PDF Version (120 KB) Fakten
Nach Angaben des SOEP sanken die Nettoäquivalenzeinkommen der privaten Haushalte real – also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung – zwischen 2002 und 2005 durchschnittlich um 2,5 Prozent. Dabei war der Rückgang in Ostdeutschland (minus 3,9 Prozent) ausgeprägter als in Westdeutschland (minus 2,4 Prozent). Auch die Spreizung der Einkommen hat zugenommen. So verringerte sich der Anteil der unteren Hälfte der Einkommensbezieher (1. bis 5. Dezil) am gesamten Nettoäquivalenzeinkommen von 2002 bis 2005 von 30,4 auf 28,7 Prozent. Während sich dabei zwischen 2002 und 2004 die Anteile der unteren fünf Dezile nur leicht veränderten, sanken sie zwischen 2004 und 2005 bei der gesamten unteren Hälfte der Einkommensbezieher. Für das sechste bis neunte Dezil ist zwischen 2002 und 2005 keine wesentliche Veränderung erkennbar. Bei den 10 Prozent der Einkommensbezieher mit den höchsten Einkommen (10. Dezil) veränderte sich der Anteil am gesamten Nettoäquivalenzeinkommen zwischen 2002 und 2004 nur leicht; von 2004 auf 2005 weitete er sich allerdings um 1,6 Prozentpunkte aus.
Im Jahr 2005 hatten die 10 Prozent der Einkommensbezieher mit den niedrigsten Einkommen (1. Dezil) einen Anteil von lediglich 2,9 Prozent am gesamten Nettoäquivalenzeinkommen. Bei den 10 Prozent mit den höchsten Einkommen (10. Dezil) lag der entsprechende Wert bei 24,9 Prozent – der Anteil war damit deutlich höher als derjenige der unteren vier Dezile zusammen (20,7 Prozent).
Ab wann eine Person oder ein Haushalt aufgrund des Einkommens als reich gelten soll, ist nach wie vor Gegenstand reger Diskussionen. Am gebräuchlichsten ist in der Wissenschaft die Einkommensgrenze von 200 Prozent des mittleren (Median) Nettoäquivalenzeinkommens. Im Jahr 2005 lagen nach Angaben der amtlichen Statistik 6 Prozent aller Personen auf oder über dieser Grenze. Beim SOEP – das auch selbstgenutztes Wohneigentum berücksichtigt – war der entsprechende Anteil mit 9 Prozent deutlich höher. Ergebnisse zur Einkommensverteilung späterer Jahre liegen voraussichtlich erst Mitte 2010 vor.
Datenquelle
SOEP; Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Lebenslagen in Deutschland (PDF-Version: 1.640 KB)
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Für die Berechnung der Anteile am Einkommensvolumen nach Dezilen werden zunächst alle Einkommen aufsteigend nach der Höhe sortiert. Dann wird die Verteilung in 10 gleich große Teile (Dezile) zerlegt und für jedes Dezil die Summe der Einkommen berechnet. Anschließend wird der Einkommensanteil der einzelnen Dezile an allen Einkommen berechnet.
Um die unterschiedlichen Haushaltsstrukturen und die Einspareffekte, die durch das Zusammenleben entstehen, zu berücksichtigen, werden die Haushaltseinkommen gewichtet (Äquivalenzeinkommen).
Zur Ermittlung des Nettoäquivalenzeinkommens wird zunächst das von allen Haushaltsmitgliedern tatsächlich erzielte Haushaltseinkommen zusammengefasst. Dieses setzt sich zusammen aus dem Einkommen aus selbstständiger und unselbstständiger Erwerbstätigkeit, dem Einkommen aus Vermögen, Renten und Pensionen sowie empfangenen laufenden Transfers – wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, Sozialgeld oder Kindergeld. Direkte Steuern und Sozialbeiträge werden abgezogen.
Anschließend wird das verfügbare Einkommen gewichtet bzw. das Äquivalenzeinkommen ermittelt. Dazu wird das verfügbare Haushaltseinkommen unter Berücksichtigung eines Gewichtungsschlüssels (Äquivalenzskala) geteilt. Die Äquivalenzskala weist dabei der ersten erwachsenen Person stets das Gewicht 1 zu. Weitere Erwachsene und Kinder ab 14 Jahren erhalten das Gewicht 0,5, Kinder unter 14 Jahren das Gewicht 0,3.
Ein Beispiel: Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren hat nach der Äquivalenzskala das Gesamtgewicht 2,1 (1 plus 0,5 plus 0,3 plus 0,3). Zu Berechnung des Äquivalenzeinkommens muss das verfügbare Haushaltseinkommen demnach durch 2,1 – und nicht durch die Anzahl der Personen – geteilt werden. Bei einem verfügbaren Haushaltseinkommen von beispielsweise 2.100 Euro hat jedes der vier Haushaltsmitglieder ein Äquivalenzeinkommen von 1.000 Euro.
Zur Berechnung des Median (Zentralwert) werden hier alle Personen ihrem gewichteten Einkommen nach aufsteigend sortiert. Der Median ist der Einkommenswert derjenigen Person, die die Bevölkerung in genau zwei Hälften teilt. Das heißt, die eine Hälfte hat ein höheres, die andere ein niedrigeres gewichtetes Einkommen. 200 Prozent dieses Medianwertes stellen die Einkommensreichtumsgrenze dar.

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Verteilung der Nettoäquivalenzeinkommen auf die Bevölkerung
Nach Dezilen, in Prozent, 2002 bis 2005*
| |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
| Arithmetisches Mittel |
19.255 |
18.971 |
18.744 |
18.778 |
| Median |
16.790 |
16.728 |
16.456 |
16.242 |
| Gini-Koeffizient |
0,292 |
0,292 |
0,298 |
0,316 |
| |
Anteile am Einkommensvolumen nach Dezilen, in Prozent |
| 1. Dezil |
3,2 |
3,2 |
3,1 |
2,9 |
| 2. Dezil |
5,2 |
5,2 |
5,0 |
4,8 |
| 3. Dezil |
6,3 |
6,3 |
6,2 |
6,0 |
| 4. Dezil |
7,3 |
7,3 |
7,3 |
7,0 |
| 5. Dezil |
8,4 |
8,3 |
8,3 |
8,0 |
| 6. Dezil |
9,2 |
9,4 |
9,3 |
9,3 |
| 7. Dezil |
10,5 |
10,6 |
10,6 |
10,5 |
| 8. Dezil |
12,1 |
12,1 |
12,2 |
12,1 |
| 9. Dezil |
14,5 |
14,6 |
14,8 |
14,6 |
| 10. Dezil |
23,3 |
23,1 |
23,3 |
24,9 |
* Einkommen in Preisen von 2000, Äquivalenzgewichtung auf Basis der neuen OECD-Skala. Quelle: SOEP; Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Lebenslagen in Deutschland
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