PDF Version (159 KB) Fakten
Infolge der Fortschritte in den Bereichen Gesundheitswesen, Hygiene, Ernährung, Wohnsituation und Arbeitsbedingungen sowie des gestiegenen materiellen Wohlstands nahm die Lebenserwartung in Deutschland in den vergangenen hundert Jahren spürbar zu. 1998/2000 konnte ein 60-jähriger Mann im Durchschnitt damit rechnen, dass er noch etwa 19 Jahre lebt (fernere Lebenserwartung). Vor hundert Jahren hatte er eine um sechs Jahre und 1970 eine um knapp vier Jahre geringere fernere Lebenserwartung. Bei den 60-jährigen Frauen lag die fernere Lebenserwartung 1998/2000 bei 23 weiteren Lebensjahren. Hundert Jahre zuvor waren es lediglich 14 weitere Lebensjahre.
In der ersten Hälfte der 1970er Jahre lag die Lebenserwartung der Jungen bei der Geburt in Ostdeutschland höher als in Westdeutschland. Die Lebenserwartung der Mädchen war in beiden Teilen Deutschlands fast gleich. Nach 1977 stagnierte die Lebenserwartung in Ostdeutschland zunächst und stieg dann bis Ende der 1980er Jahre deutlich langsamer als in Westdeutschland. In den Jahren 1991 bis 1993 war die Lebenserwartung bei der Geburt in Ostdeutschland um drei Jahre geringer als in Westdeutschland. In den letzten Jahren hat sich die Lebenserwartung in Ost- und Westdeutschland stetig angenähert.
Nach Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes wird die Lebenserwartung in West- und Ostdeutschland ab 2020 gleich hoch sein. Dabei wird sich auch die fernere Lebenserwartung weiter erhöhen. Im Jahr 2050 können Männer im Alter von 60 Jahren durchschnittlich noch 23,7 und Frauen 28,2 weitere Lebensjahre erwarten.
Der Anstieg der Lebenserwartung hat in Verbindung mit der anhaltend niedrigen Geburtenziffer eine Veränderung der Altersstruktur zur Folge. Die Zahl der über 60-Jährigen hat absolut und relativ zugenommen, es gibt potenziell mehr Rentenbezieher und der Ruhestand dauert länger. Der demografische Wandel ist und bleibt eine Herausforderung für die sozialen Sicherungssysteme. Wenn das bestehende Leistungsniveau bei der Alterssicherung aufrechterhalten werden soll, hat diese Entwicklung steigende Rentenausgaben zur Folge.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Bevölkerung Deutschlands bis 2050: 10. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung (PDF-Version: 1.040 KB)
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Bei der Lebenserwartung ist zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung bei der Geburt und der ferneren Lebenserwartung zu unterscheiden. Die fernere Lebenserwartung beschreibt, wie viele Lebensjahre beispielsweise eine 60-jährige Person im Durchschnitt noch vor sich hat. Die Summe aus erreichtem Alter und fernerer Lebenserwartung liegt immer höher als die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt, da die Risiken, früh zu sterben, überwunden sind.
Die amtlichen Sterbetafeln basieren auf den Daten über die Gestorbenen und die Durchschnittsbevölkerung der letzten drei Jahre. Es handelt sich also um eine Momentaufnahme der Sterblichkeitsverhältnisse der gesamten Bevölkerung in diesem Zeitraum.

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Entwicklung der Lebenserwartung
Fernere Lebenserwartung im Alter von 60 Jahren, 1901 bis 2050, Stand: 2003; Stand der Daten für 2003/05 und 2004/2006: 2007
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Männer |
Frauen |
| Deutsches Reich |
| 1901/10 |
13,1 |
14,2 |
| 1932/34 |
15,1 |
16,1 |
| |
Westdeutschland |
| 1949/51 |
16,2 |
17,5 |
| 1960/62 |
15,5 |
18,5 |
| 1970/72 |
15,3 |
19,1 |
| 1980/82 |
16,5 |
20,8 |
| |
Deutschland |
| 1991/93 |
17,8 |
22,1 |
| 1996/98 |
18,7 |
23,1 |
| 1998/00 |
19,2 |
23,5 |
| 2003/05 |
20,3 |
24,3 |
| 2004/06 |
20,6 |
24,5 |
| 2035* |
22,7 |
27,1 |
| 2050* |
23,7 |
28,2 |
* Annahmen der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (mittlere Annahme L2)
Quelle: Statistisches Bundesamt: Bevölkerung Deutschlands bis 2050
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