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Zwischen Selbsterforschung und Imagepflege

Die ostdeutschen Hochschulen und die Aufarbeitung ihrer Zeitgeschichte


15.8.2011
Den ostdeutschen Hochschulen wird häufig attestiert, sich nur unzureichend mit ihrer eigenen DDR-Vergangenheit auseinanderzusetzen. Eine empirische Prüfung dieses Vorwurfs ergibt ein differenzierteres Bild. In diesem dominiert nicht zeitgeschichtliche Inaktivität, wohl aber Schwierigkeiten, die DDR-bezogene Selbstbefragung sowohl kontinuierlich als auch konsistent zu entfalten.

Fehlender Wille zur Aufarbeitung?




Den ostdeutschen Hochschulen wurde und wird immer wieder attestiert, sich nur unzureichend mit ihrer eigenen Vergangenheit in der DDR auseinanderzusetzen. So etwa Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker bei der Stasi-Unterlagenbehörde: "Die Hochschulen standen während der Revolution abseits und haben in den Jahren danach auch kaum etwas unternommen, um ihre Rolle glaubhaft und kritisch zu untersuchen." Kritisch anzumerken sei vielmehr, "dass fast nirgends die Uni-Leitungen in 20 Jahren diese Geschichte offensiv und öffentlich sichtbar beleuchteten. So konnten natürlich auch die Opfer der kommunistischen Politik nicht gewürdigt werden. Alle Ansätze, die es in dieser Richtung gab, sind von außen in die Hochschulen hineingetragen worden. Die Gründe liegen auf der Hand: Zum einen will man sich den Ruf nicht beschädigen lassen, und zum anderen gibt es ein hohes Maß an personeller Kontinuität in den Hochschulen und in der Bildungsbürokratie." Fazit: "Es fehlt schlichtweg der Wille zur Aufarbeitung."[1]

Es lohnt, diesen Vorwurf zeitgeschichtlicher Abstinenz jener 48 ostdeutschen Hochschulen – Universitäten, künstlerische und Fachhochschulen –, die über verschiedene Kontinuitätslinien mit der DDR-Geschichte verbunden sind, genauer zu überprüfen: Ignorieren diese ihre Geschichte und ihre eigene Rolle im politischen System der DDR? Oder gelingt ihnen, im Gegenteil, gar eine anhaltende Integration zeithistorischer Selbstaufklärung in das jeweilige Hochschulleben? Die typischen Instrumente und Medien, mittels derer Hochschulen ihre Geschichte aufklären, sind Forschungsprojekte sowie daraus entstehende Publikationen und Ausstellungen. Daran schließt sich die Frage an, ob und wie die so dokumentierten Ergebnisse auch in das Alltagsleben einer Hochschule Eingang finden. Dazu lassen sich die Hochschulzeitschriften, das Ausstellungsgeschehen und die Internetauftritte der Hochschulen auswerten: In diesen Medien findet gleichsam eine Popularisierung analytisch gewonnener Erkenntnisse und Bewertungen statt, und es wird deren Verfügbarkeit im Alltag hergestellt.

Im Folgenden wird zunächst ein Überblick geliefert, welcher die Auswertung der zeitgeschichtlichen Aktivitäten aller ostdeutschen Hochschulen zusammenfasst (nachfolgend Punkt 1).[2] Sodann werden diese Aktivitäten auf ihre Konsistenz hin ausgewertet (Punkt 2).

1. Aktivitäten




Seit 1990 sind über die gesamte ostdeutsche Wissenschafts- und Hochschulentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg ca. 3.500 selbstständige Publikationen erschienen sowie unveröffentlicht gebliebene Graduierungsarbeiten verfasst worden.[3] Aus den ostdeutschen Hochschulen selbst heraus entstanden in den letzten beiden Dekaden 511 Publikationen zur je eigenen Zeitgeschichte, davon die Hälfte im Kontext von Hochschuljubiläen.

Mehr als 80 Prozent der einschlägigen Veröffentlichungen wurden von den Universitäten initiiert oder herausgegeben. Die anderen gehen auf künstlerische und Fachhochschulen zurück. Den maßgeblichen Entstehungskontext zeitgeschichtlich relevanter Publikationen stellen an den Universitäten die Institute bzw. Fachbereiche dar. Dabei dominiert nicht der Forschungs-, sondern der Zeitzeugenbericht und die Konstruktion von Erfolgsgeschichten. Ein spezifisches Interesse an der Hochschulzeitgeschichte liegt in diesen Fällen nicht vor. Vielmehr lassen Hochschulinstitute – unabhängig von ihrer wissenschaftlichen Bedeutung und Ausstrahlung in Vergangenheit und Gegenwart – Jubiläumsanlässe nur selten vorübergehen, ohne eine institutsgeschichtliche Publikation zu produzieren. Dies geschähe auch unabhängig davon, ob ein Teil der Institutsgeschichte in den DDR-Jahrzehnten gelegen hat, verschafft diesen Veröffentlichungen nun aber eine auch DDR-geschichtsbezogene Relevanz. Ähnliches gilt für das personenbezogene Festschriftenwesen.

Die Leipziger Universitätskirche St. Pauli wurde 1968 vom SED-Regime gesprengt. Nach Entwürfen des Architekten Erick van Egeraat wurde sie wiedererrichtet. Im Rahmen der 600-Jahr-Feier der Universität fand hier im Dezember 2009 ein erster Gottesdienst statt.Leipziger Universitätskirche (© Universität Leipzig)
Die Leipziger Universitätskirche St. Pauli wurde 1968 vom SED-Regime gesprengt. Nach Entwürfen des Architekten Erick van Egeraat wurde sie wiedererrichtet. Im Rahmen der 600-Jahr-Feier der Universität fand hier im Dezember 2009 ein erster Gottesdienst statt.

Auch Gesamtdarstellungen zur Geschichte der Hochschulen entstanden typischerweise jubiläumsgebunden. Gelegentlich lassen die dabei entstandenen Werke vor allem den Willen erkennen, eine optisch und haptisch ansprechende Publikation wesentlich mit den bestehenden Kapazitäten, also aus dem laufenden Betrieb und ohne weiteren Ressourceneinsatz, zu generieren.[4] Inhaltlich gelingen in den Gesamtdarstellungen der Geschichte einzelner Hochschulen bisher nur im Ausnahmefall sowohl problembewusste als auch perspektivenreiche Darstellungen, die zeitgeschichtliche Ambivalenzen und Konflikte ausdrücklich nicht glätten, sondern aushalten.[5]

Eine Integration der Zeitgeschichte der eigenen Einrichtung in den Hochschulalltag kann auf verschiedene Weise erfolgen. An der Schnittstelle von Forschung, Erinnerung und Öffentlichkeitsarbeit bewegen sich Ausstellungen von Hochschulen zu ihrer eigenen Geschichte. Sie inszenieren die Geschichte der Einrichtung und sind daher weit eher als wissenschaftliche Publikationen geeignet, über die Fachkollegenschaft hinaus auch (andere) Hochschulangehörige sowie eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. Mindestens[6] 88 Ausstellungen der Hochschulen zu ihrer eigenen Geschichte sind seit 1990 gezeigt worden, auch diese typischerweise im Zusammenhang mit Jubiläen. Zeitgeschichts-orientierung wiesen dabei weniger die großen Überblicks-ausstellungen auf als vielmehr solche mit thematischem Fokus: Nationalsozialismus, Geschichte der Charité im 20. Jahrhundert, studentischer Widerstand in der SBZ/DDR, Leipziger Universitätskirche, Studierenden-geschichte, Frauen sowie einzelne Fachbereiche.[7]

Ein anderer Zugang ist die Verstetigung eines spezifischen (Zeit-) Geschichtsbezugs durch die regelmäßige Thematisierung in den Hochschulzeitschriften. An den traditionellen ostdeutschen Universitäten wird in diesen regelmäßig über hochschulzeitgeschichtliche Themen berichtet. Dabei folgt auch dies vornehmlich den Konjunkturen der Jubiläen. Ein kritisches Verhältnis zu den DDR-Entwicklungen ist hier Standard und die Kennzeichnung des Diktaturcharakters der DDR obligatorisch. Die Berichte gehen häufig auf abgeschlossene Forschungen zurück. Eine deutliche Zäsur besteht zwischen den Jahren des aktiven Hochschulumbaus und der Zeit seither: Die Universitätszeitschriften übernehmen nun auch zunehmend die Selbstdarstellung der Hochschule nach außen; damit fühlen sie sich verstärkt für ein positives Hochschulimage verantwortlich. Hochschulzeitgeschichtliche Berichte – auch zu problematischen Aspekten – sind damit nicht ausgeschlossen, doch werden Konfliktthemen und Diskussionen eher gemieden. In den Zeitschriften der Fachhochschulen finden sich zeitgeschichtliche Selbstthematisierungen nur selten. Neben den obligaten Hochschuljubiläen bilden vor allem die Aktivitäten der Alumni Anlässe für diesbezügliche Berichterstattungen. In beiden Fällen bleiben die zeitgeschichtlichen Bezüge häufig vage, eine Kennzeichnung des Diktaturcharakters der DDR entsprechend rar.[8]

Das Internet ist eines der zentralen Verbreitungsmedien der heutigen Gesellschaft. Mögen auch andere Medien langfristig nachhaltigere Effekte bei ihren Empfängern auslösen, so fungieren doch internetvermittelte Inhalte auf Grund ihrer unmittelbaren Zugänglichkeit häufig als erste (und nicht selten als einzige) Informationsquelle über eine Hochschule. Dies gilt auch für die jeweilige Hochschulzeitgeschichte. Da Hochschulen in der Regel geschichtsbewusste Institutionen sind, stellen ihre Webseiten typischerweise einen zentralen Ort der zeitgeschichtlichen Selbstverortung dar. Eine vergleichende Betrachtung ist daher lohnend.

Zunächst finden sich auf den Webseiten meist, aber nicht durchgehend auch Darstellungen der jeweiligen Hochschulgeschichte. Diese werden typischerweise als Bestandteil der institutionellen Selbstinszenierung und Imagebildung aufgefasst. Dementsprechend zielen sie vornehmlich auf die Vermittlung einer positiven Identität der präsentierten Einrichtung. An allen Hochschulen steht die Etablierung einer möglichst langen positiven Traditionslinie deutlich im Vordergrund. Ist eine Traditionslinie jenseits der Zeitgeschichte (also vor 1945 bzw. 1933) unerreichbar, so wird auf geschichtliche Bezugnahmen mangels Attraktivität dessen, was dargestellt werden könnte, weitgehend verzichtet. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang, welches Spektrum die Behandlung der NS-Zeit einerseits und die der DDR-Jahrzehnte andererseits aufweist.

16 von 31 Hochschulen, die – gegebenenfalls über Vorgängereinrichtungen – bereits vor 1945 existierten, thematisieren die NS-Zeit in ihrer Online-Geschichtsdarstellung. Zwölf von den 16 wiederum markieren dabei den Diktaturcharakter des Nationalsozialismus. 37 von 48 Hochschulen, die – gegebenenfalls über Vorgängereinrichtungen – bereits vor 1990 existierten, thematisieren die DDR-Zeit in ihrer Geschichtsdarstellung. 15 von den 37 wiederum markieren dabei den Diktaturcharakter der DDR. Unterschiede finden sich auch zwischen den verschiedenen Hochschularten: Neun von 15 Universitäten, die durch kontinuierliche Existenz oder über Vorläufereinrichtungen Verbindungen zur SBZ/DDR-Geschichte aufweisen, thematisieren explizit ihre Nachkriegsgeschichte. Das geht stets mit der Kennzeichnung des Diktaturcharakters der SBZ/DDR einher. Vier dieser 15 Universitäten verzichten auf ihrer Webseite auf eine eigenständige Geschichtsdarstellung. An einer Universität, der Bergakademie Freiberg, bricht die Hochschulchronologie zu Beginn des 20. Jahrhundert ab.[9] Eine andere Universität, die TU Ilmenau, bleibt sehr allgemein in der Darstellung ihrer Nachkriegsgeschichte.[10] Obwohl alle 14 ostdeutschen Kunsthochschulen – zumindest über Vorläufereinrichtungen – institutionell mit der Geschichte der SBZ/DDR verbunden sind, nehmen drei Hochschulen keinerlei Bezug auf diesen Abschnitt ihrer Historie. Die anderen Selbstdarstellungen stellen die historische Entwicklung ihrer Hochschule dar, blenden dabei aber zeitgeschichtliche Kontexte oft aus. Der Angelpunkt aller historischen Selbstdarstellungen auch der künstlerischen Hochschulen ist die historische Selbstvergewisserung und die Etablierung einer positiven Traditionslinie. Die Homepages der Fachhochschulen vermitteln ein gegenwartsorientiertes Bild. Historische Bezüge bleiben selten, beschränken sich zumeist auf eine kurze chronologische Darstellung und zielen ebenfalls primär auf Traditionsbildung. Die Zeitgeschichte ist auch hier vorrangig Bestandteil des Versuchs, ein positives Bild der Einrichtung zu vermitteln.[11]

Auf der Grundlage dieser Situationsbeschreibung lässt sich nun prüfen, wie konsistent die zeitgeschichtlichen Aktivitäten der einzelnen Hochschulen sind.[12]


2. Auswertung




Es fällt auf, dass sich die Aktivitäten innerhalb der einzelnen Hochschulen häufig zu keinem konsistenten Gesamtbild fügen. Dies zeigt sich insbesondere dann, wenn die verschiedenen Medientypen, Kommunikationskanäle und Zugangsweisen einer Gesamtschau unterzogen werden.

Walter Ulbricht auf dem Festakt des 200. Jahrestages der Gründung der Bergakademie Freiberg, November 1965.Walter Ulbricht auf dem Festakt des 200. Jahrestages der Gründung der Bergakademie Freiberg, November 1965. (© Grudiertenkolleg der TU Bergakademie Freiberg)
So hat zum Beispiel die TU Bergakademie Freiberg sehr früh eine Bestandsaufnahme ihrer eigenen DDR-Geschichte vorgelegt.[13] 2002 wurde ein eher marginales Jubiläum genutzt, um einen Sammelband zur Hochschulgeschichte seit 1965 vorzulegen, der sich durch eine bemerkenswerte Perspektivenvielfalt auszeichnet. Eine Ausstellung lieferte eine Querschnitts-darstellung zum Studentenleben bis 1990. Das 350. Gründungsjubiläum (2015) wird mit einem derzeit laufenden Graduiertenkolleg zur Hochschulzeitgeschichte vorbereitet.[14] Dieses wird aus Hochschulmitteln finanziert, das heißt, die TU lässt sich dies etwas kosten. Soweit das Einerseits. Andererseits ist zu konstatieren: Eine Querschnittsausstellung zur Hochschulgeschichte ging nur am Rande auf die Zeitgeschichte ein.[15] In der Universitätszeitschrift finden sich lediglich sporadische Bezugnahmen auf die Hochschulzeitgeschichte und kein gezieltes Aufgreifen der diesbezüglichen Forschungsergebnisse. Auf der Homepage bricht die zentrale Darstellung zur Hochschulgeschichte gar zu Beginn des 20. Jahrhundert ab.[16] Eine zeitlich weiterführende Chronologie, die es auch gibt, ist praktisch nicht auffindbar, da auf den Seiten des Archivs versteckt – offenbar eine individuelle Initiative des Archivars.[17] Als Gesamteindruck entsteht: Es gibt eine deutliche Diskrepanz zwischen Forschungs- und Publikationsaktivitäten und der öffentlichen Selbstdarstellung, insbesondere im Internet. Es gibt offenbar ein dynamisches und auch erfolgreiches Engagement Einzelner – Professur für Industriearchäologie, Archiv, bestimmte Fachbereiche –, das allerdings ohne Wirkung auf die zentrale Darstellung der Hochschulzeitgeschichte bleibt, das heißt, es sind mangelhafte Popularisierungsanstrengungen zu konstatieren.

Ebenfalls als inkonsistent zeigen sich die zeitgeschichtsbezogenen Aktivitäten der TU Chemnitz. So existiert auf der einen Seite eine Gesamtdarstellung in Buchform zum 50. Jubiläum der Gründung der Hochschule für Maschinenbau.[18] Auf der anderen Seite wird in der Hochschulzeitschrift auf die Hochschulgeschichte kaum Bezug genommen und findet die Geschichtsdarstellung auf der Webseite trotz des 175jährigen Hochschuljubiläums (2011) über einen 15 Jahre alten Text statt.[19] Ähnliche Inkonsistenzen weist auch der Umgang mit der Zeitgeschichte an den Universitäten in Ilmenau und Magdeburg auf, die wie die Chemnitzer Einrichtung DDR-Statusaufsteiger sind.

Als Beispiel für den inkonsistenten Umgang mit der Zeitgeschichte einer traditionellen Universität kann die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) gelten: Dieser beschränkt sich dort auf Einzelaktivitäten, die dann aber oftmals bemerkenswert sind. Solche stellen etwa die Qualifikationsschriften zu Repression und Ministerium für Staatssicherheit (MfS)[20] sowie die Ausstellung zu 20 Jahren Systemwechsel an der Universität dar.[21] Auf der hochschulzentralen Ebene ist hingegen ein gewisses Desinteresse an der Zeitgeschichte festzustellen. Während die Zeit des NS in Publikationen gut aufgearbeitet ist,[22] fehlt eine vergleichbare Darstellung für die DDR-Zeit; hierzu gibt lediglich 'Buchbindersynthesen'.[23] Auf der Universitätshomepage findet sich – als einziger traditioneller Volluniversität – keine Darstellung zur Hochschulgeschichte; auch die Webseiten des Archivs enthalten keine Verweise auf die Zeitgeschichte.[24] Stattdessen steht an der MLU die Traditionsherstellung im Vordergrund.

Aber auch Universitäten, die einen einheitlicheren und teilweise sehr aktiven Umgang mit der eigenen Zeitgeschichte pflegen, zeigen zumeist – sei es durch die Privilegierung einzelner Medientypen, sei es durch zeitliche und thematische Schwerpunktsetzung – Inkonsistenzen.

Insbesondere mit Blick auf die Publikationsdichte erweist sich etwa die Friedrich-Schiller-Universität als zeitgeschichtlich aktiv. Hervorzuheben ist die Arbeit der Senatskommission "Aufarbeitung der Jenaer Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert". Diese wurde mit dem Auftrag eingerichtet, jubiläumsvorbereitend eine umfassende Gesamtdarstellung für die Zeit des 20. Jahrhunderts vorzulegen. Begleitend erschien eine Reihe von Veröffentlichen zu einzelnen Zeitabschnitten.[25] Von diesen stellt insbesondere die zweibändige Publikation zur Jenaer Universität im Sozialismus die bisher umfassendste Rekonstruktion der SBZ/DDR-Vergangenheit einer Hochschule dar.[26] Der Senatskommission gelang es dabei auch, ihre Arbeit in die akademische Lehre zu integrieren. Die Arbeit der Kommission genoss nicht zuletzt auf Grund dreier NS-bezogener Skandalerfahrungen um die Jahrtausendwende inneruniversitär großen Rückhalt.[27] Dieser spiegelte sich auch in der regelmäßen Dokumentation der Forschungsergebnisse der Senatskommission im Hochschuljournal wider.[28] Angesichts des erarbeiteten hochschulzeitgeschichtlichen Wissensstandes enttäuscht die Universitätswebseite, die dem 20. Jahrhundert neben sparsamen weiterführenden Links nur wenige Sätze widmet.[29] Das Ausstellungsgeschehen fällt – etwa im Vergleich mit den publizistisch ähnlich aktiven Universitäten in Berlin und Leipzig[30] – unterdurchschnittlich aus. Somit lassen sich bei hoher Forschungs- und Publikationsdichte eher geringe Popularisierungsbemühungen feststellen.

Eine andere Form der Inkonsistenz zeigt hingegen die Humboldt-Universität zu Berlin, die im Umgang mit der eigenen Zeitgeschichte den Schwerpunkt deutlich auf die Zeit des Nationalsozialismus setzt. Diese erhöhte Aufmerksamkeit für die Zeit zwischen 1933 und 1945 ist sowohl hinsichtlich der Publikationen, der Hochschulzeitung, der Internetdarstellungen als auch der Ausstellungsaktivitäten sichtbar, wenngleich sich jüngst eine Zuwendung zur Geschichte der Universität im sozialistischen Staat feststellen lässt. Trotz recht hoher Publikationsdichte – Bearbeitung der Hochschultransformation 1989ff,[31] einzelner Gelehrter[32] sowie der Charité[33] – wurde erst anlässlich des 200. Jubiläums eine Gesamtrekonstruktion der DDR-Universitätsgeschichte unternommen.[34] Diese Jubiläumsgebundenheit einer systematisierten Gesamtdarstellung teilt die Berliner Universität mit den meisten Einrichtungen, wie etwa denen in Jena, Leipzig oder Greifswald. Dagegen weist ihre Universitätszeitung die höchste Dichte an zeitgeschichtlichen Beiträgen in allen ostdeutschen Hochschulzeitschriften auf. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass sie als einzige ihrer Hochschulgeschichte dauerhaft eine eigene, ganzseitige Rubrik zur Verfügung stellt. Der Internetauftritt charakterisiert einerseits die Universität in der SBZ/DDR ebenso als Opfer wie auch als Agentin diktatorischer politischer Entscheidungen, legt andererseits aber auch Wert auf die fortgesetzt gute Ausbildung und die internationalen Kontakte in dieser Zeit.[35] Weiterführende Informationen finden sich dort eher zur Geschichte der Universität im Nationalsozialismus. Diese gehen auf die 2002–2005 aktive Arbeitsgruppe "Die Berliner Universität und die NS-Zeit. Erinnerung, Verantwortung, Gedenken" zurück.[36] Deren Existenz zeigte zugleich, dass Aufarbeitungen der Hochschulzeitgeschichte nicht zwingend eines Jubiläumskontextes bedürfen, wenn es eine entsprechende Resonanzfähigkeit innerhalb der Universität gibt. Trotz gewisser Aufarbeitungslücken – etwa der studentische Widerstand – und einer Privilegierung der Beschäftigung mit dem NS erweist sich die Humboldt-Universität als zeitgeschichtlich aktiv und um eine Popularisierung der zeitgeschichtlichen Forschungsergebnisse bemüht. Dies zeigt auch die Vielzahl der Ausstellungen, die oftmals unter studentischer Beteiligung entstanden.[37]

Wie stark das Bemühen um die Zeitgeschichte mit dem Jubiläumsgeschehen verbunden ist, zeigt sich auch nachdrücklich bei der Universität Rostock. Hier gibt es jetzt, nach als defizitär bewerteten Ad-hoc-Aktivitäten in Folge von Systemwechsel und Jubiläum in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre,[38] ein deutliches Bemühen um eine systematische Aufarbeitung und Darstellung der Universitätsgeschichte seit 1945. Diese wird neben verstärkten Publikationsaktivitäten vor allem in der Internetpräsenz deutlich, die wegen der Vorbereitungen auf das Universitätsjubiläum 2019 noch das Bild einer Baustelle abgibt. Dabei vermischen sich positive Elemente – Linkliste mit allen hochschulgeschichtlichen Inhalten auf Subebenen, Online-Publikation von hochschulzeitgeschichtlichen (Qualifikations-)Schriften, Informationen über aktuelle Tätigkeiten, Verlinkungen auf andere hochschulzeitgeschichtliche Angebote, Professorenkatalog – und Mängel – defizitäre, weil informationsarme Gesamtdarstellung als kurzer Fließtext, und die Alumni werden bislang lediglich für Hochschul-PR genutzt.[39]

Festzuhalten bleibt allerdings, dass – wie das Beispiel der Universität Halle-Wittenberg zeigt – mit Jubiläen nicht zwangläufig derartige Systematisierungsbemühungen einhergehen. Darüber hinaus muss eine verstärkte Beschäftigung mit der Zeitgeschichte von einem entsprechenden politischen Willen getragen werden. Dies ist gerade bei Traditionsuniversitäten notwendig, um eine – angesichts des jahrhundertelangen Bestehens dieser Einrichtungen allein wissenschaftlich kaum zu begründende – besondere Aufmerksamkeit für die jüngere Vergangenheit zu erzeugen.

Vollständige Kohärenz hingegen ist nur an den Universitäten anzutreffen, die sich umfassend in zeitgeschichtlicher Abstinenz üben. So herrscht etwa an der BTU Cottbus eine Marginalität zeitgeschichtlicher Bezüge, welche die Universität eher als geschichtslose Neugründung nach 1989 erscheinen lässt. Es fehlen nicht nur entsprechende Publikationen oder Beiträge in der Universitätszeitung; auch die Internetseite kommt ohne Zeitgeschichte (der Vorgängereinrichtung) aus. In ähnlicher Weise sind in der öffentlichen Selbstdarstellung der Universität Potsdam zeitgeschichtliche Bezüge bislang abwesend (eine Gesamtdarstellung ist allerdings angekündigt).

Anders verhält es sich an der Universität Erfurt, die, wie Cottbus und Potsdam, in den 1990er-Jahren neugegründet worden war. Hier findet – bei keineswegs überschäumenden Interesse für die größte Vorgängereinrichtung, die Pädagogische Hochschule Erfurt-Mühlhausen – zumindest eine intensive Beschäftigung mit der Baugeschichte des Campus statt. Dabei werden einmal erstellte Texte bzw. Forschungsergebnisse konsequent für alle Medien verwertet.[40]

Die Feststellung von In-/Konsistenzen in der Befassung mit der Hochschulzeitgeschichte an den künstlerischen und den Fachhochschulen gestaltet sich – auf Grund der zumeist nur geringen Aktivitätsdichte – schwieriger. Es gibt vergleichsweise aktive Hochschulen (zum Beispiel Mittweida) wie auch weitgehend inaktive. Differenzen lassen sich zumeist nur hinsichtlich des unterschiedlichen Zugriffsmodus der Gesamteinrichtung und dem der einzelnen Fachbereiche ausmachen.

Als auffällige Inkonsistenzen bei den künstlerischen Hochschulen lassen sich festhalten: An der Weißensee Kunsthochschule Berlin gibt es eine Diskrepanz zwischen einer relativ starken Publikationsaktivität Ende der 1990er anlässlich des 50. Hochschuljubiläums[41] und einer völligen Abwesenheit zeitgeschichtlicher Bezüge auf der Hochschulhomepage.[42] Die wenigen historischen Informationen in den Online-Selbstdarstellungen der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der Hochschule für Musik Dresden beziehen sich nicht auf die Zeitgeschichte,[43] jedoch lassen sich derartige Aspekte unterhalb der zentralen Ebene – etwa im Kontext der Gebäudenutzung[44] oder in den Darstellungen auf Fachbereichsebene – finden.[45]

Als auffällige Inkonsistenzen bei den Fachhochschulen lassen sich festhalten: An der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden finden sich fachbereichsbezogen in den Hochschulpublikationen lebensweltlich-identitäre Zugriffe auf Vorläufer,[46] während auf der Homepage eine Selbststilisierung als Neugründung stattfindet.[47] An der FH Jena überraschen die Ausstellung und Jubiläumsfeier des 100-jährigen Bibliotheksjubiläums[48] sowie Berichte zu Alumni-Aktivitäten in der Hochschulzeitung insofern, als gleichzeitig jegliche zeitgeschichtliche Bezüge in der Internetdarstellung der Hochschule fehlen und von (durchaus vorhandenen) Vorgängereinrichtungen dort keine Rede ist.[49]


3. Fazit




Hochschulen haben drei grundsätzliche Optionen, mit ihrer Vergangenheit umzugehen: (1) Geschichtsabstinenz: Gegenwart und Zukunft werden betont bei gleichzeitiger Vermeidung, aus der Geschichte herrührende Schatten auf der Institutionsgeschichte zu thematisieren oder damit zusammenhängende Konflikte auszutragen; (2) Geschichte als Traditionsreservoir und Geschichtspolitik als Hochschulmarketing: Geschichte wird genutzt, um ein positives Bild nach außen hin und um positive interne Integrationseffekte zu erzeugen oder zu verstärken; beides geschieht meist über Traditionsstiftung bzw. Traditionserhalt, also einer selektiven Nutzung von positiv bewerteten Elementen der Hochschulgeschichte; (3) Geschichte als Aufarbeitung und Selbstaufklärung: hierbei können sich Motive, die hohen wissenschaftlichen wie ethischen Ansprüchen entspringen, mit solchen Motiven vereinigen, die institutionenpolitischer Gegenwartsbewältigung dienen; die anspruchsvolle Integration zeithistorischer Selbstaufklärung in das Hochschulleben wird zum Beispiel dann erkennbar, wenn Jubiläen zum Anlass für Selbstirritation werden.

In der Realität sind die Varianten (2) und (3) meist nicht klinisch sauber voneinander getrennt, sondern bilden Mischformen mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen. Für alle drei Varianten gilt: Sie werden jeweils gefördert oder behindert – je nachdem, welche Geschichtsrendite zu erwarten steht. Geschichtsabstinenz kann dann eine institutionenpolitisch attraktive Option darstellen, wenn geschichtsbezogene Gewinne – Prestige, Vertrauen, Legitimität etc. – nicht zu erwarten sind. Umgekehrt kann bei erwartbaren Geschichtsrenditen – zum Beispiel Traditionsherstellung oder die prophylaktische Integration von Konflikten, die bei Nichtthematisierung von außen herangetragen werden könnten, in die eigene Darstellung und damit verstärkte Kontrolle über die hochschulbezogene Kommunikation – ein offensiver Umgang mit der Geschichte attraktiv sein. Widerstand gegen bestimmte Geschichtsaufarbeitungen wiederum kann die geschichtsbezogenen Gewinne überlagern und neutralisieren, indem die Auseinandersetzungen mehr Legitimität kosten als die Aufarbeitung Legitimität erzeugt.

Resümiert man die ostdeutschen Hochschulen insgesamt, so erweisen sich als die wichtigsten Auslöser für Selbsterkundungen der eigenen Zeitgeschichte zum einen anstehende Hochschuljubiläen – seit 1990 haben 28 der 54 ostdeutschen Hochschulen runde Gründungsjubiläen gefeiert –, zum anderen Skandalisierungen zeitgeschichtlich relevanter Vorgänge. Daneben, aber nicht dominant waren auch anlassfreie Geschichtsaufarbeitungen.

Inhaltlich sind die Aktivitäten der ostdeutschen Hochschulen, ihre Zeitgeschichte aufzuarbeiten, zwar durchwachsen und in der Regel wenig systematisch, zugleich aber auch weit gefächert. Ein generelles Desinteresse kann nicht konstatiert werden, eher ein erratisches Vorgehen, eine vergleichsweise hohe Jubiläumsabhängigkeit und die Schwierigkeit, Kontinuität aufrecht zu erhalten. Einschränkungen ergeben sich zum Teil auch aus äußeren Umständen wie der Verfügbarkeit von Ressourcen, dem Vorhandensein historischer Expertise oder Problemen, Basisdaten zu generieren, beispielsweise zu Repressionsopfern in der DDR.[50] Beträchtliche Unterschiede bestehen zwischen den Hochschulen, wenn ihre Aktivitätsformen in Augenschein genommen werden: Sehr forschungsaktive Hochschulen weisen unzulängliche Internetpräsentationen der eigenen Zeitgeschichte auf, während andere sehr aktiv im Ausstellungsgeschehen sind, aber auf zeitgeschichtsbezogene Skandalisierungen nicht angemessen zu reagieren vermögen. Gleichwohl zeigt die Betrachtung über den Zeitverlauf, dass höhere Ansprüche an die Bearbeitung der Hochschulzeitgeschichte und deren Professionalisierung an Boden gewinnen. Zunehmend findet eine Historisierung der DDR-Hochschulgeschichte statt, insofern neuere Studien stärker historiografischen und weniger geschichtspolitischen Fragestellungen verpflichtet sind.


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Fußnoten

1.
Ilko-Sascha Kowalczuk (Iv.): Die Karriere von Ex-Kultusminister Olbertz gerät ins Zwielicht seiner DDR-Schriften, in: Märkische Allgemeine, 3.6.2010, http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/
beitrag/11813415/492531/Die-Karriere-von-Ex-Kultusminister-Olbertz-geraet-ins.html [19.6.2010].
2.
Die vorgestellten Ergebnisse beruhen auf einer umfassenden Untersuchung der Vf., Deutungskompetenz in der Selbstanwendung. Der Umgang der ostdeutschen Hochschulen mit ihrer Zeitgeschichte, Halle-Wittenberg 2011, auch unter http://www.hof.uni-halle.de/dateien/ab_1_2011.pdf [27.7.2011].
3.
Vgl. Peer Pasternack, Wissenschafts- und Hochschulgeschichte der SBZ, DDR und Ostdeutschlands 1945–2000. Annotierte Bibliografie der Buchveröffentlichungen 1990–2005, Wittenberg/Berlin 2006. Das weitere Publikationsgeschehen wird fortlaufend in der Zeitschrift "die hochschule" dokumentiert; vgl. auch http://www.peer-pasternack.de/
texte/dhs_biblio_fortsetzung.pdf [27.7.2011]. Hierzu inhaltlich auswertend vgl. Peer Pasternack, Wissenschaft und Politik in der DDR. Rekonstruktion und Literaturbericht, Halle-Wittenberg 2010.
4.
Dieses wird z.B. explizit, wenn in der Vorrede zur Jubiläumsschrift der Magdeburger Universität mit gewissem Stolz betont wird, dass die Publikation ohne zusätzlichen Mitteleinsatz realisiert werden konnte: Klaus Erich Pollmann (Hg.), Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Festschrift, Halle (S.) 2003, S. 13.
5.
Als diesbezüglich gelungen dürfen gelten: Helmuth Albrecht u.a., Technische Universität Bergakademie Freiberg 1965–2002. Festgabe zum 300. Jahrestag der Gründung der Stipendienkasse für die akademische Ausbildung im Berg- und Hüttenfach zu Freiberg in Sachsen, Freiberg 2002; Uwe Hoßfeld u.a. (Hg.), Hochschule im Sozialismus. Studien zur Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990), Köln u.a. 2007.
6.
Die diesbezügliche Quellenlage ist unübersichtlich und die Aussagefähigkeit der Hochschulen selbst eingeschränkt.
7.
Exemplarisch kann auf folgende ausstellungsbegleitende Publikationen verwiesen werden: Michael Diers u.a. (Hg.), Der Turm von Jena. Architektur und Zeichen, Jena 1999; Rüdiger vom Bruch/Christoph Jahr (Hg.), Studieren in Trümmern. Die Wiedereröffnung der Berliner Universität im Januar 1946, Berlin 2006.
8.
Ausführlich und detaillierte Belege in: Daniel Hechler/Peer Pasternack, Deutungskompetenz in der Selbstanwendung. Der Umgang der ostdeutschen Hochschulen mit ihrer Zeitgeschichte, Halle-Wittenberg 2011, S. 91–109.
9.
http://tu-freiberg.de/geschichte/index.html [20.10.2010].
10.
"1963 erhält die Hochschule für Elektrotechnik den Status einer Technischen Hochschule. An die Stelle der Fakultäten treten 1968/89 als interdisziplinäre Kombinationen die Sektionen": http://www.tu-ilmenau.de/universitaet/wir-ueber-uns/geschichte/ [20.10.2010].
11.
Ausführlich und detaillierte Belege in: Daniel Hechler/Peer Pasternack, Deutungskompetenz in der Selbstanwendung. Der Umgang der ostdeutschen Hochschulen mit ihrer Zeitgeschichte, Halle-Wittenberg 2011, S. 122–166.
12.
Dabei stehen die Universitäten im Vordergrund. Das verdankt sich nicht nur ihren zentralen Stellung im Hochschulbereich, sondern auch der relativ geringen Aktivitätsdichte der künstlerischen und Fachhochschulen, die einer solchen Konsistenzprüfung zumeist deutliche Grenzen setzen.
13.
Otfried Wagenbreth, Die Technische Universität Bergakademie Freiberg und ihre Geschichte dargestellt in Tabellen und Bildern, Leipzig/Stuttgart 1994.
14.
http://graduiertenkolleg-freiberg.de/ [17.12.2010].
15.
http://tu-freiberg.de/ze/archiv/colorbox/
example1/proaus.html [17.12.2010].
16.
http://tu-freiberg.de/geschichte/index.html [20.10.2010].
17.
http://tu-freiberg.de/ze/archiv/zeittafel.html [17.12.2010].
18.
Hans-Joachim Hermes u.a., Von der Kgl. Gewerbeschule zur Technischen Universität. Die Entwicklung der höheren technischen Bildung in Chemnitz 1836–2003, Chemnitz 2003; Volltext auch unter: http://www.tu-chemnitz.de/uni-archiv/info/projekte/geschichte/
buch_inhalt.php#inhalt [20.10.2010].
19.
http://www.tu-chemnitz.de/tu/geschichte/. Positiv sticht innerhalb der Internetpräsenz das Archiv heraus, welches weiterführende zeitgeschichtliche Informationen anbietet: http://www.tu-chemnitz.de/uni-archiv/info/geschichte/geschichte.php [20.10.2010].
20.
Sybille Gerstengarbe/Horst Hennig, Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945–1961. Eine Dokumentation, Leipzig 2009; Steffen Reichert, Unter Kontrolle. Die Martin-Luther-Universität und das Ministerium für Staatssicherheit 1968–1989, Halle (S.) 2007.
21.
Vgl. http://pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=965 [17.11.2010].
22.
Henrik Eberle, Die Martin-Luther-Universität in der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945, Halle (S.) 2002.
23.
Siehe z.B. die Jubiläumsbände Hans-Hermann Hartwich (Hg.), Universitätsjubiläum und Erneuerungsprozeß. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im dreihundertsten Jahr ihres Bestehens 1994, Opladen 1995; Hermann-J. Rupieper (Hg.), Beiträge zur Geschichte der Martin-Luther-Universität 1502–2002, Halle (S.) 2002.
24.
Positiv sind allerdings der Professorenkatalog (http://www.catalogus-professorum-halensis.de/) und die einzelne Webseiten von Fakultäten, Institute und Fachbereiche, die gelegentlich Bemühungen um die Bearbeitung der eigenen Geschichte aufweisen; z.B. http://www.mathematik.uni-halle.de/history/index.html [20.9.2010].
25.
Eine Übersicht bietet http://www.uni-jena.de/Publikationen_page_156405.html [20.10.2010].
26.
Uwe Hoßfeld u.a. (Hg.), Hochschule im Sozialismus. Studien zur Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990), Köln u.a. 2007.
27.
Am nachhaltigsten wirkte sicherlich der Skandal um den Namenspatron der Jenaer Kinder- und Jugendklinik Jussuf Ibrahim. Dessen bereits früher bekannte Beteiligung an der NS-Euthanasie führte unter großer überregionaler Beachtung im Jahr 2000 u.a. zur Entscheidung einer Universitätskommission, die Universitätsklinik umzubenennen. Bereits 1997 hatte die Ergänzung der Rektorengalerie eine Debatte provoziert, als in diese auch der NS-Rektor Karl Astel integriert werden sollte.
28.
Vgl. insb. Uni-Journal Jena, Sonderausgabe Senatskommission zur Aufarbeitung der Jenaer Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert, Hg. Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena 2004.
29.
http://www.uni-jena.de/Geschichte.html [20.10.2010].
30.
Vgl. u.a. Geschichte der Universität Leipzig 1409–2009, Bd. 3: Das zwanzigste Jahrhundert, Hg. Universität Leipzig, Leipzig 2010; Siegfried Hoyer, Kleine Geschichte der Leipziger Studentenschaft, Leipzig 2010; Josef Koch, Die "Wolfgang-Rosenthal-Klinik" Thallwitz 1943–1994. Ein unbequemes Kapitel der Geschichte der Universität Leipzig, Leipzig 2011; Konrad Krause, Alma mater Lipsensis. Geschichte der Universität Leipzig, Leipzig 2003.
31.
Die Phase der Hochschultransformation nach 1989 ist an der HU im Rahmen einer Untersuchung aufgearbeitet worden, welche die Universitätsleitung in Auftrag gegeben hatte: Thomas Raiser, Schicksalsjahre einer Universität. Die strukturelle und personelle Neuordnung der Humboldt-Universität zu Berlin 1989–1994, Berlin/Baden-Baden 1998. Darüber hinaus war sie Gegenstand eines von Studierenden initiierten Projekttutoriums: vgl. http://amor.cms.hu-berlin.de/~h0444vy4/ueber.html [11.2.2011].
32.
Besondere Beachtung haben dabei Robert Havemann und Rudolf Bahro gefunden. Während zu Havemann bisher ausschließlich universitätsextern Publikationen entstanden (vgl. http://www.havemann-gesellschaft.de/index.php?id=27 [27.3.2011]), liegen für Bahro auch Schriften vor, die durch die Universität initiiert wurden; vgl. etwa Maik Hosang (Red.), Rudolf Bahro. Ein Leben und eine Philosophie für die Zukunft von Mensch und Erde, Berlin 2000.
33.
Vgl. Daniel Hechler/Peer Pasternack, Deutungskompetenz in der Selbstanwendung. Der Umgang der ostdeutschen Hochschulen mit ihrer Zeitgeschichte, Halle-Wittenberg 2011, S. 52–55.
34.
Die Publikation liegt noch nicht vollständig vor, vgl. http://verlag.oldenbourg.de/en/akademie-verlag/geschichte-universitaet-unter-den-linden-1810-2010/9783050046686 [27.7.2011].
35.
http://www.hu-berlin.de/ueberblick/
geschichte/hubdt_html#umbrueche [20.9.2010].
36.
Vgl. Vergangenheit bewältigen, in: Humboldt, 5-2001/02, S. 1.
37.
Z.B. Rüdiger vom Bruch/Christoph Jahr (Hg.), Studieren in Trümmern. Die Wiedereröffnung der Berliner Universität im Januar 1946, Berlin 2006.
38.
Vgl. Mögen viele Lehrmeinungen um die eine Wahrheit ringen. 575 Jahre Universität Rostock, Hg. Universität Rostock, Rostock 1994.
39.
https://www.uni-rostock.de/universitaet/
universitaetsgeschichte/ [20.9.2010].
40.
Steffen Rassloff, Der Universitätscampus. Vom "Sinnbild des sozialistischen Erfurt" zum "Harvard an der Gera", in: Campus, 3/2009, S. 25, URL http://www.uni-erfurt.de/uni/portraet/geschichte/campus-baugeschichte/campus-1952-2009/ [20.9.2010]; Ulrike Wollenhaupt-Schmidt, Kunst auf dem Uni-Campus, Teil 1, ebd., 2/2009, S. 38; Teil 2, ebd., 3/2009, S. 42; Dies., Kunst auf dem Uni-Campus (1954–1990), Erfurt o. J., http://www.uni-erfurt.de/fileadmin/public-docs/Universitaet/Praesidium/
KunstaufdemUniCampus.pdf [20.9.2010].
41.
Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Hg. Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Berlin 1996; Hiltrud Ebert, Drei Kapitel Weißensee. Dokumente zur Geschichte der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 1946 bis 1957, Berlin 1996; Samson D. Sauerbier (Hg.), Zwei Aufbrüche. Symposion der Kunst, Berlin 1997; Johannes Uhlmann, Kunst des Elementaren. Die Högnersche Grundlehre des visuell-ästhetischen Gestaltens im Produktdesign, Berlin 1997.
42.
http://www.kh-berlin.de/ [20.9.2010].
43.
http://www.hfbk-dresden.de/hochschule/profil/
vorstellung/geschichte.html, http://www.hfmdd.de/hochschule/portrait/ [20.9.2010].
44.
http://www.hfbk-dresden.de/hochschule/profil/gebaeude/
bruehlsche-terrasse.html [20.9.2010].
45.
http://www.hfmdd.de/hochschule/institute/
institut-fuer-musikwissenschaft/geschichte/ [20.9.2010].
46.
Z.B. 10 Jahre Fachhochschulausbildung in den Studiengängen Vermessungswesen und Kartographie an der HTW Dresden (FH) und 50 Jahre Ausbildung von Vermessungs- und Kartographieingenieuren in Dresden, Hg. Fachbereich Vermessungswesen, Kartographie der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Dresden 2002.
47.
http://www.htw-dresden.de/index/hochschule/
geschichte.html [20.9.2010].
48.
Sigrid Neef: 100 Jahre Bibliothek der Fachhochschule Jena , in: facetten Nr. 11 (Juni 2005), S. 7.
49.
http://www.fh-jena.de/index.php/browse/121 [20.9.2010].
50.
Vgl. zu den diesbezüglichen Schwierigkeiten Martin Morgner, In die Mühlen geraten. Porträts von politisch verfolgten Studenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena zwischen 1967 und 1984, Weimar/Eisenach 2010, S. 372–387.

 

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