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Erwerbstätigkeit
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Fakten

Im Jahr 2007 arbeiteten von den insgesamt 39,77 Millionen Erwerbstätigen 7,91 Millionen im Produzierenden Gewerbe, 2,2 Millionen im Baugewerbe und 0,85 Millionen im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Tierhaltung und Fischerei. Die überwiegende Mehrheit der Erwerbstätigen – 28,81 Millionen – war im Dienstleistungssektor beschäftigt. Mit 9,92 Millionen arbeiteten die meisten Beschäftigten des tertiären Sektors im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr. 6,87 Millionen Erwerbstätige entfielen auf den Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister. Bei öffentlichen und privaten Dienstleistern (zum Beispiel im Gesundheitswesen) waren 12,01 Millionen Menschen tätig.

Zwischen 1991 und 2007 erhöhte sich die absolute Zahl der Erwerbstätigen, die im Dienstleistungssektor tätig sind, um mehr als 5,8 Millionen. Parallel stieg der Anteil der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor an allen Erwerbstätigen kontinuierlich von 59,5 auf 72,4 Prozent. Bei allen anderen Sektoren gingen im selben Zeitraum sowohl die absoluten Zahlen der Erwerbstätigen als auch die Anteile an allen Erwerbstätigen zurück. So sank der Anteil der Erwerbstätigen im Produzierenden Gewerbe von 29,3 auf 19,9 und im Baugewerbe von 7,3 auf 5,5 Prozent. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Tierhaltung und Fischerei waren 2007 nur noch 2,1 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt; im Jahr 1991 waren es noch 3,9 Prozent.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit und einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes waren am 31. März 2007 in Deutschland rund 26,6 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon 12,05 Millionen Frauen und 14,55 Millionen Männer. Bei einer sektoralen Betrachtung der Beschäftigung nach Geschlecht zeigt sich auch heute noch eine eher traditionelle Verteilung von Männern und Frauen auf die Wirtschaftsbereiche. So arbeiteten Ende September 2007 lediglich 16,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen im so genannten sekundären Sektor. Bei den 14,55 Millionen Männern waren es hingegen 44,7 Prozent. Der sekundäre Sektor umfasst neben dem verarbeitenden Gewerbe auch den Bergbau, die Energie- und Wasserversorgung sowie das Baugewerbe.

Im primären Sektor arbeiteten von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nur 1,4 Prozent aller Männer und 0,7 Prozent aller Frauen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass gerade im primären Sektor besonders viele Erwerbstätige nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, sondern selbstständig oder als Familienangehörige mithelfen. Sie tauchen in den genannten Anteilen also nicht auf.

Entsprechend des Anteils der Frauen im primären und sekundären Sektor hat der tertiäre Sektor für die Frauen die weitaus größte Bedeutung: 82,7 Prozent aller beschäftigten Frauen arbeiteten 2007 in diesem Sektor. Bei den Männern waren es lediglich 53,9 Prozent.

Auch innerhalb des Dienstleistungssektors sind deutliche Unterschiede bei den Anteilen von Männern und Frauen zu finden. Im Jahr 2007 arbeiteten im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen 21,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen, aber nur 4,3 Prozent aller Männer. Der Anteil der Männer, die in der öffentlichen Verwaltung arbeiteten, betrug nur gut die Hälfte des Anteils der Frauen (4,6 gegenüber 8,4 Prozent). Mit 23,0 bzw. 23,8 Prozent waren die Anteile der Männer und Frauen, die im Jahr 2007 im Bereich Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtenübermittlung arbeiteten, ähnlich hoch.

Prinzipiell ist zu beachten, dass die Verteilung auf die verschiedenen Sektoren nicht mit der eigentlichen Tätigkeit eines Beschäftigten gleichgesetzt werden kann. So arbeiten Beschäftigte im Produzierenden Gewerbe nicht notwendigerweise in der eigentlichen Produktion, sondern können auch in der kaufmännischen Abteilung eines Industriebetriebes tätig sein.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt; Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB): Daten zur kurzfristigen Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt 06/2008 (PDF-Version: 60 KB); STATmagazin: Arbeitsmarkt

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Zur Klassifizierung von Tätigkeiten wird die Wirtschaft üblicherweise in drei Sektoren unterteilt: Die Hauptaufgabe des primären Sektors ist die Gewinnung von Rohstoffen, im sekundären Sektor werden Stoffe und Güter zu höherwertigen Waren verarbeitet und im tertiären Sektor steht die Erbringung von Dienstleistungen im Vordergrund.

Als Wirtschaftszweig oder Branche bezeichnet man eine Gruppe von Unternehmen oder Einrichtungen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit ähnliche Produkte herstellen oder ähnliche Dienstleistungen erbringen. Für statistische Zwecke wird die Vielfalt wirtschaftlicher Tätigkeiten ebenfalls über das Prinzip der Ähnlichkeit klassifiziert. Das Statistische Bundesamt verwendet hiefür die entwickelte Klassifikation der Wirtschaftszweige 2003.

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Dossier: Wirtschaft



Erwerbstätige nach Wirtschaftszweigen

Anteile in Prozent, Arbeitsort in Deutschland (Inlandskonzept), 1991 bis 2007

  Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe Baugewerbe Land- und Forstwirtschaft,
Tierhaltung und Fischerei
Handel, Gastgewerbe und Verkehr Finanzierung,
Vermietung und Unternehmens-
dienstleister
Öffentliche und private Dienstleister
Anteile an allen Erwerbstätigen, in Prozent
1991 29,3 7,3 3,9 24,1 9,7 25,7
1992 27,5 7,7 3,4 24,6 10,3 26,5
1993 25,9 8,1 3,2 24,8 10,9 27,1
1994 24,6 8,5 3,0 24,8 11,4 27,6
1995 23,9 8,6 2,9 24,7 11,8 28,0
1996 23,3 8,4 2,6 24,8 12,3 28,6
1997 22,9 8,0 2,5 24,8 12,8 28,8
1998 22,7 7,7 2,5 24,9 13,4 28,8
1999 22,1 7,4 2,5 25,0 14,1 28,9
2000 21,8 7,1 2,4 25,1 14,8 28,8
2001 21,7 6,6 2,4 25,1 15,2 28,9
2002 21,4 6,2 2,3 25,2 15,5 29,4
2003 21,0 6,0 2,3 25,1 15,8 29,8
2004 20,6 5,8 2,2 25,2 16,2 29,9
2005 20,3 5,6 2,2 25,1 16,5 30,3
2006 20,0 5,5 2,2 25,0 16,9 30,4
2007 19,9 5,5 2,1 24,9 17,3 30,2
 

  Anteile der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor
an allen Erwerbstätigen,
in Prozent
1991 59,5
1992 61,4
1993 62,8
1994 63,8
1995 64,5
1996 65,7
1997 66,4
1998 67,1
1999 68,0
2000 68,7
2001 69,2
2002 70,1
2003 70,7
2004 71,3
2005 71,9
2006 72,3
2007 72,4

Quelle: Statistisches Bundesamt; Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB): Daten zur kurzfristigen Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt 06/2008

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