Beleuchteter Reichstag

Fußball verbindet? Hertha BSC (West-Berlin) und der 1. FC Union (Ost-Berlin) vor und nach 1990


27.1.2015
In der geteilten Stadt erregten besonders zwei Mannschaften große Aufmerksamkeit: Hertha BSC (Bundesliga) und 1. FC Union (DDR-Oberliga). Dieser Beitrag betrachtet die Funktionsweise der Fußballklubs sowie der informellen Gruppen von Hertha- und Unionfans und ihren Verbindungen und Freundschaften "hinter der Mauer" vor und nach 1990.

Fußballfans beim Freundschaftsspiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin am  27. Januar 1990Aus beiden Teilen Berlins kamen am 27. Januar 1990 Zuschauer ins Berliner Olympiastadion zum Freundschaftsspiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin. (© picture-alliance / Thomas Wattenberg)

Der Sport genoss in den Gesellschaften beider deutscher Staaten eine hohe Wertschätzung. Eine besondere Rolle spielte dabei der Fußball, der sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik intensiv gefördert wurde und in beiden Staaten kollektive und regionale Identitäten hervorbrachte. Die Kenntnis und die Analyse der Funktionsmechanismen der deutschen Fußballklubs und ihrer Wahrnehmung in der Bevölkerung können zu einem besseren Verständnis der Gesellschaft in der Wendezeit beitragen. Ziel dieses Beitrags ist die Darstellung der Funktionsweise informeller Gruppen von Hertha- und Unionfans sowie ihrer Verbindungen untereinander vor dem Hintergrund der spezifischen politischen und sozialen Gegebenheiten vor und nach 1990.

Eine geteilte Fußballstadt



Im Fokus des Beitrags steht eine spezifische, traditionsreiche Fußballregion - Berlin. In der geteilten Stadt erregten besonders zwei Mannschaften große Aufmerksamkeit: Hertha BSC (Bundesliga) und der 1. FC Union Berlin (DDR-Oberliga). Hertha galt in ganz Berlin als ein Publikumsmagnet. Der 1. FC Union Berlin war ein bei den Staatsorganen der DDR unbeliebter Klub mit den meisten Anhängerinnen und Anhängern in Ost-Berlin. In der Hauptstadt der DDR rivalisierte Union um die Sympathie der Berlinerinnen und Berliner mit dem – von den DDR-Fans als "Stasi-Klub" und "Vorzeige-Klub" der SED- und Stasi-Funktionäre bezeichneten - BFC Dynamo, dessen prominentester Fan und Förderer der Chef des Ministeriums für Staatssicherheit Erich Mielke war. Im Gegensatz zu Dynamo und dem Armeesportklub Vorwärts Berlin, der seinen Sitz bis 1971 in Berlin und später in Frankfurt an der Oder hatte, galt Union als ziviler Verein und DDR-weit als Sammelbecken der Andersdenkenden. Das politische Konfliktpotenzial der Union-Fans gegenüber dem Staat beschreibt ein Satz des Redakteurs eines DDR-Satireblatts: "Nicht jeder Union-Fan ist ein Staatsfeind, aber jeder Staatsfeind ist ein Union-Fan".[1]

Der westdeutsche Fußball weckte bei ostdeutschen Fans schon seit den 1950er Jahren Sympathien. Das Interesse der Anhänger in der DDR wuchs vor allem nach der Gründung der Bundesliga 1963, was teilweise auch mit der Verbreitung des Fernsehens verbunden war (das westdeutsche Fernsehen konnte fast im ganzen Land empfangen werden). In den 1970er Jahren sollte fast jeder DDR-Fußballfan eine Lieblingsmannschaft in der Bundesliga haben.[2] Das spektakulärste Beispiel der Identifizierung der Fans aus dem Osten mit dem westdeutschen Fußball war die Freundschaft zwischen den Anhängern von Union und Hertha.

Freunde hinter Stacheldraht



Mitte der 1970er Jahre wurden erste persönliche Kontakte zwischen Vertreterinnen und Vertretern der jeweiligen Fan-Gruppierungen beider Vereine geknüpft. Ein Symbol der Verbundenheit waren die Sprechchöre und Gesänge für Hertha in Fan-Kurven im Stadion An der Alten Försterei.[3] Sehr populär war darüber hinaus das Erfinden von Gesängen und Parolen, die die Verbindung beider Klubs hervorhoben, wie beispielweise die Folgenden: "Ha-Ho-He, Hertha BSC"[4]; "Ha-Ho-He, es gibt nur zwei Mannschaften an der Spree - Union und Hertha BSC"[5]; "Wir halten zusammen, wie der Wind und das Meer, die blau-weiße Hertha und der FC Union"[6]; "Wir halten zusammen, uns kann nichts trennen, keine Mauer und kein Stacheldraht"[7]. In einem Land, in dem eine "falsche" Meinung oder sogar ein zu kecker Witz, welcher von der Staatssicherheit abgehört wurde, Repression und Rechtsverfahren auslösen und als antistaatliche Tätigkeit bewertet werden konnte, gerieten diese Zeichen der gesamtdeutschen Identität der Fans in den Fokus von Volkspolizei und Staatssicherheit. Allein aufgrund der großen Masse im Stadion, die für Deckung sorgte, war dieses Verhalten der Fans aber vergleichsweise risikoarm.
Die Mitglieder der Fanklubs beider Mannschaften trugen die Schals, Mützen und Westen in den Farben des befreundeten Klubs, und auf den selbstgemachten Aufnähern standen Worte, die auch als eindeutig politische Deklarationen der Träger interpretiert werden können: "Freunde hinter Stacheldraht" oder "Hertha und Union - eine Nation"[8].

Kontakte über die Mauer hinweg



Die Faszination der Union-Anhänger für den West-Klub wurde von den Hertha-Sympathisanten erwidert. Während der Partien von Hertha waren sehr oft Union-Fahnen und Spruchbänder mit der Parole "Hertha grüßt Eisern Union" zu sehen.[9] Im Berliner Olympiastadion waren auch häufig die Sprechchöre "Union, Union, eisern Union" zu hören.[10] Via West-Radio und Fernsehen kamen die Grüße nach Ost-Berlin. Sie wurden jedoch nicht nur von Union-Fans wahrgenommen, sondern auch von der Sport- und Parteiführung der DDR, für die diese öffentlichen Sympathiebekundungen inakzeptabel waren.

Um die Fanfreundschaft über die Mauer hinweg zu pflegen, versuchten die Fangruppen aus Ost und West persönliche Kontakte aufzubauen. Erste Kontakte ermöglichten die Europacup-Begegnungen von Hertha in der DDR oder in den Ostblockstaaten in den 1970er Jahren, zu denen auch Unionfans reisten.[11] Die Hertha-Anhänger besuchten dagegen nur unregelmäßig die Ostberliner Kolleginnen und Kollegen bei den Oberligaspielen. Sie schmuggelten dabei die Fanutensilien und versorgten die Ostberliner Fans mit Fußballsammelartikeln und Informationen über die neuesten Fan-Trends in den Stadien Westeuropas, die aus westdeutschen oder britischen Presseartikeln entnommen wurden.[12]

Mit der Zeit entstanden in diesem Milieu über die Mauer hinweg persönliche Freundschaften, besonders mit den Vertretern des Fanklubs "Hertha-Frösche", der von den Medien als einer der gefährlichsten Hooligan-Gruppen in der Bundesrepublik bezeichnet wurde.[13] Außer ihres hohen Gewaltpotenzials waren "Frösche" auch aufgrund ihrer Nähe zu rechtsradikalen Kreisen bundesweit bekannt. In den 1980er Jahren folgte der allmähliche sportliche Absturz von Hertha, was aber keinen Einfluss auf die gegenseitigen Fan-Kontakte hatte. Die West-Berliner Fans überquerten in den 1980er Jahren immer häufiger die Grenze und besuchten Kollegen aus dem östlichen Teil der Stadt und verbrachten mit ihnen zusammen Zeit in den Ostberliner Kneipen und Diskotheken.[14] Sie veranstalteten sogar spezielle, konspirative Treffen, beispielsweise gemeinsame Weihnachtsfeiern.[15] Manchmal kam es zu gemeinsamen rowdyhaften Ausschreitungen, bei denen überwiegend die Fans der Oberliga-Vereine, die als größte Union-Gegner angesehen wurden, also die Hooligan-Gruppen der verhassten Vereine BFC Dynamo und Dynamo Dresden, auf der anderen Seite standen.[16]

Die Freundschaft der Anhänger beider Mannschaften war im Fußballfan-Milieu beiderseits der Grenze bekannt. In ihre Fußstapfen versuchten auch Anhänger von anderen ost- und westdeutschen Vereinen zu treten: Sympathisantinnen und Sympathisanten von Chemie Leipzig hatten seit 1984 Kontakte mit Fans von Bundesliga-Klubs, und Anhänger von Hannover 96 initiierten 1989 Kontakte mit ostdeutschen Kollegen.[17] Nie erreichten sie jedoch eine vergleichbare Intensität wie im Fall der Hertha- und Union-Fans.

Mauerfall und Vereinigungsspiel



Einlauf der Mannschaften von Hertha BSC und Union Berlin am 27. Januar 1990 im Olympiastadion in BerlinEinlauf der Mannschaften von Hertha BSC und Union Berlin zum "Wiedervereinigungsspiel" am 27. Januar 1990 im Olympiastadion in Berlin (© picture-alliance / Thomas Wattenberg)
Zwei Tage nach dem Mauerfall spielte Hertha ein Zweitliga-Heimspiel gegen Wattenscheid 09. Die Fußballanhänger aus dem Osten nutzten die gewonnene Reisefreiheit und besuchten das Olympiastadion, um Hertha anzufeuern. Das Stadion füllten 55.000 Zuschauerinnen und Zuschauer anstelle der etwa 10.000, die normalerweise gekommen wären. Die Hertha-Verantwortlichen waren sich offensichtlich der Popularität von Hertha in Ost-Berlin nicht bewusst: Alle 10.000 Karten, die extra für die Bürgerinnen und Bürger der DDR frei zur Verfügung gestellt wurden, waren sehr schnell verteilt - nun galt der DDR-Reisepass als Ticket.[18] Bei der Begegnung waren etwa 35.000 Union-Fans aus Ostberlin und Brandenburg anwesend, unter ihnen sogar einige Union-Spieler mit ihrem Trainer Karsten Heine.[19] Die Hertha-Fußballer erzielten mit Mühe ein 1:1-Unentschieden, was auf den Tribunen mit großer Freude gefeiert wurde. Der Wattenscheid-Trainer Hannes Bongartz soll angeblich gesagt haben, dass er gar nicht gewinnen wollte, um die Stimmung im Stadion nicht zu zerstören.[20]

In dieser Zeit entstand die Idee, eine Freundschaftsbegegnung zwischen beiden Teams zu veranstalten, was aufgrund der Liga-Termine aber schwer zu realisieren war. Beide Seiten trafen sich erst Mitte Januar 1990 bei einem Winter-Hallenturnier, um den Union-Sieg im Finale gegen den verhassten BFC Dynamo zu feiern.[21] Am 27. Januar 1990 kam es endlich zu der berühmten Partie im Olympiastadion, die als "Wiedervereinigungsspiel" bezeichnet wurde. In Anwesenheit von über 50.000 Zuschauern gewann Hertha 2:1. Die Tickets kosteten fünf Mark - als offizieller Sponsor trat die Deutsche Post auf - die wahlweise in DDR-Mark oder Deutscher Mark zu zahlen waren.[22] Die Union- und Hertha-Anhänger empfanden das Treffen als ausgesprochen emotional und feierten beide Vereine.

Der Bruch



Bald aber endete die gute Atmosphäre zwischen den Fangruppierungen beider Vereine. Zum Rückspiel, das am 12. August 1990 in der Alten Försterei veranstaltet wurde, kamen nur noch knapp 4000 Zuschauer.[23] Die geringe Anzahl der Zuschauer ist nicht nur mit der Kapazität des modernisierungsbedürftigen Stadions (etwa 25.000 Plätze, davon 1800 Sitzplätze) und dem Termin (Saisonpause, Sommerferien) zu erklären. Vermutlich war es ein erstes Zeichen der gegenseitigen Gleichgültigkeit. Mit der Zeit entwickelten die Fans immer wieder neue Abneigungen, und die alte "Freundschaft hinter Stacheldraht" geriet bald in Vergessenheit. Der ehemalige Union- und Hertha-Trainer- und Funktionär Karsten Heine bewertet diese Situation so: "Ich weiß bis heute nicht, warum es so gekommen ist, und es hat mir auf diese Frage auch noch niemand eine gute Antwort gegeben. […] Vielleicht liegt es an einer neuen Fan-Generation, die die alten Zeiten nicht mehr erlebt hat".[24]

Das System der wechselseitigen Verbindungen - Sympathien und auf Gegenseitigkeit beruhende Animositäten - gehört zu den charakteristischen Eigenschaften der Fankultur. Häufig ist es sehr schwer, die genaueren Gründe von negativen Verhältnissen zu klären, weil sie eine lange Tradition haben und sich heutzutage niemand an ihre Ursachen erinnern kann. In diesem Fall jedoch ist die Erklärung auf den ersten Blick einfach und überraschend: Laut den Autoren des Fanmagazins "Stadionwelt" wurde die ehemalige Freundschaft durch ein einzelnes Spruchband beendet.[25] Als 1991 Bernd Stange, der ehemalige Trainer der DDR-Nationalmannschaft und - wofür erst später Belege gefunden wurden - Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit, Trainer bei Hertha wurde, wurde das von den Union-Anhängern sehr negativ aufgenommen.[26] Ihre Wut drückte sich in einem Transparent mit den Worten "Stasi-Hertha" aus, das sie während eines Freundschaftsspiels vor dem Union-Block aufgehängt haben sollen.[27] Diese einfache, aber bösartige Geste, samt dem Ost-West-Konfliktpotenzial und der späteren sportlichen Rivalität, sollte die langjährige Freundschaft völlig begraben.

Was blieb von der Freundschaft?



In den Saisons 2010/2011 und 2012/2013 spielten beide Vereine in der Zweiten Bundesliga. Diese Situation führte zu einer steigenden, sich voneinander abgrenzenden Rivalität zwischen den jeweiligen Fangruppierungen. Die Hertha-Fans benutzten den veränderten Union-Schlachtruf als Schimpfwort, wenn sie anstelle von "Eisern-Union!" "Scheiß-Union!" im Olympiastadion skandierten. Dagegen war in der Alten Försterei - in Anlehnung an die Hertha-Hymne von Frank Zander - zu hören: "Nur zu Hertha geh’n wir nicht!".[28]

Die Berliner Rivalität ist aber auch ein Publikumsmagnet: Neben Bayern München und Borussia Dortmund kann nur Union als Gegner das Olympiastadion zur Gänze füllen.[29] Die letzten Begegnungen zwischen beiden Klubs in der Zweiten Bundesliga waren von Rivalität und Kälte erfüllt.[30] Die Atmosphäre wurde häufig von der Boulevard-Presse und den sozialen Medien angeheizt, und die Partien wurden von der Polizei als Hochrisikospiele eingestuft.[31] Im Vergleich zu den Derbys in anderen Städten wie beispielsweise Glasgow (Rangers und Celtics), London (Arsenal, Chelsea, Tottenham, West Ham und Millwall) oder München (Bayern München und 1860 München) und dem Revierderby (Schalke und Borrussia Dortmund) ist die Situation in Berlin jedoch relativ ruhig und friedlich. Die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Anhängern von Union und Hertha werden häufig als relativ friedliche Koexistenz beschrieben.[32] Die Berliner Fußball-Rivalität ist viel stärker von dem Ost-Ost als dem Ost-West-Konflikt geprägt. Die Erzfeinde der Union-Fans sind immer noch die Anhänger des BFC Dynamo.[33]

Die Klubverantwortlichen versuchen auch, diese Situation zu beeinflussen. Einerseits organisieren sie Freundschaftsbegegnungen der Fans - wie beispielsweise bei der feierlichen Eröffnung der renovierten Alten Försterei im Jahr 2009, als die Union-Leitung die Funktionäre und Fans von Hertha einlud und ein Sommerspiel veranstaltete.[34] Andererseits aber betrachten sie sich gegenseitig als Mitbewerber auf dem Berliner Fußballmarkt.[35] Union hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark entwickelt und wird heutzutage für Hertha im Kampf um die Gunst des Berliner Publikums gefährlich. Bundesweit gibt es etwa 32.000 Hertha- und 12.000 Union-Mitglieder.[36] Und die Zahl der Union-Fans - auf Ostidentität und modernem Management basierend - steigt kontinuierlich.

Zitierweise: Dariusz Wojtaszyn, Fußball verbindet? Hertha BSC (West-Berlin) und der 1. FC Union (Ost-Berlin) vor und nach 1990, in: Deutschland Archiv, 27.1.2015, Link: http://www.bpb.de/199829


Fußnoten

1.
Zit. nach: Jörn Luther und Frank Willmann, Und niemals vergessen - Eisern Union! Berlin 2000, S. 91; vgl. Dariusz Wojtaszyn, Kibice w socjalizmie [Fans im Sozialismus], Wrocław 2013, S. 258 ff.; Hanns Leske, Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder. Der Einfluß der SED und des Ministeriums für Staatssicherheit auf den Fußballsport in der DDR, Göttingen 2004, S. 193 ff.
2.
Thomas Bienert, Aufgewachsen in der DDR. Wir vom Jahrgang 1963. Kindheit und Jugend, Gudensberg-Gleichen 2007, S. 45-46; Die Fußballanhänger. Interview von Gabriele Damtew und Frank Willmann mit PID, Anhänger des 1. FC Union Berlin, in: Frank Willmann (Hg.), Stadionpartisanen. Fußballfans und Hooligans in der DDR, Berlin 2007, S. 43; Wojtaszyn, Kibice (Anm. 1), S. 340 ff.
3.
Vgl. beispielsweise Bericht zum Einsatz einer Schützenkompanie am 28.2.1982 in Hennigsdorf, BLHA, Rep. 471/15.2 BDVP Potsdam Nr. 741.
4.
K. Peters, "Eisern, Union!"(Ost), in: Welt am Sonntag, 15.6.1986.
5.
Dieter Dose, In der Wuhlheide sangen sie: "Ha-Ho-He, Hertha BSC", in: Die Welt, 23.6.1986.
6.
Gesellschaftswidriges Verhalten vorwiegend dem Anhang des 1. FC Union Berlin angehörender negativ-dekadenter Jugendlicher im Zusammenhang mit dem Fußballspiel der SG Dynamo Dresden gegen Hertha BSC Westberlin am 26.4.1978 in Dresden, BStU, MfS, XX/AKG 6684, S. 74.
7.
Luther, Willmann, Und niemals vergessen (Anm. 1), S. 92.
8.
Ebd., S. 135.
9.
Heimliche Weihnachtsfeier mit bösen Folgen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.1986.
10.
René Wiese und Jutta Braun, „Es gibt nur zwei Meister an der Spree, Union und Hertha BSC“, in: 11 Freunde, 3.9.2012, »www.11freunde.de/artikel/als-sich-union-und-hertha-noch-lieb-hatten«, letzter Zugriff am 7.1.2015
11.
Vgl. beispielsweise ein Spiel Dukla Prag-Hertha Berlin am 21. März 1979 in Prag im Rahmen von UEFA-Cup, Zusammenfassende Darstellung zur Problematik der Ausschreitungen bei Fußballspielen im In- und Ausland, insbesondere für den Zeitraum von 1978 bis 1981, BStU, MfS, HA XXII 18438, S. 18.
12.
Die Fußballanhänger. Interview von Gabriele Damtew und Frank Willmann mit Dall, Anhänger des 1. FC Union Berlin, in: Willmann (Hg.), Stadionpartisanen (Anm. 2), S. 70; Die Fußballanhänger (Anm. 2), S. 58.
13.
Fans, die „Normen des sozialistischen Zusammenlebens zutiefst verletzen“, in: Die Welt, 24.10.1985; Maik Thesing, Von Hochs und Tiefs geprägt, in: Stadionwelt, Nr. 1, 2005, S. 14; Michael Jahn, Nur nach Hause geh’n wir nicht. Die Geschichte von Hertha BSC Berlin, Göttingen 2006, S. 281 ff.
14.
Vermerk über Maßnahmen der HA XX/2, BStU, MfS, HA XX 3763; Die Fußballanhänger. Interview von Gabriele Damtew und Frank Willmann mit Spatze, Anhänger des 1. FC Union Berlin, in: Willmann (Hg.), Stadionpartisanen (Anm. 2), S. 58; Wojtaszyn, Kibice (Anm. 1), S. 351.
15.
Heimliche Weihnachtsfeier (Anm. 9).
16.
BStU, Gesellschaftswidriges Verhalten (Anm. 6); Verhinderung rowdyhafter Handlungen beim Fußballspiel SG Dynamo Dresden - BFC Dynamo Berlin am 5.8.1989 in Cottbus, BStU, MfS, HA XX 3763; Die Fußballanhänger (Anm. 2), S. 77.
17.
Bericht vom 9.7.1989, BStU, MfS, HA XX 3763, S. 50; Ray Schneider, Die Leipziger Fußballszene aus Sicht eines Chemie-Fans, "Über Leutzsch lacht die Sonne – über Lok die ganze Welt…", in: Ina Weigelt, Die Subkultur der Hooligans. Merkmale, Probleme, Präventionsansätze, Marburg 2004, S. 186; vgl. Wojtaszyn, Kibice (Anm. 1), S. 352.
18.
Sven Goldmann, Die zerbrochene Freundschaft, in: 11 freunde, 7.7.2009, »www.11freunde.de/artikel/union-und-hertha«, letzter Zugriff am 7.1.2015; Die Chronik, in: Stadionwelt, Nr. 1, 2005, S. 15.
19.
Michael Jahn, Ausnahmesituation vor dem Stadtderby, in: Berliner Zeitung, 10.2.2013; K. Heines Wörter in: Goldmann, Die zerbrochene Freundschaft (Anm. 18).
20.
Die Chronik (Anm. 18), S. 15.
21.
Goldmann, Die zerbrochene Freundschaft (Anm. 18).
22.
Ebd.
23.
Ebd.
24.
Zit. nach: Goldmann, Die zerbrochene Freundschaft (Anm. 18).
25.
Freunde und Feinde, in: Stadionwelt, Nr. 1, 2005, S. 16.
26.
Die Stasi-Akten von "Schaxel" und "Wegner" in: Die Welt, 23.7.2001.
27.
Freunde und Feinde (Anm. 25), S. 16.
28.
Wiese, Braun, Es gibt nur zwei Meister (Anm. 10).
29.
Dominik Bardow, Hertha BSC vor dem Zweitliga-Spitzenspiel. Luhukay will mehr Euphorie auf den Rängen, in: Der Tagesspiegel, 8.4.2013.
30.
Die ersten Derbys in der 2. Bundesliga fanden 2010 statt: 1:1 an der Alten Försterei und 1:2 für Union im Olympiastadion.
31.
Gareth Joswig, Gefangen im "Feinkost Ullrich". Wie brisant war das Berlin-Derby wirklich? In: 11 freunde, 12.2.2013, »www.11freunde.de/artikel/wie-brisant-war-das-berlin-derby-wirklich«, letzter Zugriff am 7.1.2015.
32.
Gunnar Leue, Als Hertha und Union sich noch lieb hatten. Ex-Freunde hinter Stacheldraht, in: 11 freunde, 4.2.2011, »www.11freunde.de/artikel/ex-freunde-hinter-stacheldraht«, letzter Zugriff am 7.1.2015; vgl. auch die Ansicht von Karsten Heine, der meint, dass es keine bösartige Rivalität der beiden Fangruppen mehr gibt, nach: Michael Jahn, Zwei Meister an der Spree, in: Frankfurter Rundschau, 1.10.2012.
33.
Die Partien zwischen Union und BFC Dynamo gehören zu den gefährlichsten Spielen, bei denen es häufig zu besonderen Vorkommnissen kommt. Es ist beispielsweise ein Spiel im Rahmen der Regionalliga-Nord am 13.5.2006 im Sportforum Hohenschönhausen zu nennen, bei dem gewalttätige Ausschreitungen mit zahlreichen verletzten Polizeibeamten, Straftätern und Unbeteiligten sowie eine hohe Anzahl von Festnahmen verzeichnet werden mussten, vgl. "Die dritte Halbzeit" – Umgang mit Problemfans im Berliner Fußball. Kleine Anfrage des Abgeordneten Benedikt Lux vom 21.7.2008 und Antwort, in: Abgeordnetenhaus Berlin, 16. Wahlperiode, Drucksache 16/12384.
34.
Wiese, Braun, Es gibt nur zwei Meister (Anm. 10).
35.
Vgl. beispielsweise die Meinung von Union-Präsident Dirk Zingler: "Hertha und Union sind zwei verschiedene Philosophien, zwei konträre Fußball-Produkte", zitiert nach: Jahn, Zwei Meister (Anm. 32).
36.
Berliner Fußballkarte: So teilen sich Hertha und Union die Hauptstadt, »interaktiv.morgenpost.de/fussballkarte-berlin/#9/52.5000/13.4000«, letzter Zugriff am 7.1.2015.
Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/de/
Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/de/ Autor: Dariusz Wojtaszyn für bpb.de

 

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