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29.11.2012 | Von:
Harald Engler
Ute Hasenöhrl
Andreas Butter

Architektur als Medium der Vergesellschaftung

Der Beitrag der Bau- und Planungsgeschichte zu einer Gesellschaftsgeschichte der DDR

Architektur formt das materielle Rückgrat der Gesellschaft und bildet einen essenziellen Identifikationsfaktor. Die Bau- und Planungsgeschichte leistet einen wichtigen Beitrag zu einer Gesellschaftsgeschichte der DDR, indem sie Einblicke in kollektive Identitäten, planerische und architektonische Gestaltungsmöglichkeiten sowie bürgerschaftliche Aneignungsprozesse eröffnet.

Die Geschichte eines Landes setzt sich aus dem Zusammenspiel vieler kleiner Geschichten zusammen; sie wird von Personen, Orten, Ereignissen, aber auch von der materiellen Umwelt geprägt. Und sie wird in ihren unterschiedlichen Zeitabschnitten von verschiedenen Forschungseinrichtungen untersucht. Bei der historiografischen Analyse der DDR bringen dabei neben den großen Forschungsstellen auch Institute ihre disziplinäre Sicht in den Diskurs ein, die sich mit einem zunächst eher sektoral zugeschnittenen Zugriff mit Teilsegmenten von Geschichte und Gesellschaft Ostdeutschlands beschäftigen. Dabei arbeiten sie aber durchaus mit dem Anspruch, einen eigenen Beitrag zu einer differenzierten Gesellschaftsgeschichte der DDR zu liefern.

Mit diesem Themenschwerpunkt, der von einer solchen Forschungseinrichtung, der Historischen Forschungsstelle des Leibniz-Instituts für Regionalgeschichte und Strukturplanung (IRS) in Erkner,[1] gestaltet wurde, wird in der vorliegenden Ausgabe des "Deutschland Archivs" ein Teilsegment der Historie – nämlich die Bau- und Planungsgeschichte – akzentuiert und auf ihre Aussagekraft für eine differenzierte Gesellschaftsgeschichte der DDR befragt. Den Ausgangspunkt bildete die jüngste Veranstaltung der Konferenzreihe "Werkstattgespräche zur Planungsgeschichte der DDR"[2], die seit inzwischen mehr als 15 Jahren ein offenes Forschungsforum zur Bau-, Architektur- und Planungsgeschichte Ostdeutschlands bietet – ein Themenfeld, dessen Potenziale für die Untersuchung der DDR-Geschichte längst nicht erschöpfend ausgelotet sind.

Die aktuelle Forschungslage oder: Warum es (immer noch) spannend und wichtig ist, die Geschichte der DDR zu erforschen und zu vermitteln

Stallknecht, FerdinandshofUrbanisierung ländlicher Gebiete: Die Planungen des Architekten Wilfried Stallknecht für das "sozialistische Musterdorf" Ferdinandshof bei Ueckermünde von 1966/67 unterstreichen die ambitionierten stadtähnlichen Strukturen des pommerschen Dorfes als sozialistische Utopie. Gebaut wurde die Vision allerdings mit Ausnahme halbautomatisierter riesiger Rinderställe nicht – typisch für viele hochfliegende Pläne in der DDR der 60er Jahre (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Die DDR bietet den Historikern als Staat und Gesellschaftssystem einer abgeschlossenen historischen Epoche ein vielversprechendes Untersuchungsfeld, das dank reichlich vorhandener (und inzwischen auch gut erschlossener) Archivquellen und noch lebender Zeitzeugen wie im geschichtswissenschaftlichen Labor unter die Lupe genommen werden kann. Dabei lassen sich im Umgang mit der DDR durchaus widersprüchliche Tendenzen feststellen. Einerseits gibt es große Lücken im Geschichtsbewusstsein und im Kenntnisstand selbst hinsichtlich der Grundzüge und -fakten der DDR-Geschichte – gerade von Schülern und nicht nur von den westdeutschen Bewohnern der Bundesrepublik.[3] Andererseits besteht in der Öffentlichkeit durchaus ein großes Interesse an DDR-Geschichte, wobei die Debatten in den seriösen Medien die bekannten Schwarz-Weiß-Malereien vom "Stasi-Staat" mittlerweile hinter sich gelassen haben. Zunehmend wird versucht, die DDR und vor allem das Leben ihrer Bewohner als Teil der deutschen Geschichts-Identität und als "andere Hälfte der Erinnerung" (Carola S. Rudnick)[4] ernstzunehmen, ohne den repressiven Charakter der ostdeutschen Diktatur schönzureden.

Ähnlich wie in der Öffentlichkeit besteht auch in der geschichtswissenschaftlichen Forschung nach wie vor ein starkes Interesse an der DDR-Geschichte.[5] Mittlerweile wird diese zumindest quantitativ in ähnlichem Umfang erforscht wie die Bundesrepublik.[6] Allerdings wird die DDR-Geschichte gerade in den wichtigen Überblicksdarstellungen zur deutschen Nachkriegsgeschichte immer noch eher als "Mythos im Zeichensystem der Bundesrepublik"[7], also als Ergänzung bzw. Anhängsel, als "falsches Modell", als Negativfolie und letztlich als historische "Fußnote" zur zweifelsohne "geglückten" (Demokratie-)Geschichte der Bundesrepublik[8] präsentiert. Zudem wird die Geschichte des "anderen" deutschen Staates oft nur für sich und aus sich selbst heraus betrachtet – und gerade nicht als integraler Bestandteil der deutschen Nachkriegsgeschichte.[9]

Marienkirche Frankfurt (Oder)Schwarzbauten: In der DDR konnten neben Schwimmhallen auch zahlreiche alte und kriegszerstörte Sakralbauten nur durch das eigensinnige Zusammenziehen übriggebliebener Investitionsmittel im Baubereich am Ende des Planjahres und außerhalb des Planes realisiert werden. Hier das Beispiel der auf diese Weise seit 1979 wiederaufgebauten Marienkirche in Frankfurt (Oder) durch den Stadtarchitekten Manfred Vogler (© Wikimedia)
Wenn aber nicht das Ziel verfolgt wird, allein den defizitären demokratischen und legitimatorischen Charakter des DDR-Systems quasi als Vergleichsfolie zur Entwicklung der Bundesrepublik aufzubauen, dann besitzt die Geschichte der DDR als die Historie eines eigenständigen, gleichzeitig aber mit vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Abhängigkeiten in den Ostblock eingebundenen und damit gegenüber dem Westen abgegrenzten Sozial- und Politiksystems besondere Relevanz. Dabei können hier spezifische gesellschaftliche Aushandlungsprozesse und (geduldete bzw. erkämpfte) Handlungsspielräume beobachtet werden, die die Bewohner der DDR als betroffene Akteure der Geschichte besaßen.[10] In der Forschung ist deshalb verstärkt nach dem Wechsel- und Spannungsverhältnis von totalitär-diktatorischen Normativen der Staatsverfassung (Einparteienherrschaft und Suprematie der SED) auf der einen und dem Anpassungs- und Aneignungsverhalten sowie den Eigensinn-Tendenzen der Bevölkerung auf der anderen Seite zu fragen.[11] Hierfür kann etwa auf dem Feld der Bau- und Planungsgeschichte der Gegensatz zwischen den intendierten staatlichen und fachlichen Planungen sowie den – häufig von diesen abweichenden – Nutzungsformen durch die Bewohner in den Blick genommen werden.[12] Solche Ansätze sind bisher zu wenig angewandt worden, sie können aber zu einer deutlich differenzierteren Sicht der DDR-Wirklichkeit beitragen.[13] Hier sind im Besonderen wertvolle Erkenntnisse zu den "Mikrostrukturen der Macht" in der "partizipatorischen Diktatur"[14] zu erwarten, die häufig nicht den eingeführten Schemata der Lehrbücher entsprechen.

Gasometer Thälmannpark BerlinAneignung und Widerstand durch die Bevölkerung: Der Neugestaltung des Areals eines alten Gaswerks aus dem 19. Jahrhundert im Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg als Wohngebiet "Ernst-Thälmann-Park" gingen heftige Proteste der Bevölkerung voraus, die mit Parolen wie "Gasometer sprengt man nicht" und einer riesigen Menschenmenge im Juli 1984 vergeblich die Sprengung der alten Gasometer verhindern wollte (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Eine moderne Geschichte, die beide Seiten der Erinnerung und Identität ernst- und wahrnimmt, erfordert zudem eine dichte Beschreibung der DDR – als eigenständiges Phänomen und als Teil einer (gesamt-)deutschen Kultur-, Sozial- und Politikgeschichte zugleich.[15] Um zu einem differenzierten Geschichtsbild zu gelangen, das weder verteufelt noch verharmlost, ist es notwendig, die ostdeutsche Geschichte auch über quotenwirksame Themen wie die Stasi hinaus historisch genau zu rekonstruieren. Auf die Alltags- und Lebensrealität der Menschen bezogene Bereiche wie Architektur, Wohnungsbau und Planung sind hierfür besonders gut geeignet und sollen in diesem Themenschwerpunkt sowohl mit Blick auf die Entwicklungen in der DDR als auch im deutsch-deutschen Vergleich gebündelt vorgestellt werden. Für die Forschung zur DDR stellt sich also nach wie vor die Herausforderung einer methodisch abgesicherten Historisierung und Kontextualisierung ihrer Spezifika wie auch ihrer system- und staatenübergreifenden Gemeinsamkeiten. Die Bundesrepublik bildet einen Referenzpunkt, der nicht vernachlässigt werden darf,[16] ebenso wie die Einbettung des ostdeutschen Teilstaates in die sozialistische Staaten- und Gesellschaftswelt des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) im Rahmen der Untersuchung transnationaler Beziehungen und Perspektiven.[17] Hinzu kommen allgemeine Tendenzen der Modernisierung und Internationalisierung[18], die natürlich auch an der DDR nicht vorbeigingen (zum Beispiel Jugendkulturen, Musik, Freizeit und Konsum) und das ihre zum Kollaps des letztlich reformunfähigen Systems beitrugen.

Lingner, LandschaftsdiagnoseVom Politbüro abgebrochenes Pionierprojekt: Unter der Leitung des führenden Landschaftsarchitekten der frühen DDR, Reinhold Lingner (1902–1968), wurde 1950–1952 eine Bestandsaufnahme der gesamten DDR vorgenommen, in der die Zerstörung von Landschaften durch Bergbau und andere Eingriffe des Menschen dokumentiert wurden. Die brisanten Ergebnisse (hier das Beispiel um Klettwitz/Bezirk Cottbus) veranlassten die SED, das Projekt abzubrechen und unter Verschluss zu halten (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Bei aller Notwendigkeit einer solchen integrativen Herangehensweise geht die Geschichte der beiden Teilstaaten in einer derartigen Vergleichsperspektive freilich nicht ganz auf. Dafür tragen die jeweiligen Entwicklungen gerade nach der Grenzschließung vom August 1961 zu viele eigenständige und hermetische Züge, die im Rahmen einer differenzierten Nachkriegsgeschichte ebenso herausgearbeitet werden müssen wie die deutsch-deutschen und internationalen Bezüge. Und schließlich darf in Zeiten der Turbo-Internationalisierung auch das Bedürfnis nach (nationaler) Selbstvergewisserung nicht vergessen werden: Hier sind die Historiker durchaus gefragt, wissenschaftlich fundierte Deutungsangebote zu liefern, welche gängige Mythen und Narrative kritisch in Frage stellen – die Geschichte der beiden deutschen Staaten bietet hierfür reichlich Stoff und Betätigungsmöglichkeiten.[19] Nicht zuletzt muss die historiografische Erforschung der DDR unter Gesichtspunkten der medial-diskursiven "Ökonomie der Aufmerksamkeit" (Georg Franck)[20] und der umkämpften Deutungshoheit auch auf dem geschichtswissenschaftlich-publizistischen Diskursmarkt immer wieder ins Gespräch gebracht werden, damit sie zu einem integralen Teil der "anderen Hälfte der Erinnerung" und der deutschen Kulturgeschichte werden kann.[21]


Fußnoten

1.
Die Anfang 2012 neu gegründete, von dem Stadt- und Umwelthistoriker Christoph Bernhardt geleitete Forschungseinrichtung untersucht die Urbanisierungs- und Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf der Bau- und Planungsgeschichte der DDR (http://www.irs-net.de/forschung/forschungsabteilung-5/forschungsprofil.php [5.11.2012]). Zudem verfügt das IRS mit den Wissenschaftlichen Sammlungen über eines der profiliertesten Spezialarchive zur Baugeschichte der DDR, dessen Bestände auf das Institut für Städtebau und Architektur (ISA) der Bauakademie der DDR zurückgehen (http://www.irs-net.de/profil/wissenschaftliche-sammlungen/index.php [5.11.2012]). Beständeübersicht in: Christoph Bernhardt (Hg.), Die Wissenschaftlichen Sammlungen des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR, Frankfurt a. M. 2012; Harald Engler, Planungs- und Architekturgeschichte der DDR im Fokus – Die Wissenschaftlichen Sammlungen des Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner, in: Brandenburgische Archive 26 (2009), S. 35–40.
2.
Hier werden Wissenschaftler und Zeitzeugen zusammengebracht, um Aspekte der Bau- und Planungsgeschichte der DDR im kritischen Diskurs zwischen Forschung und Praxis auf Augenhöhe zu erörtern. Vgl. die Dokumentation der Werkstattgespräche des IRS: http://www.irs-net.de/aktuelles/veranstaltungen/index.php?datum=alt&typ=Werkstattgespr%C3%A4che [5.11.2012], und den ersten Themenschwerpunkt auf der Grundlage eines Werkstattgesprächs in DA 42 (2009) 2, S. 256–300.
3.
Vgl. Jonas Leppin, Hitler oder Honecker? Mir doch egal!, in: Spiegel-Online, 27.6.2012, www.spiegel.de/schulspiegel/schueler-wissen-wenig-ueber-ddr-und-nationalsozialismus-a-841157.html [5.11.2012], u. zusammenfassend Bodo von Borries, Zwischen 'Katastrophenmeldungen' und 'Alltagsernüchterungen'? Empirische Studien und pragmatische Überlegungen zur Verarbeitung der DDR-(BRD-)Geschichte, in: DA 42 (2009) 4, S. 665–677.
4.
Carola S. Rudnick, Die andere Hälfte der Erinnerung. Die DDR in der deutschen Geschichtspolitik nach 1989, Bielefeld 2011.
5.
Stellvertretend für die jüngsten Forschungsbeiträge: Axel Schildt, Zeitgeschichte der "Berliner Republik", in: APuZ, 1–3/2012, S. 3–8; Thomas Großbölting, Geteilter Himmel. Wahrnehmungsgeschichte der Zweistaatlichkeit, in: ebd., S. 15–21; Martin Sabrow, Die DDR in der Geschichte des 20. Jahrhunderts, in: DA 41 (2008) 1, S. 121–130.
6.
Ralph Jessen, Alles schon erforscht? Beobachtungen zur zeithistorischen DDR-Forschung der letzten 20 Jahre, in: DA 43 (2010) 6, S. 1052–1064.
7.
Ulf Erdmann Ziegler, Die Mängel der DDR waren wirklich lustig, in: FAZ, 3.9.2008.
8.
Edgar Wolfrum, Die geglückte Demokratie. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 2006. Zu diesem Zusammenhang s. Jessen (Anm. 6) u. Schildt (Anm. 5), S. 3f. – Als Beispiel für die Ignoranz gegenüber der DDR und deren Relevanz für eine gesamtdeutsche Kultur- und Gesellschaftsgeschichte vgl. Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 5, München 2008, u. dazu zusammengefassend Patrick Bahners/Alexander Cammann (Hg.), Bundesrepublik und DDR. Die Debatte um Hans-Ulrich Wehlers "Deutsche Gesellschaftsgeschichte", München 2009. Übergreifend zu diesem Komplex: Martin Sabrow, "Fußnote der Geschichte", "Kuscheldiktatur" oder "Unrechtsstaat"? Die Geschichte der DDR zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit, in: Katrin Hammerstein (Hg.), Die Musealisierung der DDR. Wege, Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung von Zeitgeschichte in stadt- und regionalgeschichtlichen Museen, Berlin 2012, S. 13–24.
9.
Großbölting (Anm. 5), S. 17; Konrad H. Jarausch, "Die Teile als Ganzes erkennen." Zur Integration der beiden deutschen Nachkriegsgeschichten, in: Zeithistorische Forschungen 1 (2004) 1, S. 2f, http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208146/default.aspx [5.11.2012].
10.
Andrew I. Port, Die rätselhafte Stabilität der DDR. Arbeit und Alltag im sozialistischen Deutschland, Berlin 2010, insb. S. 352–357; Harald Engler, Das institutionelle System des DDR-Bauwesens und die Reformdebatte um den Städtebau in den 1980er Jahren. Ein Problemaufriss, in: Christoph Bernhardt u.a. (Hg.), Städtebau-Debatten in der DDR. Verborgene Reformdiskurse, Berlin 2012, S. 71–104, insb. 87–91 u. 95–98.
11.
Thomas Lindenberger, Die Diktatur der Grenzen. Zur Einleitung, in: ders. (Hg.), Herrschaft und Eigen-Sinn in der Diktatur. Studien zur Gesellschaftsgeschichte der DDR, Köln 1999, S. 13–44.
12.
Dazu gehört vornehmlich die insb. in den 1980er-Jahren in der DDR zunehmende "Counter-Öffentlichkeit" durch "eigensinnige" und Zustimmung verweigernde Subkulturen und andere Oppositionelle. Vgl. u.a. Dieter Rucht, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Oppositionsgruppen in der DDR und neuen sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik, in: Matthias Buchholz (Hg.), Samisdat in Mitteleuropa. Prozeß, Archiv, Erinnerung, Dresden 2007, S. 69–82.
13.
Michael Meyen, Öffentlichkeit in der DDR. Public Sphere in the German Democratic Republic, in: Studies in Communication.Media (2011) 1, S. 3–69, insb. 12–17.
14.
Mary Fulbrook, The People's State. East German Society from Hitler to Honecker, New Haven 2005 (dt.: Ein ganz normales Leben. Alltag und Gesellschaft in der DDR, Darmstadt 2008).
15.
Moderne Konzepte für eine sozialwissenschaftliche Akzentuierung der Zeitgeschichte liefern Rüdiger Graf/Christian Priemel, Zeitgeschichte in der Welt der Sozialwissenschaften. Legitimität und Originalität einer Disziplin, in: VfZ 59 (2011) 4, S. 479–508; Bernhard Dietz/Christopher Neumaier, Vom Nutzen der Sozialwissenschaften für die Zeitgeschichte. Werte und Wertewandel als Gegenstand historischer Forschung, in: VfZ 60 (2012) 2, S. 293–304. Ansätze für einen gelungenen deutsch-deutschen Vergleich bei Hans-Günter Hockerts, Der deutsche Sozialstaat. Entfaltung und Gefährdung seit 1945, Göttingen 2011; ders. (Hg.), Drei Wege deutscher Sozialstaatlichkeit. NS-Diktatur, Bundesrepublik und DDR im Vergleich, München 1998, u. darin Axel Schildt, Wohnungspolitik, S. 151–190.
16.
Tobias Hochscherf et al. (eds.), Divided, But Not Disconnected. German Experiences of the Cold War, New York 2010.
17.
Forschungsansätze bei Bernd Stöver, Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947–1991, München 2011; Vojtech Mastny/Malcolm Byrne (eds.), A Cardboard Castle. An Inside History of the Warsaw Pact 1955–1991, Budapest 2005.
18.
Sabrow, DDR-Geschichte (Anm. 5), S. 127–130.
19.
Martin Sabrow, Meistererzählungen der Zeitgeschichte, in: ders. (Hg.), Leitbilder der Zeitgeschichte. Wie Nationen ihre Vergangenheit denken, Leipzig 2011, S. 9–22.
20.
Georg Franck, Ökonomie der Aufmerksamkeit, München 1998.
21.
Schildt, Zeitgeschichte (Anm. 5), S. 8.

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