Beleuchteter Reichstag

12.5.2011 | Von:
Reiner Merker

"... und stets Künder seiner Zeit zu sein"?

Neuausrichtung und Behauptung des Gustav Kiepenheuer Verlages zu Beginn der 50er-Jahre

Nische in der Diktatur


Mitte der 1950er-Jahre hatte der Kiepenheuer Verlag somit tatsächlich seine Nische in der Diktatur gefunden. Dazu hatte zunächst rein formal die juristische Weitsicht Gustav Kiepenheuers selbst beigetragen, der den Gesellschafteranteil Theodor Plieviers rechtzeitig übernommen und Noa Kiepenheuer zur Alleinerbin eingesetzt hatte. Eine "stille Übernahme" durch die SED war somit Anfang der 50er-Jahre zunächst nicht möglich. Zudem bestand auf Seiten der SED die wohl als Fehleinschätzung zu bezeichnende Ansicht, dass durch den Geschäftsführer Paul Stengel die Interessen der Partei gewahrt würden. Gleichzeitig kann unterstellt werden, dass die Beschränkung der Verlagslizenz in Bezug auf Werke des "kapitalistischen Auslands" und die mangelhafte Versorgung mit Papier zu einer schleichenden Aushöhlung des Verlagsgeschäftes hätte führen sollen.

Entgegen dieser Ausgangslage haben Noa Kiepenheuer und ihre Mitarbeiter es jedoch verstanden, das Wechselspiel zwischen Lockerung und repressiver Einschränkung in der Kulturpolitik der SED zur Sicherung des Verlags zu nutzen. Dabei handelte es sich aber nicht um eine geradlinige Strategie. Entscheidend war die Fähigkeit zum Kompromiss ohne die eigenen Ansprüche an einen Verlag preiszugeben.



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