Beleuchteter Reichstag
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12.5.2011 | Von:
Christian Könne

"Die Gestaltung massenwirksamer Unterhaltungssendungen – ein unerläßlicher Bestandteil des politischen Auftrages des Massenmediums Rundfunk"

Die Unterhaltungssendungen im Hörfunk der DDR

Der DDR-Hörfunk stand mit der Gestaltung seines Programms stets zwischen den Interessen von Partei und Publikum. Nirgendwo war dies so problematisch zu lösen wie in der Unterhaltung.

Unterhaltung im sozialistischen Hörfunk – für Partei oder Publikum?


Seit dem Beginn der 1950er-Jahre waren die Positionen in der Frage der Unterhaltung klar zwischen Partei und Publikum abgegrenzt: "Der demokratische Rundfunk und der Fernsehfunk der DDR strahlen nicht nur die Wahrheit aus, sie senden auch [...] weit bessere Musik [...] und spenden bessere Unterhaltung, nämlich ein Unterhaltungsprogramm, das dem Menschen nützt, weil es seiner berechtigten Freude am Leben einen Sinn gibt, weil es seine Würde wahrt, weil es seine Vernunft nicht lähmt, sondern befreit, seine Moral nicht vergiftet sondern die neue, die sozialistische, wahrhaft humane Moral pflegt und stärkt."[1]

Dieser Anspruch, den der DDR-Hörfunk sich in den 1950er-Jahren selbst auferlegte, war in seiner politischen Ausrichtung auf die Erschaffung der neuen Gesellschaft ausgerichtet. Doch ebenso deutlich taten auch die Hörer im Osten Deutschlands ihre Meinung kund: "Sehr eindeutig ist der Wunsch der Hörer nach einer vielseitigen, guten Unterhaltung. Viele schreiben, daß sie durch die gesellschaftlichen Organisationen [und] durch die Presse [...] über die Grundfragen und geistigen Probleme unserer Zeit Aufklärung erhalten und vom Rundfunk in erster Linie die entspannende Unterhaltung erwarten. Die begehrtesten Genres der Rundfunkarbeit sind Musik, Hörspiel, bunte Unterhaltungs- und Wunschsendungen. Die Qualität und Quantität solcher Sendungen sind für die meisten Hörer der Maßstab für das Rundfunkprogramm. Tausendfach sind darum die Stimmen der Hörer, die eine Abstimmung, Spezialisierung und Änderung der Sendeprogramme erwarten".[2]

Diese widerstrebenden Erwartungen an das Hörfunkprogramm bildeten die Voraussetzungen für eine der intensivsten Auseinandersetzung im ostdeutschen Hörfunk überhaupt ab: das Ringen um die Unterhaltung.[3]

1948–1958 – Unterhaltung oder Sozialismus:
Die Konfrontationsphase


Bis zu Beginn der 1960er-Jahre war die Unterhaltung eines der umstrittensten Gebiete des medialen Staatsangebots.[4] Nur bis 1948 hatten die Unterhaltungsredaktionen im Osten Deutschlands ohne eine größere Einflussnahme der Politik arbeiten können. Seit dieser Zeit musste die Unterhaltung dem sozialistischen Aufbau dienen und wurde dementsprechend umgestaltet.

Unterhaltung im Sozialismus hatte in der Vorstellung der SED dem Umbau des Staates und der Umerziehung der Menschen zu dienen: Zum einen sollten die Menschen in der neuen Art der Unterhaltung ihre sozialistische Lebenswelt kennen und positiv einschätzen lernen. Sie sollten durch die Sendungen aber auch in und für diese neue Welt (um-)erzogen werden. Das Projekt der Errichtung der sozialistischen Diktatur erforderte also zur selben Zeit den Umbau des Staates und die Indoktrination der Menschen – zwei schwierig zu kombinierenden Elemente. Unterhaltung als Zeitvertreib war von der SED dabei nicht vorgesehen.

Unter den ersten Schöpfungen einer sozialistischen Unterhaltung waren die "Heiteren Betriebs- und Dorfabende". Ihr Anspruch wies die alte, angeblich überholte Unterhaltung klar in die Schranken: "Sie bedeuten nicht ein Wiederaufleben des KdF-Rummels, sondern im Gegenteil: sie weisen den Weg zu einer neuen kulturellen Entwicklung, die unmittelbar aus dem Betrieb kommt."[5] Die Keimzelle sozialistischen Arbeitens und Lebens, der Betrieb, sollte also – systemkonform gedacht – auch bei der Erschaffung der sozialistischen Unterhaltung Pate stehen. Selbstverständlich war Humor, der sich gegen das Regime wandte, ausgeschlossen, weil er "zersetzend" wirken könnte. Erlaubt war nur "aufbauender" Humor, der der "neuen Gesellschaft" nützte. Doch fiel diese Sendereihe beim Publikum durch, da die hier gebotene Mischung von Unterhaltung und Politik nicht den Erwartungen der Hörer entsprach.[6] Am Beispiel der "Heiteren Betriebs- und Dorfabende" werden die zwei Problembereiche der SED mit der Unterhaltung augenfällig, deren Lösung unterschiedlich erfolgreich verlief: die unterhaltend gestalteten Wort-Sendungen und die Unterhaltungsmusik.

Die Rezeption der "Heiteren Betriebs- und Dorfabende" ergab, dass die Menschen sich nicht kritisch mit sich und ihrem Betrieb im Rahmen einer Sendung befassen wollten. Gleichzeitig hatten sie in der Regel kein überbordendes Interesse daran, das anlässlich eines solchen Abends geschaffene "Betriebslied" zu singen, das der Belegschaft vom Hörfunk an diesem Abend überreicht wurde.[7] Die sozialistisch korrekte Unterhaltung war für die Menschen keine Ablenkung vom Alltag.

Plakat für eine Sendung von "Da lacht der Bär" am 5.11.1953 in Leipzig.Plakat für eine Sendung von "Da lacht der Bär" am 5.11.1953 in Leipzig. (© Bundesarchiv, Plak 103-047-032, Grafiker: KM.)
Erst im Jahr 1955 gelang es, eine ansprechende Sendereihe zu etablieren.[8] In der Besinnung auf Bewährtes wurde "Da lacht der Bär" ins Programm aufgenommen.[9] Der "Lachende Bär" bot heitere Szenen, musikalisch untermalt. Dass die Sendereihe damit formal eine Wiederaufnahme des Konzepts des "Bunten Samstagabends des Reichssenders Köln" aus der Zeit des Nationalsozialismus war, musste (bzw. durfte) nicht gesagt werden. Neben der Weiterverwendung tradierter Unterhaltungsformate – auch aus der NS-Zeit – tat der Hörfunk sich auch unter den westlichen Zeitgenossen um: So erinnerte die Ost-Berliner Sendung "Heinz und Inge" stark an die "Müllerin" des RIAS aus West-Berlin. Die "Mach-mit"-Sendungen aus Schöneberg fanden im Programm aus Adlershof ihren östlichen Widerhall in: "Ein fröhlicher Wettbewerb – per Draht gefragt". Auch das im Hörfunk verwendete Quiz war ein Import aus den USA. Doch zeigen die Fragen an, in welche Richtung die Unterhaltung im DDR-Quiz ging: "Wieviel Fernsehgeräte gibt es in Moskau? Wo ist der größte Pionierpalast der DDR? [...] Wieviel Soldaten hat die Sowjetunion kürzlich zur Entspannung der Lage demobilisiert?"[10] Andere Beispiele für Unterhaltungssendungen der 1950er-Jahre sind Sendereihen wie "Ring frei" und "Doppelt oder nichts".[11] Die Formate für erfolgreiche Hörfunkarbeit stammten also sämtlich aus dem nicht sozialistischen Unterhaltungsraum. Inhaltlich waren sie jedoch auf die Situation in der DDR zugeschnitten.

Die größte Schwierigkeit für die Unterhaltungsmacher und die Menschen in der DDR bestand darin, dass die SED sich zwar darauf verstand, klar und deutlich zu artikulieren, was sie nicht als Unterhaltung sozialistischer Art akzeptierte und folglich verbot. Jedoch gab es von der Partei keinerlei brauchbare Hinweise, wie denn eine sozialistische Unterhaltung auszusehen habe. Hier waren die Unterhaltungsredakteure auf nebulöse Äußerungen der Parteispitze zurückgeworfen, die immer wieder umgedeutet wurden, sodass alle Ergebnisse einer eigenständigen Entwicklung auch im Nachhinein kassiert werden konnten. Was sozialistische Unterhaltung war, blieb ein Rätsel.

Mit diesem Verhalten hatte sich die SED in ihrem Kampf um die Köpfe jedoch in eine schwierige Situation manövriert: Boten die ostdeutschen Programme die gewünschten Angebote nicht, dann lag im Osten Deutschlands überall westliche Unterhaltung und auch die entsprechende Musik in der Luft. Denn viele Stationen der Bundesrepublik waren fast überall im Osten problemlos zu empfangen und dies meist in besserer Qualität als die Programme der DDR selbst. Es mussten also Zugeständnisse gemacht werden, sollte das DDR-Programm gehört werden. Doch diese Erkenntnis musste sich bei der SED erst noch durchsetzen. Letztlich führte jedoch die Situation in der DDR und nicht die Empfangsverhältnisse zur Veränderung.

1958–1972 – Unterhaltung für den Sozialismus:
Die Erprobungsphase


Die Einstellung zur Unterhaltung begann sich Ende der 1950er-Jahre zu ändern. Die wirtschaftliche und politische Krise der DDR hatte ein solches Ausmaß erreicht, dass alle Kräfte mobilisiert werden mussten, um den strauchelnden Sozialismus zu stützen. Eingedenk ihrer Popularitätswerte beim Publikum schien die Unterhaltung eine Möglichkeit zu bieten, die Menschen für den Aufbau zu begeistern. Die Sendereihe "Auf großer Fahrt" und die "Steckenpferdbewegung" waren die ersten Veränderungen in der Ausrichtung von Unterhaltung. Bei letzterer trat die Wirtschaftsredaktion mit Wunschsendungen oder öffentlichen Veranstaltungen zugunsten der "Steckenpferd"-Aktion im Programm in Erscheinung.[12] Die "Steckenpferdbewegung" diente der Steigerung des Exports der DDR. Eine weitere Sendereihe, die bereits in den 1950er-Jahren in diesem Rahmen arbeitete, war "Kollege kommt gleich".

Nach diesen ersten Erfahrungen wurden Radio DDR sowie der Berliner Rundfunk 1962 dazu angehalten, jeweils eine Unterhaltungssendung ins Programm aufzunehmen, die systematisch auf Wirtschaftsförderung ausgerichtet war. Es waren die Sendereihen "Mit dem Herzen dabei" und "Von 7 bis 10: Sonntagmorgen in Spreeathen".[13]

"Volksfest der deutsch-sowjetischen Freundschaft" in Berlin-Lichtenberg am 3.5.1970 im Rahmen der Sendung "Von 7 bis 10 - in Spreeathen" des Berliner Rundfunks: Auftritt des Tanzorchesters Günter Gollasch."Volksfest der deutsch-sowjetischen Freundschaft" in Berlin-Lichtenberg am 3.5.1970 im Rahmen der Sendung "Von 7 bis 10 - in Spreeathen" des Berliner Rundfunks: Auftritt des Tanzorchesters Günter Gollasch. (© Jürgen Ludwig / Bundesarchiv, Bild 183-J0503-0017-001.)
Die SED und der Hörfunk hatten sich mit diesen Konzepten bewegt, nicht jedoch in ihrem Anspruch: "Alleiniger Ausgangspunkt bei der Gestaltung unterhaltender Sendungen kann in jedem Falle nur die Umsetzung der Hauptaufgabe sein, die Politik von Partei und Regierung zu erläutern und ihre Durchsetzung voll zu unterstützen. Das bedeutet, die Unterhaltungsarbeit der Erziehung und Bildung der Bürger zu widmen, die Herausbildung des sozialistischen Menschen zu unterstützen. [...] Den alten Überlieferungen des Kapitalismus, muß die sozialistische Moral unseres Staates entgegengesetzt werden: die Vaterlandsliebe, Liebe zur Arbeit, zur Gemeinschaft, der Stolz auf die Heimat und der Stolz und das Vertrauen auf die eigene Kraft. [...] Auf dem Gebiet der Unterhaltung müssen Wege beschritten werden, die die ökonomische und ideologische Problematik der Entwicklung unserer Gesellschaft einbeziehen. Fragen der Beziehungen der Menschen untereinander, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Sphäre der Produktion behandeln und zum Gegenstand der Unterhaltungsarbeit machen."[14]

Die Änderungen betrafen also weniger die Unterhaltung selbst als vielmehr den Umgang mit ihr. Wer gehört werden wollte, der musste auf die Menschen zugehen. Nicht die Unterhaltung wurde neu erfunden. Das Sozialistische an der Unterhaltung der DDR war die Definition in der Verwendung von Unterhaltung für Staatszwecke, womit gleichzeitig der diktatorische Anspruch sichtbar wird. Dennoch, die SED musste die bisher verteufelte Unterhaltung auch in den eigenen Programmen zulassen. Als Partei der angeblich wissenschaftlich fundierten Politik des Marxismus-Leninismus ließ sich die SED diesen Schwenk dementsprechend untermauern. Fortan galt für die Programme, "daß sie in der Form der Unterhaltung bilden", aber gleichzeitig "mit der Bildung auch Informationsgehalte geben" mussten. Die Unterhaltung trug "dazu bei, dem Hörer die Aneignung des 'Stoffs' zu erschließen. Sie weckt in ihm Interesse und Bereitschaft für die Aufnahme und hält [...] wach."[15] Die Unterhaltung war Transmitter der Inhalte und als solcher parteilich abgesegnet worden. Massen erreichen, Massen belehren, Massen bewegen war und blieb der Parteiauftrag des Hörfunks in der DDR.

Diesem Konzept folgend galten "Mit dem Herzen dabei" und "Spiel mit" als "Beispiele neuer Rundfunk- und Fernsehunterhaltung großen Stils, die [...] Maßstäbe gesetzt haben. [...] Mitten aus unserem spannungsreichen Leben heraus projiziert die Unterhaltungsredaktion von Radio DDR kulturell ethische Leitbilder. Von ihnen gehen Impulse aus, die die Harmonie unserer Gesellschaft stimulieren."[16] Auch die Bewegung von Massen war mit diesen Sendungen war geleistet worden: "Während einer der 11 Sendungen 'Mit dem Herzen dabei' verabschiedeten 20.000 Leipziger 300 verdiente Mitbürger, die direkt von der Veranstaltung mit einem Sonderzug für drei Tage in die ČSSR fuhren. Rund 500 Mitarbeiter von Funk und Fernsehen waren für die Sendung 'Spiel mit' am 7. Oktober 1965 eingesetzt; etwa 50.000 Bürger waren an den Spielrunden beteiligt".[17]

Das "Professoren-Kollegium tagt" am 14.10.1964 im Hörspielstudio des Berliner Rundfunks unter Leitung von Hans Jacobus (hinten M.), v.l.n.r.: Prof. Reinhold, Prof. Dr. Ilse Classen, Prof. Wattenberg, Prof. Dr. Fritz Berhard, Prof. Dr. Winter, Prof. Dr. Eberhard Rabling, Prof. Dr. Klein, Prof. Dr. Günther, Prof. Dr. Stefan Doernberg und Prof. Dr. H. Budzislawski.Das "Professoren-Kollegium tagt" am 14.10.1964 im Hörspielstudio des Berliner Rundfunks unter Leitung von Hans Jacobus (hinten M.), v.l.n.r.: Prof. Reinhold, Prof. Dr. Ilse Classen, Prof. Wattenberg, Prof. Dr. Fritz Berhard, Prof. Dr. Winter, Prof. Dr. Eberhard Rabling, Prof. Dr. Klein, Prof. Dr. Günther, Prof. Dr. Stefan Doernberg und Prof. Dr. H. Budzislawski. (© Bundesarchiv, Bild 183-C1015-0014-001 / Fotograf: Stöhr.)
Daneben war die Ausbildung der sozialistischen Menschengemeinschaft ein weiteres Ziel. Dementsprechend ging die Konzeption für "Von 7 bis 10: Sonntagmorgen in Spreeathen" davon aus, "die Entwicklung der sozialistischen Menschengemeinschaft zu würdigen und zu fördern."[18] Darunter waren Ausflugsfahrten mit der "schwimmenden Gaststätte Spreeathen"[19], einem Ausflugsdampfer, der in der 50. Sendung 1966 in Dienst gestellt wurde, ebenso zu verstehen wie "Aktionen", die einen deutlich politischeren Bezug hatten. Die Arbeit von "7 bis 10" sollte die Menschen zu einem politisch konformen Verhalten bewegen. Und schließlich sollte die Unterhaltung in Sendungen wie "Das Professoren-Kollegium tagt" auch als demokratisches Forum der lebendigen Demokratie in der DDR verstanden werden.[20]

Vor allem die Verbindung zu den Massen wurde in der Unterhaltung fokussiert. Ein Höhepunkt war der 20. Jahrestag der DDR: "Innerhalb der großen Sendeaktion von Radio DDR 'Helle Köpfe – heiße Herzen', die das Wachsen und Werden der sozialistischen Menschengemeinschaft sichtbar zu machen und zu fördern hatte, entstand die Sendereihe 'Bezeugt und protokolliert'. In den belegbaren [...] Aufführungen wurden Schrittmacher vorgestellt: Arbeiter, die sich ihrer Eigentümerfunktion bewußt sind und sich schöpferisch für höchste volkswirtschaftliche Leistungen einsetzen; Angehörige der Intelligenz, die die Wissenschaft besonders eindrucksvoll als Produktivkraft wirksam werden lassen; Persönlichkeiten, die den Geist der sozialistischen Menschengemeinschaft beispielhaft verbreiten usw. [...] Bei der Aktion 'Helle Köpfe – heiße Herzen' arbeiteten 2.000 ehrenamtliche Mitarbeiter in sieben Kreisstädten der Republik an den verschiedensten Fragen der Gestaltung des gesellschaftlichen Systems des Sozialismus mit. In 250 öffentlichen Veranstaltungen hatten 180.000 Bürger unserer Republik direkt Kontakt mit dem Rundfunk."[21]

Die Unterhaltung in der DDR hatte es geschafft, sich auf den Sozialisten nützliche Weise im Kanon des Medienschaffens der DDR zu reetablieren. Das Wie war dabei nahezu unverändert geblieben. Es war das Wofür, das den neuen Maßstäben angepasst wurde. Ob dieser Unterschied für die Menschen eine Rolle spielte, wurde nicht geprüft. Die Akten weisen ein solches Interesse nicht aus.

Die Unterhaltungsmusik der DDR:
SED always "lost in music"


Neben den unterhaltend gestalteten Wort-Sendungen musste sich der ostdeutsche Hörfunk auch mit den musikalischen Unterhaltungswünschen der Menschen auseinandersetzen. Die SED strebte politisch nützliche, mindestens jedoch "saubere" und "korrekte" Lieder (von) der neuen Gesellschaft an. Daneben wurde die Musikerziehung hin zur E-Musik angestrebt. Doch die Menschen verlangten nach musikalischer Ablenkung durch U-Musik.[22]

Wie im unterhaltenden Wort versuchte man sich auch in der Musik in der Übernahme von medial Erprobtem und mit diesem die Verbindung zum Betrieb herzustellen. 1951 wurden "Wunschkonzerte" für die Betriebe eingeführt. Der Verbindung von Arbeit und neuem Leben sollte auch in diesen "Wunschkonzerten" zum Ausdruck kommen. Um wirklich sicher zu gehen, dass die politische Absicht erreicht wurde, waren in die "Wunschkonzerte" jedoch viele Betriebsreportagen integriert. 1955 wurde das "Wunschkonzert" in Form von "Solidaritätskonzerten" weitergeführt. Doch auch hier wechselten sich "mehrere Stunden lang [...] Interviews, Reportagen, Berichte, Aufrufe, Selbstverpflichtungen und Namensnennungen mit Musikeinlagen ab. [...] Solche Wunschkonzerte galten z.B. den West-Berliner 'Frontstadtgeschädigten', den 'eingekerkerten Patrioten in Westdeutschland' oder den 'Opfern des NATO-Regimes'". Dabei waren die musikalischen Wünsche merkwürdig monoton: "Jedes Wunschkonzert bestand zu 4/5 aus Arbeiter- und Kampfliedern und zu 1/5 aus Opernmelodien."[23] Doch so war kein offenes Ohr bei der Masse zu erreichen. Denn in dieser Form verloren die Sendungen aus Adlershof den Charakter des "Wunschkonzerts für die Wehrmacht", das dem "Wunschkonzert" zu hohem Publikumserfolg verholfen hatte.

Der Wunsch der Hörer nach heiterer Musik wurde im Laufe der 1950er-Jahre jedoch zunehmend gehört; denn wollte man die Menschen ans Radiogerät holen, dann ging das am Besten mit Musik. Der Zwang zum Handeln kam für die SED aus der Wahlmöglichkeit der Hörer. Es musste also auch in der DDR eine leichte Musik, eine Unterhaltungsmusik her. Man ging auf Talentsuche im Land und produzierte im Schatten der etablierten Musik aus dem Westen – die für teure Valuta gekauft werden musste – die ersten eigenen Schlager, und auch Volksmusik konnte man "made in GDR" empfangen.

Seit 1953 versuchte die DDR die volkseigene Schlagermusik zu popularisieren und in der Auseinandersetzung mit dem Klassenfeind im Ohr der Bevölkerung zu positionieren. Das bekannteste Unternehmen der Abteilung Tanzmusik in dieser Hinsicht war die "Schlagerrevue". Sie wurde 1953 als "Schlagerlotterie" gestartet und ab 20. Oktober 1958 erstmals unter neuem Namen aber mit unverändertem Auftrag übertragen[24]: "In der 'Schlagerrevue' werden immer geschlossen drei Neuproduktionen der Schallplattenfirma AMIGA, des Radio DDR, des Deutschlandsenders und des Berliner Rundfunks vorgestellt. Diese Titel unterliegen einer besonderen Wertung von seiten der Hörer. Der erste Preisträger erhält 100,– DM Prämie, der zweite Gewinner 50,– DM, und vier weitere Gewinner erhalten je 25,– DM. [...] Aber im Programm der 'Schlagerrevue' warten noch einige Überraschungen auf die Hörer. So werden, ebenfalls geschlossen in einem Block, 'beliebte Schlagermelodien, die Sie täglich hören', gesendet; dann stellen sich im 'Klingenden Portrait' bekannte Schlagersängerinnen und -sänger, Musiker und Komponisten vor, und schließlich werden am Schluß der Sendung die 'Schlager des Monats', das sind die durch Hörerzuschriften ermittelten populären Schlagermelodien, gespielt."[25]

Bei der Möglichkeit, wöchentlich bis zu 100,– DM gewinnen zu können, zahlte das Zuhören sich aus; denn das durchschnittliche Einkommen lag damals etwa bei 800 Mark für Fabrikarbeiter und 400 Mark (ohne Zulage) für Frauen.

"Bis dieses Schiff als Schlager bei uns ankam, war es im Westen längst verschrottet." – Der beliebte Rundfunkunterhalter Heinz Quermann (hier bei einem "Wunschkonzert für die Verteidiger Berlins" am 20.8.1961) fand bei der 11. Zentralvorstandssitzung der Gewerkschaft Kunst am 16./17.10.1962 deutliche Worte für die Unterhaltungssendungen des DDR-Hörfunks."Bis dieses Schiff als Schlager bei uns ankam, war es im Westen längst verschrottet." – Der beliebte Rundfunkunterhalter Heinz Quermann (hier bei einem "Wunschkonzert für die Verteidiger Berlins" am 20.8.1961) fand bei der 11. Zentralvorstandssitzung der Gewerkschaft Kunst am 16./17.10.1962 deutliche Worte für die Unterhaltungssendungen des DDR-Hörfunks. (© Bundesarchiv, Bild 183-85618-0006 / Fotograf: Eva Brüggmann)
Doch blieb die Position der Partei gegenüber der Unterhaltungsmusik stets reserviert. Man gestand nur soviel zu, wie man nicht vermeiden konnte. Umgekehrt kamen die "korrekten" sozialistischen Musikprodukte oft schlecht an. Das neue Leben wollte nicht so recht Platz im Ohr der Menschen finden. Doch begannen die Probleme der Unterhaltungsmusik in der DDR meist mit der Partei: "Hinzu kommt, und das hindert uns am allermeisten, daß wir bei der Verlegung von Schlagern aus dem westlichen Ausland viel zu langsam und zu bürokratisch arbeiten. [...] Ich erinnere an den Schlager 'Ein Schiff wird kommen'. Bis dieses Schiff als Schlager bei uns ankam, war es im Westen längst verschrottet. Wozu haben wir eigentlich zwei Verlage mit entsprechend bezahlten Leitern? Wozu haben wir Leiter der Produktionsabteilungen bei der Schallplatte und beim Funk und Fernsehen? [...] Selbstverständlich muß man ihnen auf die Finger sehen, aber man muß sie erst einmal arbeiten lassen. Schließlich kriegen sie ihr Gehalt ja letzten Endes dafür, daß sie etwas zu verantworten haben. Wenn man einen Schlager wie die 'Blasmusik von Kickritzpotschen' erst mal dreimal ablehnte [...], weil die Gefahr bestünde, daß das sozialistische Bewußtsein unserer Feuerwehr einen Knacks kriegen könnte, oder auch die ČSSR die Freundschaft kündigen könnte, weil Kickritzpotschen so tschechisch klingt –; Freunde, das sind nur kleine Pointen, in Wirklichkeit spielen sich da manchmal viel schlimmere Dinge ab. Der Schlager 'Ich bin der fröhlichste Räuber der Welt' wurde nachträglich im Rundfunk gesperrt: Erstens, weil es bei uns keine Räuber gibt und zweitens, weil sich im Sozialismus eine Frau keinen Kuß rauben läßt, weil doch laut Frauenkommuniqué usw. usw."[26]

Solche Auswüchse der parteilichen Bewertung von Musik waren und blieben die zentralen Hindernisse auf dem Weg des Einkaufs von Westmusik wie auch bei der Zulassung und Veröffentlichung eigener musikalischer Produkte. Und diese Probleme blieben. Bis zum Ende der DDR spielte die Musikproduktion des Hörfunks für die SED vor allem "im Einklang mit den allgemeinen politischen Aufgaben des Rundfunks eine große kulturpolitische Rolle".[27] Von Unterhaltung war weiterhin nicht die Rede.

Mit dem Heranwachsen einer neuen Generation traten die hier für den Schlager konstatierten Probleme mit dem Publikum in anderer musikalischer Färbung erneut auf. Die Beat-Generation wollte von der offiziellen Ostmusik nichts wissen. Alles, was die SED dem letztlich entgegensetzen konnte, war, neben der Singebewegung, im Hörfunk vor allem das "Jugendstudio DT64". Doch verdankte dies seine bis heute überschätze Rolle vor allem der dort gespielten Westmusik.[28] Die Unterhaltungs- und die West-Musik im Radio war und blieb das notwendige Arrangement, das die Partei eingehen musste.

Dennoch schaffte sie es, dass die DDR, neben Schlagersängern wie Irma Baltuttis, Chris Doerk oder Frank Schöbel, auch in anderen Unterhaltungsmusikbereichen auf "Eigenes" blicken konnte. Mit Herbert Roth hatte sie einen Volksmusikvertreter, über dessen wirtschaftlichen Erfolg der künstlerische Direktor des VEB Deutsche Schallplatten sagte: "Gegen Herbert Roth waren auch die Puhdys arme Schweine."[29] Der in den 1970er-Jahren aufkommende Ostrock stand damit nicht nur finanziell hintan. Er war die letzte große Unterhaltungsmusikbewegung aus der DDR. Wie von der SED gefordert, sang man Deutsch. Doch letztlich scheiterten alle Versuche, die Musikinteressen der Menschen zu steuern und sie zur sozialistischen und zur E-Musik umzuerziehen.[30]

Seit 1972 – die pragmatische Phase im Sozialismus


Mit den genannten Sendetypen war die Entwicklung der Unterhaltung für den Sozialismus auf ihrem Höhe- und Endpunkt angelangt. Was das spezifisch Sozialistische an diesen Sendungen war, wurde nicht weiter thematisiert. Die bis Mitte der 1960er-Jahre von Seiten der Partei extrem aggressiv geführte Unterhaltungsdiskussion kam an ihr Ende.

Mit dem Beginn der 1970er-Jahre und der Ablösung Walter Ulbrichts durch Erich Honecker wurde nicht nur das Neue Ökonomische System beendet, auch die Idee der "sozialistischen Menschengemeinschaft" wurde nicht mehr vorrangig verfolgt. Stattdessen trat die "entwickelte sozialistische Gesellschaft" mit der "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" auf den Plan. Die Wünsche der Menschen in den Medien wurden zunehmend bedient. Unterhaltung wurde mehr und mehr systemstabilisierend eingesetzt. In den 1980er-Jahren ging es nicht mehr um Produktionssteigerung, Anleitung oder Erziehung. Die Ruhigstellung wurde zum zentralen Kriterium der Unterhaltung. Der Effekt war ein höherer Programmanteil an Unterhaltung in den Medien der DDR, als dies beispielsweise die Bundesrepublik kannte.

Ganz anders sah die Entwicklung in der Musik aus – dem zentralen Element in der Hörfunkunterhaltung. Hier waren und blieben Wunsch und Wirklichkeit für beide Seiten im Radioprogramm unvereinbar. Die begehrte Musik kam stets aus dem Westen.

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Fußnoten

1.
Unser Rundfunk, 1/1958, S. 2 (Hervorheb. i. Orig.). – Titelzitat aus: Rolf Krickow, Ein Riesenchor in 20 Minuten. "Ring frei" für populäre öffentliche Unterhaltungssendungen, in: Manfred Scholz (Hg.), Erinnerungen sozialistischer Rundfunkpioniere, Berlin (O.) 1975, S. 173.
2.
Abt. Soziologische Forschung, März 1964, Auswertung der Umfrage v. Nov. 1963, "Welche Anregung geben Sie dem Hörfunkprogramm?", DRA, Bestand Schriftgut Hörfunk.
3.
Vgl. u.a. Michael Meyen, Mediennutzung. Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster, Konstanz 2001, S. 87ff; ders., Hauptsache Unterhaltung. Mediennutzung und Medienbewertung in Deutschland in den 50er Jahren, Leipzig 2001; ders., Einschalten, Umschalten, Ausschalten? Das Fernsehen im DDR-Alltag, Leipzig 2003, S. 61.
4.
Zur Unterhaltung vgl. u.a.: Konrad Dussel, Der Streit um das große U. Die Programmgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Einfluß der Publikumsinteressen 1949–1989, in: AfS 35 (1995), S. 255–289; ders., Unterhaltung im Sozialismus. Hörfunkprogramme in der DDR der fünfziger Jahre, in: DA 31 (1998) 3, S. 404–418; ders., Bildung versus Unterhaltung? Ein Vergleich deutsch-deutscher Hörfunkprogramme am Vorabend des Fernsehzeitalters, in: Zs. f. Literaturwissenschaft und Linguistik 28 (1998), S. 77–101; ders., Hörfunk in Deutschland. Politik, Programm, Publikum 1923–1960, Potsdam 2000; Wolfgang Mühl-Benninghaus, "Der Mensch ist nichts Ewiges ...". Zu Problemen von Unterhaltungs-Sendungen des Rundfunks in der Sowjetischen Besatzungszone, in: Klaus Arnold/Christoph Classen (Hg.), Zwischen Pop und Propaganda. Radio in der DDR, Berlin 2004, S. 67–82; Monika Pater, Auf der Suche nach sozialistischer Unterhaltung. Nonfiktionale Unterhaltungsangebote im Rundfunk der frühen DDR, in: ebd., S. 83–97, hier 90–93; Kaspar Maase, Grenzenloses Vergnügen. Der Aufstieg der Massenkultur 1850–1970, Frankfurt a. M. 1997.
5.
Zit.: Gerhard Walther, Der Rundfunk in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, Bonn 1961, S. 158. Das Folgende ebd., S. 160.
6.
Vgl. Monika Pater, Rundfunkangebote, in: Adelheid von Saldern/Inge Marßolek (Hg.), Zuhören und Gehörtwerden, Bd. 2, S. 171–258; dies., Auf der Suche nach sozialistischer Unterhaltung. Nonfiktionale Unterhaltungsangebote im Rundfunk der frühen DDR, in: Klaus Arnold/Christoph Classen (Hg.), Zwischen Pop und Propaganda. Radio in der DDR, Berlin 2004, S. 83–97, hier 85.
7.
Gerhard Walther, Der Rundfunk in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, Bonn 1961, S. 159.
8.
Gerhard Walther, Der Rundfunk in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, Bonn 1961, S. 160.
9.
Uwe Breitenborn, Wie lachte der Bär? Systematik, Funktionalität und thematische Segmentierung von unterhaltenden nonfiktionalen Programmangeboten im DFF bis 1969, Berlin 2003.
10.
Der Tagesspiegel, 10.4.1957, zit.: Uwe Breitenborn, Wie lachte der Bär? Systematik, Funktionalität und thematische Segmentierung von unterhaltenden nonfiktionalen Programmangeboten im DFF bis 1969, Berlin 2003, S. 161.
11.
Vgl. zu diesen Sendereihen: Monika Pater, Auf der Suche nach sozialistischer Unterhaltung. Nonfiktionale Unterhaltungsangebote im Rundfunk der frühen DDR, in: Klaus Arnold/Christoph Classen (Hg.), Zwischen Pop und Propaganda. Radio in der DDR, Berlin 2004, S. 83–97, hier 86.
12.
Unser Rundfunk, 43/1958, S. 2.
13.
Zu Konzeption und inhaltlicher Arbeit vgl. ausführlich: Christian Könne, Hörfunk im Kalten Krieg. Berliner Radioprogramme in der Systemkonkurrenz, in: Michael Lemke (Hg.), Schaufenster der Systemkonkurrenz. Die Region Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg, Köln 2006, S. 365–387.
14.
Durchführung eines Erfahrungsaustausches mit allen Mitarbeitern der Unterhaltungsredaktionen, o. D., DRA, KV 74/1964.
15.
Willi Lange, Unterhaltsamer Rundfunk, in: RTP, 4/1966, S. 1–12, hier 1 f u. 3 (Hervorheb. i. Orig.).
16.
Willi Lange, Unterhaltsamer Rundfunk, in: RTP, 4/1966, S. 1–12, hier 8.
17.
FF Funk und Fernsehen der DDR, 21/1966, S. 4.
18.
Berliner Rundfunk, Intendanz, Plan zur Auswertung des 13. Plenums, 15.10.1966, BArch, DR 6-86, SRK, KV 98a/66.
19.
Bildmappe zur Sendung "7-10: Spreeathen" B 3538, DRA, Bestand Bilder.
20.
Christian Könne, Hörfunk im Kalten Krieg. Berliner Radioprogramme in der Systemkonkurrenz, in: Michael Lemke (Hg.), Schaufenster der Systemkonkurrenz. Die Region Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg, Köln 2006, S. 365–387.
21.
Bericht über Ergebnisse [...] des Maßnahmeplans zum Beschluß des Staatsrates vom 30.11.1967 [...], 19.11.1969, BArch, DR 6-610.
22.
Vgl. dazu m. zahlreichen Literaturhinweisen: Sascha Tültzsch/Thomas Wilke, Heißer Sommer – coole Beats. Zur populären Musik und ihrer medialen Repräsentation in der DDR, Frankfurt a. M. 2010.
23.
Gerhard Walther, Der Rundfunk in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, Bonn 1961, S. 161.
24.
Christian Könne, Schlagerrevue und Schlager-ABC. Hörfunksendungen zwischen Partei und Publikum, in: Sascha Trützsch/Thomas Wilke (Hg.), Heißer Sommer – coole Beats. Zur populären Musik und ihren medialen Repräsentationen in der DDR, Frankfurt a. M. 2010, S. 139–157.
25.
Unser Rundfunk, 43/1958, S. 16.
26.
Heinz Quermann, Die heitere Muse – einige Probleme und die Unterstützung durch die Gewerkschaft Kunst, 11. Zentralvorstandssitzung der Gewerkschaft Kunst am 16. und 17. Oktober 1962, Hg. Zentralvorstand der Gewerkschaft Kunst im FDGB, Berlin 1962, S. 30f.
27.
Analyse des Musikprogramms des Deutschen Demokratischen Rundfunks, 3.3.1962, BArch, DY 30/IV 2/2.028/90.
28.
Vgl. u.a.: Heiner Stahl, DT64 – Vom Festivalradio zur Jugendsendung, in: Rundfunk u. Geschichte 3 (2003) 4, S. 121–131; ders., Agit Pop. Das Jugendstudio in den swingenden sechziger Jahren, in: Klaus Arnold/Christoph Classen (Hg.), Zwischen Pop und Propaganda. Radio in der DDR, Berlin 2004, S. 229–247; ders., Straßenkreuzungen des Pop. Berliner Jugendkulturen und ihre Sounds beim Übergang in die sechziger Jahre, in: Michael Lemke (Hg.), Schaufenster der Systemkonkurrenz. Die Region Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg, Köln 2006, S. 233–250; Christian Könne: Der Hörfunk der DDR in den 1960er Jahren. Pläne, Innovationen, Wirklichkeiten, Berlin 2010.
29.
Birgit u. Michael Rauhut, Amiga. Die Diskographie aller Rock- und Pop-Produktionen 1964–1990, Berlin 1999, S. 10.
30.
Michael Rauhut, Beat in der Grauzone. DDR-Rock 1964–1972, Berlin 1993; ders., Schalmei und Lederjacke. Rock und Politik in der DDR der achtziger Jahre, Erfurt 2002; vgl. auch Michael Berg, Zwischen Macht und Freiheit. Neue Musik in der DDR, Köln 2004.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit".

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

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Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Der Tag in der Geschichte

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    Bund und Länder sind sich darin einig, dass eine sichere Entsorgung von Kernkraftwerken ein Zwischenlager für atomaren Müll erfordere. Vorgesehen ist das nukleare Entsorgungszentrum in Gorleben/ Landkreis Lüchow-Dannenberg. Es soll geprüft werden, ob der... Weiter
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