Beleuchteter Reichstag

Neu im DA

In dieser Rubrik auf "Deutschland Archiv Online" erscheinen aktuelle Beiträge zum politischen Zeitgeschehen und zu Debatten über die Geschichts- und Erinnerungskultur in Deutschland.

Angehörige der DDR-Grenztruppen liegen beim Schießtraining mit ihrer Waffe auf dem Boden und zielen.

Michael Schneider

Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr des Bataillonskommandeurs der DDR-Grenztruppen Dietmar Mann

Oberstleutnant Dietmar Mann flieht im August 1986 in die Bundesrepublik. Dort offenbart er sein ganzes Wissen über die DDR-Grenzsicherung. Trotzdem setzt die DDR-Staatssicherheit alles daran, dass der Offizier zurückkommt. Michael Schneider über eine Flucht und eine Rückkehr mit Folgen.

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Blick auf die Großwohnsiedlung Märkisches Viertel in West-Berlin, 1970

Johannes Ludwig

Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“

Die besondere Situation West-Berlins und der politische Wille, die Stadthälfte als Schaufenster des Westens zu fördern, führten auch zu besonderen Förderprogrammen. Johannes Ludwig entwirrt für das Deutschland Archiv das komplexe System der Berlinförderung im Sozialen Wohnungsbau.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüsst in der 19. Wahlperiode im Plenarsaal des Deutschen Bundestages die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franzika Giffey (SPD). Die beiden Frauen haben einen ostdeutschen Hintergrund.

Hendrik Träger

Ostdeutschland bei der Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2017

Dem 16-köpfigen Kabinett, das im März 2018 vereidigt wurde, gehören mit Kanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Franziska Giffey zwei Ostdeutsche an. Das ist im Vergleich zur letzten Legislaturperiode ein Kabinettsmitglied weniger. Die Koalitionsvereinbarung ist mit Blick auf den Osten wenig konkret und delegiert die Arbeit an neue Kommissionen. Lediglich für die Abschaffung des Solidarpaktes gibt es genauere Pläne.

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Demonstration in Köln anlässlich der 9. Weltkonferenz der International Lesbian and Gay Association (ILGA), 1987

Christian Könne

Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland. Gleichberechtigte Mitmenschen?

Bis heute ist Homophobie ein politisch-gesellschaftlich relevantes Thema. Homosexuelle mussten sich in jahrzehntelangen Prozessen eine Entkriminalisierung und zunehmende Akzeptanz erkämpfen. Christian Könne über Kontinuitäten der Verfolgung und Diskriminierung in der Bundesrepublik.

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Am 21. August 1968 marschierten die Truppen des Warschauer Paktes in die ČSSR ein

Michael Lühmann

1968 OST - Was vom „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ übrig blieb

50 Jahre nach 1968 wird nicht nur die Bedeutung der 68er (West) neu diskutiert, auch die Frage nach einer Generation 68 Ost steht wieder im Fokus. Michael Lühmann über die Folgen der Ereignisse und warum es mit Blick auf den zunehmenden Rechtsruck notwendig ist, neue Debatten anzustoßen.

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Der Generalsekretär der SED, Walter Ulbricht, der tschechoslowakische Politiker Alexander Dubček und der sowjetische Parteiideologe Michail Suslow, 1968

Francesco Di Palma

Die SED vor der Herausforderung des „Prager Frühlings“ – eine transnationale Betrachtung

Welche Bedeutung hatte das Jahr 1968 und der „Prager Frühling“ für die SED? Francesco Di Palma analysiert die ökonomische und außenpolitische Situation der DDR in den 1960er Jahren sowie die Beziehung der SED zu den kommunistischen Parteien in Italien und Frankreich.

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Die Unterlagen zur politisch motivierten Kriminalität, veröffentlicht vom Bundesinnenministerium, 2015

Michael Kohlstruck

Rechte Gewalt in Ost und West. Wie lassen sich die höheren Zahlen in den neuen Bundesländern erklären?

Die statistischen Zahlen lassen keine eindeutige Bewertung der Verteilung rechter Gewalt in Deutschland zu. Zudem enthält der Ost-West-Vergleich innerdeutschen Sprengstoff. Michael Kohlstruck über Faktoren und Erklärungsmodelle zu diesem brisanten Thema.

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Die ehemalige Haftanstalt Hoheneck in Sachsen

Frank Beier

Politisch inhaftierte Frauen in der DDR: Binnenperspektiven auf das Frauenzuchthaus Hoheneck

In der Burg Hoheneck waren zu DDR-Zeiten zeitweise über 1000 Frauen untergebracht, darunter auch zahlreiche als politische Staatsfeinde verurteilte Frauen, die ihr Recht auf Ausreise wahrnehmen wollten. Die Inhaftierung war für sie ein tiefer biografischer Einschnitt.

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Stefan Wolle am 17. Mai 2018 vor dem Eingang des DDR-Museums in Berlin-Mitte

Interview

„Es wäre traurig, wenn man mit 17 Jahren nicht die Illusion hätte, die Welt verbessern zu können.“

Der Historiker Stefan Wolle verfolgte in Ost-Berlin das Entstehen einer außerparlamentarischen Opposition in Westdeutschland, die Studentenunruhen von 1968 sowie den Prager Frühling. 50 Jahre später setzt er sich mit den Ereignissen und deren Auswirkungen erneut auseinander.

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Ein Mitarbeiter des Schwermaschinenbaubetriebs Karl Liebknecht in Magdeburg schult einen Praktikanten  aus Britisch-Guayana, 1962

Jana Otto

Fortbildungen als Entwicklungshilfe – Fachkräfte aus Afrika, Asien und Lateinamerika in der Bundesrepublik und der DDR

Programme zur beruflichen Weiterbildung in Ost und West zählten zu den ersten Entwicklungsprojekten der beiden deutschen Staaten. Jana Otto zeigt, dass Bonn und Ost-Berlin damit von Beginn an auch eigene Interessen verfolgten.

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Campingurlaub an der Ostseeküste, wie hier in Prerow, war bei DDR-Bürgern beliebt

Interview

„Visafrei bis nach Hawaii“ – Urlaubsträume, Trends und Reiseziele in der DDR

Wie gestaltete sich das Reiseverhalten in der DDR und inwieweit unterscheiden sich Reiseintensität und -ziele in Ost und West bis heute? Ein Interview mit der Historikerin Heike Wolter.

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Die italienische Küste wurde zunehmend zum Urlaubsziel der Westdeutschen

Interview

„Deutschlands Sonne scheint in Italien!“ Reisen und Tourismus in der Bundesrepublik

Die Bundesbürger galten schon immer als Reiseweltmeister. Hasso Spode blickt auf die Trends im Westen der Republik – aber auch jenseits des Eisernen Vorhangs.

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Eine Ausgabe der Tageszeitung Neue Zeit aus dem Jahr 1973

Andreas Morgenstern

„Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Der Begriffswandel in der DDR-Tageszeitung Neue Zeit

Wo und was ist eigentlich „Mitteldeutschland“? Anhand der 1945 gegründeten Tageszeitung Neue Zeit skizziert dieser Beitrag den Wandel eines Begriffs – von seiner geografischen Verwendung in der direkten Nachkriegszeit bis hin zu einem Mittel der politischen Abgrenzung in der Zeit des Kalten Krieges.

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Ulrich Schröter am 23. November 2017 in Berlin

Interview

Zum Gedenken an Ulrich Schröter

Ulrich Schröter lehrte an einem der wenigen theologischen Seminare in der DDR und hatte später einen maßgeblichen Anteil an der Aufarbeitung der Geschichte von Kirche und christlichem Leben bis 1989. Am 24. Mai 2018 ist Ulrich Schröter im Alter von 78 Jahren in Berlin gestorben.

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Ein Plakat in Mecklenburg-Vorpommern bewirbt die Region mit dem Schriftzug „Für uns ist Osten mehr als eine Himmelsrichtung", 2013

Susanne Rippl, Nelly Buntfuß, Nicole Malke, Natalie Rödel

Ostdeutsche Identität: Zwischen medialen Narrativen und eigenem Erleben

Auch fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Unterscheidung in „ost-“ und „westdeutsch“ in der medialen Öffentlichkeit an der Tagesordnung. Doch wie relevant ist die Kategorie „ostdeutsch“ noch für das individuelle Erleben?

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Meist waren die Stadien gut gefüllt, wie hier beim Spiel des BFC Dynamo gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, 1983

Dariusz Wojtaszyn

Der Fußballfan in der DDR – zwischen staatlicher Regulierung und gesellschaftlichem Widerstand

Trotz strenger Maßnahmen gelang es dem DDR-Regime nicht, eine spontane Fankultur im Fußballsport zu unterbinden. Dariusz Wojtaszyn über diese Form des – bewussten oder unbewussten – Widerstands in der DDR.

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Das Reiterstandbild Friedrichs II. schwebt vor dem Berliner Fernsehturm. 1997 wurde es restauriert und 2000 wieder an seinen alten Platz gebracht

Anne Wanner

Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus?

Anne Wanner über die Wahrnehmung und Wirkung der 1981 in West-Berlin gezeigten Sonderausstellung „Preußen – Versuch einer Bilanz“ in der DDR

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Deutsch-deutscher Zieleinlauf im 4 mal 100-Meter-Staffel-Lauf der Frauen mit Heide Rosendahl und Renate Stecher bei den olympischen Sommerspielen 1972 in München

Karsten Lippmann

Verhilft Olympia zur Einheit? Deutsch-deutsche (Nicht-)Bemühungen um die Spiele 1968 für Berlin

Die Mauer stand noch nicht einmal zwei Jahre, da versuchten der Regierende Bürgermeister von Berlin Willy Brandt und der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Willi Daume, die olympischen Sommerspiele nach Berlin zu holen. Karsten Lippmann über die Reaktionen aus Ost und West.

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Auditorium der SED-Kreisdelegiertenkonferenz in der sogenannten Stahlhalle des Stahl- und Walzwerks in Brandenburg/Havel, Januar 1984

Sabine Pannen

Die neue Zweiklassengesellschaft – Die Politik der Westöffnung und der innere Zerfall der SED-Parteibasis

Im Herbst 1989 verlor die SED nicht nur ihre Macht, mit den Massenaustritten vollzog sich auch ihr innerer Zerfall. Die Politik der Westöffnung unter Parteichef Erich Honecker trug wesentlich dazu bei, dass Parteimitglieder von der SED abrückten.

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Kirchgänger verlassen die Thomaskirche in Leipzig, Aufnahme aus den 1960er Jahren

Andreas Stegmann

„Dienst und Freiheit“ – Die Neubesinnung auf das christliche Leben in der DDR Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre

Für die meisten DDR-Bürger war das Leben in diesem Staat nicht ihre eigene Wahl, sondern Schicksal. Wie man sich darauf einzulassen versuchte, ohne sich den ideologischen Zwängen einfach zu unterwerfen, zeigt eine Diskussion im ostdeutschen Protestantismus, die um das Jahr 1960 geführt wurde.

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Montagsdemonstration am 30. Oktober 1989 in Leipzig, auf der die Zulassung der Oppositionsgruppe "Neues Forum" gefordert wird

Bernd Lindner

Jugend in Zeiten politischen Umbruchs

Welchen Anteil hatten Jugendliche am Sturz der DDR und inwiefern hat dieses Ereignis die Heranwachsenden geprägt? Diese Fragen beschäftigen bis heute Forschung und Zeitgeschichtsschreibung. Wie unterschiedlich die Ergebnisse sind, zeigen diese vier neueren Publikationen.

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Lothar Berfelde, alias Charlotte von Mahlsdorf, in der original nachgebauten „Mulackritze“ im Gutshaus Mahlsdorf. Die Ost-Berliner Kneipe wurde 1951 geschlossen und 1964 abgerissen

Christian Könne

Schwule und Lesben in der DDR und der Umgang des SED-Staates mit Homosexualität

Hinsichtlich der Rechte für Homosexuelle war die DDR fortschrittlicher als die Bundesrepublik. Doch in der Öffentlichkeit wurden sie kriminalisiert. Die Staatssicherheit überwachte die schwul-lesbische Szene noch in den 1980er Jahren.

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Kinder warten auf das Flugzeug der Luftbrücke, das an kleinen Fallschirmen befestigte Süßigkeiten abwarf, 1948

Stefanie Endlich, Monica Geyler-von Bernus

Flughafen Tempelhof – Berlins „Tor zur Welt“ im Kalten Krieg

Was hat es mit dem „Mythos Tempelhof“ auf sich und wie hat er sich im Lauf der Zeit verändert? Heute betrachten Besucherinnen und Besucher die Vielschichtigkeit des Ortes als sein herausragendes Merkmal. Tatsächlich ist Tempelhof ein Ort der doppelten Erinnerung.

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Das einstige „Ärztehaus Mitte" in der Altstadt von Halle (Saale), 2016.

Maximilian Schochow und Florian Steger

Politisierte Medizin in der DDR: Geschlossene Venerologische Stationen und das Ministerium für Staatssicherheit

In der DDR konnten Mädchen und Frauen in Fürsorgeheime für Geschlechtskranke und in geschlossene Venerologische Stationen zwangseingewiesen werden – häufig ohne medizinische Indikation und unter Beobachtung des MfS. Unter den Spätfolgen leiden viele Betroffene bis heute.

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Der letzte noch existierende Gefangenentransportwagen der DDR, der „Grotewohl-Express“, am Hauptbahnhof in Leipzig 2002

Susanne Kill

Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR: Häftlingszwangsarbeit und Häftlingstransport

Etwa 500 Strafgefangene mussten jährlich für die Reichsbahn der DDR Zwangsarbeit leisten. Für die Strafgefangenen und insbesondere die politischen Gefangenen der DDR musste das zynisch erscheinen - aus dem „Recht auf Arbeit“ wurde der „Zwang zur Arbeit“.

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Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden, Vorplatz mit Besucherinnen und Besuchern, historische Aufnahme

Christian Sammer

Politik des Unpolitischen. Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime

Im globalen Regime gesundheitspolitischer Entwicklungszusammenarbeit konkurrierte das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden mit dem 1949 gegründeten Deutschen Gesundheits-Museum in Köln. Christian Sammer beleuchtet, wie in dieser transnationalen Beziehungsgeschichte Politik mit dem Unpolitischen – der Sorge um die Gesundheit – gemacht wurde.

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Kindergärtnerin mit Kindern in einem Betriebs-Kinderwochenheim im VEB Baumwollspinnerei und Weberei Adorf im Vogtland, 1954

Ute Stary

Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR

In der DDR gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Institutionen, die eine außerfamiliäre Betreuung von Kindern jeden Alters ermöglichten. Eine besondere Betreuungsform waren die Wochenkrippen und Kinderwochenheime. Diesem Modell der DDR-Erziehung widmet sich Ute Stary.

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Ankunft von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein nach 1945

Uta Rüchel

Im Schatten der Geschichte. Ein Essay über den Einfluss von Erinnerungskulturen und Beheimatetsein auf den Umgang mit Geflüchteten

Uta Rüchel analysiert in diesem Beitrag, ob und inwiefern familiäre Erfahrungen mit Flucht und Vertreibung nachwirken und heute die Haltung der Ost- und Westdeutschen gegenüber Migranten prägen.

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Serbische Bürgerinnen und Bürger demonstrieren 1999 vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen den NATO-Einsatz in Jugoslawien

Aleksandra Salamurović

„Der Geist und die Macht der Deutschen“: Die Wahrnehmung des vereinigten Deutschlands in der serbischen Öffentlichkeit

In der serbischen Öffentlichkeit bewirkte die Wiedervereinigung Deutschlands eine einschneidende Veränderung in der Wahrnehmung der eigenen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Rolle in Europa. Das Deutschlandbild hingegen blieb stets wechselhaft.

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Die britische Fahne weht vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Marianne Howarth

The British Press and the German Democratic Republic. Curiosity and Condemnation 1949–1974

Using some mini case studies as examples, the aim of this article is to analyse the way in which the British press reported the GDR at some critical points in its history and to assess the significance of this reporting for the development of relations between Britain and the GDR.

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Rudi Dutschke spricht in der Technischen Universität Berlin auf einem internationalen Vietnam-Kongress, 1968

Matthias Stangel

Rudi Dutschke und die nationale Frage

Rudi Dutschke war die Gallionsfigur der studentischen Proteste innerhalb der Außerparlamentarischen Opposition (APO) in der Bundesrepublik. Als „Abhauer" aus der DDR stellte sich die nationale Frage für ihn auf eine besondere Art und Weise. Matthias Stangel skizziert in seinem Beitrag die Bedeutung nationaler Elemente in den sozialistischen Konzeptionen Dutschkes.

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Ulrich Schröter am 23. November 2017 in Berlin

Interview

„Auch in der DDR war Gott nicht irgendwo am Rande, sondern mittendrin.“

Ulrich Schröter lehrte in der DDR an einem der wenigen unabhängigen theologischen Seminare zur Ausbildung evangelischer Geistlicher. In den Monaten vor der Wiedervereinigung war er Koordinator der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit und Berater des letzten Innenministers der DDR zum Umgang mit der ehemaligen Staatssicherheit.

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Bundeskanzler Ludwig Erhard wird von Karl Schiller, Senator, und Willy Brandt, Regierender Bürgermeister von West-Berlin, zu einem Gespräch über die Berlin-Hilfe begrüßt, 1964

Ralf Ahrens

Stadt am Tropf: Die Bundeshilfe für West-Berlin und das Subventionssystem der Berlinförderung

In wirtschaftlicher Hinsicht gilt die Berlinförderung als „erfolglos, aber teuer“ – so der Titel einer Analyse aus den 1980er Jahren. Doch auch in vielen anderen Regionen wurden Subventionen eingesetzt. Was die Sonderentwicklung in West-Berlin ausmachte, skizziert Ralf Ahrens in diesem Beitrag.

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Prozess wegen Fluchthilfe vor dem Strafsenat des Ost-Berliner Stadtgerichts im Oktober 1973

Christian Booß

Im goldenen Käfig: Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker

Politische Prozesse in der DDR sind oft als „Drehbuch-Prozesse“ bezeichnet worden – mit festgelegten Rollen und vorher feststehendem Strafmaß. Und wirklich taten Rechtsanwälte oft wenig dafür, ihre Mandanten zu verteidigen. Die Gründe dafür waren aber weit komplexer, als oft angenommen wird.

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Alltagsgeschehen in einer Hauptgeschäftsstraße im Ost-Berliner Bezirk Pankow, 1987

Everhard Holtmann

Volkes Stimme hinter der Mauer. Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ zum politischen und gesellschaftlichen Bewusstsein der Bevölkerung in der DDR

In Bonner Regierungskreisen wuchs das Interesse, genauer zu wissen, wie die Menschen im anderen Teil Deutschlands wirklich dachten. So gab man über das Meinungsforschungsinstitut Infratest eine Umfrage in Auftrag, die darüber auf wissenschaftlicher Basis Auskunft geben sollte.

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Während seines Besuchs in der DDR 1978 besuchte der damalige Bundeskanzler der Republik Österreich Bruno Kreisky die Nationalgalerie in Berlin

Andrea Brait

Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg – Sonderausstellungsprojekte im Austausch zwischen Ost-Berlin und Wien

Der Kulturaustausch zwischen der DDR und Österreich war zwar durch die politischen Entwicklungen geprägt, konnte jedoch einige Grenzen überwinden. Durch die Präsentation von Ausstellungen hatten zahlreiche Künstler durchaus die Möglichkeit der Vernetzung im jeweils anderen Staat.

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Der Eingang der Versöhnungskirche in der Bernauer Straße wird durch die Berliner Mauer versperrt, 1961

Maria Neumann

„Wir gehören zusammen!“ Christliche Gemeinschaft und kirchliche Zeitungen im geteilten Berlin

Während Berlin im Kalten Krieg der symbolische Ort einer in zwei Blöcke geteilten Welt war, versuchten die Kirchen, die Einheit der christlichen Gemeinschaft in der geteilten Stadt zu bewahren. Anhand des Umgangs mit kirchlichen Presseerzeugnissen untersucht dieser Beitrag, ob die Kirchen diesem Anspruch gerecht wurden.

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US-Armee am Grenzübergang "Checkpoint Charlie" an der Friedrichstraße in Berlin im September 1961

Stefanie Eisenhuth

Leben mit der „Schutzmacht“. Die amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin

Viele Berlinerinnen und Berliner versprachen sich von der endlich in der Stadt eingetroffenen US-Armee umfangreiche Hilfe und eine mildere Besatzungspolitik. Stefanie Eisenhuth hinterfragt in diesem Beitrag die vermeintlich lineare Erfolgsgeschichte der Beziehungen zwischen West-Berlin und den USA nach 1945.

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Helmut Kohl am Rednerpult im Deutschen Bundestag (Bonn)

Hermann Wentker

Helmut Kohl als Deutschlandpolitiker: Vom Regierungswechsel zum Zehn-Punkte-Programm

Mit dem „Zehn-Punkte-Programm", welches Helmut Kohl am 28. November 1989 vor dem Bundestag verkündete, überraschte er nicht nur die westlichen Bündnispartner, sondern auch den eigenen Koalitionspartner. Es markierte den Übergang zur operativen Wiedervereinigungspolitik Kohls im Herbst 1989.

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Die Berliner Umweltbibliothek zog 1990 vom Keller des Gemeindehauses der Zionskirchengemeinde in die Lottumstraße im Prenzlauer Berg

Anne Käfer

Umweltschutz als Opposition von Kirchen und Gruppen in der späten DDR

Vor allem unter evangelischen Christinnen und Christen in der DDR wuchs die Kritik an der zunehmenden Umweltverschmutzung durch Wirtschaft und Politik der SED. Die Forderung nach Umweltschutz wurde dabei nicht nur immer politischer, sondern war auch verbunden mit grundsätzlichen Glaubensfragen und einem kritischen Blick auf den zunehmenden Materialismus.

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Kinder beim Händewaschen in einer Krippe in Leipzig, 1970

Agathe Israel

Frühe Fremdbetreuung in der DDR – Erfahrungen mit der Krippenerziehung

Die staatlich geförderte Erziehungspraxis in der DDR besaß ein doppeltes Gesicht: Einerseits boten die zahlreichen Institutionen Eltern und Kindern einen stabilen Rahmen, andererseits entwickelten sich Kontrollmöglichkeiten bis in die Familie hinein, was dazu führte, dass Eltern ihre Erziehungsverantwortung nahezu abgeben mussten.

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Teilansicht des Grenzdurchgangslagers Friedland, 1955

Lorraine Bluche und Joachim Baur

Friedland international? Zur Unterbringung ausländischer Geflüchteter im Grenzdurchgangslager Friedland in den 1970er Jahren

Das Grenzdurchgangslager Friedland war bis in die jüngste Vergangenheit ein Ort der Aufnahme für deutsche Flüchtlinge. Die ereignisbezogene Unterbringung von Flüchtlingen anderer Nationalitäten im Lager stellte dieses Selbstverständnis nicht ernsthaft infrage, forderte es aber heraus.

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Italienische „Gastarbeiter" in einem Clubhaus in Frankfurt am Main 1962. Gewerkschaften organisierten hier arbeitsrechtliche Beratung

Grazia Prontera

Italienische Zuwanderung nach Deutschland. Zwischen institutionalisierten Migrationsprozessen und lokaler Integration

In der Bundesrepublik gab es stets eine an Bewunderung grenzende Liebe für Italien und gleichzeitig starke Vorurteile gegenüber den „Gastarbeitern“ aus dem Süden. Anders als über türkischstämmige Migranten aus jener Zeit wird über „die Italiener“ kaum mehr geredet. Was wissen wir also von ihnen?

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Festakt zum 500. Geburtstag Martin Luthers in der Deutschen Staatsoper Berlin, 1983

Dorothea Wendebourg

Doppelte Konkurrenz – die Reformationsjubiläen in der Zeit der deutschen Teilung

Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, der Überlieferung nach, an das Portal der Wittenberger Schlosskirche schlug. Doch welche Bedeutung hatten die Reformationsjubiläen im geteilten Deutschland? Wie feierte die DDR und welche Rolle spielte dabei das Verhältnis von Staat und Kirche?

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Festumzug durch Ost-Berlin mit Berliner Bär am 4. Juli 1987

Krijn Thijs

Klopfzeichen und Feierkonkurrenz. Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin

Wie präsentierte sich Berlin 1937 und 1987 zu seinem Geburtstag? Politisch waren die Feierlichkeiten allesamt: Die Nationalsozialisten nutzten die 700-Jahr-Feier als Bühne für die Demonstration ihrer Macht, und 1987 kam es zu einem regelrechten Wettbewerb der Festprogramme auf beiden Seiten der Mauer.

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Eishockey-Meisterschaft SC Dynamo Berlin gegen SG Dynamo Weißwasser, 1977

René Feldvoß

Dynamo gegen den Rest der Republik – Das DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess

Seit 1970 gab es in der DDR Eishockey-Oberliga nur zwei Mannschaften. René Feldvoß beleuchtet in diesem Beitrag, wie es zu dieser „kleinsten Liga der Welt“ kam und was im Transformationsprozess nach der Friedlichen Revolution mit dieser Liga geschah.

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Festumzug zur 750-Jahr Feier am 4. Juli 1987 in Ost-Berlin: Mitglieder der Kampfgruppen vor stilisiertem Brandenburger Tor

Clemens Maier-Wolthausen

Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum – Die 750-Jahr-Feiern 1987 in Ost- und West-Berlin"

Der Workshop am 8. September 2017 in der Gedenkstätte Berliner Mauer blickte zurück auf die Feierlichkeiten in Ost und West und ging der Frage nach, wie die Stadtgeschichte instrumentalisiert und inszeniert wurde und welche Impulse das Jubiläum für die Stadtentwicklung gab.

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Frauen im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen nach der Befreiung. Sie wurden nach 1945 zu Displaced Persons

Juliane Wetzel

Jüdische Displaced Persons - Holocaustüberlebende zwischen Flucht und Neubeginn

Eine oft vergessene Gruppe von Menschen hielt sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit in den alliierten Besatzungszonen in Deutschland auf - jüdische Überlebende des nationalsozialistischen Massenmords. Sie gehörten zu den sogenannten Displaced Persons und ihr Schicksal hing in großem Maße von den Alliierten ab.

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Bundespräsident Theodor Heuss spricht zur Einweihung des Notaufnahmelagers Marienfelde am 14. April 1953

Bettina Effner

Schauplatz bundesdeutscher und Berliner Migrationsgeschichte: Das Notaufnahmelager Marienfelde

37 Jahre lang war das Notaufnahmelager Marienfelde einer der wichtigsten Orte der Aufnahme ostdeutscher Flüchtlinge, Übersiedler und osteuropäischer Aussiedler. Die Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde berichtet über die zentrale Funktion des Lagers bei der Bewältigung der Migrationsbewegungen.

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„Gastarbeiter" aus Jugoslawien auf dem Frankfurter Hauptbahnhof, 1972

Sylvia Hahn

Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa: Kontinuitäten und Brüche

Südosteuropa ist vor allem mit Mittel- und Westeuropa durch eine lange Tradition der Migrationen von Menschen in beide Richtungen eng verbunden. Sylvia Hahn macht in ihrem Beitrag die langwährende Verflechtung der beiden Gegenden unseres Kontinents durch vielfältige Migrationsströme deutlich.

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Bundeskanzler Konrad Adenauer trifft im September 1955 in Moskau den Vorsitzenden des Ministerrates der UdSSR, N. A. Bulganin, daneben Staatssekretär Walter Hallstein

Torben Gülstorff

Die Hallstein-Doktrin – Abschied von einem Mythos

In der historischen Forschung gilt die Verteidigung beziehungsweise Überwindung der Hallstein-Doktrin bis heute als eigentliches Kerninteresse der Außenpolitik beider deutscher Staaten. Dagegen argumentiert Torben Gülstorff, dass nicht deutschlandpolitische, sondern nationale ökonomische und internationale geostrategische Interessen die deutschen Außenpolitiken in der Zeit des Kalten Krieges bestimmt haben.

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Radfahrer fahren hinter einem Schild mit der Aufschrift „Achtung! Sie verlassen jetzt West-Berlin“ an der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor entlang, 1984. Foto: Wolfgang Kumm

Interview

Eine Art Atlantis – das untergegangene West-Berlin

Am 9. November 1989 fiel nicht nur die Mauer, in der Folge verschwand auch die Insel West-Berlin. Zum Auftakt einer Beitragsreihe zur West-Berliner Geschichte befragte das Deutschland Archiv die beiden West-Berlin-Experten Julia Novak und Thomas Beutelschmidt zur Geschichte und Bedeutung damals und heute.

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Ehrentribüne am Tag der Deutschen Einheit 1990 (von links nach rechts): Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl, Helmut Kohl, Richard von Weizsäcker, Lothar de Maizière

Rolf Steininger

Der pragmatische Machtmensch: ein großer Deutscher und ein großer Europäer

Am 16. Juni 2017 starb der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl im Alter von 87 Jahren. In den 16 Jahren seiner Kanzlerschaft stellte er wichtige Weichen - er erreichte die deutsche Einheit und förderte die Einigung Europas.

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Mädchen im Jugendwerkhof Gebesee bei Erfurt 1955

Angelika Censebrunn-Benz

Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR

Von 1949 bis 1990 durchliefen 495.000 Minderjährige das Heimsystem der DDR, 135.000 davon ein Spezialheim und etwa 3500 eines der vielen Sonderheime. Angelika Censebrunn-Benz schlägt einen Pfad durch die verschiedenen Heimtypen und beschreibt, was ihnen an entwürdigenden Methoden gemein war.

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Die frühere Pentacon-Halle in Cottbus

Steffen Alisch

Zwangsarbeit im Fokus. Die Haftarbeit im Volkseigenen Betrieb (VEB) Pentacon Dresden, "Fertigungsstelle Cottbus" – eine Fallstudie

Der Kamerahersteller VEB Pentacon Dresden unterhielt zwischen 1964 und 1990 eine "Fertigungsstelle" auf dem Gelände der Strafvollzugsanstalt Cottbus. Die Häftlinge stanzten dort vor allem Gehäuseteile für die "Praktika"-Modelle. Steffen Alisch stellt diese Fallstudie vor.

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Agnes Thevis, eine der ehemaligen "Kinder der 'Operation Shamrock'", zeigt eine Zeitung von 1946 mit einem Foto der Ankunft der Kinder in Glencree (Irland)

Monica Brandis

Die "Kinder der 'Operation Shamrock'"

Mehr als 400 Kinder aus Nordrhein-Westfalen konnten mit der "Operation Shamrock" der Not der unmittelbaren Nachkriegszeit nach Irland entfliehen. Monica Brandis widmet sich einer unbekannten Episode deutscher Migrationsgeschichte.

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Hans-Dietrich Genscher mit dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger, dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und dem früheren US-Außenminister James Baker bei den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution in Leipzig, 2014

Jürgen Frölich

Taktisch versierter Pragmatiker und Visionär zugleich. Zum politischen Wirken von Hans-Dietrich Genscher (1927–2016)

In diesem Jahr wäre Hans-Dietrich Genscher 90 Jahre alt geworden. Er prägte jahrzehntelang die deutsche Innen- und Außenpolitik und nicht zuletzt den Weg zur deutschen Einheit. Grund genug, nach seinem Wirken und seinen Wirkungen zu fragen.

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Abfertigung der West-Berliner Besucher am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstrasse, 1964

Christoph Bernhardt, Oliver Werner

"Macht-Räume in der DDR" – Plädoyer für eine raumbezogene Analyse des sozialistischen Herrschaftssystems

Christoph Bernhardt und Oliver Werner schlagen vor, die sozialistischen Herrschaftsverhältnisse unter einem auf die räumlichen Dimensionen von Macht und Herrschaft gerichteten, topologischen Blickwinkel zu betrachten. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in den Texten des Themenschwerpunktes "Macht-Räume in der DDR" wider.

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Faksimile der dritten Strophe der von Hoffmann von Fallersleben 1841 handgeschriebenen Fassung von "Das Lied der Deutschen"

Clemens Escher

Was wollen wir singen? Die Nachkriegs-Bundesrepublik auf der Suche nach einer Hymne

Nach ihrer Gründung hatte die Bundesrepublik keine von der Mehrheit ihrer Bürgerinnen und Bürger akzeptierte Nationalhymne. Im Gegenteil: Viele schickten eigene Vorschläge nach Bonn. Clemens Escher stellt exemplarisch an diesen und an einem sehr drastischen Vorschlag die fragile Identität und unvollständige Demokratisierung der frühen Bundesrepublik dar.

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Das ehemalige Zeughaus Unter den Linden in Berlin, 1987; von 1952 bis 1990 Museum für Deutsche Geschichte, seit Oktober 1990 Deutsches Historisches Museum

Katrin Hammerstein

"Drei Staaten – zwei Nationen – ein Volk“ – ein Konzept "fürs Museum"?

Als Anfang der 1980er Jahre das Deutsche Historische Museum in West-Berlin geplant wurde, ging es auch um die Frage, wie weit die deutsche Geschichte räumlich gefasst werden sollte. Katrin Hammerstein beleuchtet vor allem die grenzüberschreitenden Aspekte dieser Diskussion, die neben der Bundesrepublik Deutschland auch die DDR und Österreich betraf.

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Akteneinsicht im Leseraum beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) in Berlin

Christian Booß

Die Akteneinsicht. Von der revolutionären Aktion zum Gesetz – 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz (StUG)

Was heute wie eine Selbstverständlichkeit wirkt – das Recht auf die Einsichtnahme in die eigene Stasi-Akte oder die Möglichkeit der Überprüfung politischer Mandatsträger auf eine mögliche Spitzeltätigkeit – wurde während und nach der friedlichen Revolution hart erkämpft. Christian Booß wirft einen Blick zurück auf die Anfänge des Stasi-Unterlagen-Gesetzes.

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Symbolische Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der neuen Synagoge in Ost-Berlin im Beisein des Generalsekretärs der DDR, Erich Honecker, 1988

Wolfgang Benz

Das Israelbild der DDR und dessen Folgen

2017 jährt sich der "Sechstagekrieg" zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn zum 50. Mal. In der DDR wurde dieser zum Anlass genommen, Israel als Aggressor zu charakterisieren, auch um die Bemühungen der DDR um eine Anerkennung bei den arabischen Staaten zu fördern. Wolfgang Benz untersucht in seinem Beitrag die Folgen, die ein einseitiges Israelbild in Ostdeutschland hinterlassen hat.

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Übersiedler und Rückkehrer aus Westdeutschland und West-Berlin verlassen das Aufnahmeheim Blankenfelde, Juli 1961

Eva Fuchslocher, Michael Schäbitz

Spinner, Schuldner und Spione? Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989

Für die Übersiedlung in die DDR gab es viele Motive und auch die Erfahrungen, die die Übersiedler schließlich in der DDR sammelten, waren sehr unterschiedlich. Der folgende Beitrag beleuchtet Ursachen und Phasen der West-Ost-Migration und illustriert diese anhand von drei beispielhaften Biografien.

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Sektorengrenze mit Warnschild “Achtung Sie verlassen jetzt West-Berlin” in Staaken, Bezirk Berlin-Spandau, 1953. Dahinter die Dorfkirche Alt-Staaken

Claudia Lepp

Gegen den Strom. West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche

Entgegen dem Hauptmigrationsstrom wanderten bis zum Mauerbau eine halbe Million Menschen aus der Bundesrepublik in die DDR ab, darunter evangelische Theologiestudierende, Vikare, Pfarrer sowie Diakone und Diakonissen. Wie es zu dieser besonderen Migration kam, zeigt dieser Beitrag.

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Der Ost-Berliner Tierpark-Direktor Heinrich Dathe bei einer Bärentaufe, 1967.

Interview

„…damit wir gegenüber dem Zoo in Westberlin nicht ins Hintertreffen geraten“

Der Journalist Jan Mohnhaupt hat die Geschichte der beiden Berliner Tiergärten während des Kalten Krieges erforscht. Das Deutschland Archiv befragte ihn zu den zentralen Aspekten der „zoologischen Systemkonkurrenz“.

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Plakat zur Päckchenaktion in die DDR "Dein Päckchen nach drüben", 1958

Konstanze Soch

„Päckchen von drüben“ – Der Päckchen- und Paketverkehr als trennendes und verbindendes innerdeutsches Phänomen

Wie kein anderer Gegenstand ermöglichten Päckchen und Pakete eine direkte Kommunikation zwischen Ost- und Westdeutschland, sowohl auf persönlicher als auch politischer Ebene. Welche Bedeutung den Paketen zukam, schildert Konstanze Soch anhand zahlreicher Interviews.

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JUNE 78, Stadtkirche Rudolstadt, 1978

Katharina Lenski

Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Die „Offene Arbeit“ – ein Ort der Freiheit?

Katharina Lenski, Historikerin und selbst ehemalige Dissidentin, beschreibt in diesem Beitrag die Entstehung und Bedeutung der "Offenen Arbeit" für Jugendliche in der DDR am Beispiel Thüringen.

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Akten dokumentieren das Schicksal der Jugendlichen im ehemaligen Jugendwerkhof Torgau

Karsten Laudien

Die Geschichte von Andrea. Ein Beispiel für das Scheitern der Jugendhilfe in der DDR

Anhand von Jugendamtsakten rekonstruiert Karsten Laudien in diesem Beitrag das Schicksal eines Heimkindes und zeichnet somit die Probleme der DDR-Heimerziehung anhand einer konkreten Biografie nach. Er schildert dabei besonders eindringlich, wie mit psychologischen Problemen umgegangen wurde.

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Enrico Berlinguer (links) im Gespräch mit Leonid Iljitsch Breschnew (rechts) zum Abschluss der Konferenz der kommunistischen und Arbeiterparteien Europas, 1976

Francesco Di Palma

Mittler zwischen den Blöcken? Die PCI, die PCF und die Ost-Berliner "Konferenz der kommunistischen und Arbeiterparteien Europas" 1976

Der Beitrag beleuchtet das „Dreiecksverhältnis“ zwischen der SED, der Kommunistischen Partei Italiens (PCI) und der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF) und zieht die Entwicklungslinien ihrer Politik in den späten 1970er Jahren nach.

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Straßenszene in Berlin Neukölln

Haci-Halil Uslucan

Migration aus der Türkei: psychologische Prozesse der Beheimatung in Deutschland

Heute leben rund drei Millionen Türkeistämmige in Deutschland, von denen etwa die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Doch wie gut sind sie hier nicht nur physisch, sondern auch psychisch angekommen? Wie sehr sind sie ihrer Heimat noch verbunden und was bedeutet eigentlich Integration?

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Das "Stuttgarter Schuldbekenntnis" vom 18./19. Oktober 1945, hier veröffentlicht im Verordnungs- und Nachrichtenblatt der EKD im Januar 1946

Sören Rohrmann

Siegerin in Trümmern? Kirchliche Vergangenheitspolitik in der unmittelbaren Nachkriegszeit

Nach der Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur fiel den Kirchen die Rolle zu, sich institutionell und seelsorgerisch für den Aufbau des Landes und die Abrechnung mit dem Regime einzusetzen. Sören Rohrmann umreißt in seinem Beitrag die ersten Versuche einer kirchlichen Vergangenheitspolitik.

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Treffen der SPD aus Ost und West in Bonn im Februar 1990, v.l.n.re.: Johannes Rau, Stephan Hilsberg, Hans-Jochen Vogel, Ibrahim Böhme, Markus Meckel, Harald Ringstorff sowie vorn sitzend Willy Brandt

Ilse Fischer

Die SPD (West) und die deutsche Einheit 1989/90

Welche Haltung hatten die SPD-Führungsgremien im Prozess des politischen Umbruchs 1989/90? Ilse Fischer beschreibt die Rolle der SPD auf dem Weg zur deutschen Einheit und das Zusammenwachsen der westdeutschen Sozialdemokratie mit der ostdeutschen SDP/SPD.

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Griechische Gastarbeiter verfolgen 1967 im Haus der griechischen Gemeinde in Hannover am Radio die neuesten Nachrichten aus ihrem Heimatland

Ioannis Zelepos

Griechische Migration nach Deutschland

Die Präsenz von Griechen in Deutschland hat eine lange Vorgeschichte. Dabei waren die Gründe für eine Migration nach Deutschland vielfältig – einen großen Anteil stellten Arbeitsmigranten zu Beginn der 1960er Jahre. Ioannis Zelepos skizziert die Entwicklung der Zuwanderung ebenso wie die gesellschaftlichen Integrationsmöglichkeiten einer sich stets wandelnden Diaspora.

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Eine Klasse beim Sprachunterricht in einer Förderschule im Jugenddorf in Celle, 1976. Dort wurden 300 Aussiedlerkinder auf das Berufsleben vorbereitet

Jannis Panagiotidis

Experimentierfeld der Migrationspolitik: Die Herausforderung der Aussiedlerintegration im Wandel der Zeit

Zwischen 1950 und 1989 kamen fast zwei Millionen Menschen aus Osteuropa nach Westdeutschland, gut zwei Drittel davon aus Polen in seinen Nachkriegsgrenzen. Seitdem folgten viele Spätaussiedler, vorwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion. Jannis Panagiotidis über die Herausforderungen der Integration in der Wahrnehmung von Politik und Öffentlichkeit.

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Ankunft am Bahnhof Helmstedt im Januar 1971, dpa – Bildarchiv / Foto: Wolfgang Weihs

Laura Wehr

Vergessene Migrationsgeschichte/n? Die Ausreise aus der DDR in der Erinnerung von Übersiedler-Eltern und -Kindern

Übersiedler, die per Ausreiseantrag die DDR verließen, haben auf "leise" Art und Weise Integrationsgeschichte geschrieben. Obwohl sie das Gros der DDR-Emigranten darstellten, bekamen sie bislang wenig Aufmerksamkeit.

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DDR-Bürgerinnen und -Bürger zwischen Verkaufsständen in einem West-Berliner Warenhaus im November 1989

Bettina Effner

Das Spezifische deutsch-deutscher Migration

DDR-Bürger, die in die Bundesrepublik flüchteten, waren zwar ihrem Status nach gleichberechtigt, kamen aber aus einer nach ganz anderen Grundsätzen organisierten Gesellschaft. Wie erging es ihnen in Hinblick auf Teilhabe und Zugehörigkeit, inwiefern machten sie auch Fremdheitserfahrungen? Sind DDR-Bürger mit anderen Migranten trotz aller Spezifik eventuell vergleichbar?

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Menschen auf der Flucht um 1945

Andreas Kossert

Wann ist man angekommen? Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland

Flüchtlinge, die heute vor Unmenschlichkeit, Terror und Kriegen fliehen, rufen bei vielen Deutschen historische Bilder wach. Millionen Biografien in Deutschland sind in ihrem Kern von einem Flüchtlingsschicksal geprägt. Andreas Kossert über Schwierigkeiten, Herausforderungen und verdrängte Erinnerungen.

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Debatte im Plenarsaal des Sächsischen Landtags im November 2016

Christian Nestler

Wendekinder in den ostdeutschen Landtagen

Nach und nach nimmt die Generation der Wendekinder ihren Platz in den Parlamenten der neuen Bundesländer ein. Auch wenn ihr Anteil regional unterschiedlich hoch ist, ist ihr politisches Engagement aufgrund ihrer Sozialisation in zwei verschiedenen politischen Systemen eine Chance für das Zusammenwachsen der "alten" Bundesrepublik und der ehemaligen DDR.

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Junge Pioniere mit ihren typischen Halstüchern vor dem Gebäude einer Grundschule

Schwerpunkt

Wendekinder, Kriegskinder. Die "Generation der Transformation" aus europäischer Perspektive

Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Illustration aus der Graphic Novel "Madgermanes", S. 70

Interview

"Sie kamen quasi mit leeren Händen zurück." Interview mit Birgit Weyhe zu ihrer Graphic Novel "Madgermanes"

Wenig wissen die meisten Deutschen über die mehr als 20.000 Menschen aus Mosambik, die zwischen 1979 und 1989 aufgrund binationaler Verträge als "Vertragsarbeiter" in die DDR kamen. 1989 waren immerhin etwa 16.000 von ihnen noch im Land. Birgit Weyhe hat den Geschichten dieser Menschen in ihrer Graphic Novel "Madgermanes" nachgespürt.

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Ausgabe neuer Banknoten in der DDR in einer Umtauschstelle (Grundschule in Berlin-Mitte), 13. Oktober 1957

Tina Schaller

Der Währungsumtausch als Marionettenspiel. Greta Kuckhoff, der Geldumtausch in der DDR und parteiliche Disziplinierung

Nicht nur die Bürger der DDR, sondern auch Greta Kuckhoff, Präsidentin der Deutschen Notenbank, wurden 1957 vom Währungsumtausch überrascht. Gleichwohl musste diese bereits am darauffolgenden Tag den Währungsumtausch vor der Presse inhaltlich vertreten. Tina Schaller über Hintergründe und Folgen dieser Überraschungsaktion.

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Das frühere Verwaltungsgebäude des ehemaligen Jugendwerkhofs in Torgau mit dem sich anschließenden Zellentrakt im April 2010

Berenike Feldhoff

Zwischen gesellschaftlicher Anerkennung und individueller Rehabilitierung. Eine (Zwischen-)Bilanz der Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung

Im Zentrum der Analyse des Aufarbeitungsprozesses stehen die zentralen Fragen, welchen Beitrag die Politik zur Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung geleistet hat, welche gesellschaftlichen Aufklärungsmöglichkeiten es gibt und ob die Täter bestraft und die Opfer entschädigt wurden.

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Die Synagoge in der Pestalozzistraße in Berlin Charlottenburg

Karen Körber

Jüdische Gegenwart in Deutschland. Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989

In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam eine Viertelmillion russischsprachiger Juden nach Deutschland. Die neue Generation brachte ein anderes Selbstverständnis mit – aber nicht nur die jüdische Gemeinschaft ist eine andere geworden, sondern auch das Aufnahmeland Deutschland. Karen Körber über die Widersprüche und den schwierigen Wandel einer "Erinnerungsgemeinschaft" hin zu einer modernen Einwanderungsgesellschaft.

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Ein 24-jähriger Arbeiter aus der Volksrepublik China im VEB Waggonbau Dessau, 1987

Moritz Gärtner, Kim Kamenik

Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau – 388 : 100.000

Die Autoren dieses Beitrags sind Schüler der achten Klasse eines Dessauer Gymnasiums. In ihrem Beitrag zum Geschichtswettbewerb um den Preis des Bundespräsidenten "Anders sein. Außenseiter in der Geschichte" schildern sie eindrücklich das Leben von Vertragsarbeitern aus China im Dessau der 1980er Jahre. Das Deutschland Archiv veröffentlicht eine leicht angepasste Fassung des Wettbewerbsbeitrags.

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Militärgeld der DDR - Fünfmarkschein im Museum der Volkspolizei in Dresden

Michael Braun

Geld als Waffe? Zur Funktion des "Militärgeldes" in der DDR

Im Frühjahr 1980 konkretisierten sich in der DDR die Pläne für den möglichen Einsatz von Militärgeld. Unter Federführung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR sollte eine alte, unbenutzte Emission von Banknoten als Zweitwährung für das Militär nutzbar gemacht werden. Sie sollte ausschließlich auf besetztem, gegnerischem Gebiet gelten und somit in Kriegszeiten die Ware-Geld-Beziehung aufrechterhalten.

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Ausbildung von zwei Mosambikanern im Schweriner Lederwarenwerk, 1988

Ann-Judith Rabenschlag

Arbeiten im Bruderland. Arbeitsmigranten in der DDR und ihr Zusammenleben mit der deutschen Bevölkerung

Offiziell waren die "ausländischen Werktätigen", die ab den 1960er Jahren in die DDR kamen, "Freunde", die eine Ausbildung erhielten, um anschließend beim Aufbau ihrer Heimat, den sozialistischen Bruderländern, zu helfen. Die Wirklichkeit sah jedoch oft anders aus. Ann-Judith Rabenschlag über Anspruch und Wirklichkeit im Leben der "Gastarbeiter" in der DDR.

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Einschulung in Berlin-Marzahn, 1980

Eli Rubin

Amnesiopolis: Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin

Die Zustände in den ostdeutschen Mietwohnungen und die Wohnungsnot erinnerten manche DDR-Bürger noch in den 1970er Jahren an die "kapitalistische Ära". Dem versuchte die SED-Führung durch ein ambitioniertes Neubauprogramm entgegenzuwirken. Eli Rubin beschreibt dessen Ambitionen und die Wirklichkeit und beleuchtet dabei auch eine "andere Seite" der Plattenbausiedlungen.

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Wilder Streik von spanischen Gastarbeitern bei den "Hella-Werken" in Lippstadt im Juli 1973

Oliver Trede

Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik – zwischen Misstrauen und Integration

Migration und Integration, Ausgrenzung und Rassismus beschäftigen moderne Gesellschaften zeitlebens. Auch die Auseinandersetzung von Gewerkschaften mit Arbeitsmigration spielt seit Beginn der Arbeiterbewegungen eine Rolle. Oliver Trede beleuchtet die Positionen der bundesdeutschen Gewerkschaften zur Anwerbepolitik und Integration von "Gastarbeitern".

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Schloss und Universität Mannheim

Heike List

"Demokratie und Diktatur im geteilten Deutschland" – Tagungsbericht zum Hermann Weber Forschungskolloquium in Mannheim

Am 23. August 2016 wäre Hermann Weber 88 Jahre alt geworden. Im März würdigte eine Tagung den allseits anerkannten Kommunismus- und DDR-Forscher an seinem ehemaligen Wirkungsort.

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Der norwegische Dichter und Nobelpreisträger Knut Hamsun 1939

Benedikt Jager

Zwischen Nora und Nagel. Norwegische Literatur in der DDR

"Und ewig singen die Wälder". Der Roman von Trygve Gulbranssen über das harte und dramatische Leben norwegischer Bergbauern war ein Bestseller der 1930er Jahre und befand sich in Millionenauflage in Tornistern deutscher Wehrmachtssoldaten. Während die Verfilmungen in Westdeutschland weiter das völkisch angehauchte Bild des Nordens reproduzierten, verschwand Gulbranssen vollständig vom ostdeutschen Buchmarkt und den Kinoleinwänden. In seinem Beitrag zur norwegischen Literatur in der DDR beschreibt Benedikt Jager verlegerische Brüche, Kontinuitäten und Kämpfe.

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Am deutsch-deutschen Grenzübergang Herleshausen Hessen/Thüringen im August 1973

Thomas Lindenberger

Das Land der begrenzten Möglichkeiten. Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft

Der SED-Staat strebte danach, seinen umfassenden Herrschaftsanspruch durch vielfach gesicherte Grenzen zu festigen. Das schränkte die Handlungsräume, in denen DDR-Bürger die Chance hatten, ihr Leben selbst zu bestimmen, enorm ein – dennoch konnte in den Grenzen dieser Diktatur für einige Jahrzehnte ein stillschweigender Minimalkonsens zwischen Regime und Bevölkerung praktiziert werden.

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Wolfgang Gedeon (r) sitzt am 29. Juni 2016 im Landtag in Stuttgart während einer Regierungserklärung auf seinem neuen Platz in der letzten Reihe (© picture-alliance / dpa)

Wolfgang Benz

Die "Alternative für Deutschland" und der Antisemitismus

Verbreitet Wolfgang Gedeon antisemitische Stereotypen und ist Antisemitismus in der AfD, sowohl in westlichen als auch in östlichen Landesverbänden, kein Hindernis für eine Politikerkarriere? Diesen Fragen widmet sich der Experte der Antisemitismusforschung Wolfgang Benz in seinem Beitrag.

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Das Berliner Marx-Engels-Denkmal, von Unbekannten besprüht mit dem Spruch "Wir sind unschuldig", aufgenommen im Oktober 1990

David Johst

Demokratischer Denkmalsturz? Über den Umgang mit politischen Denkmälern der DDR nach 1989

Sie zeugen noch heute vom Legitimationsanspruch der untergegangenen DDR – die in den östlichen Bundesländern zwischen 1949 und 1989 errichteten Denkmäler. David Johst zeigt die wechselnden Umgangsformen mit dem künstlerischen Erbe der DDR im Straßenbild.

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Anfang der 1950er Jahre wurde in Eisenhüttenstadt die erste "sozialistische Stadt" der DDR (seit 1953 "Stalinstadt") errichtet.

Lena Kuhl

Regionale Macht-Räume im Zentralismus? Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR

Funktionäre und Fachplaner waren in der DDR politischen Planvorgaben verpflichtet, die für die drängenden Probleme in ihren Städten und Gemeinden oftmals keine adäquaten Lösungen boten. Lena Kuhl verfolgt in ihrem Beitrag die Frage, inwieweit solche Konstellationen zur Entwicklung von "Macht-Räumen" in den Handlungsbereichen der Regionalpolitik beitrugen.

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Unter Aufsicht von US-Militärpolizisten wird vor der Innenstadt von Kaiserslautern ein Schild angebracht, das Angehörigen der US-Streitkräfte das Betreten verbietet, 1957

Christian Könne

"Flugplatz, Mord und Prostitution". Wie die DDR-Medien die Amerikaner in der Pfalz inszenierten

Durch die Stationierung von Besatzungsstreitkräften in der westpfälzischen Provinz änderten sich dort schlagartig die Lebensverhältnisse. Die DDR-Medien nutzten ihre Berichterstattung, um Feindbilder zu bedienen und die angebliche Dekadenz des Westens aufzuzeigen.

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Abbildung 1: Der kiezPARK Fortuna in Berlin-Marzahn ist eine attraktive Nachnutzung eines ehemaligen Schulstandorts

Nico Grunze

Ostdeutsche Großwohnsiedlungen und soziale Herausforderungen der Zukunft

Großwohnsiedlungen waren in der DDR oft begehrter, moderner Wohnraum. Heute sind einige zu Symbolen einer verfehlten nachhaltigen Wohnungsbaupolitik und des demografischen Umbaus der Bevölkerung in den östlichen Bundesländern geworden. Nico Grunze analysiert anhand der beiden Siedlungen in Berlin-Marzahn und Suhl-Nord die Herausforderungen, welche sich im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung für die Politik ergeben.

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Der frühere stellvertretende Vorsitzende des Bremer Sondergerichts Dr. Emil Warneken, 1933

Christine Schoenmakers

Die Rückkehr der "Ehemaligen": Personelle und ideologische Kontinuitäten in der Bremer Justiz nach 1945

Die Entnazifizierung als Versuch der Alliierten, die deutsche Nachkriegsgesellschaft zur strafrechtlichen und moralischen Auseinandersetzung mit ihrer jüngsten Vergangenheit zu zwingen, ist zum größten Teil gescheitert. Am Beispiel Bremen zeigt dieser Beitrag die mangelhafte Aufarbeitung der NS-Vergangenheit unter den vielfach wiedereingestellten Juristen.

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Der Eingang der "Wilhelm-Pieck-Schule" in Berlin-Pankow, April 1955

Emmanuel Droit

Wie Schulräume politisiert wurden. Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur in den frühen 1950er Jahren

Mithilfe des trialektischen Raumkonzepts von Henri Lefebvre lassen sich die Schulräume der DDR auf drei verschiedenen Ebenen analysieren. Es verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der politisch-ideologischen Durchdringung des schulischen Raumes während der Nachkriegszeit in der DDR.

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Kurt Hager, Walter Ulbricht, Leonid Breshnew und Erich Honecker im Jahr 1967

Andreas Kötzing

Grünes Licht aus Moskau. Die SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums

Auf das 11. Plenum des SED-Zentralkomitees im Dezember 1965 folgte die größte Zensurwelle der DDR-Kulturgeschichte. Doch handelten die Hardliner der SED dabei auf eigene Faust? Ein neuer Quellenfund zeigt, dass der SED-Chefideologe Kurt Hager wenige Tage vor dem 11. Plenum überraschend nach Moskau reiste. Von dort gab es "grünes Licht" für den von langer Hand geplanten "Kahlschlag".

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Einstufungsveranstaltung der Leipziger Punk-Gruppe "Wutanfall", 1983

Florian Lipp

"Keinerlei Textverständlichkeit" – "Keyboard oft nicht rhythmisch"

Die DDR-Kulturpolitik bewegte sich in einem Spannungsfeld zwischen Liberalisierungstendenzen und dem allgegenwärtigen Kontrollzwang eines umfassenden Partei- und Staatsapparates. Florian Lipp zeigt am Beispiel von Punk- und New-Wave-Bands, wie widersprüchlich dieses Spannungsfeld durch die Einstufungskommissionen für Amateurkünstler gehandhabt wurde.

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Margot Honecker als Ministerin für Volksbildung im August 1972 in Berlin

Helmut Müller-Enbergs

Margot Honecker – Die Frau an seiner Seite

Am 6. Mai 2016 starb die langjährige Bildungsministerin der DDR Margot Honecker. Auch nach der Herbstrevolution in der DDR hielt die Gattin des Generalsekretärs der SED Erich Honecker im chilenischen Exil an ihrer ideologischen Linie fest. Helmut Müller-Enbergs begibt sich auf eine Spurensuche dieser Frau und eines ebenso bekannten Gleichaltrigen aus Halle an der Saale.

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Beratung von Vertretern der Bürgerbewegung "Demokratie jetzt" im Januar 1990

Gerhard Weigt

Ein ungewöhnlicher Sommer in der DDR. Die stille Revolution im Vorfeld der friedlichen Revolution des Herbstes 1989

Gerhard Weigt schildert das Wachsen und Reifen von Opposition und Widerstand im System DDR der Jahre 1986 bis 1990. Grundlage der Auszüge ist sein Buch "Demokratie jetzt – Der schwierige Weg zur deutschen Einheit".

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Strafgefangene in einer Zelle in der Strafvollzugseinrichtung Brandenburg, 1989

Steffen Alisch

Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR

Strafvollzug war eine tragende Säule der SED-Diktatur. Gegner der SED und andere Abweichler vom Idealbild des "sozialistischen Menschen" wurden inhaftiert und isoliert, die Menschenrechte und -würde der Inhaftierten fundamental verletzt. Unter den Folgen der Haft leiden viele Gefangene bis heute. Steffen Alisch über Struktur, Bedingungen und Nachwirkungen des DDR-Strafvollzugssystems.

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Besucher in einer Ausstellung zum Thema 25 Jahre Fall der Berliner Mauer 2014 in Berlin

Klaus Schönhoven

Gibt es eine gesamtdeutsche Vergangenheit?

Unter dem Titel "Demokratie und Diktatur im geteilten Deutschland" fand im März 2016 in Mannheim ein Forschungskolloquium statt. Das Deutschland Archiv veröffentlicht den Vortrag von Prof. Klaus Schönhoven, der zurück blickt auf das vierzigjährige Gegeneinander sowie komplizierte Neben- und Miteinander von Bundesrepublik und DDR.

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Die Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel

Lukkas Busche

Kommunistenverfolgung in der alten Bundesrepublik

Dass es in der DDR aus politischen Gründen Inhaftierte gab, ist gemeinhin bekannt, aber auch in der Bundesrepublik wurden Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt, bestraft und inhaftiert. Lukkas Busche über die Situation der politisch Inhaftierten im Strafgefängnis Wolfenbüttel der 1950er und 1960er Jahre.

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Blick auf den zerstörten Unglücksreaktor 4 des Kernkraftwerkes Tschernobyl im Jahr 2011.

Umweltschutz

Tschernobyl und die Stasi

Am 26. April 1986 kam es zur nuklearen Havarie im sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl. Bis heute halten die Folgen an. Mit welchen Herausforderungen sich die DDR und das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) durch die Katastrophe konfrontiert sahen, schildert Sebastian Stude in diesem Beitrag.

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Polizeifoto vom flüchtigen Odfried Hepp im Zuge der Fahndung nach Mitgliedern der "Wehrsportgruppe Hoffmann" um 1983.

Samuel Salzborn

Die Stasi und der westdeutsche Rechtsterrorismus. Drei Fallstudien (Teil II).

Im ersten Teil skizzierte Samuel Salzborn den Umgang des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) mit dem westdeutschen Rechtsextremismus anhand der Fälle Manfred Roeder und Winfried Priem. Dass eine aktive Beteiligung des MfS an westdeutschem Rechtsextremismus stattfand, belegt er im zweiten Teil seiner Studie: Der Fall Odfried Hepp.

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Die Berliner Mauer am Potsdamer Platz 1978, beschmiert mit nationalsozialistischen Symbolen

Samuel Salzborn

Die Stasi und der westdeutsche Rechtsterrorismus. Drei Fallstudien.

Anhand symptomatischer Fälle zeigt Samuel Salzborn das instrumentelle Verhältnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zum westdeutschen Rechtsextremismus auf. Inwiefern hatte die DDR einen aktiven Anteil am neonazistischen Terrorismus in der Bundesrepublik? Erster Teil: Die Fälle Manfred Roeder und Winfried Priem.

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Reisende auf dem Bahnhof Bebra Mitte der 1970er Jahre, Grenzübergangsstelle nach Thüringen

Thomas Weißbach

"Für den allgemeinen Reiseverkehr freigegeben" – Ost-West Transitverkehr und West-Warenrausch in Erfurt 1975

Nach dem Bau der Mauer weckte die Existenz besonderer Transitzüge das Interesse vieler DDR-Bürger. Die Züge passierten auf ihrer Reise durch mehrere europäische Länder auch die deutsch-deutsche Grenze und führten Waren mit sich, die sonst nur in den Intershop-Läden erhältlich waren, hier aber für Mark der DDR erworben werden konnten.

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Der Zentrale Runde Tisch am 3. Januar 1990 im Konferenzgebäude des Ministerrates der DDR in Niederschönhausen, Berlin-Pankow

Francesca Weil

"Weniger als Feigenblätter…" oder Institutionen zivilgesellschaftlichen Engagements? Die Runden Tische 1989/90 in der DDR

Zwischen November 1989 und Januar 1990 etablierten sich in der DDR Hunderte von Runden Tischen auf allen staatlichen Ebenen. Welche Rolle sie spielten und inwiefern sie Wegbereiter von Systemwandel und -wechsel waren, analysiert Francesca Weil in diesem Beitrag.

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Sitzung des Staatsrates der DDR am 16. April 1970 unter Vorsitz von Walter Ulbricht

Christian Rau

"Eigenverantwortung" im demokratischen Zentralismus? Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973)

Kommunalpolitik in der DDR auf eine Propagandaformel zu reduzieren, wird dem Thema nicht gerecht. Hinter der Renaissance des Begriffes stand im staatsrechtlichen Diskurs ein Ansatz, der auf ein Mehr an lokalen Gestaltungsmöglichkeiten abzielte, ohne freilich an den Grundfesten des demokratischen Zentralismus zu rütteln.

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Beratung für das passende Fernsehgerät in einem Berliner Fachgeschäft 1966

Klaudia Wick

Am Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West zwischen Etablierung und Neuorientierung

Vor einem halben Jahrhundert befand sie sich das kulturelle Leben auf beiden Seiten der Mauer an einem Scheideweg. Klaudia Wick blickt in diesem Beitrag zurück - auf das Fernsehjahr 1966 in Ost und West.

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Fassade eines leerstehenden Hauses in Ost-Berlin

Udo Grashoff

Schwarzwohnen als subversive und zugleich systemstabilisierende Praxis

Welchen Effekt hatten Wohnungsbesetzungen in der SED-Fürsorgediktatur? Hat Schwarzwohnen den Staatsapparat destabilisiert, hat es eher geholfen, das System am Laufen zu halten, oder hat es beide Effekte miteinander verschränkt?

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Straßenszene in Erfurt, Thüringen

Interview

"Wir sollten uns freuen, dass es im Osten Deutschlands neben Berlin wieder attraktive Leuchttürme gibt."

Interview mit den Autoren Theresa Damm und Manuel Slupina vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung über die Ergebnisse ihrer neuen Studie "Im Osten auf Wanderschaft. Wie Umzüge die demografische Landkarte zwischen Rügen und Erzgebirge verändern".

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Weizenbearbeitender Betrieb Cerestar in Barby (Sachsen-Anhalt) - Gemeinschaftwerk "Aufschwung Ost", 1994.

Udo Ludwig

Das Dilemma der nachholenden Modernisierung der ostdeutschen Wirtschaft

Im 25. Jahr der Deutschen Einheit blickt Udo Ludwig zurück auf die Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft: Zwar entwickelte sich in Ostdeutschland ein erfolgreicher Unternehmenssektor, doch seit einem Jahrzehnt reicht seine wirtschaftliche Dynamik nicht mehr aus, um den Abstand gegenüber den westlichen Bundesländern zu verkürzen.

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Helmut Schmidt bei einer Veranstaltung in Berlin im Oktober 2008

Meik Woyke

Zum Gedenken an Helmut Schmidt (1918–2015)

Im November 2015 verstarb im hohen Alter Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt. Auch nach dem Rückzug aus der aktiven Politik war er ein gefragter Mann, der das Weltgeschehen bis zuletzt kritisch analysierte – sei es als Autor zahlreicher Bücher, eloquenter Gesprächspartner oder als brillanter Redner. Am 23. Dezember 2015 wäre Schmidt 97 Jahre alt geworden.

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Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei seiner vielbeachteten Rede im Bonner Bundestag am 8. Mai 1985 während der Feierstunde zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Aus dem Deutschland Archiv

"Wir […] müssen die Vergangenheit annehmen" Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985

Die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 hat bis heute große Bedeutung für die gesamtdeutsche Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren. Ihre Wirkung war auch Thema der Trauerreden und Nachrufe, als Weizsäcker im Januar 2015 verstarb. Eine Würdigung von Katrin Hammerstein und Birgit Hofmann.

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Max Fechner, Walter Ulbricht und der Leiter der Sendereihe "Mit dem Herzen dabei" Hans-Georg Ponesky im April 1966

Susanne Fischer

Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik?

Als Justizminister Max Fechner 1953 seines Amtes enthoben wurde, warf man ihm unter anderem homosexuelle Handlungen unter Ausnutzung seines Dienstverhältnisses vor. Stein des Anstoßes war jedoch, dass Fechner zum Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 geäußert hatte, Streik sei im Sozialismus kein Straftatbestand.

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Auftritt von Manfred Krug (Mitte) mit den "Jazz-Optimisten" in der Reihe "Lyrik-Jazz-Prosa" im Oktober 1965 in der Berliner Kongresshalle

Michael Lühmann

"Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg"

Wie die SED im Jahr 1965 beschloss, die Realität abzuschaffen und darüber ihren Nachwuchs verlor - Michael Lühmann über die Folgen des 11. Plenums des Zentralkomitees der SED vom 15. bis 18. Dezember 1965 für die Kulturpolitik der DDR.

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Franz Josef Strauß im Mai 1966

Enrico Brissa

Die "Agenten-Diskussion" um Franz Josef Strauß: Wissenschaftlicher Diskurs oder Meinungsaustausch?

Zugleich Duplik auf: Christopher Nehring, Alter Wein in neuen Schläuchen. Wie Franz Josef Strauß zum Agent (gemacht) wurde.

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Franz Josef Strauss mit einer privaten Propellermaschine im Jahr 1969

Christopher Nehring

Alter Wein in neuen Schläuchen. Wie Franz Josef Strauß zum Agent (gemacht) wurde

War Franz Josef Strauß ein Agent? Muss die Geschichte umgeschrieben werden? Der vorliegende Beitrag kommt zu einem gänzlich anderen Ergebnis: Auswertungen von Geheimdienstarchiven legen den Schluss nahe, dass es sich um eine Desinformationskampagne ("aktive Maßnahme") des sowjetischen Geheimdienstes KGB handelte.

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Ein Bauer, ein Traktorist und die Vertreter der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) in der Magdeburger Börde 1952

Christian Booß

Von der Massenorganisation zur Landwirtschaftlichen Pressure Group - Die Wandlung der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) zum Bauernverband 1990

Um ländliche Strukturen und Mentalitäten zu verstehen, lohnt ein Blick zurück: Christian Booß skizziert die Entwicklungen in Ostdeutschland von der "Stunde null" der VdgB nach dem Zweiten Weltkrieg über die 1950er und 1980er Jahre bis zur Deutschen Einheit.

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Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendweihe in Berlin nach der feierlichen Überreichung der Urkunde und des Buches "Weltall, Erde, Mensch", 1958

Kornelius Ens

Die Jugendweihe als zentrales Konfliktfeld des Erziehungsanspruchs zwischen Staat und evangelischer Kirche

Die SED begriff die Jugend als Träger und Garant für die Zukunft, aber auch für die Gemeindestruktur der Kirchen war sie von großer Bedeutung. Dieser Beitrag geht der Frage nach, welche Rolle der Jugendweihe in den 1950er Jahren in diesem Spannungsfeld zukam.

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Entwurf des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin: Perspektivische Ansicht vom Schloss (von Norden) aus betrachtet

Stefanie Endlich

Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig

Zwei Denkmalsvorhaben wurden auf den Weg gebracht, die an die "Friedliche Revolution" erinnern sollen. Der Beitrag informiert über die unterschiedlichen Zielsetzungen, zeichnet die Entstehungsgeschichte der beiden Vorhaben nach, beschreibt die von den Jurys ausgewählten Entwürfe und macht den Versuch, den Stand der Dinge im Oktober 2015 einzuschätzen.

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James A. Baker with Walter Momper and Hans-Dietrich Genscher, visiting the Berlin Wall at Potsdamer Platz on Dezember 12, 1989

James D. Bindenagel

The Role of the United States in German Unification

James D. Bindenagel diente 1989/1990 an der US-amerikanischen Botschaft in Ost-Berlin als stellvertretender Botschafter. Der Leiter des Center for International Security and Governance an der Universität Bonn erinnert sich an diese bewegten Monate und beschreibt aus seiner Sicht die Haltung der US-Administration in der Zeit bis zur Deutschen Einheit.

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Wolfgang Schäuble, Bundesminister des Innern und Günther Krause, Staatssekretär im Amt des DDR-Ministerpräsidenten begrüßen sich Anfang August 1990 bei einer Verhandlungsrunde über den Einigungsvertrag

Horst Viehmann

Dienstreise nach Pankow 1979 bis 1983 – Ein Reisebericht. Teil II: "Nachtrag 1989/1990 – Die Wiedervereinigung"

Im ersten Teil veröffentlichte das Deutschland Archiv die Erinnerungen von Horst Viehmann an seine Zeit bei der "Ständigen Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR" in Ost-Berlin. In diesem zweiten Teil berichtet er von seiner Arbeit als Leiter des Referats "Innerdeutsche Beziehungen" im Bundesjustizministerium während des Prozesses der Deutschen Einheit.

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Die weißen Spitzen zweier Infozelte für den "Tag der Deutschen Einheit" ragen am 01.10.2015 in Frankfurt am Main (Hessen) auf dem Frankfurter Römer empor. Auch hier wird am Samstag das Einheitsfest gefeiert.

Interview

"Grenzen überwinden": Das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt am Main

Seit 1991 finden die zentralen Feste zum Tag der Deutschen Einheit immer in der Hauptstadt des Bundeslandes statt, das in diesem Jahr den Vorsitz im Bundesrat innehat. Damit soll die zentrale Rolle des Föderalismus in der deutschen Demokratie unterstrichen werden. Nach 1999 hat das Land Hessen zu diesem 25. Jahrestag der Deutschen Einheit zum zweiten Mal die Gelegenheit, die Feierlichkeiten auszurichten. Zu diesen und ihrer Bedeutung für Hessen befragte das Deutschland Archiv den Sprecher der hessischen Landesregierung, Herrn Staatssekretär Michael Bußer.

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Die Delegation der Volkskammer der DDR am Flughafen Schönefeld vor ihrem Abflug nach Bonn am 19. September 1952

Andreas Meier

Gesprächsstrategie im Kalten Krieg: Empfang einer Volkskammerdelegation im Deutschen Bundestag 1952

Dieser Beitrag thematisiert eine "vorwegnehmende Utopie", mit der der damalige Präsident des Deutschen Bundestages Hermann Ehlers (CDU) 1952 im Kalten Krieg gesellschaftliche Gesprächsforen in beiden deutschen Staaten politisch nutzen wollte mit dem Ziel, die deutsche Einheit in freiheitlicher Ordnung herbeizuführen.

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Das damalige Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen am Bonner Rheinufer, Juni 1955

Julia Reuschenbach

Nur ein Provisorium? – Bonner Hauptstadtarchitektur seit 1949

In der Rückschau auf die Architektur der "Bonner Republik" erweist sich gerade das Vorläufige, das immer wieder Kompromisshafte, letztlich als Stärke Bonns. Ob auch die Idee einer demokratischen Bauweise verfolgt wurde, untersucht Julia Reuschenbach in diesem Beitrag.

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Ein DDR-Handelsschiff im Hafen von Aden, Südjemen, Ende der 1970er Jahre

Hans Jürgen Wendler

Aden 1986: Die vergessene Evakuierung. Ein Beitrag zur Krisendiplomatie beider deutscher Staaten und zur Geschichte der DDR-Handelsmarine

In der Schlussphase des Kalten Krieges treibt ein Bürgerkrieg im sozialistischen Südjemen Tausende von Ausländern an den Strand von Aden. In einer blockübergreifenden Aktion werden sie von Schiffen aus Ost und West gerettet. 30. Jahre später erinnert dieser Beitrag an das Geschehen.

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Ein Stück der Berliner Mauer vor der Deutschen Botschaft in Washington DC

Stefanie Eisenhuth, Hanno Hochmuth und Konrad H. Jarausch

Alles andere als ausgeforscht. Aktuelle Erweiterungen der DDR-Forschung

Welchen Sinn und Zweck hat die DDR-Forschung heute? Diese Frage diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem Seminar auf der 39. Konferenz der amerikanischen German Studies Association (GSA) im Oktober 2015 in Washington. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Verortung der DDR im 20. Jahrhundert, auf transnationalen Perspektiven sowie auf der Frage der "instabilen Stabilität" des SED-Regimes in den 1970er und 1980er Jahren.

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Franz Bertele, Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR 1989-1990, entfernt das Schild an seinem Dienstgebäude

Horst Viehmann

Dienstreise nach Pankow 1979 bis 1983 – Ein Reisebericht. Teil I: "Humanitäre Angelegenheiten"

Horst Viehmann war zwischen 1979 und 1983 vom Bundesjustizministerium an die "Ständige Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR" in der Ost-Berliner Hannoverschen Straße als Referatsleiter in der Rechtsabteilung abgeordnet. Über diese schwierige und spannende Zeit hat er für seine Familie seine Erinnerungen aufgezeichnet. Das Deutschland Archiv veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors Ausschnitte daraus.

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Die Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz hat eine wechselvolle Geschichte

Carina Baganz

Kennwort "Leuchtboje" – Das geplante Isolierungslager der Staatssicherheit auf der Burg Hohnstein

Für den Fall einer bewaffneten Konfrontation oder innerer Unruhen gab es in der DDR detaillierte Pläne zur Überwachung und Inhaftierung echter und vermeintlicher Regimegegner. Einer der möglichen Haftorte hätte auf der vom nationalsozialistischen Regime als frühes Konzentrationslager genutzten Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz entstehen sollen.

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Blick auf die Freiganghöfe für Einzelhäftlinge des einstigen Stasi-Gefängnisses Bautzen II. Im Gebäude befindet sich seit 1994 die Gedenkstätte Bautzen

Udo Grashoff

Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten

Warum haben sich in Gefängnissen der DDR weniger Gefangene das Leben genommen als in der Bundesrepublik? Wie der Ost-West Unterschied erklärt werden kann und welche strukturellen Faktoren eine Rolle spielten, analysiert Udo Grashoff in diesem Beitrag.

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Franz Josef Strauß im Oktober 1966

Enrico Brissa

Dokumentation: Zu einer möglichen Spionagetätigkeit von Franz Josef Strauß für das Office of Strategic Services (OSS)

Vor hundert Jahren wurde Franz Josef Strauß geboren. Neu entdeckte Akten des vormaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und des Bundesnachrichtendienstes enthalten bislang unbekannte Hinweise auf eine mögliche nachrichtendienstliche Verbindung von Strauß zu den USA. Zur Überprüfung dieser Hinweise auf eine Spionagetätigkeit stellt Enrico Brissa die von ihm entdeckten wichtigsten Dokumente vor und unterzieht sie einer historisch-kritischen Überprüfung.

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Flaggen der Bundesländer am Tag der Deutschen Einheit in Schwerin 1992. Seit 1987 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Schwerin und Wuppertal

Costanza Calabretta

Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit

Die offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit findet jährlich in der Hauptstadt des Landes statt, welches den Vorsitz im Bundesrat innehat. Welche Bedeutung der 3. Oktober seit 1990 für die innerdeutschen Städtepartnerschaften hat, untersucht Constanza Calabretta in ihrem Beitrag.

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Matrose auf einem Minenleg- und Räumschiff der Volksmarine 1971 bei der Reinigung des "Bordgeschütz"

Stefan Kahlau

Die NVA im DEFA-Spielfilm von den 1950er bis zu den 1970er Jahren

Anhand der beiden DEFA-Spielfilme "Im Sonderauftrag" von 1959 und "Ein Katzensprung" von 1977 analysiert Stefan Kahlau, inwiefern sich die Darstellung der NVA im DEFA-Film im Verlauf der staatlichen Entwicklung der DDR und ihrer bewaffneten Organe gewandelt hat.

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Gratulation in adidas-Schuhen. NOK-Vize Rudi Hellmann gratuliert Erich Mielke zum 35. Jahrestag des Ministeriums für Staatssicherheit. Ihn begleiten drei Sportler des SC Dynamo, 1985

Peter Boeger

Kampf gegen "Professionalisierung und Kommerzialisierung" im Sport. Wie die DDR dennoch zu einem adidas-Land wurde (Teil II)

Im ersten Teil seines Beitrags schilderte Peter Boeger die Positionen der DDR-Führung gegenüber dem westdeutschen Sportartikelhersteller. In diesem abschließenden Teil geht er darauf ein, wie es adidas doch noch gelang, seine Präsenz in der DDR auszubauen.

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Demonstranten beklebten im November 1989 die Wände des Hauses der Volkskammer in Berlin mit auf Tapeten geschriebenen Losungen wie "Demokratie jetzt und hier"

Norbert Lammert

Der Beitrag der Volkskammer zur Geschichte des deutschen Parlamentarismus

Bundestagspräsident Norbert Lammert sprach am 18. März 2015 im Deutschen Historischen Museum anlässlich des Symposiums "Das letzte Jahr der DDR. Von der Volkskammerwahl zur Wiedervereinigung". In seiner Rede zum 25. Jahrestag der ersten freien Volkskammerwahlen in der DDR würdigte er die Bedeutung dieses Parlaments und die Arbeit seiner Parlamentarier.

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Manfred Ewald zeichnet auf dem NOK-Schwimmfest 1983 Sven Lodziewski und Birte Weigang mit dem Wanderpokal des Nationalen Olympischen Komitees der DDR aus

Peter Boeger

Kampf gegen "Professionalisierung und Kommerzialisierung" im Sport. Wie die DDR dennoch zu einem adidas-Land wurde

Für die DDR-Führung verkörperte der westdeutsche Sportartikel-Konzern adidas die negativen Seiten einer Professionalisierung und Kommerzialisierung des Sports. In seinem zweiteiligen Beitrag zeigt Peter Boeger, wie durch eine Mischung aus Einflussnahme und Mangelwirtschaft adidas dennoch in der DDR Eingang fand.

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Wachturm, Stacheldraht und hohe Mauern am ehemaligen Zentralgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin Hohenschönhausen

Elisabeth Martin

Die Stasi-Vernehmer und Wärter von Berlin-Hohenschönhausen

In ihrem Beitrag untersucht Elisabeth Martin Herkunft, Arbeitsweise und Mentalität der Wärter und Vernehmer im zentralen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen. Dabei stellt sie sich die Frage, inwiefern das Handeln aus Überzeugung geschah und wie das SED-Regime die Loyalität des Stasi-Personals sicherstellte.

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Horst Schüler, Sprecher der Lagergemeinschaft, bei der Gedenkminute im Hof der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg

Ivanka Graffius

"Tore zur Freiheit. Vor 60 Jahren: Rückkehr aus sowjetischer Haft 1955. Vor 25 Jahren: Die Wiedervereinigung Deutschlands 1990"

Auf der Jahrestagung der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion diskutierten ehemalige politische Häftlinge, ihre Familienangehörigen sowie am Thema Interessierte unter anderem über den Freiheitsbegriff, das Grenzdurchgangslager Friedland sowie Entschädigungsleistungen.

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Detlev Rohwedder, Präsident der Treuhandanstalt, im Kreise von Vorstandsmitgliedern bei einer Pressekonferenz am 27. November 1990

Marcus Böick

"Not as Grimm as it looks"? Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt und den deutschen Wirtschaftsumbau nach 1990

Nach 25 Jahren ist es Zeit für eine Neu-Kontextualisierung, sagt Marcus Böick und betrachtet den durch die Treuhandanstalt verantworteten Wirtschaftsumbau im soeben vereinten Deutschland aus Sicht US-amerikanischer und britischer Medien.

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Alexander Schalck-Golodkowski im Jahr 1988

Matthias Judt

Ein kommunistischer Kapitalist. Zum Tode von Alexander Schalck-Golodkowski

Er war eine der schillerndsten Figuren der DDR: Alexander Schalck-Golodkowski, Staatssekretär im Ministerium für Außenhandel und Chef eines scheinbar undurchsichtigen Firmenimperiums, dann "Republikflüchtling" und Angeklagter in Gerichtsverfahren. Am 21. Juni verstarb Schalck-Golodkowski. Matthias Judt veröffentlichte 2013 eine Studie zum von Schalck-Golodkowski geleiteten "Bereich Kommerzielle Koordinierung" und versucht in seinem Nachruf, die Dinge einzuordnen.

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Bürgerinnen und Bürger vor der Genossenschaftskasse in Gera am Tag der Währungsunion am 1. Juli 1990

Marvin Brendel

Die Transformation der ostdeutschen Genossenschaftsbanken nach 1989

In der DDR mussten sich die Kreditgenossenschaften weitgehend der sozialistischen Wirtschafts- und Finanzpolitik unterordnen. Mit der Wende 1989/90 standen sie quasi über Nacht vor einem Transformationsprozess zurück zu Universalbanken mit genossenschaftlicher Selbstverwaltung.

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Lageplan der damaligen Wilhelm-Pieck-Straße mit Verteilung der Auskunftspersonen

Helmut Müller-Enbergs

Die Stasi nutzte neben den "inoffiziellen Mitarbeitern" auch "Auskunftspersonen" – Der Fall Saalfeld

Als Auskunftspersonen des Ministeriums für Staatssicherheit sind Bürger anzusehen, die auf Nachfrage bereit waren, Informationen über Personen aus ihrem Umfeld zu geben. Am Beispiel Saalfeld untersucht Helmut Müller-Enbergs, wie viele und welche Akteure in den Akten verzeichnet sind und ob sich die Erkenntnisse auf das Gebiet der DDR übertragen lassen.

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Baracken in Berndshof im Februar 2013

Falk Bersch, Hans Hermann Dirksen

"Nie wieder nach Berndshof!" Allgemeiner Strafvollzug und Militärstrafvollzug in Berndshof/Ueckermünde 1952-1972

Seit 1952 befand sich in Berndshof am Oderhaff eine Strafvollzugseinrichtung für verschiedene Häftlingsgruppen in der DDR. Unter ihnen waren auch Wehrdienstverweigerer. In den Jahren 1954 bis 1959 war ein Viertel aller in Berndshof eingelieferten Strafgefangenen wegen politischer Delikte verurteilt. Der Beitrag schildert die wechselvolle Geschichte dieses Haftortes.

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Der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski im Jahr 2002

Wolfgang Templin

Wladyslaw Bartoszewski - Ein Leben für die Verständigung

Der Historiker und ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski war als Häftling in Auschwitz und engagierte sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nach dem Krieg setzte er sich für die Versöhnung zwischen Polen und Deutschen ein. Am 24. April 2015 verstarb Wladyslaw Bartoszewski im Alter von 93 Jahren. Wolfgang Templin würdigt im Deutschland Archiv Online diesen europäischen Politiker.

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Michael Arnold, Leipzig 26.2.1990

Horst Lange und Uwe Matthes
Deutschland Archiv, 29.5.2015

25 Jahre danach - Erinnerungen, Fragen, Thesen.

Im Frühjahr 1990 führten Horst Lange und Uwe Matthes zusammen mit dem Institut für Film, Bild und Ton Interviews mit Persönlichkeiten der DDR. Noch im gleichen Jahr veröffentlichten sie ihre Erkenntnisse im Deutschland Archiv. Ein Vierteljahrhundert später halten sie noch einmal Rückschau, denn auch heute noch sind die Interviews - mittlerweile öffentlich zugänglich - nicht weniger spannend oder aussagekräftig.

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Silvesterfeier am Brandenburger Tor, 1. Januar 1990

Horst Lange und Uwe Matthes
Deutschland Archiv, J 23 (1990) H 11

Ein Jahr danach - Auf der Suche nach Fragen und Antworten zur Wende in der DDR

Während die kurz- und mittelfristigen Folgen des Herbst 1989 einige Monate später erkenn- und erlebbar waren, fragten Horst Lange und Uwe Matthes im Frühjahr 1990 nach den Ursachen und Akteuren und führten - noch vor den Wahlen am 18. März - Gespräche mit Vertretern aus Politik, Kirche, Kultur und Literatur zu den Ereignissen des Umbruchs in der DDR (PDF).

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Die Kathedrale von Coventry, Ruine und Neubau

Marianne Howarth

Coventry – Dresden, Manchester – Chemnitz, Aberdeen – Rostock. Städtepartnerschaften im Schatten des Kalten Krieges

Während aller Etappen der Geschichte der Beziehungen zwischen Großbritannien und der DDR gab es auf britischer Seite den Wunsch, mit Städten in der DDR in freundschaftliche Partnerschaften einzutreten. Ein Sonderfall ist die Partnerschaft zwischen Coventry und Dresden.

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Zerstörter Straßenzug in Kiew in der Ukraine im Jahr 1941

Jörg Baberowski

Verwüstetes Land: Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg

In seinem Essay beschreibt der Berliner Professor für Geschichte Osteuropas anschaulich die Situation im Osten des europäischen Kriegsschauplatzes nach dem alliierten Sieg über das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten und erinnert an ein in Deutschland vernachlässigtes Kapitel der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte Europas - das verspätete Kriegsende in Osteuropa.

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Spaziergang einer kinderreichen Familie aus Berlin-Lichtenberg im März 1978

Christoph Lorke

"Soziale Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit": Kinderreiche Familien in der DDR

In der DDR hatten sich nach Auffassung der Staats- und Parteiführung mit der Überwindung "kapitalistischer" Gesellschaftsverhältnisse Fragen um Armut und soziale Ungleichheit per se erübrigt. Am Beispiel der kinderreichen Familien geht dieser Beitrag der Frage nach, wie sich die Abweichungen zwischen politischem Anspruch und der sozialen Wirklichkeit historisch fassen lassen können.

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Die Zeitschrift "Grenzfall", eine politische Untergrundzeitschrift (Samisdat) der DDR-Opposition

Dirk Moldt

Die frohe Botschaft des Widerstands

Dirk Moldt engagierte sich seit Mitte der 1980er Jahre in der offenen Jugendarbeit, der Kirche von Unten und der Umweltbibliothek Berlin sowie in verschiedenen Theater- und Bandprojekten. Seine SED-kritischen Ansichten publizierte er im Samisdat (im Eigenverlag, außerhalb der staatlichen Zensur). Als Akteur der Friedlichen Revolution setzt er sich in diesem Essay mit der Erinnerung an diese Zeit und ihre Protagonisten auseinander.

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Das Krankenhaus in Berlin-Buch im Februar 1990

Heidrun Budde

Medizin im Dienste der Staatssicherheit

Der Missbrauch der Medizin für die Zwecke des Ministeriums für Staatssicherheit gehört zum dunkelsten Kapitel der DDR-Vergangenheit und es gibt Gründe dafür, dass Erich Mielke diesen Themenbereich zur Chefsache erklärte. Heidrun Budde gibt in diesem Beitrag Einblick in dieses brisante und bislang noch wenig erforschte Thema.

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Die an der neuen DDR-Regierung beteiligten Parteien unterzeichnen in der Volkskammer in Berlin die Koalitionsvereinbarung. V.l.n.r.: Rainer Eppelmann, Markus Meckel, Lothar de Maiziere, Hans-Wilhelm Ebeling und Prof. Dr. Rainer Ortleb.

Interview

"Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung"

Rainer Eppelmann und Markus Meckel - beide DDR-Oppositionelle - gehörten der ersten und einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR an. Rainer Eppelmann diente zudem als Minister für Abrüstung und Verteidigung und Markus Meckel als Außenminister im Kabinett von Ministerpräsident Lothar de Maizière. Im vereinigten Deutschland gehörten sie beide mehreren Deutschen Bundestagen an. Im ersten Teil des Interviews sprachen die beiden Politiker über ihre Sozialisation und ihren Weg in die Opposition, im zweiten Teil fragt das Deutschland Archiv nach ihren Erfahrungen im letzten Jahr der DDR und im vereinten Deutschland.

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Markus Meckel und Rainer Eppelmann in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 19. Februar 2015

Interview

"Wer kann das, alltäglich ein Held sein?"

Am 18. März 1990 fand die erste und einzige freie Wahl der Volkskammer der DDR statt. Rainer Eppelmann und Markus Meckel - beide DDR-Oppositionelle - gehörten ihr bis zu ihrer Auflösung am 2. Oktober 1990 an. Das Deutschland Archiv hatte die Gelegenheit, mit beiden zu sprechen: über ihre Karrieren, ihre Rollen als Neu-Politiker aus der untergegangenen DDR sowie ihre Wirkung und Positionen im vereinten Deutschland.

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Staatsbesuch 1965 in Ägypten: Walter Ulbricht besichtigt die antiken Kultur-Denkmäler im Tal der Könige.

Josephine Evens

Die Imagepflege der Kultur- und Informationszentren der DDR im Ausland bis zur internationalen Anerkennung 1972/73

Die Bundesrepublik Deutschland war mit ihrer Gründung 1949 völkerrechtlich weltweit anerkannt, die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hingegen nur im "sozialistischen Lager" Osteuropas und Asiens. Um unterhalb der diplomatischen Ebene für die völkerrechtliche Anerkennung werben zu können, rief die DDR umfassende Initiativen zur außenpolitischen Imagepflege ins Leben. Eine dieser Initiativen war die Einrichtung der "Kultur- und Informationszentren" (KIZ) der DDR im Ausland.

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Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, Ansicht 1960

Ulf Gutfleisch

Deutsch-deutsche Bespitzelung: Spione der DDR vor bundesdeutschen Gerichten

Bedingt durch ihre besondere Lage als Frontstaat des Kalten Krieges, entwickelte sich die Bundesrepublik Deutschland in den 1950er und 1960er Jahren zu einer maßgeblichen Operationsbasis für Nachrichtendienste aus Ost und West. Auch die DDR unterhielt auf dem Gebiet der Bundesrepublik ein ausgedehntes Netzwerk von Spionen. Die Bundesrepublik wehrte sich gegen die Spionage aus Ost-Berlin nicht nur mit Mitteln der Spionageabwehr, sondern auch mit einer strengen Strafjustiz.

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Junge Pioniere mit ihren typischen Halstüchern vor dem Gebäude einer Grundschule

Pamela Heß

Mehr Gemeinschaftsgefühl und ein stärkerer sozialer Zusammenhalt? Erinnerungen an die DDR als Potenzial für Generationenkonflikte

Sind positive Erinnerungen an das Gemeinschaftsgefühl in der DDR ein generationenspezifisches Phänomen? Interviews mit Familien zeigen, dass insbesondere die "Wendekinder" heute einen deutlich anderen Blick auf die DDR-Vergangenheit haben als die Generation ihrer Eltern.

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Ausschnitt aus dem Foto zur Veranstaltung "25 Jahre geteilte Geschichte" im Oktober 2014 im Historischen Museum Hannover

Irmhild Schrader, Anna Joskowski

Mauerfall mit Migrationshintergrund

Einwanderung war ein gesellschaftliches Phänomen in der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Wenn von den gesellschaftlichen Umbrüchen 1989 die Rede ist, finden die Sichtweisen von Einwanderinnen und Einwanderern jedoch nur selten Eingang in die Gedenkfeierlichkeiten und Geschichtsbücher, obwohl sich mit dem Fall der Mauer auch ihre Lebensbedingungen drastisch veränderten.

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Blick auf Häuser in dem kleinen Ort Loitz in Mecklenburg-Vorpommern, der wie viele ländliche Regionen von der Abwanderung betroffen ist.

Tom Thieme

Sind wir ein Volk? Zur demografischen Entwicklung in Deutschland seit der Wiedervereinigung

Haben wir es mit Blick auf die Entwicklung der Bevölkerung in den letzten 25 Jahren mit grundlegenden oder eher nur partiellen Veränderungen zu tun? Sind die Bevölkerungsstrukturen in Ost und West wie vor 1989/90 noch immer stark verschieden oder dominieren mittlerweile andere Gegensätze wie beispielsweise Nord-Süd oder Stadt-Land die demografischen Unterschiede in Deutschland? Diesen Fragen geht Tom Thieme in seinem Beitrag nach.

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Die Hand einer nicht im Bild befindlichen Person, die einen Stimmzettel in eine Wahlurne wirft. Im Hintergrund überwachen zwei Wahlhelfer die Stimmabgabe. Das Foto entstand in einem Duisburger Wahllokal während der nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen 2004.

Lars Holtkamp, Thomas Bathge

Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland

Mit der Deutschen Einheit trafen zwei unterschiedliche Parteiensysteme aufeinander. Dieser Beitrag analysiert die Entwicklung der Parteien sowie das Wählerverhalten in Ost und West in den folgenden Jahren unter der Prämisse, dass eher von einer "Regionalisierung" des Parteiensystems auszugehen ist. Die Untersuchung der Demokratieformen auf kommunaler Ebene zeigt große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.

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Euromünzen auf ostdeutschen und westdeutschen Bundesländern auf einer Landkarte

Kristina van Deuverden

Solidarpakt und kein Ende?

Im Jahr 2019 werden die ostdeutschen Länder letztmalig Zahlungen zum Ausgleich teilungsbedingter Sonderlasten erhalten. Aber auch dann wird deren Finanzkraft noch immer schwach sein. Da ab 2020 für die Länder die Schuldenbremse gilt, sollte die Gelegenheit für eine grundlegende Reform der föderalen Finanzbeziehungen genutzt werden. Dabei sollten Ansprüche allerdings nicht länger regional sondern sachlich begründet sein; 25 Jahre nach der Deutschen Einheit ist es an der Zeit für eine gesamtdeutsche Lösung.

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"Udo rockt für den Weltfrieden": Die Mediathek zeigt anhand ausgewählter Dokumente, wie das Konzert von Udo Lindenberg im Jahr 1983 die Stasi über Wochen beschäftigte

Interview

"Kleines Schaufenster in das Stasi-Archiv"

25 Jahre nach der Stürmung der Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990 und der Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit präsentierte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, eine neue Online-Mediathek mit zahlreichen Original-Dokumenten aus dem Archiv. Das Deutschland Archiv befragte das Team der Mediathek beim BStU zu Inhalten, Ziel und Nutzen der Plattform.

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Berlin, 31.5.1988.

Erich Röper

Die Mauer in westdeutschen Köpfen

Der Mauerbau sollte auch die Kommunikation der Menschen von West nach Ost und umgekehrt einschränken. Es gab aber auch schon zuvor eine staatliche Abgrenzung Westdeutschlands zur SBZ / DDR. Auch auf der zwischenmenschlichen Ebene kehrten die Westdeutschen dem Osten mehr und mehr den Rücken zu; diese emotionale Abgrenzung von der früheren DDR und den heutigen östlichen Bundesländern war und ist auch eine Mauer in den Köpfen, schreibt Erich Röper in seinem Beitrag, den er auf der Deutschlandforschertagung 2014 zur Diskussion stellte.

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Der Historiker Hermann Weber im Jahr 2003 mit seinem Buch "Damals als ich Wunderlich hieß" in seinem Arbeitszimmer in Mannheim

Klaus Schönhoven

Zeitzeuge und Zeithistoriker. Würdigung von Prof. Dr. Hermann Weber (1928-2014)

Am 29. Dezember 2014 verstarb Prof. Dr. Hermann Weber im Alter von 86 Jahren. Kaum ein Historiker hat in der deutschen Nachkriegsgeschichte eine so umfassende Zustimmung erfahren. Der Hochschulprofessor war Mitglied im Stiftungsrat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und allseits anerkannter Kommunismus- und DDR-Forscher. Hermann Weber hat jahrzehntelang im Deutschland Archiv publiziert, Grund genug, ihn auch hier zu würdigen. Das DA veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Klaus Schönhoven die Gedenkrede, die er am 28. Januar 2015 auf der Trauerfeier in Mannheim gehalten hat.

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Fußballfans beim Freundschaftsspiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin am  27. Januar 1990

Dariusz Wojtaszyn

Fußball verbindet? Hertha BSC (West-Berlin) und der 1. FC Union (Ost-Berlin) vor und nach 1990

In der geteilten Stadt erregten besonders zwei Mannschaften große Aufmerksamkeit: Hertha BSC (Bundesliga) und 1. FC Union (DDR-Oberliga). Dieser Beitrag betrachtet die Funktionsweise der Fußballklubs sowie der informellen Gruppen von Hertha- und Unionfans und ihren Verbindungen und Freundschaften "hinter der Mauer" vor und nach 1990.

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Besuchergruppe betrachtet das Denkmal in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald

Julia Reuschenbach

"Tempel des Antifaschismus"? - Die Nationalen Mahn- und Gedenkstätten der DDR

Die Nationalen Mahn- und Gedenkstätten der DDR stellten ein wichtiges Instrument des staatlichen Antifaschismus dar. Nach der Wiedervereinigung standen zwei Herausforderungen im Vordergrund: die differenzierte Darstellung aller Opfergruppen in den Ausstellungen sowie die Thematisierung der sowjetischen Speziallager einschließlich der Frage, wie eine künftige Gedenkstättenkonzeption an Orten mit "doppelter Vergangenheit" aussehen konnte.

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Besucherinnen und Besucher laufen durch die Reichstagskuppel in Berlin

Tom Mannewitz

25 Jahre nach der Wiedervereinigung: Welche Demokratie wollen die Deutschen?

Hat die DDR-Vergangenheit die demokratischen Präferenzen der Menschen nachhaltig geformt? Gibt es so etwas wie ein einheitliches ost- oder westdeutsches Demokratieverständnis? Anhand eines Vergleichs der Bundesländer untersucht dieser Beitrag den Stand der "inneren Einheit" und geht der Frage nach, was die Menschen in Ost und West unter einer "guten" politischen Ordnung verstehen und was dies zukünftig für die Sozialwissenschaft bedeutet.

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Wartburg-Modell: Johannes Uhlmann, Karl-Heinz Schaarschmidt, Günter Kranke, TU Dresden 1988

Sylvia Wölfel

Die Gestaltung des Wandels: Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess

Die Ausbildung von Industriedesignern, der Aufbau von Designabteilungen in den Betrieben und die Integration der Formgestaltung in die Produktentwicklung bestimmten in der "sozialistischen Moderne" die staatliche Designförderung. Wie gestalteten sich die Entwurfsprozesse vor und nach 1990 und was geschah mit dieser Berufsgruppe, als sich die Rahmenbedingungen änderten?

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Die norwegische Landesflagge vor dem Brandenburger Tor. Anlass des Besuchs der Norwegischen Garde in Deutschland war die erste Erdgaslieferung von Norwegen nach Sachsen

Hans Otto Frøland

Von Misstrauen (bis) zur zuverlässigen Interessengemeinschaft. Eine Kontextualisierung der norwegischen Freundschaftspflege mit dem vereinten Deutschland

Deutschland ist Norwegens wichtigster Partner in Europa. Das war nicht immer so. Lange Zeit hielt sich eine latente Angst vor dem "deutschen Problem". Daher hing die norwegische Zustimmung zur deutschen Einheit von einer NATO-Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands ab.

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Der Straßenradsportler Uwe Raab wurde 1982 DDR-Meister im 50-km-Einzelzeitfahren

Berno Bahro

Wende und Vereinigung im deutschen Radsport 1989/90 - Ist die sportliche Einheit gescheitert?

Im zweiten Teil seiner Analyse beschreibt Berno Bahro den Reformprozess in der Verbandsstruktur des Radsports sowie die Finanzierungsmöglichkeiten in den 1990er Jahren und hinterfragt, ob die Vereinigung der beiden Sportsysteme und somit die "sportliche Einheit" als gelungen bezeichnet werden kann.

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Rennen Berlin-Leipzig 1988, ein Klassiker im Straßenradsport der DDR

Berno Bahro

Wende und Vereinigung im deutschen Radsport 1989/90 - Der Sport als Sonderfall der deutschen Einheit

Der Radrennsport zählte in der DDR zu den besonders geförderten Sportarten und die DDR-Radsportler feierten internationale Erfolge. Berno Bahro beleuchtet in seinem zweiteiligen Beitrag die Entwicklungen innerhalb des Deutschen Radsport-Verbandes der DDR im Herbst 1989 und analysiert, wie sich der Transformationsprozess auf den Radsport auswirkte.

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Christoph Kleßmann

Christoph Kleßmann

Was bleibt von der Mauer? Gemeinsame Nachkriegsgeschichte in Deutschland, in Europa?

In seinem Einführungsvortrag blickt Christoph Kleßmann zurück auf das Leben und den Alltag mit der Mauer und erläutert das Konzept einer integrierten deutschen Nachkriegsgeschichte, die immer auch aus der europäischen Perspektive betrachtet werden sollte.

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Arbeiterinnen im Stahl- und Walzwerk Brandenburg im Januar 1960.

Monica Fioravanzo

Das Frauenleitbild in der politischen Frauenpresse der DDR und der Kommunistischen Partei Italiens im Vergleich (1961-1989)

Im zweiten Teil ihrer Untersuchung über die in Frauenzeitschriften propagierten kommunistischen Frauenbilder widmet sich Monica Fioravanzo der DDR und dem Italien zwischen 1960 und 1989. Sie zeichnet nach, wie sich die italienische linke Frauenbewegung und ihre Zeitschrift von ihren Mentoren in der Kommunistischen Partei emanzipieren konnten, während die Publikation des Demokratischen Frauenbunds in der DDR trotz Herausforderungen dem von der SED verordneten Frauenbild treu blieb.

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Mauerspecht an der Berliner Mauer im November 1989

Tagungsdokumentation

Deutschlandforschertagung 2014

Auf der Deutschlandforschertagung vom 30. Oktober bis zum 1. November 2014 in Weimar gingen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Frage nach "Was bleibt von der Mauer?" Ein wichtiger Ausgangspunkt für die weiteren Betrachtungen war die Aufforderung, die Geschichte der beiden deutschen Staaten nicht getrennt voneinander zu betrachten, sondern die gegenseitigen Wechselbeziehungen zu berücksichtigen und auch den europäischen Kontext mit einzubeziehen.

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"Kaasmeisje Antje" bietet Touristen vor dem Brandenburger Tor frischen Gouda zur Grünen Woche an

Hanco Jürgens

Deutschland im Spiegel des niederländischen Gesellschaftswandels. 1989 bis heute

Das Deutschlandbild der Niederländer hat sich seit der Wiedervereinigung mehrfach gewandelt, was nicht zuletzt mit einer veränderten Selbstwahrnehmung der Niederländer innerhalb einer größer gewordenen EU zusammenhängt. Seit Beginn der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise wird Deutschland zunehmend als politisches Vorbild betrachtet.

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Mitarbeiterin mit unsortiertem Aktenmaterial im Zentralarchiv der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BSTU).

Markus Goldbeck

Freiheit oder Sicherheit?

Anhand der Debatte um die Öffnung der Stasi-Akten zeichnet Markus Goldbeck das Spannungsverhältnis zwischen Sicherheits- und Informationspolitik nach. Anknüpfend an Kontroversen in der alten Bundesrepublik verweist die Debatte um die Stasi-Unterlagen auf den schwelenden Konflikt zwischen dem bürgerorientierten Datenschutz und den Sicherheitsinteressen des Staates.

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Jugendliche am Dorfanger, 1990 in Spergau, Sachsen Anhalt.

Hendrik Berth, Peter Förster, Elmar Brähler, Markus Zenger, Anja Zimmermann & Yve Stöbel-Richter

Der lange Weg zur inneren Einheit. Ergebnisse der Sächsischen Längsschnittstudie

Bereits seit 1987 dokumentiert die Sächsische Längsschnittstudie das Erleben der deutschen Wiedervereinigung bei einer identischen Gruppe Ostdeutscher. Die letzte Erhebungswelle fand 2013/2014 statt. Heute sehen sich 76 Prozent als Gewinner der Wiedervereinigung. Auch die Einschätzung, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes zwischen Ost- und Westdeutschen gibt, findet von Jahr zu Jahr mehr Zustimmung.

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Leipziger Schlachtenbummler feiern am 10. Mai 1964 im Erfurter Georgi-Dimitroff-Stadion den 2:0-Sieg der BSG Chemie Leipzig über den SC Turbine Erfurt

Michael Lühmann

1964 - Das letzte Jahr der sozialistischen Moderne

Nach dem Mauerbau setzte ein kulturelles Tauwetter in der DDR ein, das Intellektuellen und Kulturschaffenden neue Freiräume eröffnete. Das Jahr 1964 hätte die Demokratisierung der DDR einleiten können. Doch mit dem Kahlschlag-Plenum dem ZK der SED im Dezember 1965 zerschlug sich diese Hoffnung. Michael Lühmann über das "letzte Jahr der sozialistischen Moderne."

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Großer Sendesaal im Funkhaus Berlin

Ernst Dohlus

In der Grauzone – Wie der Staatsrundfunk der DDR aufgelöst wurde: Was geschah mit dem Geld und den Grundstücken?

Im dritten Teil seiner Artikelserie über die Auflösung des DDR-Staatsrundfunks beschreibt Ernst Dohlus, was mit dem Vermögen und den Grundstücken geschah. Der erhoffte Geldsegen aus den Grundstückverkäufen blieb aus, stattdessen zahlten die Länder im Fall des Berliner Rundfunkstandortes an der Nalepastraße für Unterhalt und Rechtsstreitigkeiten sogar drauf.

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Wolfgang Ullmann, Abgeordneter der Volkskammer und Mitglied des Kuratoriums, im Gespräch mit Demonstranten am Rande des Staatsaktes zur Vereinigung am 3. Oktober 1990

Christopher Banditt

Das "Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder" in der Verfassungsdiskussion der Wiedervereinigung

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes bei. Alternativ wäre auch die Verabschiedung einer neuen Verfassung durch das gesamte deutsche Volk nach Artikel 146 möglich gewesen. Inhaltliche Impulse hierfür legte das "Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder" vor. Christopher Banditt über den ambitionierten Verfassungsentwurf und dessen Scheitern.

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Fassungslos sahen die Bürger in beiden Teilen Berlins dabei zu, wie ihre Stadt durch Stacheldrähte und Betonmauern geteilt wurde (hier: Bürger auf der Westberliner Seite).

Heidrun Budde

DDR-Rückkehrer - Aufnahme nach politischer Zweckmäßigkeit

Offiziell hatten Menschen, die aus der DDR ausgereist waren, das Recht, in ihre Heimat zurückzukehren. Inoffiziell behielten es sich die SED-Funktionäre vor, unliebsamen Rückkehrern die Staatsbürgerschaft abzuerkennen und gegen ihren Willen in den Westen abzuschieben.

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Gäste stehen am 24.10.2012 am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin. Knapp 70 Jahre nach Kriegsende wurde am Mittwoch in Berlin das Denkmal für die 500.000 von den Nazis ermordeten Sinti und Roma eingeweiht. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Wolfgang Benz

Antisemitismus und Antiziganismus: Vorurteile gegen Minderheiten

Der ehemalige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin, Wolfgang Benz, weist in seinem Beitrag auf gemeinsame Ausdrucksformen der Feindschaft der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber Juden und gegenüber Sinti und Roma hin. Dabei zeigt er, wie sehr Unwissenheit durch sogenanntes Expertenwissen, Medienberichte und politischen Populismus zu einer Ablehnung gegenüber einer Minderheit führen kann.

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Victor Grossmann signierte sein 1988 im Musikverlag "Lied der Zeit" erschienenes Buch "If I had a song", Lieder und Sänger der USA

Thomas Weißbach

Das Kulturhaus "Internationale Solidarität"

Ein kaum bekanntes Kapitel der DDR-Geschichte ist die Aufnahme von desertierten Angehörigen westlicher Streitkräfte. Um die Neuankömmlinge zu begleiten und besser integrieren zu können, wurde 1953 das Kulturhaus "Internationale Solidarität" in Bautzen gegründet. Doch der Erfolg war gering: nur wenige Übersiedler blieben dauerhaft in der DDR. Einige gelangten aber zu einer gewissen Berühmtheit.

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Franz Vranitzky und Hans Modrow sitzen auf einem Sofa

Andrea Brait

"Österreich hat weder gegen die deutsche Wiedervereinigung agitiert, noch haben wir sie besonders begrüßt"

Als die deutsche Einheit im Sommer 1990 längst abzusehen war, unterhielt die österreichische Bundesregierung noch immer eine rege Besuchsdiplomatie mit der DDR. Noch kurz vor "Torschluß" wurden weitere Kulturkontakte vereinbart. Dabei gab es auch innerhalb der Bundesregierung Konflikte: Während Außenminister Alois Mock eine Wiedervereinigung befürwortete, hielt sich Kanzler Franz Vranitzky lange Zeit zurück.

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Der Autor Bernd Lindner, der Zeichner PM Hoffmann sowie die Lektorin Johanna Links im Gespräch über die Graphic Novel "Herbst der Entscheidung"

Interview

"Fast so, als wurde es damals aufgeschrieben, um Bild zu werden." Ein Gespräch zur Entstehung der Graphic Novel "Herbst der Entscheidung"

Der Autor Bernd Lindner, der Zeichner PM Hoffmann sowie die Lektorin Johanna Links berichten im Gespräch mit dem Deutschland Archiv über die Entstehung der Graphic Novel "Herbst der Entscheidung" und sprechen über die Möglichkeiten, Geschichte anschaulich zu vermitteln.

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Fernsehballett tanzt vor einem Bild des Berliner Fernsehturms

Ernst Dohlus

In der Grauzone – Wie der Staatsrundfunk der DDR aufgelöst wurde: Phasen und Organisation

Propaganda und häufig pure Langeweile – davon waren Fernsehen und Hörfunk in der DDR geprägt. Mit dem Ende der DDR wurde der Staatsrundfunk aufgelöst, neue Landesrundfunkanstalten traten an seine Stelle. Doch was geschah mit den 13.000 Angestellten, den Funkhäusern und Studios, den Archiven? Diesen Fragen geht Ernst Dohlus in einer dreiteiligen Artikelserie nach. Teil 1: Phasen und Organisation der Auflösung.

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Olympia-Studio

Ernst Dohlus

In der Grauzone – Wie der Staatsrundfunk der DDR aufgelöst wurde: Menschen, Material und Programmvermögen

Als nach dem Ende der DDR auch der Staatsrundfunk aufgelöst wurde, geschah das in mehreren Phasen. Im zweiten Teil seiner Artikelserie beschäftigt sich Ernst Dohlus damit, was aus den 13.000 Beschäftigten wurde und was mit Technik, Sachanlagevermögen und Programmvermögen geschah.

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Europafahne vor der Berliner Siegessäule. Die europäische Integration war Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung und band Deutschland fest in das europäische Staatensystem ein

Gert-Joachim Glaeßner

Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit

Eine mögliche deutsche Wiedervereinigung wurde von den westlichen Bündnispartnern mit Skepsis betrachtet, wie ein Blick in die Kommentarspalten des Jahres 1989 zeigt. Ein Vierteljahrhundert später wird nur noch selten vor einem "German Alleingang" gewarnt. Dennoch ist die Frage, welche Rolle das vereinigte Deutschland in Europa und der Welt spielen kann, nicht abschließend beantwortet.

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Bundeskanzler Helmut Kohl empfängt am 12. Juni 1989 den sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow in Bonn. Bei diesem Besuch macht Gorbatschow das Zugeständnis, dass jedes Land das Recht habe, "das eigene politische und soziale System frei zu wählen"

Gert-Joachim Glaeßner

Don't trust the Germans? Anmerkungen zum Deutschland-Bild in der britischen Presse

Angesichts des sowjetischen Perestroika und der Annährung zwischen Helmut Kohl und Michael Gorbatschow im Sommer 1989 rückte eine Wiedervereinigung Deutschlands wieder auf die politische Tagesordnung. Insbesondere britische Kommentatoren warnten vor einem "German Alleingang" und überlegten, wie ein vereinigtes Deutschland im westlichen Bündnis verankert werden könne (PDF).

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Mehr als 300.000 Menschen beteiligten sich an der Leipziger Montagsdemonstration am 23. Oktober 1989.

Christian Booß

Die gestaute Republik

Das Gelingen der Friedlichen Revolution ist nicht allein dem mutigen Engagement der oppositionellen Gruppen in der DDR zu verdanken. Ermöglicht wurde es vor allem auch durch das Zögern und Zurückweichen der SED, wie Christian Booß in seinem Essay darlegt.

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Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit seinem israelischen Amtskollegen David Levy am Rande der 45. VN-Generalversammlung am 24. September 1990

Jenny Hestermann

Ein "Tag der tiefen Trauer" - Israelische Reaktionen auf den Umbruch in der DDR und die deutsche Wiedervereinigung

Für viele Regierungsvertreter und Kommentatoren in Israel war der Fall der Berliner Mauer ein Schock. Zunächst standen sie einer möglichen Wiedervereinigung mehrheitlich ablehnend gegenüber. Erst allmählich wich die emotional geführte Debatte einem pragmatischeren Blick auf Deutschland.

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Griechische Immigranten stehen im Leipziger Ausbildungswerk für Land-, Bau- und Holzbearbeitungsmaschinen vor einer Wandzeitung

Maria Panoussi

Die griechischen politischen Immigranten in der DDR

Als Zeichen der Solidarität nahm die DDR 1949 und 1950 über 1.100 junge Griechen auf, die als Familienangehörige griechischer Sozialisten vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Dank ihrer guten Ausbildung waren sie gesellschaftlich bald integriert. Dennoch gerieten sie nach der Spaltung der griechischen KP in den 1960er Jahren zunehmend ins Visier der Stasi.

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Sammelbüchse des Kuratoriums Unteilbares Deutschland

Christoph Meyer

Deutschland zusammenhalten. Wilhelm Wolfgang Schütz und sein "Unteilbares Deutschland"

Unter dem Namen "Unteilbares Deutschland" wurde im Juni 1954 ein überparteiliches Kuratorium gegründet, um den Wiedervereinigungswillen der Bundesbürger zu entfachen – mit bescheidenem Erfolg. Doch insbesondere der Chef des Kuratoriums, Wilhelm Wolfgang Schütz, trug mit zahlreichen Debattenbeiträgen zur Neuorientierung in der Deutschlandpolitik bei.

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Berlin, Normannenstraße - Besetzung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit

Manuel Becker

Die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Ein spezifisches Instrument deutscher Vergangenheitspolitik

Kann die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen als "Kind" der Friedlichen Revolution bezeichnet werden und wie sieht ihre Zukunft aus? Manuel Becker geht diesen Fragen nach und analysiert sie im Vergleich mit den vergangenheitspolitischen Instrumenten anderer postkommunistischer Staaten.

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Ein verüsteter Raum in der Stasi-Zentrale.

Sabine Kittel

Jenseits von Zahlen. Überlegungen zur Staatssicherheit der DDR an Westuniversitäten

Zum Ausmaß der "Staatssicherheit im Westen" gibt es weit auseinander liegende Interpretationen, die auf einer schwierigen Quellenlage begründet sind. Sabine Kittel untersucht in ihrem Beitrag, welche Aussagen sich über die DDR-Westspionage treffen lassen und durch welche Motive das Handeln einzelner IMs bestimmt war.

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Ukrainische DPs beim Aufbau des Lagers in Gießen

Nazarii Gutsul und Sebastian Müller

Ukrainische Displaced Persons in Deutschland

Nach 1945 gab es auf dem Gebiet der drei westlichen Besatzungszonen etwa 6,5 bis 7 Millionen sogenannte Displaced Persons - Überlebende der Konzentrationslager, Zwangsarbeiter und zivile osteuropäische Arbeiter. Eine gesonderte Gruppe stellten die Ukrainer dar. In der Hoffnung auf einen unabhängigen Staat hatten sie die Deutschen und ihre Wehrmacht gegen die Rote Armee unterstützt und standen nun auf der Seite der Verlierer.

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Kirchenmitglieder mit Losungen wie "Christen für Sicherheit durch Abrüstung!", "Christen für gewaltfreie Konfliktlösung!" und "Christen für ein kernwaffenfreies Europa!"  auf der FDJ-Pfingstdemonstration 1982 in der Kreisstadt Pritzwalk. Links vorne der Pfarrer Stephan Flade

Sebastian Stude

Frieden als Demokratieforderung. Evangelische Kirche in den 1980er Jahren in der DDR

Bereits einige Jahre vor der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 übte die evangelische Friedensbewegung in der DDR den friedlichen öffentlichen Protest ein. Dabei war die kirchliche Forderung nach einem äußeren und inneren Frieden immer auch als Forderung nach einer Demokratisierung des Sozialismus in der DDR zu verstehen.

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Montagsdemonstration in Leipzig am 24. Oktober 1989. Die Demonstranten setzten ihre Hoffnungen auf den sowjetischen Regierungschef Gorbatschow, der die DDR-Führung zu Reformen angehalten hatte.

Bernd Lindner

Wege in die Opposition. Widerständiges Verhalten in der DDR

Im gesamten Zeitraum zwischen 1945 und 1989 gab es in der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR widerständiges Verhalten, dessen Motivation und Intensität sich im Laufe der Jahre aber mehrfach wandelte. Fundamentale Opposition dominierte am Anfang. Später herrschte eine reformorientierte Kritik vor. Sehr viele Oppositionelle hofften bis zum Herbst 1989 auf die Reformierbarkeit des sozialistischen Systems.

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Flaggen der beiden deutschen Staaten vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York

Clemens Villinger

Fern der Heimat - Deutsche Diplomatinnen und Diplomaten erleben den Herbst 1989

Der Mauerfall kam auch für die Botschafterinnen und Botschafter der beiden deutschen Staaten überraschend. Insbesondere die DDR-Diplomaten waren aufgrund fehlender Informationen und Anweisungen häufig auf sich allein gestellt. Clemens Villinger hat biografische Aufzeichnungen ausgewertet, die Einblick in die globale Wahrnehmung der deutschen Einheit geben.

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Haus der Europäischen Geschichte

Marie-Christin Lux

Rezension: Geschichtspolitik in Europa seit 1989

Der Sammelband "Geschichtspolitik in Europa seit 1989" vereinigt mehr als 20 nationale und regionale Fallstudien, die Strategien und Formen von Geschichtspolitik in Europa untersuchen. Ergänzt werden die Fallstudien mit Überlegungen zur Museumspolitik auf EU-Ebene. Damit erlaubt der Band einen multiperspektivischen Einblick in das weitläufige Forschungsfeld der Geschichtspolitik.

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Walter Ulbricht empfängt im Juni 1961 eine Pioniergruppe in seinem Amtssitz in Niederschönhausen. Wer als Kind nicht zu den Pionieren gehörte, war gesellschaftlich isoliert

Heidrun Budde

Politische Fremdbestimmung durch Gruppen – Stabilisator des SED-Staates

Individualität war in der DDR nicht gefragt. In allen Lebensbereichen dominierten Gruppen wie das "Arbeitskollektiv" das Schicksal des Einzelnen. Die politische Fremdbestimmung durch Gruppen war ein stabilisierender Faktor für das SED-Regime - und wird in der Rückschau häufig verklärt.

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Bewohner der Krim feiern den Anschluss an Russland

Jan Zofka

Russischsprachige in den Nachfolgestaaten der UdSSR

Die Russischsprachigen in der ehemaligen Sowjetunion außerhalb Russlands waren und sind keine klar abgegrenzte oder gar einheitliche Gruppe. So sind auch die Konflikte in den Nachfolgestaaten der UdSSR keine Auseinandersetzungen zwischen Nationalitäten oder "ethnischen Gruppen", sondern zwischen politischen Akteuren, die sich einer solchen Rhetorik bedienen.

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Abgebildet sind zahlreiche Porträts von Kindern- und Jugendlichen.

Wolfgang Benz

Gewalt gegen Kinder. Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR

Junge Menschen, die sich den Normen des Arbeiter- und Bauernstaates nicht fügen wollten, konnten in der DDR zur "Umerziehung" in ein Kinder- und Jugendheim eingewiesen werden. Dort waren Schikane, Demütigung und Gewalt an der Tagesordnung. Zur Entschädigung der Opfer wurde 2012 ein Fonds eingerichtet, der nun aufgestockt werden soll.

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Mahnmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges in Quitzöbel, Brandenburg. Nachträglich ergänzt wurde die Innschrift "Die Toten aller Kriege mahnen zum Frieden – Durch Frieden zur Einheit u. Wohlstand"

David Johst

"Als Totenehrung erlaubt" - Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der Sowjetischen Besatzungszone

Im Mai 1946 erging ein Befehl des Alliierten Kontrollrates, in Deutschland sämtliche militärischen und nazistischen Denkmäler zu beseitigen. Daraufhin wurden zahlreiche Kriegerdenkmäler in der Sowjetischen Besatzungszone entfernt oder durch bauliche Veränderungen und neue Inschriften im Sinne eines stillen Gedenkens an die Toten umgedeutet.

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Mit einem Feuerwerk vor der Bratislavaer Burg feiern die Slowaken am 1. Mai 2004 ihren EU-Beitritt

Karin Rogalska

Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken

Während die beiden deutschen Staaten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zusammenwuchsen, spaltete sich die Tschechoslowakei in einem friedlichen Prozess in zwei unabhängige Länder. Der Blick auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Ostdeutschlands bestätigte die Slowaken in ihrer neu gewonnenen Eigenständigkeit und zeigte ihnen die Notwendigkeit auf, einen eigenen, kreativen Weg zu gehen.

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Ein dänischer und ein deutscher Fan am Rande der Fußball-Europameisterschaft 1992. Beide haben den Arm umeinander gelegt und lächelnm

Karl Christian Lammers

Geschätzt, aber nicht geliebt. Die Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark

Der Fall der Berliner Mauer kam für die meisten Dänen überraschend. Nach anfänglicher Skepsis haben sie sich aber mit einem wiedervereinigten Deutschland arrangiert. Bedingung war die konsequente Fortführung des europäischen Einigungsprozesses. Heute ist Deutschland nicht nur der wichtigste Handelspartner, sondern auch ein beliebtes Reiseziel.

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Einen Tag nach der Grenzöffnung am 9. November 1989 steigen Menschen auf die Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor.

Christina Horsten

Die Perzeption der deutschen Wiedervereinigung in Lateinamerika

Nicht nur in Bundesrepublik und DDR kam es Ende der 1980er Jahre zu bahnbrechenden Veränderungen, auch in Lateinamerika wurden Strukturen aufgebrochen und mehr oder weniger demokratische Systeme eingeführt. Dabei ging der Blick stets über den Atlantik, wie eine Analyse der Printberichterstattung in Chile, Nicaragua und Paraguay zeigt.

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Porträt Helga M. Novak, Januar 1971.

Konstantin Ulmer

Ungebunden, ungehorsam, ungezügelt. Zum Leben und Werk der Dichterin Helga M. Novak

Am 24. Dezember 2013 ist die Dichterin Helga M. Novak gestorben. Den Großteil ihres Lebens verbrachte sie im selbstgewählten Exil. Obwohl Kritiker ihre eigenwillige Prosa und Lyrik feierten, wurde sie von der literarischen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Ein Nachruf.

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"Bruderkuss" zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew. Kunstwerk an der Berliner East Side Gallery.

Valentina Zamperini

Die DDR in den 1970er und 1980er Jahren: Suche nach einer eigenen Außenpolitik im Schatten Moskaus

Die DDR war militärisch, wirtschaftlich und politisch von der Sowjetunion abhängig. Dennoch musste sich die SED nicht allen Anweisungen aus Moskau widerspruchslos fügen. Insbesondere in der Außenpolitik war sie nach der Machtübernahme Honeckers bemüht, sich mehr Spielraum zu verschaffen und eine Annäherung an die Bundesrepublik zu ermöglichen.

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Antragsformular auf Ausreise aus der DDR

Hansgeorg Bräutigam

Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages

Wenn Bürgerinnen und Bürger der DDR einen Ausreiseantrag stellten, hatte das oft ihre fristlose Kündigung zur Folge. Kündigungsschutzklagen wurden durchweg abgewiesen. Diese Praxis war auch nach DDR-Recht eindeutig rechtswidrig.

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Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und Bronisław Geremek bei einem Treffen in Bonn am 7. Juli 1989.

Irena Lipowicz

Die Qualität der deutsch-polnischen Beziehungen ist wie ein englischer Rasen – sie bedarf der ständigen Pflege

Dass die Wiedervereinigung Deutschlands in Polen auf breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit stieß, ist nicht zuletzt ein Verdienst der Versöhnungsbemühungen der Solidarność gewesen, sagt die Diplomatin Irena Lipowicz. Die deutsch-polnischen Beziehungen seien so gut wie nie zuvor, dennoch bedürften sie der ständigen Pflege. Ein Kommentar.

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Deutscher Soldatenfriedhof Futapass in Italien

Jakob Böttcher

Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung

Kriegsgräber werden dauerhaft erhalten. Diese international übliche Praxis ist eng verbunden mit dem Gedenken an die Kriegstoten. Stand nach dem Ersten Weltkrieg noch die Ehrung der Gefallenen im Vordergrund, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland das erlittene Leid aller Kriegsopfer betont. Auch steht die Kriegsgräberfürsorge heute unter dem Anspruch politischer Bildungsarbeit und leistet einen Beitrag zur Völkerverständigung.

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Ein Schweizer Flagge weht im Wind.

Anne Schreiter

Typisch Ost - typisch West? Der Blick junger Schweizer auf Deutschland

Welches Bild haben junge Schweizer von ihren Nachbarn aus dem "großen Kanton"? Unterscheiden sie zwischen Ost- und Westdeutschen, und lassen sich in der Nachwendegeneration überhaupt noch Unterschiede feststellen? Anne Schreiter hat junge Schweizer zu ihrem Deutschlandbild interviewt.

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ORIGINAL-BU: Fragen der Weltpresse zum Deutschen Friedensvertrag und zum Westberlinproblem beantwortete der Vorsitzende des Staatsrates der DDR und Erste Sekretär des ZK der SED, Walter Ulbricht, am 15.6.1961 auf einer Internationalen Pressekonferenz in der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. Im grossen Festsaal des Hauses der Ministerien hatten sich etwa dreihundert Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen der DDR, Westdeutschlands, Westberlins, aus sozialistischen und imperialistischen Ländern sowie aus jungen Nationalstaaten versammelt.
UBz: Walter Ulbricht bei seinen Ausführungen.
V.l.n.r.: Hermann Axen, Chefredakteur des "Neuen Deutschland"; Gesandter Kegel; Walter Ulbricht; Kurt Blecha

Tilman Wickert

Sammelrezension: Moskaus Werk und Ulbrichts Beitrag?

Die Ursachen und Folgen des Mauerbaus werden unter Historikern nach wie vor kontrovers diskutiert. Die hier rezensierten Publikationen befassen sich mit den Entwicklungen, die zum Bau der Berliner Mauer geführt haben. Dabei werden insbesondere die Absichten der SED-Führung um Walter Ulbricht, aber auch die Deutschlandpolitik der UdSSR und der Westmächte kontrovers diskutiert.

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l-r) Der belgische Außenminister Paul van Zeeland, der luxemburgische Außenminister Joseph Bech, der belgische Minister Joseph Meurice, der italienische Außenminister Graf Carlo Sforza, der französische Außenminister Robert Schuman, der deutsche Außenminister und Bundeskanzler Konrad Adenauer und der niederländische Außenminister Dirk Stikker am 18.04.1951 in Paris kurz nach der Unterzeichnung des Schuman-Plans. Der von Schuman ausgearbeitete Plan sieht vor, die Kohle- und Stahlproduktion in Europa einer Hohen Behörde, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), zu unterstellen, die allen europäischen Länder offen steht. Vor allem für die Bundesrepublik, die als eigenständiges Land eintritt, ist dies ein großer Schritt in die Souveränität.

Dieter Schröder

Die Europäische Union - Voraussetzung des vereinigten Deutschlands

Das Grundgesetz legte zwei außenpolitische Staatsziele fest: die Wiedervereinigung Deutschlands und die europäische Integration. Beide Ziele widersprachen sich nicht, argumentiert Dieter Schröder. Vielmehr sei die Europäische Union die Voraussetzung für einen deutschen Gesamtstaat gewesen.

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Demonstration vor dem bulgarischen Parlament in Sofia

Frank Stier

Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland

Die Bundesrepublik ist ein wichtiger Handelspartner und gilt den Bulgaren als Anker in der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise. In Deutschland schätzt man die makroökonomische Stabilität des Balkanlandes, mahnt aber demokratische Reformen an. Frank Stier über die Beziehungen zweier historisch eng miteinander verflochtenen Länder.

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Herbert Wehner im Obtober 1972.

Christoph Meyer

Der Mythos vom Verrat. Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr

Egon Bahr wirft in seinem neuen Buch Herbert Wehner "eine Art Hochverrat" in der Deutschlandpolitik vor. Doch Bahr irrt, so Wehners Biograf Christoph Meyer. Weder unterhielt der SPD-Fraktionsvorsitzende Geheimkontakte zu Honecker noch hatte er Brandt hintergangen. Vielmehr war Wehner schon in den 1950er Jahren einer der Vordenker der Ostpolitik.

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Würzburger Schulmädchen bei gymnastischen Übungen am Rhönrad, 1930.

Michael Krüger

150 Jahre SPD – 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung

Turnen war seit der Revolution von 1848 in Deutschland Teil einer großen bürgerlichen Volksbewegung. Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich auch sozialistische und kommunistische Turn- und Sportvereine heraus, in denen zeitweise über 1 Millionen Menschen organisiert waren. Worin bestand die Faszination des Arbeitersports? Wie unterschieden sich die Vereine von den bürgerlichen Turn- und Sportvereinen?

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Peter Glotz bei einer Rede auf einem SPD-Parteitag, 1995.

Robert Liniek

Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung

Die SPD feierte 2013 ihren 150. Geburtstag. Ein schwieriges Kapitel ihrer Geschichte war der Streit um die Deutschlandpolitik im Zuge der Ereignisse, die 1989/1990 zur Wiedervereinigung führten. Ein bisher unveröffentlichter Briefwechsel zwischen Peter Glotz und Klaus von Dohnanyi zeigt die Zerrissenheit einer Partei, deren schleppende Meinungsbildung von den Ereignissen überholt wurde.

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Ein Zug rollt über eine Eisenbahnbrücke.

Ralph Kaschka

Einfluss der Staatssicherheit auf Vorhaben bei der Infrastruktur der DDR-Eisenbahn in den 1980er Jahren

Um sich von teuren Erdölimporten unabhängig zu machen, schob die SED-Führung Anfang der 1980er Jahre die Elektrifizierung der Deutschen Reichsbahn an. Die Staatssicherheit sollte dieses Großprojekt und andere Infrastrukturvorhaben absichern und unterstützen – mit mäßigem Erfolg, wie Ralph Kaschka in seinem Beitrag nachweist.

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Ernst Fraenkel, 1959.

Heidrun Budde

Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts

Heidrun Budde wendet ein Denkmodell des Politologen Ernst Fraenkel auf die DDR an. Sie arbeitet anhand von Beispielen heraus, dass in der DDR ein Nebeneinander eines "Normenstaates", der die eigenen Gesetze achtet, und eines "Maßnahmestaates", der die gleichen Gesetze übergeht, sobald eine Angelegenheit als "politisch" definiert wird, geherrscht hat.

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Mehrere Flüchtlinge stehen auf einem Schiff mit der Aufschrift "Hai Hong" und winken.

Julia Kleinschmidt

Die Aufnahme der ersten "boat people" in die Bundesrepublik

Ende 1978 beschloss die Bundesrepublik südvietnamesische Flüchtlinge in großer Zahl aufzunehmen. Vorangegangen war eine intensive mediale Berichterstattung über das Elend der sogenannten "boat people". Damit den 40.000 Vietnamesen lange Asylverfahren erspart blieben, wurde die Kategorie der "humanitären Flüchtlinge" geschaffen. Julia Kleinschmidt über eine Zäsur in der bundesrepublikanischen Menschenrechts- und Flüchtlingspolitik.

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St. Michaelis Kirche in Lüneburg. Im Landkreis Lüneburg setzte nach der Wiedervereinigung eine Boomphase ein.

Thorsten Erdmann

Am Ende der Welt - Entwicklung des westdeutschen Zonenrandgebietes seit der Wiedervereinigung

Das "Zonenrandgebiet" in der Bundesrepublik war bis 1989 durch hohe Arbeitslosigkeit und Abwanderung geprägt. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" rückte das Gebiet in die Mitte eines zusammenwachsenden europäischen Wirtschaftsraumes. Der Beitrag untersucht, wie sich das ehemalige Zonenrandgebiet seit der Wiedervereinigung entwickelt hat.

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Demonstration Spanischer Gewerkschaften gegen den Sparkurs der Regierung am 15. September 2012 in Madrid.

Holm-Detlev Köhler

Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin

Das Deutschlandbild der Spanier hat sich seit der Wirtschafts- und Finanzkrise fundamental gewandelt, stellt Holm-Detlev Köhler in seinem Essay fest. Viele Spanier machen den von Angela Merkel verordneten Sparkurs für die anhaltende Krise in ihrem Land verantwortlich. Nur durch tiefgreifende Reformen, in Spanien und innerhalb der EU, sei das "europäische Projekt" noch zu retten, so Köhler.

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Bundestagspräsident Philipp Jenninger währende seiner Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome am 10. November 1988 im Deutschen Bundestag. Jenninger steht am Rednerpult.

Wolfgang Benz

Unglücklicher Staatsakt - Philipp Jenningers Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Die Rede des Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome löste einen Skandal aus. Mehrere Abgeordnete verließen aus Protest den Plenarsaal. Inhaltlich war an der Rede wenig zu beanstanden, doch das komplizierte Manuskript überforderte den Politiker. Wolfgang Benz über einen "unglücklichen Staatsakt".

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Melvin J. Lasky, der Herausgeber des "Monat", vor den ersten Ausgaben im Redaktionsbüro, Dezember 1948.

Jürgen Koller

Im Widerstreit zwischen Freiheit des Geistes und Repräsentation

Im Oktober 1948 erschien in West-Berlin erstmals die antikommunistische Zeitschrift Der Monat. Sie verstand sich als Forum einer offenen Aussprache und Auseinandersetzung. Beinahe zeitgleich erschien in Ost-Berlin die erste Ausgabe der repräsentativen, im Ansatz unpolitischen Literaturzeitschrift Sinn und Form, der es gelang, ostdeutsche, russische und osteuropäische Literatur dem Westen näher zu bringen. Jürgen Koller berichtet anlässlich des 65. Jahrestages ihrer Gründung in einer inhaltlich ergänzten Überarbeitung seines Beitrags im Deutschland Archiv vom März 2012 über zwei "ungleiche Brüder".

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Bruno Apitz, der selbst im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt war, sprach im Jahr 1967 auf einer Gedenkkundgebung in Buchenwald.

Lars Förster

Bruno Apitz und die Staatssicherheit

Mit seinem Werk "Nackt unter Wölfen" erlangte der Schriftsteller Bruno Apitz weltweite Anerkennung. Dennoch fehlt bis heute eine umfassende und wissenschaftlich fundierte politische Biografie über den Autor, der den real existierenden Sozialismus zeitlebens verteidigte. Lars Förster beleuchtet Bruno Apitz’ Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit sowie seine Haltung gegenüber DDR-Dissidenten und regimekritischen Künstlern.

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Etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zum APuZ-Forum "Geschichte als Instrument" erschienen.

APuZ-Forum "Geschichte als Instrument" | 7.10.2013

Tagungsbericht

Auf dem APuZ-Forum "Geschichte als Instrument" am 7. Oktober 2013 debattierten Experten aus Wissenschaft und Praxis über Stand und Zukunft der "Aufarbeitung" der SED-Diktatur. Auch die Pläne für einen „Campus der Demokratie“ auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale wurden kontrovers diskutiert.

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Plakat zur Mitgliederwerbung des "Demokratischen Frauenbundes Deutschlands", ca. 1946

Monica Fioravanzo

Die "neue" Frau: Frauenbilder der SED und der Partito Comunista Italiano (PCI) 1944-1950 im Spiegel von Frauenzeitschriften

Monica Fioravanzo vergleicht die über Frauenzeitschriften propagierten Frauenbilder in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und späteren DDR mit denen im Italien der Nachkriegsjahre. Analytische Ausgangspunkte sind die Kommunikationsstrategien der SED einerseits und der Partito Comunista Italiano (PCI) als kommunistische Oppositionspartei in Italien andererseits.

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Neonazis erheben im September 1990 am ehemaligen KZ Sachsenhausen in Brandenburg die Arme zum Kühnengruß.

Jan Johannes

Mit schwachem Schild und stumpfem Schwert – Staatssicherheit und rechtsextreme Skinheads in Potsdam 1983-1989

Mitte der 1980er Jahre bildeten sich in der DDR verstärkt rechtsextreme Skinheadgruppen heraus. Insbesondere Potsdam entwickelte sich zu einem überregionalen Treffpunkt der Szene. Das Ministerium für Staatssicherheit leugnete das Problem. Statt gegen die rechtsextreme Gewalt vorzugehen, setzte es die Anti-Nazi-Initiativen unter Druck.

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Produktion einer Sendung für die Leipziger "Messewelle" 1971 mit Teilnahme eines Volkspolizisten

Christian Könne

Regionales Hörfunkprogramm der DDR: Erziehung zum DDR-Staatsbewusstsein

Christian Könne analysiert Inhalte, Konzepte und Techniken der regionalen Hörfunkprogramme der DDR und beschreibt deren Rolle für die regionale Identifikation und die dahinter stehenden medienpolitischen Motive des DDR-Staates.

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Deutschland Archiv 2017

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Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2017 erschienen sind.

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Schriftenreihe Bd. 1664 "Deutschland Archiv 2015": Cover

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Schriftenreihe Bd. 1544 "Deutschland Archiv 2014": Cover

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Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2014 erschienen sind.

Coverbild Deutschland Archiv 2013

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien.

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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DDR-Demonstration, Ministerium für Staatssicherheit Stasi, Überwachungsmonitore
Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit".

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Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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