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Einkommen und Vermögen
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Fakten

Grundlage der Einkommensverteilung sind zunächst die Markteinkommen (Bruttoeinkommen aus unselbstständiger Arbeit, aus selbstständiger Tätigkeit und aus Vermögen), die im Wirtschaftsprozess erzielt werden. Mit rund zwei Dritteln machen die Bruttoeinkommen aus unselbstständiger Arbeit den größten Anteil aus. Nach Angaben des SOEP gingen die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer real – also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung – zwischen 2002 und 2005 durchschnittlich um 4,8 Prozent zurück. Bei den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern reduzierte sich das entsprechende Einkommen um lediglich 1,7 Prozent.

Sowohl bei den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern als auch bei den Arbeitnehmern insgesamt erhöhte sich zwischen 2002 und 2005 die Ungleichheit bei der Verteilung der Einkommen. So zeigt eine Betrachtung der Anteile am Bruttoeinkommen nach Dezilen, dass die Anteile der unteren drei Dezile zwischen 2002 und 2005 zurückgingen (minus 5,0 bzw. 16,7 Prozent), während die der oberen drei Dezile zulegten (plus 1,4 bzw. 2,5 Prozent). Im Jahr 2005 verfügten bei den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern die 10 Prozent der Arbeitnehmer mit den niedrigsten Bruttoeinkommen (1. Dezil) über einen Einkommensanteil von 2,5 Prozent. Die 10 Prozent der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer mit den höchsten Einkommen (10. Dezil) hatten hingegen einen Einkommensanteil von 23,1 Prozent – der Einkommensanteil war damit höher als der Anteil der unteren vier Dezile zusammen (20,8 Prozent). Bei den Arbeitnehmern insgesamt fällt die Spreizung der Einkommensverteilung noch stärker aus: Hier hatten die 10 Prozent der Arbeitnehmer mit den höchsten Bruttoeinkommen (10. Dezil) mit 28,4 Prozent einen größeren Anteil am Bruttoeinkommen aus unselbstständiger Arbeit als die unteren 60 Prozent der Arbeitnehmer mit 27,5 Prozent (1. bis einschließlich 6. Dezil).

Parallel zur zunehmenden Ungleichheit in den Jahren 2002 bis 2005 stieg auch bei den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern die Niedrigeinkommensquote – hier berechnet als der Anteil der Personen, die weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttoeinkommens verdienten – von 8,8 auf 9,3 Prozent. Im Jahr 2005 lag die Niedrigeinkommensquote in Westdeutschland mit 6,8 Prozent deutlich unter derjenigen in Ostdeutschland mit 19,4 Prozent. Bei den Arbeitnehmern insgesamt lag die Niedrigeinkommensquote im selben Jahr bei 36,4 Prozent (2002: 35,5 Prozent). Anfang der 1990er Jahre zählte dagegen nur etwas mehr als ein Viertel aller Beschäftigten zum Niedriglohnbereich.

Allerdings ist dabei die Entwicklung der Bruttoeinkommen aus unselbstständiger Tätigkeit nicht ausschließlich Ausdruck der Lohnfindung, sondern auch von veränderten Erwerbsmustern wie insbesondere rückläufigen durchschnittlichen Arbeitszeiten und zunehmender Teilzeitbeschäftigung. Weiter ist bei der Entwicklung der Einkommensverteilung zu berücksichtigen, dass der hier betrachtete Zeitraum von einer schwachen Konjunktur und der damit einhergehenden schlechteren Arbeitsmarktsituation bis einschließlich 2005 geprägt ist. Seit 2006 sind ein konjunktureller Aufschwung, dementsprechend positive Beschäftigungseffekte sowie steigende Bruttolöhne und -gehälter zu verzeichnen. Noch liegen keine Zahlen darüber vor, wie sich diese Entwicklung auf die Einkommensverteilung ausgewirkt hat.

Datenquelle

SOEP; Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Lebenslagen in Deutschland (PDF-Version: 1.640 KB)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Für die Berechnung der Anteile am Bruttoeinkommen nach Dezilen werden zunächst alle Einkommen aufsteigend nach der Höhe sortiert. Dann wird die Verteilung in 10 gleich große Teile (Dezile) zerlegt und für jedes Dezil die Summe der Einkommen berechnet. Anschließend wird der Einkommensanteil der einzelnen Dezile an allen Einkommen berechnet.

Die Niedrigeinkommensquote gibt an, wie hoch der Anteil der Personen mit niedrigen Einkommen an einer Gesamtgruppe ist. Als Personen mit niedrigen Einkommen gelten hier die Personen, die weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttoeinkommens aus unselbstständiger Beschäftigung verdienten.

Um das mittlere Bruttoeinkommen zu berechnen, wird der Median (Zentralwert) verwendet. Dabei werden alle Personen ihrem Einkommen nach aufsteigend sortiert. Der Median ist der Einkommenswert derjenigen Person, die die Einkommensbezieher in genau zwei Hälften teilt. Das heißt, die eine Hälfte hat ein höheres, die andere ein niedrigeres Bruttoeinkommen. Zwei Drittel dieses Medianwertes stellen die Niedrigeinkommensgrenze dar.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Einkommensverteilung

Anteile am Bruttoeinkommen aus unselbstständiger Tätigkeit nach Dezilen, in Prozent, 2005

  vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer Arbeitnehmer
insgesamt
1. Dezil 2,5 0,5
2. Dezil 4,7 1,6
3. Dezil 6,2 2,9
4. Dezil 7,4 5,3
5. Dezil 8,4 7,4
6. Dezil 9,9 9,8
7. Dezil 10,5 11,8
8. Dezil 12,6 14,4
9. Dezil 14,9 17,8
10. Dezil 23,1 28,4

Quelle: SOEP; Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Lebenslagen in Deutschland




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