Beleuchteter Reichstag

Neu im DA

In dieser Rubrik auf "Deutschland Archiv Online" erscheinen aktuelle Beiträge zum politischen Zeitgeschehen und zu Debatten über die Geschichts- und Erinnerungskultur in Deutschland.

Wilder Streik von spanischen Gastarbeitern bei den "Hella-Werken" in Lippstadt im Juli 1973.

Oliver Trede

Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik – zwischen Misstrauen und Integration

Migration und Integration, Ausgrenzung und Rassismus beschäftigen moderne Gesellschaften zeitlebens. Auch die Auseinandersetzung von Gewerkschaften mit Arbeitsmigration spielt seit Beginn der Arbeiterbewegungen eine Rolle. Oliver Trede beleuchtet die Positionen der bundesdeutschen Gewerkschaften zur Anwerbepolitik und Integration von "Gastarbeitern". Weiter...

Schloss und Universität Mannheim

Heike List

"Demokratie und Diktatur im geteilten Deutschland" – Tagungsbericht zum Hermann Weber Forschungskolloquium in Mannheim

Am 23. August 2016 wäre Hermann Weber 88 Jahre alt geworden. Im März würdigte eine Tagung den allseits anerkannten Kommunismus- und DDR-Forscher an seinem ehemaligen Wirkungsort. Weiter...

Der norwegische Dichter und Nobelpreisträger Knut Hamsun 1939

Benedikt Jager

Zwischen Nora und Nagel. Norwegische Literatur in der DDR

"Und ewig singen die Wälder". Der Roman von Trygve Gulbranssen über das harte und dramatische Leben norwegischer Bergbauern war ein Bestseller der 1930er Jahre und befand sich in Millionenauflage in Tornistern deutscher Wehrmachtssoldaten. Während die Verfilmungen in Westdeutschland weiter das völkisch angehauchte Bild des Nordens reproduzierten, verschwand Gulbranssen vollständig vom ostdeutschen Buchmarkt und den Kinoleinwänden. In seinem Beitrag zur norwegischen Literatur in der DDR beschreibt Benedikt Jager verlegerische Brüche, Kontinuitäten und Kämpfe. Weiter...

Am deutsch-deutschen Grenzübergang Herleshausen Hessen/Thüringen im August 1973

Thomas Lindenberger

Das Land der begrenzten Möglichkeiten. Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft

Der SED-Staat strebte danach, seinen umfassenden Herrschaftsanspruch durch vielfach gesicherte Grenzen zu festigen. Das schränkte die Handlungsräume, in denen DDR-Bürger die Chance hatten, ihr Leben selbst zu bestimmen, enorm ein – dennoch konnte in den Grenzen dieser Diktatur für einige Jahrzehnte ein stillschweigender Minimalkonsens zwischen Regime und Bevölkerung praktiziert werden. Weiter...

Wolfgang Gedeon (r) sitzt am 29. Juni 2016 im Landtag in Stuttgart während einer Regierungserklärung auf seinem neuen Platz in der letzten Reihe (© picture-alliance / dpa)

Wolfgang Benz

Die "Alternative für Deutschland" und der Antisemitismus

Verbreitet Wolfgang Gedeon antisemitische Stereotypen und ist Antisemitismus in der AfD, sowohl in westlichen als auch in östlichen Landesverbänden, kein Hindernis für eine Politikerkarriere? Diesen Fragen widmet sich der Experte der Antisemitismusforschung Wolfgang Benz in seinem Beitrag. Weiter...

Das Berliner Marx-Engels-Denkmal, von Unbekannten besprüht mit dem Spruch "Wir sind unschuldig", aufgenommen im Oktober 1990

David Johst

Demokratischer Denkmalsturz? Über den Umgang mit politischen Denkmälern der DDR nach 1989

Sie zeugen noch heute vom Legitimationsanspruch der untergegangenen DDR – die in den östlichen Bundesländern zwischen 1949 und 1989 errichteten Denkmäler. David Johst zeigt die wechselnden Umgangsformen mit dem künstlerischen Erbe der DDR im Straßenbild. Weiter...

Anfang der 1950er Jahre wurde in Eisenhüttenstadt die erste "sozialistische Stadt" der DDR (seit 1953 "Stalinstadt") errichtet.

Lena Kuhl

Regionale Macht-Räume im Zentralismus? Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR

Funktionäre und Fachplaner waren in der DDR politischen Planvorgaben verpflichtet, die für die drängenden Probleme in ihren Städten und Gemeinden oftmals keine adäquaten Lösungen boten. Lena Kuhl verfolgt in ihrem Beitrag die Frage, inwieweit solche Konstellationen zur Entwicklung von "Macht-Räumen" in den Handlungsbereichen der Regionalpolitik beitrugen. Weiter...

Unter Aufsicht von US-Militärpolizisten wird vor der Innenstadt von Kaiserslautern ein Schild angebracht, das Angehörigen der US-Streitkräfte das Betreten verbietet, 1957

Christian Könne

"Flugplatz, Mord und Prostitution". Wie die DDR-Medien die Amerikaner in der Pfalz inszenierten

Durch die Stationierung von Besatzungsstreitkräften in der westpfälzischen Provinz änderten sich dort schlagartig die Lebensverhältnisse. Die DDR-Medien nutzten ihre Berichterstattung, um Feindbilder zu bedienen und die angebliche Dekadenz des Westens aufzuzeigen. Weiter...

Abbildung 1: Der kiezPARK Fortuna in Berlin-Marzahn ist eine attraktive Nachnutzung eines ehemaligen Schulstandorts

Nico Grunze

Ostdeutsche Großwohnsiedlungen und soziale Herausforderungen der Zukunft

Großwohnsiedlungen waren in der DDR oft begehrter, moderner Wohnraum. Heute sind einige zu Symbolen einer verfehlten nachhaltigen Wohnungsbaupolitik und des demografischen Umbaus der Bevölkerung in den östlichen Bundesländern geworden. Nico Grunze analysiert anhand der beiden Siedlungen in Berlin-Marzahn und Suhl-Nord die Herausforderungen, welche sich im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung für die Politik ergeben. Weiter...

Der frühere stellvertretende Vorsitzende des Bremer Sondergerichts Dr. Emil Warneken, 1933

Christine Schoenmakers

Die Rückkehr der "Ehemaligen": Personelle und ideologische Kontinuitäten in der Bremer Justiz nach 1945

Die Entnazifizierung als Versuch der Alliierten, die deutsche Nachkriegsgesellschaft zur strafrechtlichen und moralischen Auseinandersetzung mit ihrer jüngsten Vergangenheit zu zwingen, ist zum größten Teil gescheitert. Am Beispiel Bremen zeigt dieser Beitrag die mangelhafte Aufarbeitung der NS-Vergangenheit unter den vielfach wiedereingestellten Juristen. Weiter...

Der Eingang der "Wilhelm-Pieck-Schule" in Berlin-Pankow, April 1955

Emmanuel Droit

Wie Schulräume politisiert wurden. Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur in den frühen 1950er Jahren

Mithilfe des trialektischen Raumkonzepts von Henri Lefebvre lassen sich die Schulräume der DDR auf drei verschiedenen Ebenen analysieren. Es verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der politisch-ideologischen Durchdringung des schulischen Raumes während der Nachkriegszeit in der DDR. Weiter...

Kurt Hager, Walter Ulbricht, Leonid Breshnew und Erich Honecker im Jahr 1967

Andreas Kötzing

Grünes Licht aus Moskau. Die SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums

Auf das 11. Plenum des SED-Zentralkomitees im Dezember 1965 folgte die größte Zensurwelle der DDR-Kulturgeschichte. Doch handelten die Hardliner der SED dabei auf eigene Faust? Ein neuer Quellenfund zeigt, dass der SED-Chefideologe Kurt Hager wenige Tage vor dem 11. Plenum überraschend nach Moskau reiste. Von dort gab es "grünes Licht" für den von langer Hand geplanten "Kahlschlag". Weiter...

Einstufungsveranstaltung der Leipziger Punk-Gruppe "Wutanfall", 1983

Florian Lipp

"Keinerlei Textverständlichkeit" – "Keyboard oft nicht rhythmisch"

Die DDR-Kulturpolitik bewegte sich in einem Spannungsfeld zwischen Liberalisierungstendenzen und dem allgegenwärtigen Kontrollzwang eines umfassenden Partei- und Staatsapparates. Florian Lipp zeigt am Beispiel von Punk- und New-Wave-Bands, wie widersprüchlich dieses Spannungsfeld durch die Einstufungskommissionen für Amateurkünstler gehandhabt wurde. Weiter...

Margot Honecker als Ministerin für Volksbildung im August 1972 in Berlin

Helmut Müller-Enbergs

Margot Honecker – Die Frau an seiner Seite

Am 6. Mai 2016 starb die langjährige Bildungsministerin der DDR Margot Honecker. Auch nach der Herbstrevolution in der DDR hielt die Gattin des Generalsekretärs der SED Erich Honecker im chilenischen Exil an ihrer ideologischen Linie fest. Helmut Müller-Enbergs begibt sich auf eine Spurensuche dieser Frau und eines ebenso bekannten Gleichaltrigen aus Halle an der Saale. Weiter...

Beratung von Vertretern der Bürgerbewegung "Demokratie jetzt" im Januar 1990

Gerhard Weigt

Ein ungewöhnlicher Sommer in der DDR. Die stille Revolution im Vorfeld der friedlichen Revolution des Herbstes 1989

Gerhard Weigt schildert das Wachsen und Reifen von Opposition und Widerstand im System DDR der Jahre 1986 bis 1990. Grundlage der Auszüge ist sein Buch "Demokratie jetzt – Der schwierige Weg zur deutschen Einheit". Weiter...

Strafgefangene in einer Zelle in der Strafvollzugseinrichtung Brandenburg, 1989

Steffen Alisch

Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR

Strafvollzug war eine tragende Säule der SED-Diktatur. Gegner der SED und andere Abweichler vom Idealbild des "sozialistischen Menschen" wurden inhaftiert und isoliert, die Menschenrechte und -würde der Inhaftierten fundamental verletzt. Unter den Folgen der Haft leiden viele Gefangene bis heute. Steffen Alisch über Struktur, Bedingungen und Nachwirkungen des DDR-Strafvollzugssystems. Weiter...

Besucher in einer Ausstellung zum Thema 25 Jahre Fall der Berliner Mauer 2014 in Berlin

Klaus Schönhoven

Gibt es eine gesamtdeutsche Vergangenheit?

Unter dem Titel "Demokratie und Diktatur im geteilten Deutschland" fand im März 2016 in Mannheim ein Forschungskolloquium statt. Das Deutschland Archiv veröffentlicht den Vortrag von Prof. Klaus Schönhoven, der zurück blickt auf das vierzigjährige Gegeneinander sowie komplizierte Neben- und Miteinander von Bundesrepublik und DDR. Weiter...

Die Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel

Lukkas Busche

Kommunistenverfolgung in der alten Bundesrepublik

Dass es in der DDR aus politischen Gründen Inhaftierte gab, ist gemeinhin bekannt, aber auch in der Bundesrepublik wurden Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt, bestraft und inhaftiert. Lukkas Busche über die Situation der politisch Inhaftierten im Strafgefängnis Wolfenbüttel der 1950er und 1960er Jahre. Weiter...

Blick auf den zerstörten Unglücksreaktor 4 des Kernkraftwerkes Tschernobyl im Jahr 2011.

Sebastian Stude

Tschernobyl und die Stasi

Am 26. April 2016 jährt sich die nukleare Havarie im Kernkraftwerk Tschernobyl zum 30. Mal. Bis heute halten die Langzeitfolgen an. Mit welchen Herausforderungen sich die DDR und das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) durch die Katastrophe konfrontiert sahen, schildert Sebastian Stude in diesem Beitrag. Weiter...

Polizeifoto vom flüchtigen Odfried Hepp im Zuge der Fahndung nach Mitgliedern der "Wehrsportgruppe Hoffmann" um 1983.

Samuel Salzborn

Die Stasi und der westdeutsche Rechtsterrorismus. Drei Fallstudien (Teil II).

Im ersten Teil skizzierte Samuel Salzborn den Umgang des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) mit dem westdeutschen Rechtsextremismus anhand der Fälle Manfred Roeder und Winfried Priem. Dass eine aktive Beteiligung des MfS an westdeutschem Rechtsextremismus stattfand, belegt er im zweiten Teil seiner Studie: Der Fall Odfried Hepp. Weiter...

Die Berliner Mauer am Potsdamer Platz 1978, beschmiert mit nationalsozialistischen Symbolen

Samuel Salzborn

Die Stasi und der westdeutsche Rechtsterrorismus. Drei Fallstudien.

Anhand symptomatischer Fälle zeigt Samuel Salzborn das instrumentelle Verhältnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zum westdeutschen Rechtsextremismus auf. Inwiefern hatte die DDR einen aktiven Anteil am neonazistischen Terrorismus in der Bundesrepublik? Erster Teil: Die Fälle Manfred Roeder und Winfried Priem. Weiter...

Reisende auf dem Bahnhof Bebra Mitte der 1970er Jahre, Grenzübergangsstelle nach Thüringen

Thomas Weißbach

"Für den allgemeinen Reiseverkehr freigegeben" – Ost-West Transitverkehr und West-Warenrausch in Erfurt 1975

Nach dem Bau der Mauer weckte die Existenz besonderer Transitzüge das Interesse vieler DDR-Bürger. Die Züge passierten auf ihrer Reise durch mehrere europäische Länder auch die deutsch-deutsche Grenze und führten Waren mit sich, die sonst nur in den Intershop-Läden erhältlich waren, hier aber für Mark der DDR erworben werden konnten. Weiter...

Der Zentrale Runde Tisch am 3. Januar 1990 im Konferenzgebäude des Ministerrates der DDR in Niederschönhausen, Berlin-Pankow

Francesca Weil

"Weniger als Feigenblätter…" oder Institutionen zivilgesellschaftlichen Engagements? Die Runden Tische 1989/90 in der DDR

Zwischen November 1989 und Januar 1990 etablierten sich in der DDR Hunderte von Runden Tischen auf allen staatlichen Ebenen. Welche Rolle sie spielten und inwiefern sie Wegbereiter von Systemwandel und -wechsel waren, analysiert Francesca Weil in diesem Beitrag. Weiter...

Sitzung des Staatsrates der DDR am 16. April 1970 unter Vorsitz von Walter Ulbricht

Christian Rau

"Eigenverantwortung" im demokratischen Zentralismus? Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973)

Kommunalpolitik in der DDR auf eine Propagandaformel zu reduzieren, wird dem Thema nicht gerecht. Hinter der Renaissance des Begriffes stand im staatsrechtlichen Diskurs ein Ansatz, der auf ein Mehr an lokalen Gestaltungsmöglichkeiten abzielte, ohne freilich an den Grundfesten des demokratischen Zentralismus zu rütteln. Weiter...

Beratung für das passende Fernsehgerät in einem Berliner Fachgeschäft 1966

Klaudia Wick

Am Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West zwischen Etablierung und Neuorientierung

Vor einem halben Jahrhundert befand sie sich das kulturelle Leben auf beiden Seiten der Mauer an einem Scheideweg. Klaudia Wick blickt in diesem Beitrag zurück - auf das Fernsehjahr 1966 in Ost und West. Weiter...

Fassade eines leerstehenden Hauses in Ost-Berlin

Udo Grashoff

Schwarzwohnen als subversive und zugleich systemstabilisierende Praxis

Welchen Effekt hatten Wohnungsbesetzungen in der SED-Fürsorgediktatur? Hat Schwarzwohnen den Staatsapparat destabilisiert, hat es eher geholfen, das System am Laufen zu halten, oder hat es beide Effekte miteinander verschränkt? Weiter...

Straßenszene in Erfurt, Thüringen

Interview

"Wir sollten uns freuen, dass es im Osten Deutschlands neben Berlin wieder attraktive Leuchttürme gibt."

Interview mit den Autoren Theresa Damm und Manuel Slupina vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung über die Ergebnisse ihrer neuen Studie "Im Osten auf Wanderschaft. Wie Umzüge die demografische Landkarte zwischen Rügen und Erzgebirge verändern". Weiter...

Weizenbearbeitender Betrieb Cerestar in Barby (Sachsen-Anhalt) - Gemeinschaftwerk "Aufschwung Ost", 1994.

Udo Ludwig

Das Dilemma der nachholenden Modernisierung der ostdeutschen Wirtschaft

Im 25. Jahr der Deutschen Einheit blickt Udo Ludwig zurück auf die Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft: Zwar entwickelte sich in Ostdeutschland ein erfolgreicher Unternehmenssektor, doch seit einem Jahrzehnt reicht seine wirtschaftliche Dynamik nicht mehr aus, um den Abstand gegenüber den westlichen Bundesländern zu verkürzen. Weiter...

Helmut Schmidt bei einer Veranstaltung in Berlin im Oktober 2008

Meik Woyke

Zum Gedenken an Helmut Schmidt (1918–2015)

Im November 2015 verstarb im hohen Alter Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt. Auch nach dem Rückzug aus der aktiven Politik war er ein gefragter Mann, der das Weltgeschehen bis zuletzt kritisch analysierte – sei es als Autor zahlreicher Bücher, eloquenter Gesprächspartner oder als brillanter Redner. Am 23. Dezember 2015 wäre Schmidt 97 Jahre alt geworden. Weiter...

Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei seiner vielbeachteten Rede im Bonner Bundestag am 8. Mai 1985 während der Feierstunde zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Katrin Hammerstein, Birgit Hofmann

"Wir […] müssen die Vergangenheit annehmen" Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985

Die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 hat bis heute große Bedeutung für die gesamtdeutsche Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren. Ihre Wirkung war auch Thema der Trauerreden und Nachrufe, als Weizsäcker im Januar 2015 verstarb. Eine Würdigung von Katrin Hammerstein und Birgit Hofmann. Weiter...

Max Fechner, Walter Ulbricht und der Leiter der Sendereihe "Mit dem Herzen dabei" Hans-Georg Ponesky im April 1966

Susanne Fischer

Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik?

Als Justizminister Max Fechner 1953 seines Amtes enthoben wurde, warf man ihm unter anderem homosexuelle Handlungen unter Ausnutzung seines Dienstverhältnisses vor. Stein des Anstoßes war jedoch, dass Fechner zum Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 geäußert hatte, Streik sei im Sozialismus kein Straftatbestand. Weiter...

Auftritt von Manfred Krug (Mitte) mit den "Jazz-Optimisten" in der Reihe "Lyrik-Jazz-Prosa" im Oktober 1965 in der Berliner Kongresshalle

Michael Lühmann

"Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg"

Wie die SED im Jahr 1965 beschloss, die Realität abzuschaffen und darüber ihren Nachwuchs verlor - Michael Lühmann über die Folgen des 11. Plenums des Zentralkomitees der SED vom 15. bis 18. Dezember 1965 für die Kulturpolitik der DDR. Weiter...

Franz Josef Strauß im Mai 1966

Enrico Brissa

Die "Agenten-Diskussion" um Franz Josef Strauß: Wissenschaftlicher Diskurs oder Meinungsaustausch?

Zugleich Duplik auf: Christopher Nehring, Alter Wein in neuen Schläuchen. Wie Franz Josef Strauß zum Agent (gemacht) wurde. Weiter...

Franz Josef Strauss mit einer privaten Propellermaschine im Jahr 1969

Christopher Nehring

Alter Wein in neuen Schläuchen. Wie Franz Josef Strauß zum Agent (gemacht) wurde

War Franz Josef Strauß ein Agent? Muss die Geschichte umgeschrieben werden? Der vorliegende Beitrag kommt zu einem gänzlich anderen Ergebnis: Auswertungen von Geheimdienstarchiven legen den Schluss nahe, dass es sich um eine Desinformationskampagne ("aktive Maßnahme") des sowjetischen Geheimdienstes KGB handelte. Weiter...

Ein Bauer, ein Traktorist und die Vertreter der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) in der Magdeburger Börde 1952

Christian Booß

Von der Massenorganisation zur Landwirtschaftlichen Pressure Group - Die Wandlung der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) zum Bauernverband 1990

Um ländliche Strukturen und Mentalitäten zu verstehen, lohnt ein Blick zurück: Christian Booß skizziert die Entwicklungen in Ostdeutschland von der "Stunde null" der VdgB nach dem Zweiten Weltkrieg über die 1950er und 1980er Jahre bis zur Deutschen Einheit. Weiter...

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendweihe in Berlin nach der feierlichen Überreichung der Urkunde und des Buches "Weltall, Erde, Mensch", 1958

Kornelius Ens

Die Jugendweihe als zentrales Konfliktfeld des Erziehungsanspruchs zwischen Staat und evangelischer Kirche

Die SED begriff die Jugend als Träger und Garant für die Zukunft, aber auch für die Gemeindestruktur der Kirchen war sie von großer Bedeutung. Dieser Beitrag geht der Frage nach, welche Rolle der Jugendweihe in den 1950er Jahren in diesem Spannungsfeld zukam. Weiter...

Entwurf des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin: Perspektivische Ansicht vom Schloss (von Norden) aus betrachtet

Stefanie Endlich

Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig

Zwei Denkmalsvorhaben wurden auf den Weg gebracht, die an die "Friedliche Revolution" erinnern sollen. Der Beitrag informiert über die unterschiedlichen Zielsetzungen, zeichnet die Entstehungsgeschichte der beiden Vorhaben nach, beschreibt die von den Jurys ausgewählten Entwürfe und macht den Versuch, den Stand der Dinge im Oktober 2015 einzuschätzen. Weiter...

James A. Baker with Walter Momper and Hans-Dietrich Genscher, visiting the Berlin Wall at Potsdamer Platz on Dezember 12, 1989

James D. Bindenagel

The Role of the United States in German Unification

James D. Bindenagel diente 1989/1990 an der US-amerikanischen Botschaft in Ost-Berlin als stellvertretender Botschafter. Der Leiter des Center for International Security and Governance an der Universität Bonn erinnert sich an diese bewegten Monate und beschreibt aus seiner Sicht die Haltung der US-Administration in der Zeit bis zur Deutschen Einheit. Weiter...

Wolfgang Schäuble, Bundesminister des Innern und Günther Krause, Staatssekretär im Amt des DDR-Ministerpräsidenten begrüßen sich Anfang August 1990 bei einer Verhandlungsrunde über den Einigungsvertrag

Horst Viehmann

Dienstreise nach Pankow 1979 bis 1983 – Ein Reisebericht. Teil II: "Nachtrag 1989/1990 – Die Wiedervereinigung"

Im ersten Teil veröffentlichte das Deutschland Archiv die Erinnerungen von Horst Viehmann an seine Zeit bei der "Ständigen Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR" in Ost-Berlin. In diesem zweiten Teil berichtet er von seiner Arbeit als Leiter des Referats "Innerdeutsche Beziehungen" im Bundesjustizministerium während des Prozesses der Deutschen Einheit. Weiter...

Die weißen Spitzen zweier Infozelte für den "Tag der Deutschen Einheit" ragen am 01.10.2015 in Frankfurt am Main (Hessen) auf dem Frankfurter Römer empor. Auch hier wird am Samstag das Einheitsfest gefeiert.

Interview

"Grenzen überwinden": Das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt am Main

Seit 1991 finden die zentralen Feste zum Tag der Deutschen Einheit immer in der Hauptstadt des Bundeslandes statt, das in diesem Jahr den Vorsitz im Bundesrat innehat. Damit soll die zentrale Rolle des Föderalismus in der deutschen Demokratie unterstrichen werden. Nach 1999 hat das Land Hessen zu diesem 25. Jahrestag der Deutschen Einheit zum zweiten Mal die Gelegenheit, die Feierlichkeiten auszurichten. Zu diesen und ihrer Bedeutung für Hessen befragte das Deutschland Archiv den Sprecher der hessischen Landesregierung, Herrn Staatssekretär Michael Bußer. Weiter...

Die Delegation der Volkskammer der DDR am Flughafen Schönefeld vor ihrem Abflug nach Bonn am 19. September 1952

Andreas Meier

Gesprächsstrategie im Kalten Krieg: Empfang einer Volkskammerdelegation im Deutschen Bundestag 1952

Dieser Beitrag thematisiert eine "vorwegnehmende Utopie", mit der der damalige Präsident des Deutschen Bundestages Hermann Ehlers (CDU) 1952 im Kalten Krieg gesellschaftliche Gesprächsforen in beiden deutschen Staaten politisch nutzen wollte mit dem Ziel, die deutsche Einheit in freiheitlicher Ordnung herbeizuführen. Weiter...

Das damalige Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen am Bonner Rheinufer, Juni 1955

Julia Reuschenbach

Nur ein Provisorium? – Bonner Hauptstadtarchitektur seit 1949

In der Rückschau auf die Architektur der "Bonner Republik" erweist sich gerade das Vorläufige, das immer wieder Kompromisshafte, letztlich als Stärke Bonns. Ob auch die Idee einer demokratischen Bauweise verfolgt wurde, untersucht Julia Reuschenbach in diesem Beitrag. Weiter...

Ein DDR-Handelsschiff im Hafen von Aden, Südjemen, Ende der 1970er Jahre

Hans Jürgen Wendler

Aden 1986: Die vergessene Evakuierung. Ein Beitrag zur Krisendiplomatie beider deutscher Staaten und zur Geschichte der DDR-Handelsmarine

In der Schlussphase des Kalten Krieges treibt ein Bürgerkrieg im sozialistischen Südjemen Tausende von Ausländern an den Strand von Aden. In einer blockübergreifenden Aktion werden sie von Schiffen aus Ost und West gerettet. 30. Jahre später erinnert dieser Beitrag an das Geschehen. Weiter...

Ein Stück der Berliner Mauer vor der Deutschen Botschaft in Washington DC

Stefanie Eisenhuth, Hanno Hochmuth und Konrad H. Jarausch

Alles andere als ausgeforscht. Aktuelle Erweiterungen der DDR-Forschung

Welchen Sinn und Zweck hat die DDR-Forschung heute? Diese Frage diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem Seminar auf der 39. Konferenz der amerikanischen German Studies Association (GSA) im Oktober 2015 in Washington. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Verortung der DDR im 20. Jahrhundert, auf transnationalen Perspektiven sowie auf der Frage der "instabilen Stabilität" des SED-Regimes in den 1970er und 1980er Jahren. Weiter...

Franz Bertele, Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR 1989-1990, entfernt das Schild an seinem Dienstgebäude

Horst Viehmann

Dienstreise nach Pankow 1979 bis 1983 – Ein Reisebericht. Teil I: "Humanitäre Angelegenheiten"

Horst Viehmann war zwischen 1979 und 1983 vom Bundesjustizministerium an die "Ständige Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR" in der Ost-Berliner Hannoverschen Straße als Referatsleiter in der Rechtsabteilung abgeordnet. Über diese schwierige und spannende Zeit hat er für seine Familie seine Erinnerungen aufgezeichnet. Das Deutschland Archiv veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors Ausschnitte daraus. Weiter...

Die Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz hat eine wechselvolle Geschichte

Carina Baganz

Kennwort "Leuchtboje" – Das geplante Isolierungslager der Staatssicherheit auf der Burg Hohnstein

Für den Fall einer bewaffneten Konfrontation oder innerer Unruhen gab es in der DDR detaillierte Pläne zur Überwachung und Inhaftierung echter und vermeintlicher Regimegegner. Einer der möglichen Haftorte hätte auf der vom nationalsozialistischen Regime als frühes Konzentrationslager genutzten Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz entstehen sollen. Weiter...

Blick auf die Freiganghöfe für Einzelhäftlinge des einstigen Stasi-Gefängnisses Bautzen II. Im Gebäude befindet sich seit 1994 die Gedenkstätte Bautzen

Udo Grashoff

Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten

Warum haben sich in Gefängnissen der DDR weniger Gefangene das Leben genommen als in der Bundesrepublik? Wie der Ost-West Unterschied erklärt werden kann und welche strukturellen Faktoren eine Rolle spielten, analysiert Udo Grashoff in diesem Beitrag. Weiter...

Franz Josef Strauß im Oktober 1966

Enrico Brissa

Dokumentation: Zu einer möglichen Spionagetätigkeit von Franz Josef Strauß für das Office of Strategic Services (OSS)

Vor hundert Jahren wurde Franz Josef Strauß geboren. Neu entdeckte Akten des vormaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und des Bundesnachrichtendienstes enthalten bislang unbekannte Hinweise auf eine mögliche nachrichtendienstliche Verbindung von Strauß zu den USA. Zur Überprüfung dieser Hinweise auf eine Spionagetätigkeit stellt Enrico Brissa die von ihm entdeckten wichtigsten Dokumente vor und unterzieht sie einer historisch-kritischen Überprüfung. Weiter...

Flaggen der Bundesländer am Tag der Deutschen Einheit in Schwerin 1992. Seit 1987 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Schwerin und Wuppertal

Costanza Calabretta

Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit

Die offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit findet jährlich in der Hauptstadt des Landes statt, welches den Vorsitz im Bundesrat innehat. Welche Bedeutung der 3. Oktober seit 1990 für die innerdeutschen Städtepartnerschaften hat, untersucht Constanza Calabretta in ihrem Beitrag. Weiter...

Matrose auf einem Minenleg- und Räumschiff der Volksmarine 1971 bei der Reinigung des "Bordgeschütz"

Stefan Kahlau

Die NVA im DEFA-Spielfilm von den 1950er bis zu den 1970er Jahren

Anhand der beiden DEFA-Spielfilme "Im Sonderauftrag" von 1959 und "Ein Katzensprung" von 1977 analysiert Stefan Kahlau, inwiefern sich die Darstellung der NVA im DEFA-Film im Verlauf der staatlichen Entwicklung der DDR und ihrer bewaffneten Organe gewandelt hat. Weiter...

Gratulation in adidas-Schuhen. NOK-Vize Rudi Hellmann gratuliert Erich Mielke zum 35. Jahrestag des Ministeriums für Staatssicherheit. Ihn begleiten drei Sportler des SC Dynamo, 1985

Peter Boeger

Kampf gegen "Professionalisierung und Kommerzialisierung" im Sport. Wie die DDR dennoch zu einem adidas-Land wurde (Teil II)

Im ersten Teil seines Beitrags schilderte Peter Boeger die Positionen der DDR-Führung gegenüber dem westdeutschen Sportartikelhersteller. In diesem abschließenden Teil geht er darauf ein, wie es adidas doch noch gelang, seine Präsenz in der DDR auszubauen. Weiter...

Demonstranten beklebten im November 1989 die Wände des Hauses der Volkskammer in Berlin mit auf Tapeten geschriebenen Losungen wie "Demokratie jetzt und hier"

Norbert Lammert

Der Beitrag der Volkskammer zur Geschichte des deutschen Parlamentarismus

Bundestagspräsident Norbert Lammert sprach am 18. März 2015 im Deutschen Historischen Museum anlässlich des Symposiums "Das letzte Jahr der DDR. Von der Volkskammerwahl zur Wiedervereinigung". In seiner Rede zum 25. Jahrestag der ersten freien Volkskammerwahlen in der DDR würdigte er die Bedeutung dieses Parlaments und die Arbeit seiner Parlamentarier. Weiter...

Manfred Ewald zeichnet auf dem NOK-Schwimmfest 1983 Sven Lodziewski und Birte Weigang mit dem Wanderpokal des Nationalen Olympischen Komitees der DDR aus

Peter Boeger

Kampf gegen "Professionalisierung und Kommerzialisierung" im Sport. Wie die DDR dennoch zu einem adidas-Land wurde

Für die DDR-Führung verkörperte der westdeutsche Sportartikel-Konzern adidas die negativen Seiten einer Professionalisierung und Kommerzialisierung des Sports. In seinem zweiteiligen Beitrag zeigt Peter Boeger, wie durch eine Mischung aus Einflussnahme und Mangelwirtschaft adidas dennoch in der DDR Eingang fand. Weiter...

Wachturm, Stacheldraht und hohe Mauern am ehemaligen Zentralgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin Hohenschönhausen

Elisabeth Martin

Die Stasi-Vernehmer und Wärter von Berlin-Hohenschönhausen

In ihrem Beitrag untersucht Elisabeth Martin Herkunft, Arbeitsweise und Mentalität der Wärter und Vernehmer im zentralen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen. Dabei stellt sie sich die Frage, inwiefern das Handeln aus Überzeugung geschah und wie das SED-Regime die Loyalität des Stasi-Personals sicherstellte. Weiter...

Horst Schüler, Sprecher der Lagergemeinschaft, bei der Gedenkminute im Hof der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg

Ivanka Graffius

"Tore zur Freiheit. Vor 60 Jahren: Rückkehr aus sowjetischer Haft 1955. Vor 25 Jahren: Die Wiedervereinigung Deutschlands 1990"

Auf der Jahrestagung der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion diskutierten ehemalige politische Häftlinge, ihre Familienangehörigen sowie am Thema Interessierte unter anderem über den Freiheitsbegriff, das Grenzdurchgangslager Friedland sowie Entschädigungsleistungen. Weiter...

Detlev Rohwedder, Präsident der Treuhandanstalt, im Kreise von Vorstandsmitgliedern bei einer Pressekonferenz am 27. November 1990

Marcus Böick

"Not as Grimm as it looks"? Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt und den deutschen Wirtschaftsumbau nach 1990

Nach 25 Jahren ist es Zeit für eine Neu-Kontextualisierung, sagt Marcus Böick und betrachtet den durch die Treuhandanstalt verantworteten Wirtschaftsumbau im soeben vereinten Deutschland aus Sicht US-amerikanischer und britischer Medien. Weiter...

Alexander Schalck-Golodkowski im Jahr 1988

Matthias Judt

Ein kommunistischer Kapitalist. Zum Tode von Alexander Schalck-Golodkowski

Er war eine der schillerndsten Figuren der DDR: Alexander Schalck-Golodkowski, Staatssekretär im Ministerium für Außenhandel und Chef eines scheinbar undurchsichtigen Firmenimperiums, dann "Republikflüchtling" und Angeklagter in Gerichtsverfahren. Am 21. Juni verstarb Schalck-Golodkowski. Matthias Judt veröffentlichte 2013 eine Studie zum von Schalck-Golodkowski geleiteten "Bereich Kommerzielle Koordinierung" und versucht in seinem Nachruf, die Dinge einzuordnen. Weiter...

Bürgerinnen und Bürger vor der Genossenschaftskasse in Gera am Tag der Währungsunion am 1. Juli 1990

Marvin Brendel

Die Transformation der ostdeutschen Genossenschaftsbanken nach 1989

In der DDR mussten sich die Kreditgenossenschaften weitgehend der sozialistischen Wirtschafts- und Finanzpolitik unterordnen. Mit der Wende 1989/90 standen sie quasi über Nacht vor einem Transformationsprozess zurück zu Universalbanken mit genossenschaftlicher Selbstverwaltung. Weiter...

Luftbildaufnahme eines Stadtteils von Saalfeld

Helmut Müller-Enbergs

Die Stasi nutzte neben den "inoffiziellen Mitarbeitern" auch "Auskunftspersonen" – Der Fall Saalfeld

Als Auskunftspersonen des Ministeriums für Staatssicherheit sind Bürger anzusehen, die auf Nachfrage bereit waren, Informationen über Personen aus ihrem Umfeld zu geben. Am Beispiel Saalfeld untersucht Helmut Müller-Enbergs, wie viele und welche Akteure in den Akten verzeichnet sind und ob sich die Erkenntnisse auf das Gebiet der DDR übertragen lassen. Weiter...

Baracken in Berndshof im Februar 2013

Falk Bersch, Hans Hermann Dirksen

"Nie wieder nach Berndshof!" Allgemeiner Strafvollzug und Militärstrafvollzug in Berndshof/Ueckermünde 1952-1972

Seit 1952 befand sich in Berndshof am Oderhaff eine Strafvollzugseinrichtung für verschiedene Häftlingsgruppen in der DDR. Unter ihnen waren auch Wehrdienstverweigerer. In den Jahren 1954 bis 1959 war ein Viertel aller in Berndshof eingelieferten Strafgefangenen wegen politischer Delikte verurteilt. Der Beitrag schildert die wechselvolle Geschichte dieses Haftortes. Weiter...

Der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski im Jahr 2002

Wolfgang Templin

Wladyslaw Bartoszewski - Ein Leben für die Verständigung

Der Historiker und ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski war als Häftling in Auschwitz und engagierte sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nach dem Krieg setzte er sich für die Versöhnung zwischen Polen und Deutschen ein. Am 24. April 2015 verstarb Wladyslaw Bartoszewski im Alter von 93 Jahren. Wolfgang Templin würdigt im Deutschland Archiv Online diesen europäischen Politiker. Weiter...

Michael Arnold, Leipzig 26.2.1990

Horst Lange und Uwe Matthes
Deutschland Archiv, 29.5.2015

25 Jahre danach - Erinnerungen, Fragen, Thesen.

Im Frühjahr 1990 führten Horst Lange und Uwe Matthes zusammen mit dem Institut für Film, Bild und Ton Interviews mit Persönlichkeiten der DDR. Noch im gleichen Jahr veröffentlichten sie ihre Erkenntnisse im Deutschland Archiv. Ein Vierteljahrhundert später halten sie noch einmal Rückschau, denn auch heute noch sind die Interviews - mittlerweile öffentlich zugänglich - nicht weniger spannend oder aussagekräftig. Weiter...

Silvesterfeier am Brandenburger Tor, 1. Januar 1990

Horst Lange und Uwe Matthes
Deutschland Archiv, J 23 (1990) H 11

Ein Jahr danach - Auf der Suche nach Fragen und Antworten zur Wende in der DDR

Während die kurz- und mittelfristigen Folgen des Herbst 1989 einige Monate später erkenn- und erlebbar waren, fragten Horst Lange und Uwe Matthes im Frühjahr 1990 nach den Ursachen und Akteuren und führten - noch vor den Wahlen am 18. März - Gespräche mit Vertretern aus Politik, Kirche, Kultur und Literatur zu den Ereignissen des Umbruchs in der DDR (PDF). Weiter...

Die Kathedrale von Coventry, Ruine und Neubau

Marianne Howarth

Coventry – Dresden, Manchester – Chemnitz, Aberdeen – Rostock. Städtepartnerschaften im Schatten des Kalten Krieges

Während aller Etappen der Geschichte der Beziehungen zwischen Großbritannien und der DDR gab es auf britischer Seite den Wunsch, mit Städten in der DDR in freundschaftliche Partnerschaften einzutreten. Ein Sonderfall ist die Partnerschaft zwischen Coventry und Dresden. Weiter...

Zerstörter Straßenzug in Kiew in der Ukraine im Jahr 1941

Jörg Baberowski

Verwüstetes Land: Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg

In seinem Essay beschreibt der Berliner Professor für Geschichte Osteuropas anschaulich die Situation im Osten des europäischen Kriegsschauplatzes nach dem alliierten Sieg über das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten und erinnert an ein in Deutschland vernachlässigtes Kapitel der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte Europas - das verspätete Kriegsende in Osteuropa. Weiter...

Spaziergang einer kinderreichen Familie aus Berlin-Lichtenberg im März 1978

Christoph Lorke

"Soziale Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit": Kinderreiche Familien in der DDR

In der DDR hatten sich nach Auffassung der Staats- und Parteiführung mit der Überwindung "kapitalistischer" Gesellschaftsverhältnisse Fragen um Armut und soziale Ungleichheit per se erübrigt. Am Beispiel der kinderreichen Familien geht dieser Beitrag der Frage nach, wie sich die Abweichungen zwischen politischem Anspruch und der sozialen Wirklichkeit historisch fassen lassen können. Weiter...

Die Zeitschrift "Grenzfall", eine politische Untergrundzeitschrift (Samisdat) der DDR-Opposition

Dirk Moldt

Die frohe Botschaft des Widerstands

Dirk Moldt engagierte sich seit Mitte der 1980er Jahre in der offenen Jugendarbeit, der Kirche von Unten und der Umweltbibliothek Berlin sowie in verschiedenen Theater- und Bandprojekten. Seine SED-kritischen Ansichten publizierte er im Samisdat (im Eigenverlag, außerhalb der staatlichen Zensur). Als Akteur der Friedlichen Revolution setzt er sich in diesem Essay mit der Erinnerung an diese Zeit und ihre Protagonisten auseinander. Weiter...

Das Krankenhaus in Berlin-Buch im Februar 1990

Heidrun Budde

Medizin im Dienste der Staatssicherheit

Der Missbrauch der Medizin für die Zwecke des Ministeriums für Staatssicherheit gehört zum dunkelsten Kapitel der DDR-Vergangenheit und es gibt Gründe dafür, dass Erich Mielke diesen Themenbereich zur Chefsache erklärte. Heidrun Budde gibt in diesem Beitrag Einblick in dieses brisante und bislang noch wenig erforschte Thema. Weiter...

Die an der neuen DDR-Regierung beteiligten Parteien unterzeichnen in der Volkskammer in Berlin die Koalitionsvereinbarung. V.l.n.r.: Rainer Eppelmann, Markus Meckel, Lothar de Maiziere, Hans-Wilhelm Ebeling und Prof. Dr. Rainer Ortleb.

Interview

"Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung"

Rainer Eppelmann und Markus Meckel - beide DDR-Oppositionelle - gehörten der ersten und einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR an. Rainer Eppelmann diente zudem als Minister für Abrüstung und Verteidigung und Markus Meckel als Außenminister im Kabinett von Ministerpräsident Lothar de Maizière. Im vereinigten Deutschland gehörten sie beide mehreren Deutschen Bundestagen an. Im ersten Teil des Interviews sprachen die beiden Politiker über ihre Sozialisation und ihren Weg in die Opposition, im zweiten Teil fragt das Deutschland Archiv nach ihren Erfahrungen im letzten Jahr der DDR und im vereinten Deutschland. Weiter...

Markus Meckel und Rainer Eppelmann in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 19. Februar 2015

Interview

"Wer kann das, alltäglich ein Held sein?"

Am 18. März 1990 fand die erste und einzige freie Wahl der Volkskammer der DDR statt. Rainer Eppelmann und Markus Meckel - beide DDR-Oppositionelle - gehörten ihr bis zu ihrer Auflösung am 2. Oktober 1990 an. Das Deutschland Archiv hatte die Gelegenheit, mit beiden zu sprechen: über ihre Karrieren, ihre Rollen als Neu-Politiker aus der untergegangenen DDR sowie ihre Wirkung und Positionen im vereinten Deutschland. Weiter...

Staatsbesuch 1965 in Ägypten: Walter Ulbricht besichtigt die antiken Kultur-Denkmäler im Tal der Könige.

Josephine Evens

Die Imagepflege der Kultur- und Informationszentren der DDR im Ausland bis zur internationalen Anerkennung 1972/73

Die Bundesrepublik Deutschland war mit ihrer Gründung 1949 völkerrechtlich weltweit anerkannt, die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hingegen nur im "sozialistischen Lager" Osteuropas und Asiens. Um unterhalb der diplomatischen Ebene für die völkerrechtliche Anerkennung werben zu können, rief die DDR umfassende Initiativen zur außenpolitischen Imagepflege ins Leben. Eine dieser Initiativen war die Einrichtung der "Kultur- und Informationszentren" (KIZ) der DDR im Ausland. Weiter...

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, Ansicht 1960

Ulf Gutfleisch

Deutsch-deutsche Bespitzelung: Spione der DDR vor bundesdeutschen Gerichten

Bedingt durch ihre besondere Lage als Frontstaat des Kalten Krieges, entwickelte sich die Bundesrepublik Deutschland in den 1950er und 1960er Jahren zu einer maßgeblichen Operationsbasis für Nachrichtendienste aus Ost und West. Auch die DDR unterhielt auf dem Gebiet der Bundesrepublik ein ausgedehntes Netzwerk von Spionen. Die Bundesrepublik wehrte sich gegen die Spionage aus Ost-Berlin nicht nur mit Mitteln der Spionageabwehr, sondern auch mit einer strengen Strafjustiz. Weiter...

Junge Pioniere mit ihren typischen Halstüchern vor dem Gebäude einer Grundschule

Pamela Heß

Mehr Gemeinschaftsgefühl und ein stärkerer sozialer Zusammenhalt? Erinnerungen an die DDR als Potenzial für Generationenkonflikte

Sind positive Erinnerungen an das Gemeinschaftsgefühl in der DDR ein generationenspezifisches Phänomen? Interviews mit Familien zeigen, dass insbesondere die "Wendekinder" heute einen deutlich anderen Blick auf die DDR-Vergangenheit haben als die Generation ihrer Eltern. Weiter...

Ausschnitt aus dem Foto zur Veranstaltung "25 Jahre geteilte Geschichte" im Oktober 2014 im Historischen Museum Hannover

Irmhild Schrader, Anna Joskowski

Mauerfall mit Migrationshintergrund

Einwanderung war ein gesellschaftliches Phänomen in der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Wenn von den gesellschaftlichen Umbrüchen 1989 die Rede ist, finden die Sichtweisen von Einwanderinnen und Einwanderern jedoch nur selten Eingang in die Gedenkfeierlichkeiten und Geschichtsbücher, obwohl sich mit dem Fall der Mauer auch ihre Lebensbedingungen drastisch veränderten. Weiter...

Blick auf Häuser in dem kleinen Ort Loitz in Mecklenburg-Vorpommern, der wie viele ländliche Regionen von der Abwanderung betroffen ist.

Tom Thieme

Sind wir ein Volk? Zur demografischen Entwicklung in Deutschland seit der Wiedervereinigung

Haben wir es mit Blick auf die Entwicklung der Bevölkerung in den letzten 25 Jahren mit grundlegenden oder eher nur partiellen Veränderungen zu tun? Sind die Bevölkerungsstrukturen in Ost und West wie vor 1989/90 noch immer stark verschieden oder dominieren mittlerweile andere Gegensätze wie beispielsweise Nord-Süd oder Stadt-Land die demografischen Unterschiede in Deutschland? Diesen Fragen geht Tom Thieme in seinem Beitrag nach. Weiter...

Die Hand einer nicht im Bild befindlichen Person, die einen Stimmzettel in eine Wahlurne wirft. Im Hintergrund überwachen zwei Wahlhelfer die Stimmabgabe. Das Foto entstand in einem Duisburger Wahllokal während der nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen 2004.

Lars Holtkamp, Thomas Bathge

Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland

Mit der Deutschen Einheit trafen zwei unterschiedliche Parteiensysteme aufeinander. Dieser Beitrag analysiert die Entwicklung der Parteien sowie das Wählerverhalten in Ost und West in den folgenden Jahren unter der Prämisse, dass eher von einer "Regionalisierung" des Parteiensystems auszugehen ist. Die Untersuchung der Demokratieformen auf kommunaler Ebene zeigt große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Weiter...

Euromünzen auf ostdeutschen und westdeutschen Bundesländern auf einer Landkarte

Kristina van Deuverden

Solidarpakt und kein Ende?

Im Jahr 2019 werden die ostdeutschen Länder letztmalig Zahlungen zum Ausgleich teilungsbedingter Sonderlasten erhalten. Aber auch dann wird deren Finanzkraft noch immer schwach sein. Da ab 2020 für die Länder die Schuldenbremse gilt, sollte die Gelegenheit für eine grundlegende Reform der föderalen Finanzbeziehungen genutzt werden. Dabei sollten Ansprüche allerdings nicht länger regional sondern sachlich begründet sein; 25 Jahre nach der Deutschen Einheit ist es an der Zeit für eine gesamtdeutsche Lösung. Weiter...

"Udo rockt für den Weltfrieden": Die Mediathek zeigt anhand ausgewählter Dokumente, wie das Konzert von Udo Lindenberg im Jahr 1983 die Stasi über Wochen beschäftigte

Interview

"Kleines Schaufenster in das Stasi-Archiv"

25 Jahre nach der Stürmung der Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990 und der Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit präsentierte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, eine neue Online-Mediathek mit zahlreichen Original-Dokumenten aus dem Archiv. Das Deutschland Archiv befragte das Team der Mediathek beim BStU zu Inhalten, Ziel und Nutzen der Plattform. Weiter...

Berlin, 31.5.1988.

Erich Röper

Die Mauer in westdeutschen Köpfen

Der Mauerbau sollte auch die Kommunikation der Menschen von West nach Ost und umgekehrt einschränken. Es gab aber auch schon zuvor eine staatliche Abgrenzung Westdeutschlands zur SBZ / DDR. Auch auf der zwischenmenschlichen Ebene kehrten die Westdeutschen dem Osten mehr und mehr den Rücken zu; diese emotionale Abgrenzung von der früheren DDR und den heutigen östlichen Bundesländern war und ist auch eine Mauer in den Köpfen, schreibt Erich Röper in seinem Beitrag, den er auf der Deutschlandforschertagung 2014 zur Diskussion stellte. Weiter...

Der Historiker Hermann Weber im Jahr 2003 mit seinem Buch "Damals als ich Wunderlich hieß" in seinem Arbeitszimmer in Mannheim

Klaus Schönhoven

Zeitzeuge und Zeithistoriker. Würdigung von Prof. Dr. Hermann Weber (1928-2014)

Am 29. Dezember 2014 verstarb Prof. Dr. Hermann Weber im Alter von 86 Jahren. Kaum ein Historiker hat in der deutschen Nachkriegsgeschichte eine so umfassende Zustimmung erfahren. Der Hochschulprofessor war Mitglied im Stiftungsrat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und allseits anerkannter Kommunismus- und DDR-Forscher. Hermann Weber hat jahrzehntelang im Deutschland Archiv publiziert, Grund genug, ihn auch hier zu würdigen. Das DA veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Klaus Schönhoven die Gedenkrede, die er am 28. Januar 2015 auf der Trauerfeier in Mannheim gehalten hat. Weiter...

Fußballfans beim Freundschaftsspiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin am  27. Januar 1990

Dariusz Wojtaszyn

Fußball verbindet? Hertha BSC (West-Berlin) und der 1. FC Union (Ost-Berlin) vor und nach 1990

In der geteilten Stadt erregten besonders zwei Mannschaften große Aufmerksamkeit: Hertha BSC (Bundesliga) und 1. FC Union (DDR-Oberliga). Dieser Beitrag betrachtet die Funktionsweise der Fußballklubs sowie der informellen Gruppen von Hertha- und Unionfans und ihren Verbindungen und Freundschaften "hinter der Mauer" vor und nach 1990. Weiter...

Besuchergruppe betrachtet das Denkmal in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald

Julia Reuschenbach

"Tempel des Antifaschismus"? - Die Nationalen Mahn- und Gedenkstätten der DDR

Die Nationalen Mahn- und Gedenkstätten der DDR stellten ein wichtiges Instrument des staatlichen Antifaschismus dar. Nach der Wiedervereinigung standen zwei Herausforderungen im Vordergrund: die differenzierte Darstellung aller Opfergruppen in den Ausstellungen sowie die Thematisierung der sowjetischen Speziallager einschließlich der Frage, wie eine künftige Gedenkstättenkonzeption an Orten mit "doppelter Vergangenheit" aussehen konnte. Weiter...

Besucherinnen und Besucher laufen durch die Reichstagskuppel in Berlin

Tom Mannewitz

25 Jahre nach der Wiedervereinigung: Welche Demokratie wollen die Deutschen?

Hat die DDR-Vergangenheit die demokratischen Präferenzen der Menschen nachhaltig geformt? Gibt es so etwas wie ein einheitliches ost- oder westdeutsches Demokratieverständnis? Anhand eines Vergleichs der Bundesländer untersucht dieser Beitrag den Stand der "inneren Einheit" und geht der Frage nach, was die Menschen in Ost und West unter einer "guten" politischen Ordnung verstehen und was dies zukünftig für die Sozialwissenschaft bedeutet. Weiter...

Wartburg-Modell: Johannes Uhlmann, Karl-Heinz Schaarschmidt, Günter Kranke, TU Dresden 1988

Sylvia Wölfel

Die Gestaltung des Wandels: Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess

Die Ausbildung von Industriedesignern, der Aufbau von Designabteilungen in den Betrieben und die Integration der Formgestaltung in die Produktentwicklung bestimmten in der "sozialistischen Moderne" die staatliche Designförderung. Wie gestalteten sich die Entwurfsprozesse vor und nach 1990 und was geschah mit dieser Berufsgruppe, als sich die Rahmenbedingungen änderten? Weiter...

Die norwegische Landesflagge vor dem Brandenburger Tor. Anlass des Besuchs der Norwegischen Garde in Deutschland war die erste Erdgaslieferung von Norwegen nach Sachsen

Hans Otto Frøland

Von Misstrauen (bis) zur zuverlässigen Interessengemeinschaft. Eine Kontextualisierung der norwegischen Freundschaftspflege mit dem vereinten Deutschland

Deutschland ist Norwegens wichtigster Partner in Europa. Das war nicht immer so. Lange Zeit hielt sich eine latente Angst vor dem "deutschen Problem". Daher hing die norwegische Zustimmung zur deutschen Einheit von einer NATO-Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands ab. Weiter...

Der Straßenradsportler Uwe Raab wurde 1982 DDR-Meister im 50-km-Einzelzeitfahren

Berno Bahro

Wende und Vereinigung im deutschen Radsport 1989/90 - Ist die sportliche Einheit gescheitert?

Im zweiten Teil seiner Analyse beschreibt Berno Bahro den Reformprozess in der Verbandsstruktur des Radsports sowie die Finanzierungsmöglichkeiten in den 1990er Jahren und hinterfragt, ob die Vereinigung der beiden Sportsysteme und somit die "sportliche Einheit" als gelungen bezeichnet werden kann. Weiter...

Rennen Berlin-Leipzig 1988, ein Klassiker im Straßenradsport der DDR

Berno Bahro

Wende und Vereinigung im deutschen Radsport 1989/90 - Der Sport als Sonderfall der deutschen Einheit

Der Radrennsport zählte in der DDR zu den besonders geförderten Sportarten und die DDR-Radsportler feierten internationale Erfolge. Berno Bahro beleuchtet in seinem zweiteiligen Beitrag die Entwicklungen innerhalb des Deutschen Radsport-Verbandes der DDR im Herbst 1989 und analysiert, wie sich der Transformationsprozess auf den Radsport auswirkte. Weiter...

Christoph Kleßmann

Christoph Kleßmann

Was bleibt von der Mauer? Gemeinsame Nachkriegsgeschichte in Deutschland, in Europa?

In seinem Einführungsvortrag blickt Christoph Kleßmann zurück auf das Leben und den Alltag mit der Mauer und erläutert das Konzept einer integrierten deutschen Nachkriegsgeschichte, die immer auch aus der europäischen Perspektive betrachtet werden sollte. Weiter...

Arbeiterinnen im Stahl- und Walzwerk Brandenburg im Januar 1960.

Monica Fioravanzo

Das Frauenleitbild in der politischen Frauenpresse der DDR und der Kommunistischen Partei Italiens im Vergleich (1961-1989)

Im zweiten Teil ihrer Untersuchung über die in Frauenzeitschriften propagierten kommunistischen Frauenbilder widmet sich Monica Fioravanzo der DDR und dem Italien zwischen 1960 und 1989. Sie zeichnet nach, wie sich die italienische linke Frauenbewegung und ihre Zeitschrift von ihren Mentoren in der Kommunistischen Partei emanzipieren konnten, während die Publikation des Demokratischen Frauenbunds in der DDR trotz Herausforderungen dem von der SED verordneten Frauenbild treu blieb. Weiter...

Mauerspecht an der Berliner Mauer im November 1989

Tagungsdokumentation

Deutschlandforschertagung 2014

Auf der Deutschlandforschertagung vom 30. Oktober bis zum 1. November 2014 in Weimar gingen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Frage nach "Was bleibt von der Mauer?" Ein wichtiger Ausgangspunkt für die weiteren Betrachtungen war die Aufforderung, die Geschichte der beiden deutschen Staaten nicht getrennt voneinander zu betrachten, sondern die gegenseitigen Wechselbeziehungen zu berücksichtigen und auch den europäischen Kontext mit einzubeziehen. Weiter...

"Kaasmeisje Antje" bietet Touristen vor dem Brandenburger Tor frischen Gouda zur Grünen Woche an

Hanco Jürgens

Deutschland im Spiegel des niederländischen Gesellschaftswandels. 1989 bis heute

Das Deutschlandbild der Niederländer hat sich seit der Wiedervereinigung mehrfach gewandelt, was nicht zuletzt mit einer veränderten Selbstwahrnehmung der Niederländer innerhalb einer größer gewordenen EU zusammenhängt. Seit Beginn der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise wird Deutschland zunehmend als politisches Vorbild betrachtet. Weiter...

Mitarbeiterin mit unsortiertem Aktenmaterial im Zentralarchiv der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BSTU).

Markus Goldbeck

Freiheit oder Sicherheit?

Anhand der Debatte um die Öffnung der Stasi-Akten zeichnet Markus Goldbeck das Spannungsverhältnis zwischen Sicherheits- und Informationspolitik nach. Anknüpfend an Kontroversen in der alten Bundesrepublik verweist die Debatte um die Stasi-Unterlagen auf den schwelenden Konflikt zwischen dem bürgerorientierten Datenschutz und den Sicherheitsinteressen des Staates. Weiter...

Jugendliche am Dorfanger, 1990 in Spergau, Sachsen Anhalt.

Hendrik Berth, Peter Förster, Elmar Brähler, Markus Zenger, Anja Zimmermann & Yve Stöbel-Richter

Der lange Weg zur inneren Einheit. Ergebnisse der Sächsischen Längsschnittstudie

Bereits seit 1987 dokumentiert die Sächsische Längsschnittstudie das Erleben der deutschen Wiedervereinigung bei einer identischen Gruppe Ostdeutscher. Die letzte Erhebungswelle fand 2013/2014 statt. Heute sehen sich 76 Prozent als Gewinner der Wiedervereinigung. Auch die Einschätzung, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes zwischen Ost- und Westdeutschen gibt, findet von Jahr zu Jahr mehr Zustimmung. Weiter...

Leipziger Schlachtenbummler feiern am 10. Mai 1964 im Erfurter Georgi-Dimitroff-Stadion den 2:0-Sieg der BSG Chemie Leipzig über den SC Turbine Erfurt

Michael Lühmann

1964 - Das letzte Jahr der sozialistischen Moderne

Nach dem Mauerbau setzte ein kulturelles Tauwetter in der DDR ein, das Intellektuellen und Kulturschaffenden neue Freiräume eröffnete. Das Jahr 1964 hätte die Demokratisierung der DDR einleiten können. Doch mit dem Kahlschlag-Plenum dem ZK der SED im Dezember 1965 zerschlug sich diese Hoffnung. Michael Lühmann über das "letzte Jahr der sozialistischen Moderne." Weiter...

Großer Sendesaal im Funkhaus Berlin

Ernst Dohlus

In der Grauzone – Wie der Staatsrundfunk der DDR aufgelöst wurde: Was geschah mit dem Geld und den Grundstücken?

Im dritten Teil seiner Artikelserie über die Auflösung des DDR-Staatsrundfunks beschreibt Ernst Dohlus, was mit dem Vermögen und den Grundstücken geschah. Der erhoffte Geldsegen aus den Grundstückverkäufen blieb aus, stattdessen zahlten die Länder im Fall des Berliner Rundfunkstandortes an der Nalepastraße für Unterhalt und Rechtsstreitigkeiten sogar drauf. Weiter...

Wolfgang Ullmann, Abgeordneter der Volkskammer und Mitglied des Kuratoriums, im Gespräch mit Demonstranten am Rande des Staatsaktes zur Vereinigung am 3. Oktober 1990

Christopher Banditt

Das "Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder" in der Verfassungsdiskussion der Wiedervereinigung

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes bei. Alternativ wäre auch die Verabschiedung einer neuen Verfassung durch das gesamte deutsche Volk nach Artikel 146 möglich gewesen. Inhaltliche Impulse hierfür legte das "Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder" vor. Christopher Banditt über den ambitionierten Verfassungsentwurf und dessen Scheitern. Weiter...

Fassungslos sahen die Bürger in beiden Teilen Berlins dabei zu, wie ihre Stadt durch Stacheldrähte und Betonmauern geteilt wurde (hier: Bürger auf der Westberliner Seite).

Heidrun Budde

DDR-Rückkehrer - Aufnahme nach politischer Zweckmäßigkeit

Offiziell hatten Menschen, die aus der DDR ausgereist waren, das Recht, in ihre Heimat zurückzukehren. Inoffiziell behielten es sich die SED-Funktionäre vor, unliebsamen Rückkehrern die Staatsbürgerschaft abzuerkennen und gegen ihren Willen in den Westen abzuschieben. Weiter...

Gäste stehen am 24.10.2012 am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin. Knapp 70 Jahre nach Kriegsende wurde am Mittwoch in Berlin das Denkmal für die 500.000 von den Nazis ermordeten Sinti und Roma eingeweiht. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Wolfgang Benz

Antisemitismus und Antiziganismus: Vorurteile gegen Minderheiten

Der ehemalige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin, Wolfgang Benz, weist in seinem Beitrag auf gemeinsame Ausdrucksformen der Feindschaft der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber Juden und gegenüber Sinti und Roma hin. Dabei zeigt er, wie sehr Unwissenheit durch sogenanntes Expertenwissen, Medienberichte und politischen Populismus zu einer Ablehnung gegenüber einer Minderheit führen kann. Weiter...

Victor Grossmann signierte sein 1988 im Musikverlag "Lied der Zeit" erschienenes Buch "If I had a song", Lieder und Sänger der USA

Thomas Weißbach

Das Kulturhaus "Internationale Solidarität"

Ein kaum bekanntes Kapitel der DDR-Geschichte ist die Aufnahme von desertierten Angehörigen westlicher Streitkräfte. Um die Neuankömmlinge zu begleiten und besser integrieren zu können, wurde 1953 das Kulturhaus "Internationale Solidarität" in Bautzen gegründet. Doch der Erfolg war gering: nur wenige Übersiedler blieben dauerhaft in der DDR. Einige gelangten aber zu einer gewissen Berühmtheit. Weiter...

Franz Vranitzky und Hans Modrow sitzen auf einem Sofa

Andrea Brait

"Österreich hat weder gegen die deutsche Wiedervereinigung agitiert, noch haben wir sie besonders begrüßt"

Als die deutsche Einheit im Sommer 1990 längst abzusehen war, unterhielt die österreichische Bundesregierung noch immer eine rege Besuchsdiplomatie mit der DDR. Noch kurz vor "Torschluß" wurden weitere Kulturkontakte vereinbart. Dabei gab es auch innerhalb der Bundesregierung Konflikte: Während Außenminister Alois Mock eine Wiedervereinigung befürwortete, hielt sich Kanzler Franz Vranitzky lange Zeit zurück. Weiter...

Der Autor Bernd Lindner, der Zeichner PM Hoffmann sowie die Lektorin Johanna Links im Gespräch über die Graphic Novel "Herbst der Entscheidung"

Interview

"Fast so, als wurde es damals aufgeschrieben, um Bild zu werden." Ein Gespräch zur Entstehung der Graphic Novel "Herbst der Entscheidung"

Der Autor Bernd Lindner, der Zeichner PM Hoffmann sowie die Lektorin Johanna Links berichten im Gespräch mit dem Deutschland Archiv über die Entstehung der Graphic Novel "Herbst der Entscheidung" und sprechen über die Möglichkeiten, Geschichte anschaulich zu vermitteln. Weiter...

Fernsehballett tanzt vor einem Bild des Berliner Fernsehturms

Ernst Dohlus

In der Grauzone – Wie der Staatsrundfunk der DDR aufgelöst wurde: Phasen und Organisation

Propaganda und häufig pure Langeweile – davon waren Fernsehen und Hörfunk in der DDR geprägt. Mit dem Ende der DDR wurde der Staatsrundfunk aufgelöst, neue Landesrundfunkanstalten traten an seine Stelle. Doch was geschah mit den 13.000 Angestellten, den Funkhäusern und Studios, den Archiven? Diesen Fragen geht Ernst Dohlus in einer dreiteiligen Artikelserie nach. Teil 1: Phasen und Organisation der Auflösung. Weiter...

Olympia-Studio

Ernst Dohlus

In der Grauzone – Wie der Staatsrundfunk der DDR aufgelöst wurde: Menschen, Material und Programmvermögen

Als nach dem Ende der DDR auch der Staatsrundfunk aufgelöst wurde, geschah das in mehreren Phasen. Im zweiten Teil seiner Artikelserie beschäftigt sich Ernst Dohlus damit, was aus den 13.000 Beschäftigten wurde und was mit Technik, Sachanlagevermögen und Programmvermögen geschah. Weiter...

Europafahne vor der Berliner Siegessäule. Die europäische Integration war Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung und band Deutschland fest in das europäische Staatensystem ein

Gert-Joachim Glaeßner

Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit

Eine mögliche deutsche Wiedervereinigung wurde von den westlichen Bündnispartnern mit Skepsis betrachtet, wie ein Blick in die Kommentarspalten des Jahres 1989 zeigt. Ein Vierteljahrhundert später wird nur noch selten vor einem "German Alleingang" gewarnt. Dennoch ist die Frage, welche Rolle das vereinigte Deutschland in Europa und der Welt spielen kann, nicht abschließend beantwortet. Weiter...

Bundeskanzler Helmut Kohl empfängt am 12. Juni 1989 den sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow in Bonn. Bei diesem Besuch macht Gorbatschow das Zugeständnis, dass jedes Land das Recht habe, "das eigene politische und soziale System frei zu wählen"

Gert-Joachim Glaeßner

Don't trust the Germans? Anmerkungen zum Deutschland-Bild in der britischen Presse

Angesichts des sowjetischen Perestroika und der Annährung zwischen Helmut Kohl und Michael Gorbatschow im Sommer 1989 rückte eine Wiedervereinigung Deutschlands wieder auf die politische Tagesordnung. Insbesondere britische Kommentatoren warnten vor einem "German Alleingang" und überlegten, wie ein vereinigtes Deutschland im westlichen Bündnis verankert werden könne (PDF). Weiter...

Mehr als 300.000 Menschen beteiligten sich an der Leipziger Montagsdemonstration am 23. Oktober 1989.

Christian Booß

Die gestaute Republik

Das Gelingen der Friedlichen Revolution ist nicht allein dem mutigen Engagement der oppositionellen Gruppen in der DDR zu verdanken. Ermöglicht wurde es vor allem auch durch das Zögern und Zurückweichen der SED, wie Christian Booß in seinem Essay darlegt. Weiter...

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit seinem israelischen Amtskollegen David Levy am Rande der 45. VN-Generalversammlung am 24. September 1990

Jenny Hestermann

Ein "Tag der tiefen Trauer" - Israelische Reaktionen auf den Umbruch in der DDR und die deutsche Wiedervereinigung

Für viele Regierungsvertreter und Kommentatoren in Israel war der Fall der Berliner Mauer ein Schock. Zunächst standen sie einer möglichen Wiedervereinigung mehrheitlich ablehnend gegenüber. Erst allmählich wich die emotional geführte Debatte einem pragmatischeren Blick auf Deutschland. Weiter...

Griechische Immigranten stehen im Leipziger Ausbildungswerk für Land-, Bau- und Holzbearbeitungsmaschinen vor einer Wandzeitung

Maria Panoussi

Die griechischen politischen Immigranten in der DDR

Als Zeichen der Solidarität nahm die DDR 1949 und 1950 über 1.100 junge Griechen auf, die als Familienangehörige griechischer Sozialisten vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Dank ihrer guten Ausbildung waren sie gesellschaftlich bald integriert. Dennoch gerieten sie nach der Spaltung der griechischen KP in den 1960er Jahren zunehmend ins Visier der Stasi. Weiter...

Sammelbüchse des Kuratoriums Unteilbares Deutschland

Christoph Meyer

Deutschland zusammenhalten. Wilhelm Wolfgang Schütz und sein "Unteilbares Deutschland"

Unter dem Namen "Unteilbares Deutschland" wurde im Juni 1954 ein überparteiliches Kuratorium gegründet, um den Wiedervereinigungswillen der Bundesbürger zu entfachen – mit bescheidenem Erfolg. Doch insbesondere der Chef des Kuratoriums, Wilhelm Wolfgang Schütz, trug mit zahlreichen Debattenbeiträgen zur Neuorientierung in der Deutschlandpolitik bei. Weiter...

Berlin, Normannenstraße - Besetzung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit

Manuel Becker

Die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Ein spezifisches Instrument deutscher Vergangenheitspolitik

Kann die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen als "Kind" der Friedlichen Revolution bezeichnet werden und wie sieht ihre Zukunft aus? Manuel Becker geht diesen Fragen nach und analysiert sie im Vergleich mit den vergangenheitspolitischen Instrumenten anderer postkommunistischer Staaten. Weiter...

Ein verüsteter Raum in der Stasi-Zentrale.

Sabine Kittel

Jenseits von Zahlen. Überlegungen zur Staatssicherheit der DDR an Westuniversitäten

Zum Ausmaß der "Staatssicherheit im Westen" gibt es weit auseinander liegende Interpretationen, die auf einer schwierigen Quellenlage begründet sind. Sabine Kittel untersucht in ihrem Beitrag, welche Aussagen sich über die DDR-Westspionage treffen lassen und durch welche Motive das Handeln einzelner IMs bestimmt war. Weiter...

Ukrainische DPs beim Aufbau des Lagers in Gießen

Nazarii Gutsul und Sebastian Müller

Ukrainische Displaced Persons in Deutschland

Nach 1945 gab es auf dem Gebiet der drei westlichen Besatzungszonen etwa 6,5 bis 7 Millionen sogenannte Displaced Persons - Überlebende der Konzentrationslager, Zwangsarbeiter und zivile osteuropäische Arbeiter. Eine gesonderte Gruppe stellten die Ukrainer dar. In der Hoffnung auf einen unabhängigen Staat hatten sie die Deutschen und ihre Wehrmacht gegen die Rote Armee unterstützt und standen nun auf der Seite der Verlierer. Weiter...

Kirchenmitglieder mit Losungen wie "Christen für Sicherheit durch Abrüstung!", "Christen für gewaltfreie Konfliktlösung!" und "Christen für ein kernwaffenfreies Europa!"  auf der FDJ-Pfingstdemonstration 1982 in der Kreisstadt Pritzwalk. Links vorne der Pfarrer Stephan Flade

Sebastian Stude

Frieden als Demokratieforderung. Evangelische Kirche in den 1980er Jahren in der DDR

Bereits einige Jahre vor der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 übte die evangelische Friedensbewegung in der DDR den friedlichen öffentlichen Protest ein. Dabei war die kirchliche Forderung nach einem äußeren und inneren Frieden immer auch als Forderung nach einer Demokratisierung des Sozialismus in der DDR zu verstehen. Weiter...

Montagsdemonstration in Leipzig am 24. Oktober 1989. Die Demonstranten setzten ihre Hoffnungen auf den sowjetischen Regierungschef Gorbatschow, der die DDR-Führung zu Reformen angehalten hatte.

Bernd Lindner

Wege in die Opposition. Widerständiges Verhalten in der DDR

Im gesamten Zeitraum zwischen 1945 und 1989 gab es in der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR widerständiges Verhalten, dessen Motivation und Intensität sich im Laufe der Jahre aber mehrfach wandelte. Fundamentale Opposition dominierte am Anfang. Später herrschte eine reformorientierte Kritik vor. Sehr viele Oppositionelle hofften bis zum Herbst 1989 auf die Reformierbarkeit des sozialistischen Systems. Weiter...

Flaggen der beiden deutschen Staaten vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York

Clemens Villinger

Fern der Heimat - Deutsche Diplomatinnen und Diplomaten erleben den Herbst 1989

Der Mauerfall kam auch für die Botschafterinnen und Botschafter der beiden deutschen Staaten überraschend. Insbesondere die DDR-Diplomaten waren aufgrund fehlender Informationen und Anweisungen häufig auf sich allein gestellt. Clemens Villinger hat biografische Aufzeichnungen ausgewertet, die Einblick in die globale Wahrnehmung der deutschen Einheit geben. Weiter...

Haus der Europäischen Geschichte

Marie-Christin Lux

Rezension: Geschichtspolitik in Europa seit 1989

Der Sammelband "Geschichtspolitik in Europa seit 1989" vereinigt mehr als 20 nationale und regionale Fallstudien, die Strategien und Formen von Geschichtspolitik in Europa untersuchen. Ergänzt werden die Fallstudien mit Überlegungen zur Museumspolitik auf EU-Ebene. Damit erlaubt der Band einen multiperspektivischen Einblick in das weitläufige Forschungsfeld der Geschichtspolitik. Weiter...

Walter Ulbricht empfängt im Juni 1961 eine Pioniergruppe in seinem Amtssitz in Niederschönhausen. Wer als Kind nicht zu den Pionieren gehörte, war gesellschaftlich isoliert

Heidrun Budde

Politische Fremdbestimmung durch Gruppen – Stabilisator des SED-Staates

Individualität war in der DDR nicht gefragt. In allen Lebensbereichen dominierten Gruppen wie das "Arbeitskollektiv" das Schicksal des Einzelnen. Die politische Fremdbestimmung durch Gruppen war ein stabilisierender Faktor für das SED-Regime - und wird in der Rückschau häufig verklärt. Weiter...

Bewohner der Krim feiern den Anschluss an Russland

Jan Zofka

Russischsprachige in den Nachfolgestaaten der UdSSR

Die Russischsprachigen in der ehemaligen Sowjetunion außerhalb Russlands waren und sind keine klar abgegrenzte oder gar einheitliche Gruppe. So sind auch die Konflikte in den Nachfolgestaaten der UdSSR keine Auseinandersetzungen zwischen Nationalitäten oder "ethnischen Gruppen", sondern zwischen politischen Akteuren, die sich einer solchen Rhetorik bedienen. Weiter...

Abgebildet sind zahlreiche Porträts von Kindern- und Jugendlichen.

Wolfgang Benz

Gewalt gegen Kinder. Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR

Junge Menschen, die sich den Normen des Arbeiter- und Bauernstaates nicht fügen wollten, konnten in der DDR zur "Umerziehung" in ein Kinder- und Jugendheim eingewiesen werden. Dort waren Schikane, Demütigung und Gewalt an der Tagesordnung. Zur Entschädigung der Opfer wurde 2012 ein Fonds eingerichtet, der nun aufgestockt werden soll. Weiter...

Mahnmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges in Quitzöbel, Brandenburg. Nachträglich ergänzt wurde die Innschrift "Die Toten aller Kriege mahnen zum Frieden – Durch Frieden zur Einheit u. Wohlstand"

David Johst

"Als Totenehrung erlaubt" - Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der Sowjetischen Besatzungszone

Im Mai 1946 erging ein Befehl des Alliierten Kontrollrates, in Deutschland sämtliche militärischen und nazistischen Denkmäler zu beseitigen. Daraufhin wurden zahlreiche Kriegerdenkmäler in der Sowjetischen Besatzungszone entfernt oder durch bauliche Veränderungen und neue Inschriften im Sinne eines stillen Gedenkens an die Toten umgedeutet. Weiter...

Mit einem Feuerwerk vor der Bratislavaer Burg feiern die Slowaken am 1. Mai 2004 ihren EU-Beitritt

Karin Rogalska

Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken

Während die beiden deutschen Staaten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zusammenwuchsen, spaltete sich die Tschechoslowakei in einem friedlichen Prozess in zwei unabhängige Länder. Der Blick auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Ostdeutschlands bestätigte die Slowaken in ihrer neu gewonnenen Eigenständigkeit und zeigte ihnen die Notwendigkeit auf, einen eigenen, kreativen Weg zu gehen. Weiter...

Ein dänischer und ein deutscher Fan am Rande der Fußball-Europameisterschaft 1992. Beide haben den Arm umeinander gelegt und lächelnm

Karl Christian Lammers

Geschätzt, aber nicht geliebt. Die Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark

Der Fall der Berliner Mauer kam für die meisten Dänen überraschend. Nach anfänglicher Skepsis haben sie sich aber mit einem wiedervereinigten Deutschland arrangiert. Bedingung war die konsequente Fortführung des europäischen Einigungsprozesses. Heute ist Deutschland nicht nur der wichtigste Handelspartner, sondern auch ein beliebtes Reiseziel. Weiter...

Einen Tag nach der Grenzöffnung am 9. November 1989 steigen Menschen auf die Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor.

Christina Horsten

Die Perzeption der deutschen Wiedervereinigung in Lateinamerika

Nicht nur in Bundesrepublik und DDR kam es Ende der 1980er Jahre zu bahnbrechenden Veränderungen, auch in Lateinamerika wurden Strukturen aufgebrochen und mehr oder weniger demokratische Systeme eingeführt. Dabei ging der Blick stets über den Atlantik, wie eine Analyse der Printberichterstattung in Chile, Nicaragua und Paraguay zeigt. Weiter...

Porträt Helga M. Novak, Januar 1971.

Konstantin Ulmer

Ungebunden, ungehorsam, ungezügelt. Zum Leben und Werk der Dichterin Helga M. Novak

Am 24. Dezember 2013 ist die Dichterin Helga M. Novak gestorben. Den Großteil ihres Lebens verbrachte sie im selbstgewählten Exil. Obwohl Kritiker ihre eigenwillige Prosa und Lyrik feierten, wurde sie von der literarischen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Ein Nachruf. Weiter...

"Bruderkuss" zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew. Kunstwerk an der Berliner East Side Gallery.

Valentina Zamperini

Die DDR in den 1970er und 1980er Jahren: Suche nach einer eigenen Außenpolitik im Schatten Moskaus

Die DDR war militärisch, wirtschaftlich und politisch von der Sowjetunion abhängig. Dennoch musste sich die SED nicht allen Anweisungen aus Moskau widerspruchslos fügen. Insbesondere in der Außenpolitik war sie nach der Machtübernahme Honeckers bemüht, sich mehr Spielraum zu verschaffen und eine Annäherung an die Bundesrepublik zu ermöglichen. Weiter...

Antragsformular auf Ausreise aus der DDR

Hansgeorg Bräutigam

Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages

Wenn Bürgerinnen und Bürger der DDR einen Ausreiseantrag stellten, hatte das oft ihre fristlose Kündigung zur Folge. Kündigungsschutzklagen wurden durchweg abgewiesen. Diese Praxis war auch nach DDR-Recht eindeutig rechtswidrig. Weiter...

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und Bronisław Geremek bei einem Treffen in Bonn am 7. Juli 1989.

Irena Lipowicz

Die Qualität der deutsch-polnischen Beziehungen ist wie ein englischer Rasen – sie bedarf der ständigen Pflege

Dass die Wiedervereinigung Deutschlands in Polen auf breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit stieß, ist nicht zuletzt ein Verdienst der Versöhnungsbemühungen der Solidarność gewesen, sagt die Diplomatin Irena Lipowicz. Die deutsch-polnischen Beziehungen seien so gut wie nie zuvor, dennoch bedürften sie der ständigen Pflege. Ein Kommentar. Weiter...

Deutscher Soldatenfriedhof Futapass in Italien

Jakob Böttcher

Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung

Kriegsgräber werden dauerhaft erhalten. Diese international übliche Praxis ist eng verbunden mit dem Gedenken an die Kriegstoten. Stand nach dem Ersten Weltkrieg noch die Ehrung der Gefallenen im Vordergrund, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland das erlittene Leid aller Kriegsopfer betont. Auch steht die Kriegsgräberfürsorge heute unter dem Anspruch politischer Bildungsarbeit und leistet einen Beitrag zur Völkerverständigung. Weiter...

Ein Schweizer Flagge weht im Wind.

Anne Schreiter

Typisch Ost - typisch West? Der Blick junger Schweizer auf Deutschland

Welches Bild haben junge Schweizer von ihren Nachbarn aus dem "großen Kanton"? Unterscheiden sie zwischen Ost- und Westdeutschen, und lassen sich in der Nachwendegeneration überhaupt noch Unterschiede feststellen? Anne Schreiter hat junge Schweizer zu ihrem Deutschlandbild interviewt. Weiter...

ORIGINAL-BU: Fragen der Weltpresse zum Deutschen Friedensvertrag und zum Westberlinproblem beantwortete der Vorsitzende des Staatsrates der DDR und Erste Sekretär des ZK der SED, Walter Ulbricht, am 15.6.1961 auf einer Internationalen Pressekonferenz in der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. Im grossen Festsaal des Hauses der Ministerien hatten sich etwa dreihundert Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen der DDR, Westdeutschlands, Westberlins, aus sozialistischen und imperialistischen Ländern sowie aus jungen Nationalstaaten versammelt.
UBz: Walter Ulbricht bei seinen Ausführungen.
V.l.n.r.: Hermann Axen, Chefredakteur des "Neuen Deutschland"; Gesandter Kegel; Walter Ulbricht; Kurt Blecha

Tilman Wickert

Sammelrezension: Moskaus Werk und Ulbrichts Beitrag?

Die Ursachen und Folgen des Mauerbaus werden unter Historikern nach wie vor kontrovers diskutiert. Die hier rezensierten Publikationen befassen sich mit den Entwicklungen, die zum Bau der Berliner Mauer geführt haben. Dabei werden insbesondere die Absichten der SED-Führung um Walter Ulbricht, aber auch die Deutschlandpolitik der UdSSR und der Westmächte kontrovers diskutiert. Weiter...

l-r) Der belgische Außenminister Paul van Zeeland, der luxemburgische Außenminister Joseph Bech, der belgische Minister Joseph Meurice, der italienische Außenminister Graf Carlo Sforza, der französische Außenminister Robert Schuman, der deutsche Außenminister und Bundeskanzler Konrad Adenauer und der niederländische Außenminister Dirk Stikker am 18.04.1951 in Paris kurz nach der Unterzeichnung des Schuman-Plans. Der von Schuman ausgearbeitete Plan sieht vor, die Kohle- und Stahlproduktion in Europa einer Hohen Behörde, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), zu unterstellen, die allen europäischen Länder offen steht. Vor allem für die Bundesrepublik, die als eigenständiges Land eintritt, ist dies ein großer Schritt in die Souveränität.

Dieter Schröder

Die Europäische Union - Voraussetzung des vereinigten Deutschlands

Das Grundgesetz legte zwei außenpolitische Staatsziele fest: die Wiedervereinigung Deutschlands und die europäische Integration. Beide Ziele widersprachen sich nicht, argumentiert Dieter Schröder. Vielmehr sei die Europäische Union die Voraussetzung für einen deutschen Gesamtstaat gewesen. Weiter...

Demonstration vor dem bulgarischen Parlament in Sofia

Frank Stier

Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland

Die Bundesrepublik ist ein wichtiger Handelspartner und gilt den Bulgaren als Anker in der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise. In Deutschland schätzt man die makroökonomische Stabilität des Balkanlandes, mahnt aber demokratische Reformen an. Frank Stier über die Beziehungen zweier historisch eng miteinander verflochtenen Länder. Weiter...

Herbert Wehner im Obtober 1972.

Christoph Meyer

Der Mythos vom Verrat. Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr

Egon Bahr wirft in seinem neuen Buch Herbert Wehner "eine Art Hochverrat" in der Deutschlandpolitik vor. Doch Bahr irrt, so Wehners Biograf Christoph Meyer. Weder unterhielt der SPD-Fraktionsvorsitzende Geheimkontakte zu Honecker noch hatte er Brandt hintergangen. Vielmehr war Wehner schon in den 1950er Jahren einer der Vordenker der Ostpolitik. Weiter...

Würzburger Schulmädchen bei gymnastischen Übungen am Rhönrad, 1930.

Michael Krüger

150 Jahre SPD – 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung

Turnen war seit der Revolution von 1848 in Deutschland Teil einer großen bürgerlichen Volksbewegung. Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich auch sozialistische und kommunistische Turn- und Sportvereine heraus, in denen zeitweise über 1 Millionen Menschen organisiert waren. Worin bestand die Faszination des Arbeitersports? Wie unterschieden sich die Vereine von den bürgerlichen Turn- und Sportvereinen? Weiter...

Peter Glotz bei einer Rede auf einem SPD-Parteitag, 1995.

Robert Liniek

Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung

Die SPD feierte 2013 ihren 150. Geburtstag. Ein schwieriges Kapitel ihrer Geschichte war der Streit um die Deutschlandpolitik im Zuge der Ereignisse, die 1989/1990 zur Wiedervereinigung führten. Ein bisher unveröffentlichter Briefwechsel zwischen Peter Glotz und Klaus von Dohnanyi zeigt die Zerrissenheit einer Partei, deren schleppende Meinungsbildung von den Ereignissen überholt wurde. Weiter...

Ein Zug rollt über eine Eisenbahnbrücke.

Ralph Kaschka

Einfluss der Staatssicherheit auf Vorhaben bei der Infrastruktur der DDR-Eisenbahn in den 1980er Jahren

Um sich von teuren Erdölimporten unabhängig zu machen, schob die SED-Führung Anfang der 1980er Jahre die Elektrifizierung der Deutschen Reichsbahn an. Die Staatssicherheit sollte dieses Großprojekt und andere Infrastrukturvorhaben absichern und unterstützen – mit mäßigem Erfolg, wie Ralph Kaschka in seinem Beitrag nachweist. Weiter...

Ernst Fraenkel, 1959.

Heidrun Budde

Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts

Heidrun Budde wendet ein Denkmodell des Politologen Ernst Fraenkel auf die DDR an. Sie arbeitet anhand von Beispielen heraus, dass in der DDR ein Nebeneinander eines "Normenstaates", der die eigenen Gesetze achtet, und eines "Maßnahmestaates", der die gleichen Gesetze übergeht, sobald eine Angelegenheit als "politisch" definiert wird, geherrscht hat. Weiter...

Mehrere Flüchtlinge stehen auf einem Schiff mit der Aufschrift "Hai Hong" und winken.

Julia Kleinschmidt

Die Aufnahme der ersten "boat people" in die Bundesrepublik

Ende 1978 beschloss die Bundesrepublik südvietnamesische Flüchtlinge in großer Zahl aufzunehmen. Vorangegangen war eine intensive mediale Berichterstattung über das Elend der sogenannten "boat people". Damit den 40.000 Vietnamesen lange Asylverfahren erspart blieben, wurde die Kategorie der "humanitären Flüchtlinge" geschaffen. Julia Kleinschmidt über eine Zäsur in der bundesrepublikanischen Menschenrechts- und Flüchtlingspolitik. Weiter...

St. Michaelis Kirche in Lüneburg. Im Landkreis Lüneburg setzte nach der Wiedervereinigung eine Boomphase ein.

Thorsten Erdmann

Am Ende der Welt - Entwicklung des westdeutschen Zonenrandgebietes seit der Wiedervereinigung

Das "Zonenrandgebiet" in der Bundesrepublik war bis 1989 durch hohe Arbeitslosigkeit und Abwanderung geprägt. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" rückte das Gebiet in die Mitte eines zusammenwachsenden europäischen Wirtschaftsraumes. Der Beitrag untersucht, wie sich das ehemalige Zonenrandgebiet seit der Wiedervereinigung entwickelt hat. Weiter...

Demonstration Spanischer Gewerkschaften gegen den Sparkurs der Regierung am 15. September 2012 in Madrid.

Holm-Detlev Köhler

Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin

Das Deutschlandbild der Spanier hat sich seit der Wirtschafts- und Finanzkrise fundamental gewandelt, stellt Holm-Detlev Köhler in seinem Essay fest. Viele Spanier machen den von Angela Merkel verordneten Sparkurs für die anhaltende Krise in ihrem Land verantwortlich. Nur durch tiefgreifende Reformen, in Spanien und innerhalb der EU, sei das "europäische Projekt" noch zu retten, so Köhler. Weiter...

Bundestagspräsident Philipp Jenninger währende seiner Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome am 10. November 1988 im Deutschen Bundestag. Jenninger steht am Rednerpult.

Wolfgang Benz

Unglücklicher Staatsakt - Philipp Jenningers Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Die Rede des Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome löste einen Skandal aus. Mehrere Abgeordnete verließen aus Protest den Plenarsaal. Inhaltlich war an der Rede wenig zu beanstanden, doch das komplizierte Manuskript überforderte den Politiker. Wolfgang Benz über einen "unglücklichen Staatsakt". Weiter...

Melvin J. Lasky, der Herausgeber des "Monat", vor den ersten Ausgaben im Redaktionsbüro, Dezember 1948.

Jürgen Koller

Im Widerstreit zwischen Freiheit des Geistes und Repräsentation

Im Oktober 1948 erschien in West-Berlin erstmals die antikommunistische Zeitschrift Der Monat. Sie verstand sich als Forum einer offenen Aussprache und Auseinandersetzung. Beinahe zeitgleich erschien in Ost-Berlin die erste Ausgabe der repräsentativen, im Ansatz unpolitischen Literaturzeitschrift Sinn und Form, der es gelang, ostdeutsche, russische und osteuropäische Literatur dem Westen näher zu bringen. Jürgen Koller berichtet anlässlich des 65. Jahrestages ihrer Gründung in einer inhaltlich ergänzten Überarbeitung seines Beitrags im Deutschland Archiv vom März 2012 über zwei "ungleiche Brüder". Weiter...

Bruno Apitz, der selbst im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt war, sprach im Jahr 1967 auf einer Gedenkkundgebung in Buchenwald.

Lars Förster

Bruno Apitz und die Staatssicherheit

Mit seinem Werk "Nackt unter Wölfen" erlangte der Schriftsteller Bruno Apitz weltweite Anerkennung. Dennoch fehlt bis heute eine umfassende und wissenschaftlich fundierte politische Biografie über den Autor, der den real existierenden Sozialismus zeitlebens verteidigte. Lars Förster beleuchtet Bruno Apitz’ Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit sowie seine Haltung gegenüber DDR-Dissidenten und regimekritischen Künstlern. Weiter...

Etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zum APuZ-Forum "Geschichte als Instrument" erschienen.

APuZ-Forum "Geschichte als Instrument" | 7.10.2013

Tagungsbericht

Auf dem APuZ-Forum "Geschichte als Instrument" am 7. Oktober 2013 debattierten Experten aus Wissenschaft und Praxis über Stand und Zukunft der "Aufarbeitung" der SED-Diktatur. Auch die Pläne für einen „Campus der Demokratie“ auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale wurden kontrovers diskutiert. Weiter...

Plakat zur Mitgliederwerbung des "Demokratischen Frauenbundes Deutschlands", ca. 1946

Monica Fioravanzo

Die "neue" Frau: Frauenbilder der SED und der Partito Comunista Italiano (PCI) 1944-1950 im Spiegel von Frauenzeitschriften

Monica Fioravanzo vergleicht die über Frauenzeitschriften propagierten Frauenbilder in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und späteren DDR mit denen im Italien der Nachkriegsjahre. Analytische Ausgangspunkte sind die Kommunikationsstrategien der SED einerseits und der Partito Comunista Italiano (PCI) als kommunistische Oppositionspartei in Italien andererseits. Weiter...

Neonazis erheben im September 1990 am ehemaligen KZ Sachsenhausen in Brandenburg die Arme zum Kühnengruß.

Jan Johannes

Mit schwachem Schild und stumpfem Schwert – Staatssicherheit und rechtsextreme Skinheads in Potsdam 1983-1989

Mitte der 1980er Jahre bildeten sich in der DDR verstärkt rechtsextreme Skinheadgruppen heraus. Insbesondere Potsdam entwickelte sich zu einem überregionalen Treffpunkt der Szene. Das Ministerium für Staatssicherheit leugnete das Problem. Statt gegen die rechtsextreme Gewalt vorzugehen, setzte es die Anti-Nazi-Initiativen unter Druck. Weiter...

Produktion einer Sendung für die Leipziger "Messewelle" 1971 mit Teilnahme eines Volkspolizisten

Christian Könne

Regionales Hörfunkprogramm der DDR: Erziehung zum DDR-Staatsbewusstsein

Christian Könne analysiert Inhalte, Konzepte und Techniken der regionalen Hörfunkprogramme der DDR und beschreibt deren Rolle für die regionale Identifikation und die dahinter stehenden medienpolitischen Motive des DDR-Staates. Weiter...

 
Junge Pioniere mit ihren typischen Halstüchern vor dem Gebäude einer GrundschuleTagung

Deutschlandforschertagung 2016: Wendekinder, Kriegskinder.

Die Umbrüche der 1990er Jahre zeitigten für die Generation, die als Kinder den Zerfall der sowjetisch dominierten Gesellschaften erlebten, langfristige Folgen. Zu dieser Generation zählen die deutschen "Wendekinder" ebenso wie die Kinder der politischen Umwälzungen in Mittel- und Osteuropa. Wie geht diese Generation mit ihrer Geschichte, ihrer Gegenwart und ihrer Zukunft in Europa um? Weiter... 

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Schriftenreihe Bd. 1664 "Deutschland Archiv 2015": Cover

Deutschland Archiv 2015

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2015 erschienen sind.

Schriftenreihe Bd. 1544 "Deutschland Archiv 2014": Cover

Deutschland Archiv 2014

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2014 erschienen sind.

Coverbild Deutschland Archiv 2013

Deutschland Archiv 2013

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2013 erschienen sind.

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Bei der Aufarbeitung der DDR - Vergangenheit sind die Archive der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) von grundlegender Bedeutung.Dossier

Geschichte und Erinnerung

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum. Weiter... 

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Deutsche Teilung - Deutsche Einheit

13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer. Die Teilung bekommt eine konkrete Gestalt. Mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften. Weiter... 

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Chronik der Mauer

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