Beleuchteter Reichstag

Nach dem Mauerbau

Im vergangenen Jahr war anlässlich des 50. Jahrestages der Mauerbau in aller Munde. Schon damals widmete sich Deutschland Archiv Online nicht allein der Vorgeschichte und der Durchführung des Mauerbaus am 13. August 1961 (Ausgaben 6/2011 und 7/2011), sondern lenkte den Blick auch auf längerfristige Folgen. Und dies weit über das erste Jahrzehnt nach dem Mauerbau hinaus.
Auch in dieser Ausgabe widmen die Beiträge sich nicht allein Geschehnissen unmittelbar nach der gewaltsamen Teilung Berlins, sondern blicken ebenfalls auf spätere Entwicklungen und Ereignisse, etwa den Besuch von DDR-Staatschef Erich Honecker in Bonn vor 25 Jahren. Der Mauerbau war eben kein singuläres Ereignis, nach dem die beiden deutschen Staaten zur "Tagesordnung" übergehen konnten. Der Mauerbau beeinflusste das Leben in den Gesellschaften in der Bundesrepublik wie in der DDR – hier wesentlich mehr als im Westen –, und er beeinflusste die Politik beider deutscher Staaten ganz entscheidend. Am Ende der 1960er-Jahre schien sich das Verhältnis zwischen Deutschland West und Deutschland Ost zwar allmählich zu normalisieren, "normal" war es indes bis zur Wiedervereinigung 29 Jahre nach dem Mauerbau keineswegs.

Bergung Peter Fechters

Jan Schönfelder, Rainer Erices

Der ewige Flüchtling

Gemeinsam mit Peter Fechter wagte vor 50 Jahren Helmut Kulbeik die Flucht in den Westen. Kulbeik gelang der Sprung über die Mauer, Fechter starb vor laufenden Kameras. Kulbeik verweigerte sich bis heute den Medien. Im Gegensatz zu Fechter spielt er im kollektiven Gedächtnis keine Rolle.

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"Gib mir einen Kredit, Rotkäppchen"

Helmut Jenkis

Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962

Nur zehn Monate nach dem Mauerbau erbat die DDR von der Bundesregierung einen Warenkredit über 3,1 Milliarden D-Mark. Bonn wäre hierzu bereit gewesen, wenn substanzielle Konditionen gemacht worden wären. Der Kreditwunsch scheiterte.

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Wolfgang Vogel

Reymar von Wedel

Die Entstehung der "Haftaktion"

Wenige Jahre nach dem Mauerbau vermittelten Anwälte zwischen der Bundesregierung und dem SED-Regime eine Vereinbarung über den Freikauf politischer Gefangener aus der DDR. Dieser wurde vielfach auch durch die Evangelische Kirche bewirkt. Bis 1989 wurden mehr als 33.000 politische Häftlinge freigelassen.

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Baustelle Leuna II

Udo Grashoff

Leuna im Streik?

Im August 1962 soll die Belegschaft des Leuna-Werkes gestreikt haben. Bewaffnete Volksarmisten hätten den Streik beendet, schrieb die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Bei gründlicher Durchsicht der Akten wachsen Zweifel an dem Bericht, wenngleich es unter den Arbeitern durchaus große Unruhe gab.

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Zeitungslektüre in der U-Bahn

Anke Fiedler

Mit dem Rücken zur Mauer

Der Medienkrieg zwischen der DDR und der Bundesrepublik tobte in den Jahren nach dem Mauerbau besonders heftig. Im Kampf mit dem politischen Gegner schien dabei auch im Westen nahezu jedes Mittel recht, um die Berichterstattung des Nachbarstaates zu behindern.

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Kohl empfängt Honecker 1987

Manfred Wilke

Der Honecker-Besuch in Bonn 1987

Die Analyse des einzigen Staatsbesuchs eines Staats- und Parteichefs aus der DDR in der Bundesrepublik zeigt im Rückblick eine Kreuzung zwischen Gegenwart und naher Zukunft: Medial wurde deutsche Zweistaatlichkeit zelebriert, während sich international bereits die Umrisse einer neuen Politik abzuzeichnen begannen, die eine Wiedervereinigung Deutschlands ermöglichen sollte.

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Kurras' SED-Mitgliedsausweis

Cornelia Jabs

Ein Zufallsfund?

Die Enttarnung des Mannes, der Benno Ohnesorg erschoss, des West-Berliner Polizisten Karl-Heinz Kurras, als Inoffizieller Mitarbeiter des Ministerium für Staatssicherheit im Mai 2009 fand ein großes mediales Echo. So offenkundig die zeitgeschichtliche und geschichtspolitische Tragweite nach der ersten Durchsicht der Kurras-Akten war, so ungewöhnlich war der Weg zu ihnen.

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Schiller/Young, München 1972

Literaturjournal

Elf Jahre nach dem Mauerbau führten die Olympischen Spiele in München zum ersten Mal die Mannschaften beider deutscher Staaten zu einem sportlichen Großereignis auf deutschem Boden zusammen. Doch sollten die Münchener Spiele weniger im Schatten dieses Wettstreites stehen ...

Das Jahrzehnt nach dem Mauerbau war – zumindest in der Bundesrepublik – schließlich auch von einer zunehmenden Auseinandersetzung der Deutschen mit der NS-Vergangenheit bestimmt. In der DDR setzte eine solche kritische Beschäftigung mit dem Erbe der braunen Diktatur erst nach dem Systemumbruch von 1989 ein.

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Die Bösebrücke an der Bornholmer Straße in Berlin, Ende 1961.
Deutschland Archiv Online 6/2011

50 Jahre Mauerbau

Der 13. August 1961 war ein einschneidendes Datum – nicht nur für Berlin und nicht nur für die Deutschen. Der Mauerbau hatte eine lange Vorgeschichte und zeitigte dramatischen Folgen.

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Deutschland Archiv Online 7/2011

50 Jahre Mauerbau
(Teil 2)

Der Umgang mit dem Mauerbau steht im Mittelpunkt unserer zweiten Folge "50 Jahre Mauerbau". Dokumentiert werden u.a. Maßnahmen und ein Fotoalbum des MfS zum Mauerbau.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien.

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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