten 220 170 143 132
darunter:  
ohne jede Unterkunft
auf der Straße
ca. 35 ca. 24 ca. 20 ca. 18
wohnungslose Aussiedler 270 110 65 11

* wohnungslos ist, wer nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.




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gemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.

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gemeinschaft für Straffälligenhilfe e.V.

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