Beleuchteter Reichstag

12.5.2011 | Von:
Christian Könne

"Die Gestaltung massenwirksamer Unterhaltungssendungen – ein unerläßlicher Bestandteil des politischen Auftrages des Massenmediums Rundfunk"

Die Unterhaltungssendungen im Hörfunk der DDR

Seit 1972 – die pragmatische Phase im Sozialismus


Mit den genannten Sendetypen war die Entwicklung der Unterhaltung für den Sozialismus auf ihrem Höhe- und Endpunkt angelangt. Was das spezifisch Sozialistische an diesen Sendungen war, wurde nicht weiter thematisiert. Die bis Mitte der 1960er-Jahre von Seiten der Partei extrem aggressiv geführte Unterhaltungsdiskussion kam an ihr Ende.

Mit dem Beginn der 1970er-Jahre und der Ablösung Walter Ulbrichts durch Erich Honecker wurde nicht nur das Neue Ökonomische System beendet, auch die Idee der "sozialistischen Menschengemeinschaft" wurde nicht mehr vorrangig verfolgt. Stattdessen trat die "entwickelte sozialistische Gesellschaft" mit der "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" auf den Plan. Die Wünsche der Menschen in den Medien wurden zunehmend bedient. Unterhaltung wurde mehr und mehr systemstabilisierend eingesetzt. In den 1980er-Jahren ging es nicht mehr um Produktionssteigerung, Anleitung oder Erziehung. Die Ruhigstellung wurde zum zentralen Kriterium der Unterhaltung. Der Effekt war ein höherer Programmanteil an Unterhaltung in den Medien der DDR, als dies beispielsweise die Bundesrepublik kannte.

Ganz anders sah die Entwicklung in der Musik aus – dem zentralen Element in der Hörfunkunterhaltung. Hier waren und blieben Wunsch und Wirklichkeit für beide Seiten im Radioprogramm unvereinbar. Die begehrte Musik kam stets aus dem Westen.



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