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Arbeitslosigkeit
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Fakten

Das Erwerbspersonenpotenzial setzt sich aus den Erwerbstätigen, den Arbeitslosen und der so genannten Stillen Reserve zusammen. Zur Stillen Reserve gehören insbesondere:

  • Personen, die beschäftigungslos sowie verfügbar sind und Arbeit suchen, ohne als Arbeitslose registriert zu sein,
  • Personen, die die Arbeitsuche entmutigt aufgegeben haben, aber bei guter Arbeitsmarktlage Arbeitsplätze nachfragen würden,
  • Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in Warteschleifen des Bildungs- und Ausbildungssystems und
  • Personen, die aus Arbeitsmarktgründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind.
Die Stille Reserve in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ist eine Untergruppe der Stillen Reserve insgesamt. Bei den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen handelt es sich um Kurzarbeit, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, traditionelle Strukturanpassungsmaßnahmen, Beschäftigung schaffende Infrastrukturmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten, berufliche Weiterbildung, Trainings- und Eignungsfeststellungsmaßnahmen, berufliche Weiterbildung von Menschen mit Behinderung, vorruhestandsähnliche Regelungen, Teilnahme an Personal-Service-Agenturen, verschiedene Förderungsformen der Selbstständigkeit sowie diverse Sonderprogramme.

Die Stille Reserve in Maßnahmen reduzierte sich zwischen 1993 und 1998 von 1,69 Millionen auf 695.000. Dem Gesamttrend nach erhöhte sie sich bis 2004 auf gut 840.000. Im Jahr 2007 gehörten 780.000 Personen zur Stillen Reserve in Maßnahmen. Durch die Umstrukturierungsprozesse in Ostdeutschland lag der Anteil der Ostdeutschen an der Stillen Reserve in Maßnahmen von 1991 bis 1995 deutlich über dem Anteil der Westdeutschen. Seit 1992 verringerte sich der Anteil der Ostdeutschen an der Stillen Reserve in Maßnahmen von 73,1 Prozent – über 49,2 bzw. 41,8 Prozent in den Jahren 1996 und 2001 – auf 31,9 Prozent im Jahr 2007.

Wird die Stille Reserve in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen von der Stillen Reserve insgesamt abgezogen, ergibt sich die Stille Reserve im engeren Sinn (i.e.S.). Insbesondere dieser Teil lässt sich nicht genau quantifizieren. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) stieg die Stille Reserve i.e.S. zwischen 1991 und 1998 von 386.000 auf 1,28 Millionen. Bis zum Jahr 2001 fiel sie auf rund 790.000. Nach der erneuten Steigerung bis 2003 auf rund eine Million gab es im Jahr 2005 einen Sondereffekt durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Die hierdurch bewirkte Offenlegung von verdeckter Arbeitslosigkeit reduzierte die Stille Reserve i.e.S. sprunghaft von gut 934.000 im Jahr 2004 auf 719.000 im Jahr 2005.

Die Stagnation der Stillen Reserve i.e.S. im Jahr 2006 und der Rückgang auf knapp 600.000 im Jahr 2007 können als Beleg dafür gewertet werden, dass die Verringerung der Arbeitslosigkeit in diesen beiden Jahren nicht das Ergebnis einer massenhaften Verdrängung in die Stille Reserve war. An der Stillen Reserve i.e.S. im Jahr 2007 hatten die Ostdeutschen einen Anteil von 25,5 Prozent, der Anteil der Westdeutschen lag entsprechend bei 74,5 Prozent.

Datenquelle

Bundesagentur für Arbeit (BA); Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): IAB-Kurzbericht 3/2008 (PDF-Version: 1.250 KB)

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Verdeckte Arbeitslosigkeit

Stille Reserve in absoluten Zahlen, 1991 bis 2007

  Stille Reserve
Deutschland Westdt.* Ostdt.*
in Tsd.
1991 1.594 813 781
1992 2.136 874 1.262
1993 2.392 1.028 1.365
1994 2.159 1.005 1.153
1995 2.236 1.185 1.051
1996 2.155 1.230 925
1997 2.079 1.292 787
1998 1.971 1.244 727
1999 1.873 1.206 667
2000 1.528 929 599
2001 1.523 968 556
2002 1.604 1.037 567
2003 1.783 1.247 536
2004 1.777 1.284 493
2005 1.415 940 475
2006 1.421 959 462
2007 1.377 976 401
 

  Stille Reserve im engeren Sinn
Deutschland Westdt.* Ostdt.*
in Tsd.
1991 386 376 10
1992 469 425 44
1993 701 540 162
1994 769 533 235
1995 1.081 687 394
1996 1.160 725 435
1997 1.266 850 416
1998 1.276 858 418
1999 1.159 799 360
2000 831 529 302
2001 791 542 250
2002 807 558 249
2003 1.002 753 249
2004 934 732 203
2005 719 481 239
2006 701 499 202
2007 597 445 152
 

  Stille Reserve in Maßnahmen
Deutschland Westdt.* Ostdt.*
in Tsd.
1991 1.208 437 771
1992 1.667 449 1.218
1993 1.691 488 1.203
1994 1.390 472 918
1995 1.155 498 657
1996 995 505 490
1997 813 442 371
1998 695 386 309
1999 714 407 307
2000 697 400 297
2001 732 426 306
2002 798 482 316
2003 782 493 289
2004 842 551 291
2005 687 467 220
2006 768 520 248
2007 780 531 249

* Westdeutschland ohne Berlin; Ostdeutschland mit Berlin

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA): Jahresbericht 2006; Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): IAB-Kurzbericht 3/2008




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