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Raum und Vorurteil

Halle (Saale) und Leipzig aus "westdeutscher" Sicht


21.3.2012
Unbekannte Räume sind keine "weißen Flächen". Mit entliehenen oder konstruierten Bildern werden stereotype Erklärungen erzeugt. Doch wie verändern sich diese Deutungen beispielsweise im deutschen Ost-West-Vergleich?

1. Einleitung






Mit verzweifelter Überraschung registrieren journalistische Beobachter die Renaissance des unkritisch artikulierten Nationalklischees im Europa der Euroschuldenkrise. Wird einerseits versucht, es mit vorsichtigem Urteil zu diagnostizieren,[1] pflegen andere altliberale Rettungsgedanken – mit kühler Haltung und läuternder Ratio.[2] Dass das dialektisch angelehnte Lernen aus der Geschichte mit dem hartnäckigen Selbstvergewisserungswillen der Teilnehmer-Nationen kollidiert, hängt eng mit den Strukturen und der Funktion von Stereotypen zusammen. Augenscheinlich können die Einzelnen in ihrer jeweiligen nationalen Gemeinschaft nicht auf das gemeinschaftskonstitutive wie abgrenzende Muster des aus Vorurteilen geronnenen Stereotyps verzichten. Was sich in der Euro-Zone oder in Europa insgesamt beobachten lässt, gilt gleichermaßen auch bei den intranationalen Wahrnehmungen und Urteilen.

Kurz vor dem Silberjubiläum der deutschen Einheit besitzt die Debatte um deren Vollzug noch immer Brisanz. Freilich haben sich die Bedingungen verschoben, anhand derer die diskursiven Koordinaten ausgerichtet wurden. Es scheint fast, als hätten die Mahnungen aus "Ost" und "West", den historischen und mentalen Eigensinn der "Ostdeutschen" als eigenständige Kategorie zu beachten, durchaus einen mäßigenden Einfluss auf die politische wie geschichtspolitische Wahrnehmung der östlichen Bundesländer genommen. Dies gilt offenbar auch für andere, lebensweltliche Aspekte. So erleben die so genannten östlichen Bundesländer anscheinend seit geraumer Zeit einen bemerkenswerten, aber ambivalenten Konnotationswandel. So wird Studieren in Leipzig, Dresden, Erfurt oder Greifswald unter "westdeutschen" Studenten populärer.[3] Der Ostalgie-Vorwurf verstummt zunehmend bei einer weiteren Entfaltung ehemaliger DDR-Produktmarken.[4] Eine gesamtdeutsche Normalität scheint mit einem Stereotypenwandel einherzugehen. Auf der anderen Seite sind Lohndifferenzen zwischen den westlichen und den östlichen Bundesländern immer noch existent, als müsse man weiterhin von einer deutsch-deutschen Wirtschaftswirklichkeit ausgehen.[5] Und Fußball-Hooligans scheinen überwiegend in Sachsen, Brandenburg oder Thüringen beheimatet zu sein.[6]

Noch immer sind die östlichen Bundesländer für viele "Westdeutsche" eine terra incognita.[7] Wie sehr dies für den Westen Deutschlands insgesamt gilt, belegen exemplarisch von dort stammende DDR-Historiker. Mit Verweis auf eine neue Fruchtbarkeit der DDR-Geschichtsschreibung für die deutschlandhistorische Forschung wird gar die Forderung nach einem doppelten Beitritt zur Bundesrepublik erhoben – auch wenn hier zunächst bloß historische Forschungshorizonte gemeint sind.[8] Notwendig ist es jedoch, die angesichts sich nicht nach den alten politischen Vorzeichen wandelnden Realitäten im Verhältnis zwischen der ehemaligen DDR und der BRD wahrzunehmen. Bis heute werden die wissenschaftlichen Diskurse über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Gesamtdeutschlands im Wesentlichen von altbundesrepublikanischen Protagonisten dominiert.[9] Denn die reine Bevölkerungsmehrheit der westlichen Bundesländer reproduziert ihre Stereotype auf natürliche Weise über die Minderheitsgesellschaft des "Ostens".[10]

Selbst wenn man über 20 Jahre nach der Einheit eine mittlerweile fast spannungslose, nur gelegentlich geschichts- und deutungspolitische Aufregung gegenüber der ehemaligen DDR konstatieren kann, bleibt offen, welche Bilder, gespeist aus welchen Stereotypen und Klischees, die Vorstellungen über die DDR von einst, über "Ostdeutschland" heute und über deren Zusammenspiel regeln. Entscheidungsprozesse sind jedoch abhängig von den vorbewussten Parametern, die von den Strukturmerkmalen und den eingeübten kommunikativen Mustern stereotyper Ordnungen geprägt werden. Generationen von Schülern und Studenten in "Ost" und "West", Ende der 1980er-Jahre oder nach der Wiedervereinigung geboren, formen mit ihrer Sozialisation, die Familie, Schule, Milieu und staatlich sanktionierter politisch-historischer Deutungswille ihnen mitgaben, ihre und somit die kollektive Identität als Deutsche. Dabei ist zu fragen, wie und auf welche Weise Einfluss auf die modifizierenden Ausbildungen der Identitätsverfassung genommen werden kann. Wie jedoch widerstehen auch interregionale, intranationale Stereotype einer historiodidaktischen Ausdeutung der nationalen Geschichte durch die professionellen Erinnerungsarbeiter?

Zunächst geht es jedoch um die allgemeine Frage, wie Bilder von Räumen und Menschen in der Imagination des Einzelnen entstehen und modifiziert werden, wenn ihm dieser Raum und dessen Bewohner unbekannt ist. Motiviert wurde diese Fragestellung durch das alltägliche Phänomen, dieser Imagination entsprechend eigene Handlungsmuster und antizipierte, potentielle Reaktionen auf das noch Unbekannte zu entwickeln. Reisende, Delegierte, aber auch Akteure in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden zum Teil täglich mit diesem Problem konfrontiert. Im Alltagsbewusstsein ist die Differenz zwischen den auf Vorurteilen und Klischees beruhenden imaginativen Bildern und der Wirklichkeit, die vor Ort erfahren werden kann, kommunikativ verankert, aber relativ unspezifisch. Bislang fehlt jedoch eine die anzunehmenden Veränderungsprozesse wissenschaftlich reflektierende Forschung.

Beispielhaft werden hier die Beziehungen der westlichen zu den östlichen Bundesländern zum Anlass genommen, diese generelle Fragestellung eingehender zu untersuchen. Konkret geht es im folgenden Beitrag daher zunächst um die Frage, wie sich der räumliche Wahrnehmungsprozess aus theoretischer Perspektive gestaltet und welche Einflussfaktoren dafür relevant sind. Der Erläuterung des theoretischen Konzepts und der Methodik folgt die Darstellung der Ergebnisse. Darauf basierend wird eine abschließende Zusammenfassung nebst Ausblick gegeben, um schlussendlich im Fazit neue Forschungsfragen aufzuwerfen.

2. Modelltheoretische Überlegungen




Im Zentrum der Untersuchung stehen Prozesse der Raumwahrnehmung und die Bedeutung von raumbezogenen Stereotypen. Für den Terminus "Raum" gibt es keine einheitliche Definition, sondern es existieren vielmehr verschiedene Raumverständnisse in Abhängigkeit von Fachdisziplin und Forschungsthematik.[11] In der Geografie kann Raum als "eine Metapher verstanden werden, mit dem Zweck zu ordnen und Komplexität zu reduzieren".[12]

Diese Metapher kann begrifflich mehr oder weniger stark präzisiert werden, sodass Bilder von Räumen existieren. Obschon Bilder an sich individuell, "spontan und vornehmlich assoziativ gebildet" werden,[13] sind die Vorstellungen über unbekannte Räume durch die kollektive Erinnerung bzw. das Gedächtnis konnotiert.[14] Die darin konstruierte kulturelle Identität eines Kollektivs besitzt eine integrale wie eine exklusive Funktion. Gemeinhin bezeichnet der Terminus "Sozialisation" den Raum wie auch die Genese jener identitären Integration des Einzelnen. In diesem theoretischen Sinne versteht das hier vorgestellte Modell diesen Raum als Sozialisationsraum.[15] Vermittelt der Sozialisationsprozess dem Menschen die Normen und Werte, die eine Gruppe bzw. die Gesellschaft und ihre Institutionen zum Selbsterhalt benötigen, so gelten diese Normen auch für die Bewertung medialer Raumbilder und die sie beschreibenden Subtexte.[16] Auf diese Weise werden einzelne Bilder entsprechend der historischen, politischen, sozialen oder auch ökonomischen Erwartung der Gesellschaft bewertet an den Einzelnen weitergereicht. Insgesamt wird der Begriff im wissenschaftlichen Diskurs sehr unterschiedlich verstanden und verwendet.[17] Der Begriff "Bild" umfasst hierbei nicht bloß rein bildliche, sondern alle Arten bilderzeugender Vergegenwärtigung. Da das Bild aufgrund seiner Eingängigkeit als eine erste spontane, komplexe Sinneinheit definiert werden kann, ist es seinem Wesen nach häufig unpräzise und grobflächig. Das inhaltliche Kaleidoskop der Bilder erreicht dabei eine unendliche, ungeordnete Anzahl von Merkmalen.

Die Bilder formieren sich überdeckend und vernetzt, konstituieren eine stereotype Struktur. Der Begriff "Stereotyp" selbst kann allgemein als Wesensbestimmung durch Behelfsformeln definiert werden. Diese als in "mentale Bilder übersetzte Konstruktionen über die Wirklichkeit"[18] können zwei Funktionen annehmen. Einerseits zur Systematisierung und Reduktion von Informationen im menschlichen Gehirn, andererseits zur Abgrenzung des eigenen Ich, der eigenen Gruppe gegenüber einer anderen. Da es sich um raumbezogene Stereotype handelt, soll im Folgenden der Begriff "Geostereotyp" verwendet werden.[19] Dieser Begriff eignet sich auch deshalb, weil im allgemeinen die Wahrnehmung lokalisiert ist und soziale Güter oder Lebewesen häufig zusammen mit Orten verknüpft werden.[20]

Zusammengefasst kann daher von einer Gesamtheit als Imagination gesprochen werden, denn gerade die beschreibende Unklarheit der Bilder und ihr nicht reguliertes Ineinandergreifen führen zu einer eigenen Qualität, sich die Objekte des Bildes mit Einbildungen ergänzt vorzustellen. Imagination ist also jene konstruierte Vorstellungseinheit, mit der Räume und deren Gegenstände strukturiert und geordnet werden. Dies hängt insbesondere von ihrer Funktion als Leit-, Orientierungs- und Absicherungsinstrument ab, in der die Geostereotype raumbezogen die ersten Deutungsmuster auslegen. Insofern umfasst der Begriff "Geostereotyp" letztlich die umfangreichen Vorgänge, die individuelle wie kollektive Erinnerung zu steuern, auszurichten und auch in Bewegung zu halten. Aufgrund dieser nahezu universellen Funktion wird im folgenden aus pragmatischen Erwägungen synonym auch die Bezeichnung "Stereotyp" für "Geostereotyp" verwandt.[21]

Modell konfliktiver Wahrnehmungsprozesse. 
Quelle: Eigene Darstellung.Modell konfliktiver Wahrnehmungsprozesse.
Quelle: Eigene Darstellung.
Bei der Untersuchung der Dynamik des Raumwechsels spielt das Erlebnis, das heißt der psychisch-emotionale, bewusste Erfahrungsakt eine besondere Rolle.[22] Letztlich beschreibt das Erlebnis damit gleichzeitig einen Konfliktvorgang, der aus dem Aufeinandertreffen der geostereotypen Imagination und der teils bewussten, teils unbewussten Rezeption von Teilwirklichkeiten des fremden Raumes resultiert. Der konfliktive Charakter des Erlebnisses motiviert zu einer (rationalen) Ver- und Überarbeitung des verstehbar gewordenen Vorstellungshaushaltes. Dieser Arbeitsprozess wird hier mit dem Begriff "Lektorat" eingeführt, da die prozessuale Arbeitsweise der Bildbearbeitung, -sortierung sowie der Korrektur der mit ihnen verbundenen Subtexte der verlagstechnischen Methodik gleicht. Anders als der bewusste Zugriff auf einen Text vollzieht sich allerdings in der Instanz "Lektorat" dieser Ablauf überwiegend spontan-reflektierend. Geostereotype, die trotz ihrer notwendig inhaltlichen Inkonsistenz abgeschlossene und für sich funktionierende "Meistererzählungen" (Meta-Geostereotype) waren, werden im Lektoratsprozess einer ersten Kontrolle auf ihre Stichhaltigkeit und einer anschließenden Korrektur unterzogen.

Aus der Prüfung und Überprüfung im Lektorat resultiert ein erweitertes Geostereotyp. Erweitert wird es um wahrgenommene Wirklichkeitsmerkmale, die zum einen imaginierte Stereotype falsifizieren, die zum anderen selbst wieder stereotypisiert werden. Damit wird die bislang als weitgehend wahr internalisierte "Meistererzählung" individualisiert. Allerdings gehorcht die Individualisierung durchaus kollektiven Normen, deren Wirkungsweise letztlich im Erlernen des Sozialisationsprozesses eingeübt wurde. Konkret heißt das, dass im Lektorat das Unpassende, Unvertraute, Fremde und das dem fremden Ort Eigentümliche mit der in der Imagination verknüpften identitären Sicherheit abgeglichen wird. Dieser Moment ist im Augenblick auf die Einzelbewertung beschränkt. Die internalisierten Normen und Werte, die ebenso für die Geostereotypbildung verantwortlich sind, ändern die individuellen Differenzerfahrungen ab, indem sie sie gruppenspezifisch anpassen. Dieser Vorgang entspricht – um im gewählten Begriffshorizont zu bleiben – einer redaktionellen Weiterbearbeitung der im Lektorat aufgetretenen Erlebniskonflikte. Zugleich werden die Informationen noch weiter auf ihren möglichen Kern hin reduziert bzw. verdichtet.

Ein vorläufiges Resümee konstituiert, das gewöhnlich nach der Rückkehr in den Sozialisationsraum die Erlebnisse reflektiert, aus dem erweiterten ein prä-post-reduziertes Geostereotyp. Prä-post-reduziert deshalb, da in dem Prozess der Resümeekonstitution unterschiedliche prüfende, konfligierende wie verifizierende Rückkopplungsabgleichungen mit den Instanzen "Imagination" und "Lektorat" sowie mit der Erinnerung an die Erlebnisse selbst eingebettet sind. Der Dynamik des Raumwechsels während der Ortsveränderungen steht also eine Dynamik gegenüber, die mit dem vermehrten Bewusstsein über eigene Geostereotype ebenso dessen Reflektion wie eine erhöhte Sensibilität für deren Funktion und Bedeutung einschließt.



Fußnoten

1.
Schuld ist sicherlich der Volkscharakter. Vom Aufblühen negativer nationaler Stereotype in der europäischen Schuldenkrise, in: NZZ, 16.2.2012.
2.
Renaissance des Vorurteils, in: FAZ, 22.2.2012.
3.
An einigen ostdeutschen Universitäten studieren inzwischen bis zu 40 % Studenten aus den westlichen Bundesländern: Studenten zieht es in den Osten, in: Süddeutsche Zeitung, 14.10.2011; Ost-Studenten sind zufriedener, ebd., 25.1.2012; Realität gefährdet Sparpläne, in: taz, 12.12.2011.
4.
Vgl. Überholtes eingeholt, in: taz, 30.11.2009; Auch die "Mauer in den Köpfen" fällt, in: FAZ, 25.11.2009.
5.
Vgl. Karl-Heinz Paqué, 20 Jahre Deutsche Einheit, in: Wirtschaftsdienst, 6/2010, S. 355–358.
6.
Vgl. Dynamo Dresden. Schwarze Nacht, in: FAZ, 30.10.2011; Randalemeister, in: Financial Times Deutschland, 27.10.2011; Dialog anstelle von Law and Order, in: NZZ, 15.11.2011.
7.
Nur 73 % der "Westdeutschen" reisten nach einer Umfrage bis 2010 in die östlichen Bundesländer, während bereits 97 % der "Ostdeutschen" bereits im anderen Landesteil gewesen waren: vgl. Blühende Landschaften. Allensbach-Umfrage zur Deutschen Einheit, in: FAZ, 22.9.2010.
8.
So fordern Ulrich Mählert/Manfred Wilke, Die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur seit 1989, in: Frank Möller/Ulrich Mählert (Hg.), Abgrenzung und Verflechtung. Das geteilte Deutschland in der zeithistorischen Debatte, Berlin 2008, S. 142, einen "Brückenschlag der DDR-Forschung hin zur zeitgeschichtlichen Deutschlandforschung", weil dieser "Brückenschlag" von altbundesrepublikanischer Seite nicht zu erwarten sei. Die mit diesem Befund verbundene Erwartung mag realistisch sein, verdeutlicht vor allem aber den saturierten Habitus des "Westens", nach dem sich ungeachtet bisheriger Forschungsleistungen zur DDR und des Weiterbestehens zweier Teilgesellschaften nur ein "1990" wiederholen dürfte.
9.
Mählert/Wilke, ebd., S. 128, geben an, dass die "einschlägigen [ostdeutschen] Lehrstühle und Institutsleitungen fast durchgängig mit westdeutschen Wissenschaftlern besetzt" wurden. Vgl. dazu Konrad H. Jarausch/Matthias Middell (Hg.), Nach dem Erdbeben. (Re-)Konstruktion ostdeutscher Geschichte und Geschichtswissenschaft, Leipzig 1994.
10.
Noch elf Jahre nach der Wiedervereinigung wehrten sich 41 "Ostdeutsche" aus allen gesellschaftlichen Bereichen gegen an sie gerichtete Vorurteile: Janne Günter, WendeZeit: "Kein Klischee stimmt.", Essen 2001.
11.
Vgl. Stephan Günzel (Hg.), Raum. Ein interdisziplinäres Handbuch, Stuttgart 2010; Martina Löw, Raumsoziologie. Frankfurt a. M. 2001; Markus Schroer, Räume, Orte, Grenzen. Auf dem Weg zu einer Soziologie des Raums, Frankfurt a. M. 2006.
12.
Heike Egner, Theoretische Geographie, Darmstadt 2010, S. 97.
13.
Birgit S. Neuer/Günter Thieme, Fremde Verwandte – Deutschlandbilder in den USA, in: Geographische Rundschau 52 (2000) 3, S. 34.
14.
Die hier verwandten Begriffe "Erinnerung" und "Gedächtnis" lehnen sich an die Überlegungen von Halbwachs sowie Assmann und Assmann an: vgl. Maurice Halbwachs, Das kollektive Gedächtnis, Stuttgart 1967; Aleida Assmann, Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, München 1999; Jan Assmann, Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität, in: Ders. (Hg.), Kultur und Gedächtnis, Frankfurt a. M. 1988.
15.
Für die Raumbegriffe und die im Folgenden beschriebenen mentalen Prozesse s. u. das "Modell konfliktiver Wahrnehmungsprozesse".
16.
Vgl. Kurt Müller, Sozialisation. Eine soziologische Einführung, Paderborn 2008, S. 41f.
17.
Vgl. Stephen Daniels, Geographical Imagination, in: Transactions of the Institute of British Geographers 36 (2011) 2, S. 183ff.
18.
Neuer/Thieme (Anm. 13), S. 30.
19.
Vgl. Wolfgang Wippermann, Die Deutschen und der Osten. Feindbild und Traumland, Darmstadt 2007, S. 9.
20.
Vgl. Löw (Anm. 13), S. 199.
21.
Zum dialektischen Verhältnis von Raum und Sozialem: Schroer (Anm. 13), S. 62.
22.
Vgl. "Erlebnis", in: Georgi Schischkoff (Hg.), Philosophisches Wörterbuch, 22. Aufl., Stuttgart 1991, S. 181.

 

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