Beleuchteter Reichstag

18.5.2011 | Von:
Ingrid Sonntag

Die Freie Akademie der Künste in Leipzig 1992–2003

Nur aus einer Prägung des sächsischen Kulturraumes hervorgegangen?

Und nun?


Im Spätsommer 2003 trat der Schriftsteller Michael Lentz die Präsidentschaft der Freien Akademie der Künste an. Sein Programm: "So etwas – ich sag's mal salopp – Geheimbündlerisches, Innerzirkuläres ist nicht angestrebt. Ein erster Schritt wird deshalb sein, dass wir ins Internet gehen", und der Sächsischen Akademie der Künste gegenüber wolle man "autonom" bleiben.[24]

Von den 72 Mitgliedern der Leipziger Akademie zählten im Jahr 2003 ohnehin 21 zur Sächsischen Akademie der Künste. Zurzeit sind es 19.[25] Udo Zimmermann, Gründungsmitglied und erster Präsident der Freien Akademie, ist seit Juni 2008 der Präsident der Sächsischen Akademie der Künste.

Der Schriftsteller Karl Mickel (Mitglied der Freien Akademie seit Herbst 1992) hatte in einem Telefonat im Juni 2000 eine Beobachtung preisgegeben, die als ein Vermächtnis verstanden werden kann: "Sachsens politische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung" habe sich "aus der Bipolarität seiner großen Städte Dresden und Leipzig" entwickelt, Dresden "seine Prägungen vom Hof, Leipzig von der Bürgerschaft" erhalten; zwei Akademien in Sachsen institutionalisierten "die verschiedenen Prägungen ein- und desselben Kulturraumes". – Daraus lässt sich die Frage ableiten: Was bedeuten "Hof" und "Bürgertum" in der heutigen Gesellschaft mit ihren sozialen und demografischen Herausforderungen?


Fußnoten

24.
Michael Lenz, Interview, in: LVZ, 23.9.2003.
25.
Volker Braun, Lutz Dammbeck, Friedrich Dieckmann, Horst Drescher, Hartwig Ebersbach, Achim Freyer, Burkhard Glaetzner, Durs Grünbein, Christoph Hein, Peter Konwitschny, Kurt Masur, Michael Morgner, Irina Pauls, Friedrich Schenker, Steffen Schleiermacher, Frank Schneider, Siegfried Thiele, Günter Uecker und Udo Zimmermann: http://www.akademieleipzig.de/mitglied.htm u. http://www.sadk.de/mitgliederuebersicht.html [12.5.2011].

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