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Arbeitslosigkeit
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Fakten

Die sich nur langsam verändernden Jahreszahlen zur Arbeitslosigkeit vermitteln ein sehr statisches Bild. Dieses Bild ignoriert die zahlreichen Dynamiken, die sich im Bereich der Arbeitslosigkeit finden lassen. So wurden im Jahr 2007 mehr als 8.233.000 Personen arbeitslos – davon 5,6 Millionen in West- und 2,6 Millionen in Ostdeutschland. Parallel verließen im selben Jahr mehr als 8.837.000 Personen den Kreis der Arbeitslosen (West: 6,0 Mio.; Ost: 2,8 Mio.). Lediglich die Differenzen dieser Zahlen werden in den üblichen Statistiken zur Arbeitslosigkeit widergespiegelt. Flussgrößen und unterschiedliche Verläufe der Arbeitslosigkeit, wie insbesondere die Dauer der Arbeitslosigkeit, werden nur unzureichend abgebildet.

Von den Personen, die im Jahr 2007 ihre Arbeitslosigkeit beendeten (Abgänge), war der allergrößte Teil von eher kürzeren Phasen der Arbeitslosigkeit betroffen. 41,8 Prozent der Abgänger waren weniger als drei Monate arbeitslos. 18,8 Prozent waren drei bis unter sechs Monate und 16,3 Prozent sechs bis unter zwölf Monate arbeitslos. Bei lediglich 22,8 Prozent dauerte die Arbeitslosigkeit 12 Monate oder länger. Auffällig ist zudem, dass der Anteil der Abgänger mit sehr kurzer Arbeitslosigkeitsdauer 1998 noch deutlich niedriger lag (33,6 Prozent). Der Anteil der Personen, die 6 Monate oder länger arbeitslos waren, hat sich hingegen kaum verändert.

Da davon auszugehen ist, dass sich mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit die Vermittlungschancen reduzieren, stellt Langzeitarbeitslosigkeit ein besonderes Problem dar. Als langzeitarbeitslos gelten Personen, die zum jeweiligen Stichtag länger als 12 Monate arbeitslos waren. Abseits der Schwankungen im Zeitverlauf hat sich sowohl die absolute Zahl der Langzeitarbeitslosen als auch deren Anteil an allen Arbeitslosen erhöht. Im Jahr 1991 waren 745.000 Personen langzeitarbeitslos. Das entsprach einem Anteil von 25,0 Prozent. 1995 lag der Anteil schon bei 31,1 Prozent – mehr als 1,12 Millionen Personen waren demnach von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Nach einem kurzen Rückgang im Jahr 1996 stieg der Anteil bis zum Jahr 2000 auf 37,4 Prozent.

Im Jahresdurchschnitt 2007 gab es 1.387.000 Langzeitarbeitslose, das waren 289.000 oder 17 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (nur Daten aus dem IT-System der BA). Da die Langzeitarbeitslosigkeit etwas stärker abnahm als die Arbeitslosigkeit insgesamt, sank ihr Anteil an allen Arbeitslosen von 41 auf 40 Prozent. Dabei beendeten im Jahresverlauf 1.906.000 Langzeitarbeitslose ihre Arbeitslosigkeit – 43.000 Personen bzw. 2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig sind deutlich weniger Personen neu in die Langzeitarbeitslosigkeit hineingewachsen. Entsprechend reduzierte sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen von 1,87 Millionen im Jahr 2006 auf 1,55 Millionen 2007 (hochgerechnet auf Basis der Daten des IT-Systems der BA).

Die Personen, die im Jahr 1998 ihre Arbeitslosigkeit beendeten, waren im Durchschnitt 38,0 Wochen arbeitslos. 2007 lag der entsprechende Wert bei 42,1 Wochen. Allerdings lässt sich diese Zunahme zum größten Teil mit einem statistischen Sondereffekt erklären: Die abgeschlossene Dauer war 2005 durch die hohe Zahl von Neuzugängen infolge der Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende zunächst nach unten verzerrt (so genannter Hartz IV-Effekt). Diese Personen waren zuvor nicht bei den Agenturen als arbeitslos erfasst. Sie begannen statistisch ihre Arbeitslosigkeit mit einer Dauer von null, auch wenn sie teilweise vorher schon länger beschäftigungslos waren. Die dann steigende abgeschlossene Dauer der Arbeitslosigkeit ist Ausdruck eines Anpassungsprozesses, der diesen Sondereffekt aber auch die relativ problematischeren Eingliederungschancen der "neuen" Arbeitslosen widerspiegelt.

Datenquelle

Bundesagentur für Arbeit (BA): Analytikreport der Statistik 04/2008 (PDF-Version: 380 KB)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Bei der Höhe des Anteils der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen muss berücksichtigt werden, dass die Arbeitslosen mit langen Dauern im Stichtagsbestand überrepräsentiert sind, weil die Wahrscheinlichkeit, in die Stichtagserhebung einbezogen zu werden, umso größer ist, je länger die Arbeitslosigkeit dauert ("length-bias").

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Dauer der Arbeitslosigkeit

Bisherige Arbeitslosigkeitsdauer bei Beendigung der Arbeitslosigkeit, 1998 und 2007

  1998 2007*
Anteile an allen Abgängen, in Prozent
bis zu 3 Monate 33,6 41,8
3 bis 6 Monate 24,2 18,8
6 bis 12 Monate 19,4 16,3
12 Monate und mehr 22,8 23,1

* Auswertung basiert ausschließlich auf Daten aus den IT-Fachverfahren der BA

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA): Analytikreport der Statistik 04/2008




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