Beleuchteter Reichstag

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26.10.2012 | Von:
Henrik Bispinck

Kulturelite im Blick der Stasi

Die Nachwehen der Biermann-Ausbürgerung im Spiegel der ZAIG-Berichte des Jahres 1977

Spaltung der DDR-Intellektuellen

Die Biermann-Ausbürgerung hatte die literarisch-künstlerische Intelligenz in zwei Lager gespalten. Das "sonst immer so einheitliche Feld der DDR-Kunstschaffenden", so Werner Mittenzwei, "war plötzlich aufgerissen zwischen Unterzeichnern und Gegenunterzeichnern."[19] Im Schriftstellerverband kam es zu erbitterten Auseinandersetzungen, und auch im privaten und halböffentlichen Raum ging man einander aus dem Weg.

Das MfS vollzog in seiner Berichterstattung diese Spaltung mit. Es zog eine klare Trennlinie zwischen "progressiven" und "negativen" Kräften – schon in den Überschriften der entsprechenden ZAIG-Berichte. Mehrere Informationen befassen sich mit Klagen "progressiver" Künstler über die Privilegien "negativer Kulturschaffender". So kritisierten unter anderen die Schriftsteller
Eva StrittmatterEva Strittmatter im Gespräch mit Kurt David und Willi Meinck (l.) am Rande des VIII. Schriftstellerkongresses der DDR im Palast der Republik, 30. Mai 1978 (© Bundesarchiv, Bild 183-T0530-0423; Gabriele Senft/ADN-ZB)
Eva und Erwin Strittmatter, Wolfgang Kohlhaase und Günter Görlich die umfangreiche Reisetätigkeit "von als negativ bekannten Kunst- und Kulturschaffenden" in nichtsozialistische Staaten.[20] Dadurch werde im Ausland ein "falsches bzw. verzerrtes Bild über die DDR-Literatur verbreitet". Zudem werde durch die "bevorzugte Genehmigung von Reisen in nichtsozialistische Staaten und andere 'Privilegien'" die "negative politische Grundposition […] dieser Kräfte praktisch noch 'begünstigt'". Während sie selbst sich an die Reiseordnung halten und den Reiseantrag drei Monate im Voraus beim Schriftstellerverband vorlegen müssten, könnten es sich zum Beispiel Günter Kunert oder Volker Braun erlauben, tags vor der Abreise nach West-Berlin oder Westdeutschland Kurt Hager, Mitglied des Politbüros und oberster Kulturfunktionär der DDR, anzurufen und würden trotzdem noch rechtzeitig ihr Visum erhalten.[21] Ohnehin könnten viele "progressive" Schriftsteller schon deshalb keine Auslandsreisen unternehmen, weil ihre Bücher in westlichen Staaten nicht verlegt würden und sie daher nicht über die nötigen Devisen verfügten.[22]

Die ZAIG beließ es hier nicht bei der Zusammenstellung der kritischen Äußerungen, sondern gab sogar konkrete Handlungsempfehlungen: Die Reisetätigkeit in nichtsozialistische Staaten solle "im kulturellen Bereich straffer organisiert", die "existierenden staatlichen Normative und Richtlinien" konsequent angewendet werden.[23] Maßstab für Reisen in nichtsozialistische Staaten müsse die "sozialistische Nationalkultur der DDR" sein, die von den gegenwärtig hauptsächlich ins westliche Ausland reisenden Schriftstellern nicht repräsentiert werde. Stattdessen sollten fortan "in erster Linie klassenbewusste, parteiverbundene, progressive Kulturschaffende" berücksichtigt werden.

Hintergrund der Kritik der "progressiven" Schriftsteller an der angeblichen Bevorzugung ihrer "negativen" Kollegen war vermutlich nicht nur Neid auf deren Erfolg und ihre Reise-"Privilegien", sondern auch die Tatsache, dass sie selbst sich durch ihre Zustimmungserklärungen zur Biermann-Ausbürgerung und die offensiv geführten Auseinandersetzungen im Schriftstellerverband ebenfalls exponiert hatten. Nun erwarteten sie von der Regierung, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Deutlich wird dieser Zusammenhang in einem Bericht, in dem es um die Vorbereitung des VIII. Schriftstellerkongresses der DDR geht, der für Mai 1978 geplant war.
VIII. Schriftstellerkongress der DDRVIII. Schriftstellerkongress der DDR: Verabschiedung der scheidenden Vorsitzenden Anna Seghers durch Staats- und Parteichef Erich Honecker. Im Hintergrund Seghers' Nachfolger Hermann Kant, rechts mit Honeckers Blumenstrauß Erwin Strittmatter. 29. Mai 1978 (© Bundesarchiv, Bild 183-T0529-0027; Peter Koard/ADN-ZB)
Auf Kritik stieß hierbei die Ankündigung der SED, die Auseinandersetzungen im Berliner Schriftstellerverband im Zusammenhang mit der Biermann-Ausbürgerung auf dem Kongress nicht zu thematisieren. Die ZAIG berichtete, diese Absicht finde "kein Verständnis und führe bei progressiven Kräften unter den Schriftstellern zu Resignation und Verärgerung". Zudem würde mit einer Aussparung dieser Konflikte "die mühevolle und aufwendige Arbeit der Genossen, die sich mit den feindlich-negativen Kräften auseinandersetzten", disqualifiziert.[24] Die "progressiven" Schriftsteller fühlten sich "zurückgesetzt" und "allein gelassen", nachdem sie sich im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Biermann-Ausbürgerung im Sinne der DDR-Kulturpolitik engagiert hätten – jetzt sei "ihre Meinung nicht mehr gefragt". Sie hätten den Eindruck, dass die Parteiführung überwiegend mit "solchen Schriftstellern diskutiert (und ihnen sogar 'Vorteile' zugesteht), die nicht mit der Politik der DDR konform gehen". Hier zeigt sich, dass es neben den "Privilegien" auch der unmittelbare Draht einiger Petitionisten zur SED-Führung war, der für Missgunst sorgte. Gisela Steineckert äußerte in diesem Zusammenhang: "Ich glaube, man muss unbedingt erst ein 'Ding drehen', damit die Parteiführung auf einen aufmerksam wird und man nicht als parteiverbundener Genosse gegenüber den 'Unterzeichnern' benachteiligt ist." Knapper brachte diesen Eindruck der Slogan: "Mit wem der Westen nicht spricht, mit dem unterhält sich Hager nicht", auf den Punkt, der von einigen Schriftstellern verbreitet wurde.

Die Parteiführung reagierte auf diese Meldung offenbar prompt. Zwei Wochen später berichtete die ZAIG über ein Gespräch Kurt Hagers mit einigen "progressiven" Schriftstellern, in dem er diesen zusicherte, dass auf dem Schriftstellerkongress "eine offene und parteiliche Auseinandersetzung mit negativen Auffassungen" möglich sein werde.[25] Zudem stellte er den Schriftstellern für Anfang 1978 ein Gespräch mit Staats- und Parteichef Erich Honecker in Aussicht. Befriedigt wurde festgestellt, die beteiligten Schriftsteller hätten das Treffen mit Hager "außerordentlich positiv gewertet". Ihre grundsätzliche Skepsis und ein gewisses Misstrauen, ob die angekündigte Diskussion tatsächlich geführt werden würde, blieb aber bestehen.

Die Konfliktlinien verliefen indes nicht nur zwischen den Unterzeichnern und den staatsnahen Schriftstellern. Auch innerhalb des Kreises der Unterzeichner kam es zu Misshelligkeiten, die freilich von der Parteiführung gezielt befördert wurden: So hatte die Berliner SED-Bezirksleitung die Strategie vorgegeben, die Petitionisten "nicht als Gruppe [zu] behandeln", sondern zu "differenzieren" und zu versuchen, "einige wieder an uns heranzuführen".[26] Nach dem Prinzip "teile und herrsche" praktizierte die Partei ein "feingestaffelte[s] System von Privilegien und Sanktionen", das von Verhaftung über Hausarrest und Parteiausschluss bis zur "strengen Rüge" reichte und das einigen die Ausreise aus der DDR ermöglichte, sie anderen aber verwehrte.[27] Auch die zahlreichen Operativen Vorgänge, die die Staatssicherheit nach der Biermann-Ausbürgerung neu angelegt hatte, waren "zunehmend individuell" auf die Künstler und Schriftsteller zugeschnitten.

Auseinandersetzungen unter den Petitionisten gab es vor allem – aber nicht ausschließlich – zwischen denjenigen, die sich entschlossen hatten, in den Westen zu gehen, und denjenigen, die (zunächst) in der DDR blieben. Manfred Krug war zwar nicht der erste der Unterzeichner, der die DDR verließ, doch stellte sein Weggang aufgrund seiner Prominenz einen Einschnitt dar und wirkte vorbildhaft für andere. Günter Kunert notiert über die Atmosphäre auf Krugs Abschiedsfeier: "Man wird neidisch. Der hat's geschafft! Der hat's hinter sich! […] Und: Wer wird der nächste sein? Krug wirkt wie ein Schleusenwärter, der zum Abfließen bringt, was sich aufgestaut hat. Von diesem Abend an verstärkt sich die Exodusbereitschaft."[28] Der Regisseur
Frank BeyerDer Regisseur Frank Beyer (l.) wird am 9. März 1984 vom stellvertretenden DDR-Kulturminister Horst Pohnert mit dem Heinrich-Greif-Preis ausgezeichnet (© Bundesarchiv, Bild 183-1984-0309-035; Heinz Hirndorf/ADN-ZB)
Frank Beyer, der mehrere Filme mit Manfred Krug gedreht hatte, war einem ZAIG-Bericht zufolge verärgert über dessen Ausreise, weil er anderen Filmschaffenden damit schade und die Aufführung bereits gedrehter Filme gefährde – darunter die seines eigenen, gerade fertig gestellten Streifens "Das Versteck".[29] Für Missgunst sorgte bei einigen zudem die Tatsache, dass Krug seine umfangreiche Antiquitäten- und Oldtimersammlung und sogar seine Haushälterin mitnehmen konnte. Ohne Krugs Namen zu nennen kommentierte Volker Braun diesen Vorgang in seinem "Arbeitsbuch" folgendermaßen: "ausreiseanträge unmutiger künstler werden beinahe freudig entgegengenommen, die kisten ins haus geliefert oder gegebenenfalls der tieflader, auf wunsch auch die haushälterin freigegeben."[30] Armin Mueller-Stahl, der ebenfalls erwog, die DDR zu verlassen, musste sich von Frank Beyer vorhalten lassen, er handele "als 'Abklatsch' von Krug" – ein Vorwurf, der Mueller-Stahl dem Stasi-Bericht zufolge "in gewisser Weise beeindruckt" hatte.[31] Weniger beeindruckt war Mueller-Stahl dagegen von Stefan Heyms Rat, in der DDR zu bleiben. Der Schauspieler habe dazu geäußert, "Heym sei für ihn kein Maßstab, da dieser reisen könne, wohin er wolle". Auch hier zeigt sich, wie die individuell unterschiedliche Vergabe von Privilegien eine einheitliche Haltung der Petitionisten erschwerte, wobei die Frage der Reisemöglichkeiten eine besonders wichtige Rolle spielte.

Einflussnahmen aus dem Westen

Großen Raum nimmt in der Berichterstattung der ZAIG der – angebliche oder tatsächliche – Einfluss von Personen aus der Bundesrepublik ein. Ausführlich wird berichtet über Besuche von Günter Grass bei Unterzeichnern der Biermann-Petition in Ost-Berlin, die er aufgefordert habe, "aktiv für eine Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR einzutreten". Dabei habe Grass "offen Thesen im Sinne des Sozialdemokratismus" vertreten.[32] Ebenfalls in den Fokus geriet Hannes Schwenger, der Vorsitzende des nach der Biermann-Ausbürgerung gegründeten "Schutzkomitees Freiheit und Sozialismus", das sich für Schriftsteller in der DDR einsetzte, die aus politischen Gründen verfolgt und bedrängt wurden.[33] Schwenger hatte Kontakt zu Sarah Kirsch aufgenommen, um sich über die Situation der Unterzeichner der Protesterklärung zu informieren.[34]

Besonders intensiv beobachtet wurden westdeutsche Journalisten, darunter die DDR-Korrespondenten des "Spiegel" bzw. des ZDF, Ulrich Schwarz und Dirk Sager. Dabei ging es darum, ihre Verbindungen zu "feindlich-negativen" Kräften aufzudecken – im Falle von Schwarz vor allem Personen aus dem persönlichen Umfeld von Wolf Biermann wie Eva-Maria Hagen und Sibylle Havemann, die sich bereits in der Bundesrepublik befanden, sowie der unter Hausarrest stehende Robert Havemann.[35] Akribisch notiert wurden auch alle persönlichen und telefonischen Kontakte des Korrespondenten der "Westfälischen Rundschau", Peter Nöldechen, zu Schriftstellern und Dissidenten, darunter Jurek Becker, Stefan Heym und ebenfalls Robert Havemann.[36] Verbunden war dies mit dem Versuch, die Aktivitäten der Journalisten als "Einmischung in die inneren Angelegenheiten" der DDR und als Überschreitung der ihnen dort gewährten Arbeitsmöglichkeiten zu kriminalisieren. Entsprechende Nachweise – Schwarz hatte als eine Art Kurier zwischen Biermann und seiner noch in Ost-Berlin wohnenden Ehefrau fungiert – hätten es der DDR-Regierung ermöglicht, den Journalisten auszuweisen. Derartige Konsequenzen blieben allerdings aus; der erwähnte Bericht war vom MfS gar nicht erst an die SED-Führung weitergeleitet worden.

Die Berichterstatter konnten sich viele Vorgänge, die die kritischen Schriftsteller betrafen, offenbar gar nicht anders als vom "Westen" zentral und strategisch gesteuert vorstellen. Das führte mitunter zur Konstruktion von absurden Zusammenhängen: Als Reiner Kunze im Januar 1977 von der Stadt Salzburg der Georg-Trakl-Preis für Lyrik verliehen wurde, unterstellte das MfS, westdeutsche Kontaktpartner Kunzes wie die Münchner Ärztin Annemarie Doelderlein und der Redakteur des Hessischen Rundfunks Karl Corino hätten diese Entscheidung betrieben. Corino habe sogar versucht, über den Sekretär von Bundeskanzler Bruno Kreisky Einfluss auf die österreichische Regierung zu nehmen.[37] Tatsächlich hatten weder Doelderlein noch Corino etwas mit der Preisverleihung zu tun – Corino war davon vielmehr "überrascht wie die gesamte Öffentlichkeit", wie er im Rückblick mitteilte.[38] Dem westdeutschen Literaturkritiker und Publizisten Jürgen P. Wallmann (der auch für das "Deutschland Archiv" schrieb) wurde unterstellt, er bestärke Kunze durch "umfangreiche persönliche, postalische und telefonische Kontakte […] systematisch in seiner feindlich-negativen Entwicklung und literarischen Tätigkeit" und nutze "jede publizistische Gelegenheit" ihn in "westlichen Massenmedien und Literaturzeitschriften […] als 'Systemkritiker der DDR, der es verstanden hat zu überleben', zu glorifizieren, massenpolitisch aufzuwerten und als angeblichen Repräsentanten der 'wirklichen, aber unterdrückten' Literatur der DDR darzustellen."[39] Auch gingen die Berichterstatter davon aus, dass die Dotierung des Georg-Büchner-Preis nur deshalb von 10.000 auf 20.000 DM erhöht worden war, weil dieser im Jahr 1977 an Reiner Kunze verliehen wurde.[40]


Fußnoten

19.
Werner Mittenzwei, Die Intellektuellen. Literatur und Politik in Ostdeutschland 1945–2000, Leipzig 2001, S. 294.
20.
Vgl. Bericht K 3/15 v. 8.8.1977.
21.
Vgl. Information 700/77 v. 8.11.1977.
22.
Vgl. Bericht K 3/15 v. 8.8.1977.
23.
Hierzu und zum Folgenden vgl. ebd.
24.
Vgl. Information 700/77 v. 8.11.1977. Die folgenden Zitate ebd.
25.
Vgl. Information 728/77 v. 22.11.1977.
26.
Bericht des Zweiten Sekretärs der SED-Bezirksleitung Berlin über die Fortsetzung der Parteiversammlung, 26.11.1976. In: Berbig u.a. (Anm. 3), S. 200–205, hier 204.
27.
Vgl. hierzu und zum Folgenden Joachim Walther, Sicherungsbereich Literatur. Schriftsteller und Staatssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1996, S. 91.
28.
Günter Kunert, Erwachsenenspiele. Erinnerungen. München 1997, S. 407.
29.
Vgl. Information 395/77 v. 10.6.1977.
30.
Volker Braun, Werktage 1. Arbeitsbuch 1977–1989, Frankfurt a. M. 2009, S. 83 (Eintrag v. 27.8.1977).
31.
Vgl. hierzu und zum Folgenden Information 395/77 v. 10.6.1977.
32.
Vgl. Information 339/77, o.D. (Mai 1977). Zu Grass siehe auch Information 729/77 v. 22.11.1977 sowie Kai Schlüter, Günter Grass im Visier. Die Stasi-Akte, Berlin 2010.
33.
Vgl. dazu Hannes Schwenger (Red.), Das Schutzkomitee Freiheit und Sozialismus in Selbstzeugnissen, Dokumenten, Briefen und im Zerrspiegel der MfS-Akten, Berlin 1995.
34.
Vgl. Information 339/77, o.D. (Mai 1977).
35.
Vgl. Information 74/77 v. 2.2.1977. Zur Beobachtung von Schwarz durch das MfS vgl. Christian Chmel, Die DDR-Berichterstattung bundesdeutscher Massenmedien und die Reaktionen der SED. Berlin 2009, S. 336–344.
36.
Vgl. Bericht K 3/11, o.D. (Jan. 1977).
37.
Vgl. Information 71/77 v. 29.1.1977. Zu Corino siehe auch Information 337/77, o.D. (Mai 1977).
38.
Schriftl. Auskünfte v. Karl Corino u. Annemarie Doelderlein v. 9.1. bzw. 28.1.2012.
39.
Information Nr. 329/77, o.D. (Mai 1977). Vgl. u.a. Jürgen P. Wallmann, Innere Souveränität, in: DA 10 (1977), S. 230f, u. ders., Die Haaresbreite sensibler Wege, ebd., S. 1250–1252.
40.
Vgl. Information 636/77 v. 19.10.1977.

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