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Am Ende der Welt - Entwicklung des westdeutschen Zonenrandgebietes seit der Wiedervereinigung


18.11.2013
Das "Zonenrandgebiet" in der Bundesrepublik war bis 1989 durch hohe Arbeitslosigkeit und Abwanderung geprägt. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" rückte das Gebiet in die Mitte eines zusammenwachsenden europäischen Wirtschaftsraumes. Der Beitrag untersucht, wie sich das ehemalige Zonenrandgebiet seit der Wiedervereinigung entwickelt hat.

St. Michaelis Kirche in Lüneburg. Im Landkreis Lüneburg setzte nach der Wiedervereinigung eine Boomphase ein.St. Michaelis Kirche in Lüneburg. Im Landkreis Lüneburg setzte nach der Wiedervereinigung eine Boomphase ein. Lizenz: cc by-sa/3.0/de (DerHexer)
Das sogrnannte "Zonenrandgebiet" war in Westdeutschland bis zur Wiedervereinigung 1990 jahrzehntelang ein Raum, dem hohe raumordnungspolitische Aufmerksamkeit zuteil wurde und der im Rahmen der regionalen Strukturpolitik besondere Förderung erfuhr. Es umfasste im Kern das Gebiet entlang der Grenze zur damaligen DDR und Tschechoslowakei. Gemäß Zonenrandförderungsgesetz von 1971 war dies ein 40 Kilometer breiter Streifen entlang der ehemaligen Grenze zum "Ostblock".[1] Diese Grenze trennte zwei unterschiedliche politische und wirtschaftliche Systeme und bildete gleichzeitig eine stark befestigte Barriere außergewöhnlich großer Undurchlässigkeit ("Eiserner Vorhang").

Infolge der Grenzziehung mitten durch Deutschland wurden traditionell zusammengehörige und aufeinander bezogene Räume getrennt. Gebiete in ehemals guter Verkehrslage (wie beispielsweise Lübeck, Wolfsburg oder Hof) gerieten damit unversehens in eine teilweise extreme Randlage[2]. Das Zonenrandgebiet war damit bis 1989 über Jahrzehnte hinweg gekennzeichnet durch eine periphere Lage, sowohl in Bezug auf das übrige Gebiet der Bundesrepublik als auch auf den Wirtschaftsraum der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Es war in weiten Teilen bis zur Wiedervereinigung im Vergleich zur gesamten Bundesrepublik geprägt durch eine negative Wanderungsbilanz und eine Überalterung der Bevölkerung, durch ein unzureichendes Arbeitsplatzangebot und durch eine eingeschränkte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.[3] Um die lagebedingten Nachteile auszugleichen, wurde es durch Bundeszuschüsse für infrastrukturelle, wirtschaftliche und soziale Maßnahmen bevorzugt gefördert.[4] Nach dem Wegfall der innerdeutschen Grenze und der staatlichen Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde die raumordnungspolitische Kategorie "Zonenrandgebiet" aufgelöst.[5]

Durch die deutsche Einheit und die danach einsetzende Integration der mittel-osteuropäischen Staaten in den EU-Wirtschaftsraum ist das Zonenrandgebiet vom östlichen Rand des westeuropäischen Wirtschaftsraumes ins geografische Zentrum Deutschlands und eines nach und nach zusammenwachsenden Europas gelangt. Vor diesem Hintergrund soll der Frage nachgegangen werden, wie sich dieser Raum seit der Wiedervereinigung entwickelt hat. Dabei wird nicht nur das Geschehen in der Zeit unmittelbar nach dem Wegfall der Grenze betrachtet,[6] sondern auch die längerfristige Entwicklung über zwei Jahrzehnte danach dargestellt.

Im Fokus der Untersuchung stehen dabei die zeitlichen Veränderungen im Vergleich zur Entwicklung in Westdeutschland. Angesichts des Wegfalls des "Eisernen Vorhangs" und der mit diesem verbundenen lagebedingten Nachteile ist zu erwarten, dass das Zonenrandgebiet eine günstigere demografische und wirtschaftliche Entwicklung genommen hat als Westdeutschland insgesamt. Dabei wird auch auf regionale Unterschiede innerhalb des Zonenrandgebietes eingegangen.

Aufgrund der besseren Verfügbarkeit der für die Untersuchung benötigten Daten zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung erfolgt die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes auf der Ebene von Kreisen. Abweichend von der in den 1970er und 1980er Jahren gebräuchlichen Abgrenzung (40 km breiter Landstreifen entlang der Ostseeküste und der ehemaligen Grenze zur DDR und Tschechoslowakei) sollen zum Zonenrandgebiet im folgenden alle Kreise und kreisfreien Städte gezählt werden, die eine gemeinsame Grenze mit den Gebiet der ehemaligen DDR und Tschechoslowakei hatten. Einbezogen werden außerdem jene kreisfreien Städte, die gänzlich von den vorher ausgewählten Grenzkreisen umgeben sind. Insgesamt gehen damit 30 Kreise und kreisfreie Städte aus vier Bundesländern (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern) in die Betrachtung ein. Da insbesondere die regionalen Wirkungen des Wegfalls des "Eisernen Vorhangs" Gegenstand der Untersuchung sind, bleiben die früher ebenfalls zum Zonenrandgebiet gezählten, grenzferneren Gebiete sowie die Ostseeküstenkreise Schleswig-Holsteins an der ehemals "nassen Grenze" unberücksichtigt.

Für die Untersuchung wird auf laufend erhobene Daten der amtlichen Statistik zum Wanderungsgeschehen sowie zur Wirtschafts- bzw. Beschäftigungsentwicklung zurückgegriffen, wie sie von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder für die regionale Ebene der Kreise und kreisfreien Städte veröffentlicht wurden.

Wanderungsbilanz als Indikator zur Beschreibung der Wohnattraktivität



Ein wichtiger Indikator zur Beschreibung der Attraktivität eines Gebietes als Wohnort ist die Wanderungsbilanz (Zuzüge minus Fortzüge). Sie erlaubt im Vergleich mit anderen Räumen insbesondere Aussagen zum Stand und zur Entwicklung des "Wohnwertes". Anders als die Bevölkerungsentwicklung insgesamt, in die über Geburten- und Sterbefälle auch der "ererbte" Altersaufbau der Einwohnerschaft eingeht, spiegeln Wanderungen vergleichsweise zeitnah Veränderungen der regionalen Lebensbedingungen wieder. Ein geringes Arbeitsplatzangebot, niedrige Löhne oder belastende Umweltbedingungen befördern Fortzüge und vermindern Zuzüge. Umgekehrt wird eine Region mit im Vergleich zu anderen Gebieten besseren Arbeitsmarktchancen, günstiger Verkehrslage und attraktiven Wohnumfeldbedingungen für Personen aus anderen Räumen zum Umzugsziel, während gleichzeitig für die Einheimischen nur wenige Anreize bestehen, aus ihrer Region fortzuziehen. Die Wanderungsbilanz eines Raumes kann daher als ein regionaler "Beliebtheitsindikator" im Sinne einer "Abstimmung mit den Füßen" gedeutet werden.

Zuzugsüberschüsse im Zonenrandgebiet bis zur Jahrtausendwende so hoch wie in Westdeutschland



Schaubild 1: Wanderungsbilanz im ehemaligen Zonenrandgebiet und in Westdeutschland 1990-2009 - Wanderungssaldo je 100 EinwohnerSchaubild 1: Wanderungsbilanz im ehemaligen Zonenrandgebiet und in Westdeutschland 1990-2009 - Wanderungssaldo je 100 Einwohner (© Thorsten Erdmann)
Sowohl das Zonenrandgebiet als auch der übrige Teil Westdeutschlands waren seit 1990 durch einen Wanderungsüberschuss (mehr Zuzüge als Fortzüge) gekennzeichnet (Schaubild 1). Besonders ausgeprägt war dieser in den ersten Jahren nach der Grenzöffnung. Bezogen auf den Bevölkerungsbestand am Anfang des Beobachtungszeitraumes verzeichneten beide Gebiete im Zeitraum 1990-1994 einen Wanderungsgewinn von gut fünf Prozent. Diese Entwicklung vollzog sich vor dem Hintergrund der hohen Zuzüge aus dem Ausland (Aussiedler, Bürgerkriegsflüchtlinge, Asylbewerber) und der ausprägten Ost-West-Wanderungen innerhalb Deutschlands. In den Folgejahren nahm der wanderungsbedingte Einwohnerzuwachs in beiden Gebieten, u.a. infolge rückläufiger Zuwanderungen aus dem Ausland,[7] ab und sank auf 1,6 Prozent im Zeitraum 1995-1999.

Gab es bei der wanderungsbedingten Bevölkerungsentwicklung im ehemaligen Zonenrandgebiet und in Westdeutschland im ersten Jahrzehnt nach der Grenzöffnung praktisch keine Unterschiede, so blieb der einstige Grenzraum nach der Jahrtausendwende hinter der Entwicklung in Westdeutschland insgesamt zurück. Im Zeitraum 2000-2004 verbuchte das Zonenrandgebiet einen Wanderungsüberschuss von 1,0 Prozent, in Westdeutschland waren es dagegen 1,7 Prozent. In der Periode 2005-2009 lagen im früheren Grenzgebiet die Zuzüge erstmals unter den Fortzügen (Wanderungsbilanz: minus 0,7 Prozent), wogegen Westdeutschland einen geringen Zuzugsüberschuss (0,4 Prozent) aufwies (Tabelle 1).

 
Tabelle 1: Wanderungsbilanz im ehemaligen Zonenrandgebiet und in Westdeutschland 1990-2009
 
Zeitraum/Zeitpunkt Zonenrandgebiet Westdeutschland (ohne Bild)
Wanderungssaldo in 1.0001
1990-1994 177 3.200
1995-1999 55 1.007
2000-2004 34 1.125
2005-2009 -25 274
1990-2009 240 5.605
Wanderungssaldo je 100 Einwohner2
1990-1994 5,4 5,3
1995-1999 1,6 1,6
2000-2004 1,0 1,7
2005-2009 -0,7 0,4
1990-2009 7,3 9,3
nachrichtlich: Einwohner in 1.000
31.12.1989 3.297 60.551
31.12.1994 3.462 63.863
31.12.1999 3.193 64.830
31.12.2004 3.485 65.679
31.12.2009 3.398 65.442
1) berechnet als Differenz zwischen Bevölkerungsveränderung insgesamt und der natürlichen Bevölkerungsbilanz (Geborene minus Sterbefälle). Bevölkerungsveränderungen infolge von Gebietsstandsänderungen sind nicht als Wanderungen gezählt.
2) Bevölkerungsstand zu Beginn der Berichtsperiode.

Datengrundlage: Statistische Ämter des Bundes und der Länder
Berechnungen: Erdmann, 2012


Abgesehen vom Kreis Göttingen, der mit seinen Erstaufnahmeeinrichtungen ("Durchgangslager" Friedland) eine sehr große Zahl von Zuwanderungen aus dem Ausland verzeichnete (Aussiedler und Bürgerkriegsflüchtlinge wurden von dort aus innerhalb des Bundesgebiets "weiterverteilt"), war das damalige Zonenrandgebiet in Bezug auf die Einwohnerzahl durch einen im Vergleich zum übrigen Westdeutschland geringen Zuzugsüberschuss gegenüber dem Ausland gekennzeichnet. Die Wanderungsgewinne des Grenzraumes resultierten stärker als in Westdeutschland aus Wohnsitzverlagerung innerhalb des Bundesgebietes. Seit etwa 2005 verlor der Raum per Saldo Einwohner an das übrige Deutschland, während die westdeutschen Bundesländer (ohne Berlin) hier noch einen kleinen Wanderungsgewinn verzeichneten.

In den zwei Jahrzehnten seit dem Wegfall der innerdeutschen Grenze und dem Zusammenbruch des "Ostblocks" hat das frühere Zonenrandgebiet bezogen auf die Bevölkerungszahl Ende 1989 per Saldo 7,3 Prozent Einwohner durch Wanderungen hinzugewonnen. In Westdeutschland insgesamt lag die Zuwachsrate dagegen mit 9,3 Prozent um gut ein Viertel höher.

Überdurchschnittliche Zuzüge im nördlichen Zonenrandgebiet, vergleichsweise schwache Entwicklung in Südniedersachsen, Nordhessen und im bayerischen Oberfranken



Schaubild 2: Wanderungsbilanz in den Kreisen des ehemaligen Zonenrandgebiets 1990-2009Schaubild 2: Wanderungsbilanz in den Kreisen des ehemaligen Zonenrandgebiets 1990-2009 (© Thorsten Erdmann)
Dabei zeigen sich innerhalb des ehemaligen westdeutschen Grenzgebietes deutliche Unterschiede (Schaubild 2). In sieben der 30 Grenzkreise war der relative Zuzugsüberschuss im Zeitraum 1990-2009 höher als im übrigen Westdeutschland, in weiteren zwei Gebieten lag er zwischen dem westdeutschen und dem Wert für das gesamte Zonenrandgebiet. Für 19 Kreise errechnet sich eine positive Rate unterhalb des Durchschnitts aller Grenzkreise und in zwei Fällen war die Wanderungsbilanz sogar negativ.

Im nördlichen Teil des Zonenrandgebietes (vom Kreis Herzogtum Lauenburg bis zum Kreis Wolfenbüttel) lag der Zuwanderungsüberschuss – von der Stadt Wolfsburg und dem Kreis Helmstedt abgesehen – über dem in Westdeutschland. Dieser Raum dürfte dabei nicht nur vom Wegfall der innerdeutschen Grenze, sondern auch von Bevölkerungsgewinnen durch von Lübeck, Hamburg, Wolfsburg, Salzgitter und Braunschweig ausgehenden Stadt-Umland-Wanderungen profitiert haben. Überdurchschnittliche Zuzugsüberschüsse verzeichneten auch einzelne weiter südlich gelegene Gebiete. Es war dies insbesondere der hessische Kreis Fulda. In den bayerischen Landkreisen Coburg an der Grenze zu Thüringen und Schwandorf an der Grenze zum heutigen Tschechien war der Wanderungsüberschuss zwar geringer als in Westdeutschland, aber höher als im Zonenrandgebiet insgesamt.

Nur vergleichsweise schwach ausgeprägt war dagegen der migrationsbedingte Einwohneranstieg in den Grenzkreisen Südniedersachsens und Nordhessens ("Harzkreise" Goslar und Osterode sowie die Kreise Göttingen, Werra-Meißner-Kreis und Hersfeld-Rotenburg). Auch das bayerische Zonenrandgebiet in Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz (z.B. Kreise Kronach, Hof, Wunsiedel im Fichtelgebirge und Tirschenreuth) wies nur geringe Zuzugsüberschüsse auf und konnte aus dem Wegfall des "Eisernen Vorhanges" nur vergleichsweise geringen Nutzen für seine Wohnattraktivität ziehen. Die Wirkung der neuen Lage inmitten des europäischen Wirtschaftsraumes wurde offenbar durch die wirtschaftlichen Probleme dieser großenteils als altindustrialisiert und monostrukturiert zu charakterisierenden Räume[8] merklich abgeschwächt.

Insgesamt lässt sich erkennen, dass der wanderungsbedingte Einwohnergewinn im damaligen Zonenrandgebiet etwa seit der Jahrtausendwende hinter der im übrigen Teil Westdeutschlands zurück geblieben ist. Die durch den Wegfall des "Eisernen Vorhanges" verbesserten Lage- und Standortbedingungen haben sich also nur im "Vereinigungsboom"[9] in der kurzen Zeit unmittelbar nach der Grenzöffnung sowie einige Jahre danach ausgewirkt. In mittelfristiger Betrachtung konnte der einstige Grenzraum – von einigen Ausnahmen insbesondere in Schleswig-Holstein und im nördlichen Niedersachsen abgesehen - jedoch nicht von der neuen Lage profitieren. Seine "Wohnattraktivität" hat im Vergleich zu Westdeutschland seit der Jahrtausendwende wieder deutlich abgenommen.

Veränderung der Beschäftigtenzahl als Indikator für Wirtschaftsentwicklung



Nachdem die Veränderung der Wohnattraktivität untersucht wurde, soll im Folgenden die Wirtschaftsentwicklung im Zonenrandgebiet jener in Westdeutschland gegenübergestellt werden. Als Indikator dient die Veränderung der Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort, die näherungsweise als Zahl der besetzten Arbeitsplätze am Ort der Arbeitsstätte beschrieben werden kann.

Die Erwerbstätigen am Arbeitsort werden nicht wie etwa Angaben zur Bevölkerungsbewegung direkt durch eine spezielle Erhebung gewonnen. Es handelt sich vielmehr um das Ergebnis eines komplexen Rechensystems, das alle verfügbaren Datenquellen zur Erwerbstätigkeit einbezieht. Anders als etwa bei der Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beinhalten die errechneten Erwerbstätigenzahlen auch Selbstständige, mithelfende Familienangehörige und Beamte. Die Erwerbstätigen-Kopfzahl umfasst die Summe aller Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten sowie außerdem noch die "Arbeitsgelegenheiten". Personen mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen werden nur einmal, und zwar mit ihrer Haupttätigkeit, erfasst.[10]

Vom "Vereinigungsboom" zu Beginn der 1990er Jahre profitierte die Wirtschaft des Zonenrandgebietes überdurchschnittlich



Schaubild 3: Erwerbstätige am Arbeitsort im ehemaligen Zonenrandgebiet und in WestdeutschlandSchaubild 3: Erwerbstätige am Arbeitsort im ehemaligen Zonenrandgebiet und in Westdeutschland (© Thorsten Erdmann)
Im Zeitraum 1989-2009 hatte die Zahl der Erwerbstätigen sowohl im ehemaligen westdeutschen Zonenrandgebiet als auch im gesamten Westdeutschland (ohne Berlin) tendenziell zugenommen. Dies war nicht nur eine Folge des Wachstums von Wirtschaft und Bevölkerung, sondern resultierte ebenso aus dem überdurchschnittlichen Zuwachs von Teilzeitarbeitsplätzen[11]. Der Anstieg der Erwerbstätigenzahl verlief jedoch nicht linear, sondern war – den konjunkturellen Zyklen folgend – durch Phasen der Stagnation bzw. des Rückgangs unterbrochen. Beschäftigtenzugewinne gab es vor allen zu Beginn der 1990er Jahre, um die Jahrtausendwende (1998-2001) und in den Jahren 2007 und 2008 (Schaubild 3).

Im Zuge des vereinigungsbedingten Wirtschaftsaufschwungs Anfang der 1990er Jahre stieg die Beschäftigung im ehemaligen Zonenrandgebiet zunächst stärker als in Westdeutschland. Von 1989 bis 1992 wuchs der Erwerbstätigenbestand im ehemaligen Grenzraum um gut neun Prozent, in den westlichen Bundesländern dagegen lediglich um sieben Prozent. Die Entwicklung im Zonenrandgebiet wurde in dieser Zeit offenbar in besonderem Maße von Grenzöffnung und Wiedervereinigung positiv beeinflusst. Sowohl beim produzierenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor erhöhte sich die Beschäftigung im Grenzraum stärker als in Westdeutschland (Tabelle 2). Die in unmittelbarer Grenznähe befindlichen westdeutschen Städte (wie etwa Lübeck, Wolfsburg, Coburg oder Hof) erhielten ihren Einzugsbereich in Ostdeutschland zurück. Die Wirtschaft des ehemaligen Zonenrangebietes gewann nicht nur neue Kunden und Absatzmärkte jenseits der einstigen innerdeutschen Grenze, sondern fand dort auch qualifizierte Arbeitskräfte. Der "Konsum-Nachholbedarf" in den neuen Ländern wurde zunächst in überdurchschnittlichem Maße im nahen Zonenrandgebiet Westdeutschlands gedeckt. Insbesondere kam es nach der Grenzöffnung zu einer Welle ost-westlicher Käuferströme, die vor allem dem grenznahen Einzelhandel zugutekam. Diese flauten aber bald wieder ab, nachdem sich auf östlicher Seite leistungsfähige Einzelhandelszentren etablieren konnten.[12]

 
Tabelle 2: Erwerbstätige am Arbeitsort im ehemaligen Zonenrandgebiet und in Westdeutschland 1989-2009 nach ausgewählten Wirtschaftssektoren
 

Jahr
Zonenrandgebiet Westdeutschland (ohne Berlin)

insgesamt
darunter
insgesamt
darunter
Produzierendes Gewerbe Dienstleistungen Produzierendes Gewerbe Dienstleistungen
Anzahl in 1.000
1989 1443,9 587,1 766,3 28488,0 10527,0 16883,8
1992 1577,8 624,6 869,4 30468,0 10860,8 18603,7
1999 1568,8 543,0 967,4 30913,1 9296,0 20891,0
2009a 1595,0 485,6 1058,4 32852,8 8554,4 23611,9
Anteil in %
1989 100,00 40,7 53,1 100,00 37,0 59,3
1992 100,0 39,6 55,1 100,0 35,6 61,1
1999 100,0 34,6 61,7 100,0 30,1 67,6
2009a 100,0 30,4 66,4 100,0 26,0 71,9
Veränderung in %
1992 gegenüber 1989 9,3 6,4 13,5 7,0 3,2 10,2
1999 gegenüber 1992 -0,6 -13,1 11,3 1,5 -14,4 12,3
2009 gegenüber 1999 1,7 -10,6 9,4 6,3 -8,0 13,0
2009 gegenüber 1989 10,5 -17,3 38,1 15,3 -18,7 39,8
a) Angaben für das Produzierende Gewerbe und die Dienstleistungen auf Basis der Angaben für 2008 geschätzt

Datengrundlage: Erwerbstätigenrechnung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Berarbeitungsstand: September 2006 (Ergebnisse für 1989) und August 2010 (übrige Ergebnisse)
Berechnungen: Erdmann. 2012


In der Zeit nach 1992 bleib die Wirtschaftsentwicklung des Zonenrandgebietes hinter der Westdeutschlands zurück. Die Beschäftigung im einstigen Grenzraum sank bis 1999 leicht um fast ein Prozent, wogegen die alten Bundesländer (ohne Berlin) ein Plus von gut einem Prozent verbuchten. Dieser Unterschied war hauptsächlich auf einen im Grenzraum unterdurchschnittlichen Arbeitsplatzzuwachs im Dienstleistungssektor zurückzuführen. Infolgedessen hatte das Zonenrandgebiet bereits im Jahr 1999 seinen in der Nachwendezeit entstandenen Vorsprung gegenüber den alten Bundesländern eingebüßt. Binnen eines Jahrzehnts (1989-1999) war in beiden Gebieten die Erwerbstätigenzahl um knapp neun Prozent gestiegen. Dass die Beschäftigtenzahl am einstigen Zonenrand in dieser Dekade nicht stärker gewachsen war, ist auf die dortige Wirtschaftsstruktur zurückzuführen. Das durch Schrumpfungsprozesse gekennzeichnete produzierende Gewerbe war im ehemaligen Grenzraum überdurchschnittlich, der durch Wachstum gekennzeichnete Dienstleistungssektor dagegen unterdurchschnittlich vertreten.

Nach der Jahrtausendwende nur unterdurchschnittliches Wachstum im Zonenrandgebiet



Seit der Jahrtausendwende verlief die wirtschaftliche Entwicklung im einstigen Grenzraum schwächer als in Westdeutschland. Während zwischen 1999 und 2009 die Zahl der im Zonenrandgebiet arbeitenden Erwerbstätigen lediglich um knapp zwei Prozent stieg, verbuchte Westdeutschland einen Zuwachs von mehr als sechs Prozent. Im produzierenden Gewerbe des Zonenrandraumes war der Beschäftigtenrückgang größer als in den alten Bundesländern. Gleichzeitig wuchs der Dienstleistungsbereich im Grenzgebiet weniger stark als in Westdeutschland. Dies deutet darauf hin, dass das unterdurchschnittliche Wirtschaftswachstum im ehemaligen Grenzraum nach der Jahrtausendwende weniger auf die spezifische regionale Wirtschaftsstruktur zurückzuführen ist, sondern auf die dortigen Standortbedingungen (wie etwa die vergleichsweise große Entfernung zu vielen Wirtschaftszentren Westdeutschlands).

Als Grund für die vergleichsweise ungünstige Entwicklung im früheren Grenzraum seit Mitte der 1990er Jahre kommt neben dem Auslaufen des "Vereinigungsbooms" insbesondere dem Wegfall der vor der Wiedervereinigung gewährten "Zonenrandförderung" eine Bedeutung zu. Dieser Umstand beeinträchtigte die Entwicklung in den ehemaligen Grenzregionen umso schwerer, als gleichzeitig die Wirtschaftsförderung schwerpunktmäßig auf Ostdeutschland ausgerichtet wurde.[13] Dem Gebiet westlich der ehemaligen innerdeutschen Grenze stand nun in unmittelbarer Nähe auf östlicher Seite ein staatlich subventionierter Konkurrenzraum gegenüber. An die Stelle einer politischen Grenze trat nun eine "Fördergrenze". Insbesondere bei der Ansiedlung neuer und der Erweiterung bestehender Betriebe dürfte sich dieses "Fördergefälle" zulasten des westdeutschen Grenzgebietes ausgewirkt haben.

In langfristiger Betrachtung über zwei Jahrzehnte hinweg zeigt sich, dass die Gesamtbeschäftigtenzahl des ehemaligen Zonenrandgebietes zwischen 1989 und 2009 um gut zehn Prozent, die in Westdeutschland dagegen um rund 15 Prozent zugenommen hatte. Das Wachstum im einstigen Grenzraum lag damit ein Drittel unter dem in den alten Bundesländern (ohne Berlin).

Unterdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung besonders im Harz und den oberfränkischen Grenzgebieten



Schaubild 4: Entwicklung der Erwerbstätigkeit am Arbeitsort in den Kreisen des ehemaligen Zonenrandgebiets 1989-2010Schaubild 4: Entwicklung der Erwerbstätigkeit am Arbeitsort in den Kreisen des ehemaligen Zonenrandgebiets 1989-2010 (© Thorsten Erdmann)
Zwischen den Kreisen des vormaligen westdeutschen Zonenrandgebietes zeigen sich in Bezug auf die Wirtschaftsentwicklung deutliche Unterschiede. Überdurchschnittliche Arbeitsplatzzuwächse gab es zwischen 1989 und 2009 vor allem im nördlichen Teil des Untersuchungsraumes (Kreise Herzogtum Lauenburg, Lüneburg, Gifhorn und die Stadt Wolfsburg) sowie im hessischen Kreis Fulda an der Grenze zu Thüringen und Bayern; außerdem in den bayerischen Kreisen Haßberge sowie Schwandorf und Cham an der Grenze zum heutigen Tschechien. In diesen Gebieten stieg die Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort sogar stärker als in Westdeutschland. Demgegenüber war der Beschäftigtenbestand in den niedersächsischen Harzkreisen Goslar und Osterode, im nordöstlichen Hessen (Werra-Meißner-Kreis) sowie insbesondere im oberfränkischen und angrenzendem oberpfälzer Raum (Landkreise Coburg, Kronach, Hof, Wunsiedel im Fichtelgebirge und Tirschenreuth) im gleichen Zeitraum sogar zurückgegangen (Schaubild 4).

Die Gründe für die unterschiedliche Entwicklung können sowohl aus der spezifischen Wirtschaftsstruktur als auch aus der räumlichen Lage der einzelnen Kreise resultieren. Es ist möglich, den Einfluss der Wirtschaftsstruktur (Verteilung der Erwerbstätigen auf die Bereiche Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen) auf die Arbeitsplatzentwicklung zu ermitteln. Dazu werden die Beschäftigtenzahlen zu Beginn der Betrachtungsperiode in den drei Wirtschaftssektoren mit den entsprechenden Veränderungsraten von Westdeutschland multipliziert und dann kreisweise aufsummiert. Die so ermittelte hypothetische Beschäftigtenzahl kann dann mit der tatsächlichen verglichen werden. Liegt die tatsächliche Zahl über der hypothetischen, so hat sich der Erwerbstätigenbestand im Betrachtungsraum günstiger entwickelt, als es nach der anfänglichen Wirtschaftsstruktur zu erwarten gewesen wäre. Dieser Effekt wird dann den regionalen Standortfaktoren zugeschrieben, man spricht von einem "positiven" Standortfaktor. Aus Schaubild 4 geht hervor, dass die Grenzkreise mit einem über dem westdeutschen Durchschnitt liegenden Beschäftigungswachstum auch positive Standortfaktoren aufweisen. In Gebieten mit geringer oder sogar rückläufiger Wirtschaftsentwicklung ist dieser meist negativ. Das bedeutet, dass die unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung in den Zonenrandkreisen zwischen 1989 und 2009 weniger durch die "ererbte" Wirtschaftsstruktur, sondern vielmehr durch andere spezifische regionale Merkmale (z.B. die Lage im Einflussbereich großer wirtschaftlicher Wachstumspole) zu erklären ist.

Große Unterschiede in der Wirtschaftsentwicklung innerhalb der ehemaligen Grenzregion



Die Entwicklung der Teilräume im ehemaligen Grenzgebiet war in den einzelnen Zeitabschnitten durch deutliche Unterschiede gekennzeichnet. In der "Boomphase" zwischen 1989 und 1992 verzeichneten alle Kreise einen Beschäftigtenanstieg. Für 23 der 30 Kreise errechnet sich ein über dem westdeutschen Durchschnitt liegendes Wachstum. Am höchsten war der Erwerbstätigenzugewinn in den an der Grenze zur ehemaligen DDR gelegenen Gebieten. Der bayerische Raum in Nachbarschaft zur Tschechoslowakei verbuchte dagegen nur vergleichsweise geringe Zuwächse, bestand hier doch weiterhin eine Staatsgrenze.

In der Periode 1992-1999 verlief die Wirtschaftsentwicklung nur noch in elf Grenzkreisen günstiger als in Westdeutschland. In 17 Gebieten kam es sogar zu einem Beschäftigtenabbau; betroffen waren insbesondere der Harzraum und Oberfranken.

Zwischen 1999 und 2009 gab es dann nur noch in sieben der 30 früheren Grenzkreise einen über dem westdeutschen Durchschnitt liegenden Beschäftigtenanstieg. Dies waren Herzogtum Lauenburg, Lüneburg, Gifhorn, Wolfsburg, Fulda, die Stadt Coburg und der ostbayerische Landkreis Cham. Für mehr als der Hälfte der Kreise errechnet sich eine rückläufige Erwerbstätigenzahl. Dazu zählten neben dem Harzraum und den oberfränkischen Kreisen auch Lüchow-Dannenberg und Uelzen in Niedersachsen sowie Regen und Freyung-Grafenau in Ostbayern.

Insgesamt hat sich in den zwei Jahrzehnten seit der Grenzöffnung das räumliche Bild der Wirtschaftsentwicklung im vormaligen Zonenrandgebiet deutlich gewandelt. Ausgehend von einer positiven Dynamik ist im Zeitverlauf das Beschäftigtenwachstum in mehr und mehr ehemaligen Grenzkreisen hinter die Entwicklung in Westdeutschland zurückgefallen. Es verblieben nur noch vereinzelte Kreise mit überdurchschnittlicher Dynamik. Diese befinden sich hauptsächlich im Umfeld westdeutscher Wirtschaftszentren (wie Hamburg, Wolfsburg/Salzgitter oder München/Südbayern) und dürften durch deren Entwicklung günstig beeinflusst worden sein. Die Mehrheit der eher abseits der wirtschaftlichen Kernräume befindlichen ehemaligen Zonenrandkreise hat dagegen nur kurzfristig zu Beginn der 1990er Jahre Nutzen aus der Grenzöffnung gezogen.

Die liberalisierte und globalisierte Wirtschaft hatte tendenziell eine Konzentration des Wirtschaftswachstums auf bestimmte ohnehin schon ökonomisch weit entwickelte Metropolregionen bewirkt.[14] An diesen Räumen hat das ehemalige Zonenrandgebiet nur einen geringen Anteil, so dass es in großen Teilen in Rückstand zu Westdeutschland geriet.

Fazit



Durch die Auflösung des "Eisernen Vorhanges" geriet das Zonenrandgebiet, eine ehemalige politisch bedingte Raumkategorie der alten Bundesrepublik Deutschland an der Grenze zum damaligen "Ostblock", vom Rand ins geografische Zentrum Deutschlands und Mitteleuropas. Einer deutlichen Verbesserung der Verkehrslage und der neuen Zentralität stand der Wegfall der über Jahrzehnte gewährten Zonenrandförderung gegenüber. In den ersten Jahren nach der Grenzöffnung entwickelte sich dieser Raum in demografischer und wirtschaftlicher Hinsicht günstiger als Westdeutschland insgesamt, insbesondere das Arbeitsplatzwachstum war überdurchschnittlich. Nach diesem wenige Jahre dauernden "Vereinigungsboom" blieb die Entwicklung des ehemaligen Grenzraumes hinter jener in Westdeutschland zurück. Die Wanderungsgewinne waren zunächst geringer als im westlichen Bundesgebiet, ab 2005 gab es sogar mehr Fort- als Zuzüge. Die Zahl der Arbeitsplätze erhöhte sich nur noch unterdurchschnittlich.

Innerhalb des ehemaligen westdeutschen Grenzraumes gab es deutliche Unterschiede: Eine vergleichsweise günstige Entwicklung verzeichneten die früheren Grenzkreise Herzogtum Lauenburg und Lüneburg im Einflussbereich Hamburgs, der Kreis Gifhorn im Umfeld von Braunschweig und Wolfsburg sowie der hessische Landkreis Fulda. Demgegenüber konnten die niedersächsischen Harzkreise Osterode und Goslar sowie viele Kreise im "Hofer Winkel" (oberfränkisches und nördliches oberpfälzer Grenzgebiet in Bayern) nur vergleichsweise wenig vom Wegfall des "Eiserne Vorhanges" profitieren.

Zwei Jahrzehnte nach dem Wegfall der "Zonengrenze" zeigt sich das ehemalige westdeutsche Grenzgebiet nach einer kurzen Blüte Anfang der 1990er Jahre heute in großen Teilen wieder als ein Raum, der wie schon zu Zeiten der deutschen Teilung der demografischen und ökonomischen Entwicklung in Westdeutschland hinterherhinkt.

Zitierweise: Thorsten Erdmann, Am Ende der Welt - Entwicklung des westdeutschen Zonenrandgebietes seit der Wiedervereinigung, in: Deutschland Archiv Online, 18.11.2013, Link: http://www.bpb.de/17019


Fußnoten

1.
Ernst Brunotte (Hg.), Lexikon der Geographie, 4. Band, Walk bis Z, Heidelberg und Berlin 2002, S. 77.
2.
Hans-Jörg Sander, Das Zonenrandgebiet, Problemräume Europas, Band 4, Köln 1988, S. 3.
3.
Klaus-Achim Boesler, Das Zonenrandgebiet – Eine Einführung in die aktuellen Probleme seiner Struktur und Entwicklung, in: Geographische Rundschau, Nr. 8, 1985, S. 383-384. Eine detaillierte Darstellung für den niedersächsischen Teil der Zonenrandgebietes findet sich bei Jai-Han Kim, Die Auswirkungen der Grenzziehung auf die Grenzgebiete – ein Vergleich zwischen Südkorea und der Bundesrepublik Deutschland, Bochum 1990, S. 220-261.
4.
Siehe dazu die Überblicksdarstellung von Sander, Das Zonenrandgebiet (Anm. 2), S. 29-31.
5.
Brunotte, Lexikon der Geographie (Anm. 1), S. 77.
6.
Eine entsprechende Betrachtung findet sich bei: Michael Offer, Das Zonenrandgebiet nach der deutschen Einigung – Wirtschaftliche Entwicklungen und regionalpolitische Implikationen, Mainz 1991.
7.
Vgl. Franz-Josef Kemper, Regionale Bevölkerungsentwicklung zwischen Wachstum und Schrumpfung, in: Geographische Rundschau, Nr. 9, 2004, S. 20.
8.
Vgl. R. Höhne u.a., Bevölkerung und Siedlungsstruktur, in: Jörg Meier (Hg.), Bayern, Perthes Länderprofile - Geographische Strukturen, Entwicklungen, Probleme, Gotha 1998, S. 33-34.
9.
Vgl. Hans-Joachim Bürkner, Probleme der Regionalentwicklung im niedersächsischen Zonenrandgebiet vor und nach der deutschen Vereinigung, in: Karl Eckhart und Jörg Roesler (Hg.), Die Wirtschaft im geteilten und vereinten Deutschland, Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung, Band 69, Berlin 1999, S. 285.
10.
Arbeitskreis Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder, Qualitätsbericht Regionale Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechung, Hessisches Statistisches Landesamt, Wiesbaden 2007, S. 2 und 4, in: http://aketr.de/tl_files/aketr/DATA/Downloads/Qualitätsbericht.pdf, Zugriff 15.7.2011.
11.
Zwischen 1999 und 2008 stieg beispielsweise in Westdeutschland die Zahl der Erwerbstätigen um gut sechs Prozent, während das Volumen der geleisteten Arbeitsstunden nur um rund drei Prozent zulegte. Ungefähr die Hälfte des Anstieges bei der Kopfzahl der Beschäftigten war also durch eine andere Verteilung des Arbeitsvolumens auf die Erwerbstätigen bedingt.
12.
Frank-Dieter Grimm, Veränderte Grenzen und Grenzregionen, veränderte Grenzbewertungen in Deutschland und Europa, in: Ders. (Hg.), Regionen an deutschen Grenzen – Strukturwandel an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und der deutschen Ostgrenze, Institut für Länderkunde Leipzig, Beiträge zur Regionalen Geographie 38, Leipzig 1995, S. 12.
13.
Niedersächsisches Institut für Wirtschaftsforschung und Institut für Regionalforschung e.V., Struktur- und Entwicklungsprobleme von niedersächsischen Städten im ehemaligen Zonenrandgebiet – Duderstadt, Helmstedt und Uelzen, Gutachten, Hannover/Göttingen 2002.
14.
Vgl. Hans. H. Blotevogel, Raumordnung und Metropolregionen, in: Geographische Rundschau, Nr. 11, 2010, S. 4-12.
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